Katzen jagen

  • Hallo zusammen


    Ich bin neu hier und habe seit 3 Jahren meinen Jack, einen Golden Retriever. Ich hab mich hier registriert um andere Meinungen und Ideen zur weiteren Erziehung zu erhalten. Darum wird dieser Thread auch etwas länger da ich euch etwas mehr Hintergrund zu Jack's Umfeld und Wesen geben möchte bevor ich die Probleme anspreche.


    Jack ist mein Ersthund. Ich habe bewusst diese Rasse gewählt da ich als Ersthund eine etwas "einfachere" Rasse mit Merkmalen wie "willing to please", "ruhig", kinderfreundlich", etc wollte. Ich hab mich da vorinformiert.


    Jack kam als Welpe zu mir und da ich eine Art "Privatier" bin habe ich auch 24 Std. pro Tag Zeit mich mit ihm zu beschäftigen. Wobei er davon jedoch rund 18 Stunden eh nur schläft oder döst. Die gesamte Erziehung habe ich mir mangels Trainer in der Umgebung selbst beigebracht/angelesen aus Foren und zig Videos.


    Das Umfeld von Jack

    Wir leben zu Zweit (er und ich) in Lateinamerika in einem grossen Haus mit rund 600m2 Garten. Es gibt hier sehr viele Strassen-Hunde und Katzen. Und 99% der Haushunde haben hier nie eine Erziehung genossen, sind somit aggressiv und territorial. Die Strassen-Hunde sind hier noch eher untereinander sozialisiert und bilden teilweise richtige Gangs.


    Das Wesen von Jack im Haus/Garten

    Eigentlich ist er der Hund meiner Träume. Sehr liebesbedürftig, für jeden Spass zu haben und manchmal auch mit Blödsinn im Kopf (hält sich sehr in Grenzen). Aber auch ein Sturkopf. Ein Rückruf funktioniert oft nur nach dem 2. Mal (ausser es gibt Leckerli) und auch dann wird erst noch links und rechts etwas beschnuppert bevor er kommt.


    Er lässt sich sehr leicht ablenken. Ein Geruch, ein Vogel, ein Blatt .. der Herr muss zuerst mal schauen, bevor er kommt. Auch konzentriertes Arbeiten ist sehr schwer für ihn. Beim Apportieren kann es schon mal vorkommen, dass er stehen bleibt und irgendwo gebannt hin schaut. Ein Ruf mit "Jack" meinerseits erinnert ihn dann an die Aufgabe. Dann kommt er auch, hat aber den Beutel/Ball vergessen. "Und wo ist der Ball?" uups .. er geht zurück und holt den Ball.


    Jack ist auch sehr ungestüm. Suchspiele (sein Favorit) könnte er ewig machen. Er wartet hinter einer Ecke, ich verstecke ein Leckeri hinter einem Baum/Busch, ich gehe zurück, Kommando "Such" und er findet es sehr zuverlässig. Aber er sucht immer sehr hektisch und oft mit den Augen statt mit der Nase.


    Ein Leckerli unter einem von 3 Hütchen .. nun ja, es werden erst mal alle 3 Hütchen umgeworfen. Unter einem wird das Leckerli ja schon sein ... Wenn ich die Hütchen festhalte legt er sich einfach mal vor eines hin. Nix drunter .. zurück .. Kommando "Such" .. vor das zweite legen. Nix drunter .. zurück .. Kommando "Such" .. vor das dritte legen .. er hat das Spiel nicht begriffen.


    Mit mir raufen und wild herum rennen ist ihm lieber als konzentriert arbeiten. Ich versuche da das Gleichgewicht zu halten aber er verliert sehr schnell das Interesse wenn's etwas schwierig wird.


    Das Wesen von Jack draussen im Freien

    Ja ... und da beginnen die Probleme. Sein Level des erregt sein beginnt schon wenn er merkt, dass wir spazieren gehen. Ich versuche dem entgegen zu wirken indem ich oftmals einfach abbreche, Schuhe wieder ausziehe und einen Kaffee trinke. Oder ich lasse ihn, wenn wir eigentlich bereit sind, einfach mal für 5-10 Minuten im Platz liegen und gehe erst wenn er wieder ruhig ist.


    Kaum draussen beginnt die Erregtheit wieder. Nase lecken, schütteln, heftiges hecheln .. das übliche. Die ersten 10 Minuten "gesittet" an der Leine laufen ist fast unmöglich. Er zieht nicht wirklich aber die Leine (und er auch) ist immer angespannt. Ich verwende eine 8m Flexi-Leine welche beim Kommando "bei Fuss" bei 50cm eingerastet wird. Man sieht er gibt sein bestes aber die Erregtheit ist meist stärker.


    Angekommen an einer Wiese folgt das Kommando "Lauf" und er darf sich frei (8m Radius) bewegen. Dann schiesst er meist los wie eine Rakete. Es geht oft nicht lange bis er eine Spur gewittert hat und dann schaltet sein Hirn ab. Das Schlimmste sind Katzen, aber auch die Witterung anderer Hunde. Er schiesst in seinem 8m Radius umher wie eine Furie. Sieht er etwas was auch nur entfernt wie eine Katze aussieht (kann auch ein Stein sein) schiessen 38Kg an das Ende des 8m Radius :unamused_face:.


    Nun, wir arbeiten zwar daran und schaffen es auch manchmal, dass er (wenn er bei Fuss ist) selber stehen bleibt und nur in Richtung der Katze schaut. Manchmal schafft er es auch sich zu setzen. Ich schimpfe wenn er trotzdem los rennen will und lobe wenn er stehen bleibt. Nur machen wir das nun schon seit knapp einem Jahr und ich sehe praktisch keine Fortschritte.


    Jack frei laufen lassen? Für mich undenkbar. Aber ich wäre auch schon mit einem Stress freien Spaziergang zufrieden. Denn es ist Stress, sowohl für mich als auch für Jack.


    Wie gesagt, Katzen sind das Hauptproblem. Ich dachte schon daran mir eine Katze zuzulegen. Natürlich mit einer Angewöhnungs-Phase. Zuerst getrennt, dann visuell und je nach dem irgendwann zusammen. Ich mag auch Katzen sehr.


    Was meint ihr? Könnte das helfen? Wie sind eure Erfahrungen? Bin für jeden Rat dankbar.

  • Vielleicht noch ein kleiner Nachtrag in Bezug auf Katzen ..


    Kürzlich hatte eine Strassen-Katze beschlossen ihre Jungen bei mir im Garten an einem geschützten Ort zu werfen. Gemerkt habe ich das weil Jack die Mutter jagte. Es kommt schon mal vor, dass sich eine Katze in meinen Garten verirrt, hab dann aber die Jungen entdeckt.


    Interessant war, dass Jack die Jungkatzen in ruhe liess. Er jagte nur die Mutter welche 2x täglich kam um die kleinen zu säugen. Er ging zwar immer mal wieder aufgeregt hin, hat die kleinen jedoch in ruhe gelassen. Ein energisches "Jack, NEIN" liess ihn dann jeweils wieder umkehren.


    Sobald die Jungen einigermassen laufen konnten ist die Mutter wieder ausgezogen.

  • Erstmal herzlich willkommen im Forum.


    Meine Eindruck ist, dass Jack grundsätzlich wenig Impulskontrolle hat und sich schlecht konzentrieren kann und du schon bevor du dort angekommen bist wo Jack etwas mehr Radius haben darf viel von seiner Impulskontrolle forderst.


    Du kannst dir vorstellen, dass Jack 10 "Löffel" zur Verfügung hat. Bevor du das Haus verlässt und Jack 5 - 10 Minuten im Platz liegen muss oder du dich noch mal hinsetzt wenn er zu sehr aufdreht hat Jack 5 Löffel verbraucht. Es bleiben also noch 5 "Löffel" übrig.


    Kaum draussen beginnt die Erregtheit wieder. Nase lecken, schütteln, heftiges hecheln .. das übliche. Die ersten 10 Minuten "gesittet" an der Leine laufen ist fast unmöglich. Er zieht nicht wirklich aber die Leine (und er auch) ist immer angespannt. Ich verwende eine 8m Flexi-Leine welche beim Kommando "bei Fuss" bei 50cm eingerastet wird. Man sieht er gibt sein bestes aber die Erregtheit ist meist stärker.

    Nase lecken, schütteln und hecheln sind Stressanzeichen. Im Fuß laufen ist für Hunde sehr anstrengend und indem Jack das 10 Minuten machen musst werden die restlichen 5 "Löffel" verbraucht und damit hat Jack keine Löffel = keine Impulskontrolle mehr zur Verfügung um nicht in die Leine zu springen oder sich für Katzen oder andere Hunde zu interssieren.


    Wenn du das ruhige Losgehen üben möchtest dann nur das. Das Gassigehen ist danach nur kurz und ohne, dass Jack dabei noch viel "leisten" muss.


    Wenn du das entspannte Laufen an der Leine üben möchtest dann nur kurze Übungseinheiten.

    Wie gesagt, Katzen sind das Hauptproblem. Ich dachte schon daran mir eine Katze zuzulegen. Natürlich mit einer Angewöhnungs-Phase. Zuerst getrennt, dann visuell und je nach dem irgendwann zusammen. Ich mag auch Katzen sehr.


    Was meint ihr? Könnte das helfen? Wie sind eure Erfahrungen? Bin für jeden Rat dankbar.

    Nein, auf jeden Fall nicht. Meine drei Hunde haben jahrelang mit bis zu drei Katzen zusammen gelebt und Katzen unterwegs wollten sie trozdem jagen. Hunde können sehr gut zwischen den Tieren, die mit im Haushalt leben und den Tieren denen man unterwegs begegnet unterscheidet.


    Gibt es eine Möglichkeit, dass Jack frei laufen kann und seine Energie raus lassen? Gibt es in Lateinamerika Hundeschule oder eingezäunte Gärten?

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina


    Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
    Suzanne Clothier

  • Besten Dank für rasche Antwort.

    Hunde können sehr gut zwischen den Tieren, die mit im Haushalt leben und den Tieren denen man unterwegs begegnet unterscheidet

    Genau das war und ist meine Befürchtung.


    Mir ist auch klar, dass man einem Hund das Jagen nicht abgewöhnen kann. Aber ich möchte versuchen, dass wir das gemeinsam kontrollieren können. Die Frage ist nur wie ..?

    Gibt es in Lateinamerika Hundeschule oder eingezäunte Gärten?

    Die nächste Hundeschule ist 500km entfernt. Eingezäunte Wiesen gibt es schon aber die Zäune sind für Kühe. Für Jack kein Hindernis.

    Gibt es eine Möglichkeit, dass Jack frei laufen kann und seine Energie raus lassen?

    Wie erwähnt, theoretisch schon. Aber meine Befürchtung ist, dass er dann mit abgeschaltetem Hirn kaum wieder auffindbar ist. Zudem gibt es in dem Dorf hier Strassen welche teilweise viel befahren sind.


    Das mit der Energie raus lassen ist sicher ein Punkt den ich verbessern muss. Aber mit ihm draussen rennen .. nun ja, da kann ich mit Jack nicht mithalten. Wenn ich schon auf der Felge laufe geht's bei ihm erst richtig los.


    Hab auch schon daran gedacht mir ein Fahrrad zuzulegen und ihm beizubringen mit Leine nebenher zu laufen. Einfach um ihn auch mehr körperlich auszulasten. Will mir aber gar nicht ausdenken was passiert wenn er eine Katze sieht ...


    Zudem hab ich (auch hier im Forum) gelesen, dass ein Hund nie zu müde ist um zu jagen.

    Meine Eindruck ist, dass Jack grundsätzlich wenig Impulskontrolle hat

    Impulskontrolle üben wir mehrmals pro Woche. Und es funktioniert eigentlich (fast) immer. Nur halt eben bei Katzen fast nie. Wobei ich, jetzt wo Du es sagst, zugeben muss, dass wir dies meist im Garten üben. Draussen selten, sprich nur dann wenn wir (kontrolliert) einer Katze begegnen.


    Vielleich sollte ich da mehr ansetzen? Impulskontrolle gezielt draussen üben.

  • Jetzt geb ich auch mal meinen Senf dazu.


    Jeder Hund hat ja erstmal ein ganz unterschiedliches Maß gegeben, was die Größe seinen Stressglases angeht. Manche haben eins wie ne Badewanne, die bleiben einfach immer cool und bei anderen ist es eher ein Shotglas.

    Man kann das üben, in dem der Hund gezeigt bekommt wie er mit Stress selbstwirksam umgeht, dann ist das Glas langsamer leer. Aber der Hund mit dem Shotglas wird nie so cool sein wie der mit der Badewanne.


    Heißt: Jedesmal wenn der sich zusammenreißen muss, das was er jetzt wirklich gern tun würde, nicht zu machen - wird das Glas leerer, genau wie CrazyDogs das ja schon erklärt hat. Ich hab ja selbst einen Hund mit nicht allzu großem Glas.


    Also, was mache ich? Viel Management. Viel auf die Tagesform gucken - sowohl auf seine, als auch auf meine. Wenn hier einer eh schon nen schlechten Tag hat wird mehr Management betrieben. Das heißt konkret, wir gehen irgendwo, wo es für ihn nicht stressig ist, ich übe kein Fußlaufen oder Hundebegegnungen. Weil: Wenn der eh schon im Stress ist dann lernt der genau gar nix. Also hebe ich mir das bisschen was er dann noch hat auf, für Situationen wo ich es wirklich brauche - z.B. eben Abrufen von der Katze.


    So würde ich es mit Jack auch machen.
    Genau gucken wo die Impulskontrolle WIRKLICH sinnvoll gebraucht wird, Nervennahrung für dich und den Hund bereithalten, Rückruf üben.

    Für letzteres wäre er bei mir an der Schleppleine und ich würde genau gucken, was in dem Moment für ihn DIE super Belohnung ist. Ist es wirklich das Leckerlie? Oder würde er lieber mit dem Dummy spielen? Leckerlie aus der Hand ist auch nochmal was anderes als Leckerlie geworfen... zumindest hier. Oder ihn der Katze hinterher schnüffeln lassen nachdem sie Weg ist? Wenn er das was du ihm anbietest gar nicht als Belohnung empfindet kannst du dich auch auf den Kopf stellen...


    Zum üben mit Katze:
    Das müsstest du vermutlich an jedem Ort üben an dem ihr Katzen trefft.

    Wir müssen ja so wie so denken. Warum dann nicht gleich positiv?

  • Im Garten kann er sich frei bewegen?

    MfG Melanie mit Blacky&Geordi im Herzen & Joran an meiner Seite
    Manchmal lese ich über jemanden, der mit großer Autorität sagt, dass Tiere keine Absichten und keine Gefühle haben, und ich frage mich:" Hat der Typ denn keinen Hund?"(Frans de Waal)

  • Im Garten kann er sich frei bewegen?

    Ja, in Haus und Garten kann er sich frei bewegen wenn wir beide zuhause sind.


    Jack hat draussen im Garten sein eigenes Refugium, sprich einen überdachten Platz von ca. 4x4m welcher mit einem 60cm hohen Gitter umgeben ist. Er könnte dort locker ausbüxen, hat das aber noch nie gemacht. Dort steht sein Napf und er schläft nachts auch dort. Und wenn ich mal weg muss und ihn wirklich nicht mitnehmen kann dann bleibt er auch dort. Das geht problemlos.


    Viel auf die Tagesform gucken - sowohl auf seine, als auch auf meine.

    Ja das habe ich auch schon oft gemerkt. Es gibt Tage da kenn ich meinen eigen Hund nicht mehr - im positiven Sinne! Aber halt eben auch das umgekehrte.


    Ablenkung oder Ersatz draussen funktioniert schlicht nicht. Ich hab da wirklich schon vieles versucht. Leckerli, Leberwurst, Wurfbeutel, Ball .. nichts kommt gegen Dopamin an.


    Das mit der eigenen Katze hab ich verworfen. Wird wohl nicht die Lösung sein.


    Ich denke die Impulskontrolle mehr draussen üben wird unsere nächste Aufgabe sein. Ich habe bemerkt, dass wenn ich auf der Wiese stehen bleibe und ihn alles rund herum wild abschnuppern lasse, dann wird er etwas ruhiger und wendet sich wieder mir zu. Und genau dort werde ich ansetzen und die Übungen beginnen.


    Wird sicher nicht einfach aber wir haben beide Zeit und ich bin ein geduldiger Mensch :smiling_face:

  • Wenn es mein Hund wäre würde ich mich mit dem Dummytrainig auseinander setzen.

    Retriever sind nun mal Spezialisten auf dem Gebiet.

    Dummytraining macht ihm sicher Spaß und du kannst dabei super an der Impulskontrolle arbeiten.

    Im Garten hat er auch erstmal wenig Ablenkung.

    MfG Melanie mit Blacky&Geordi im Herzen & Joran an meiner Seite
    Manchmal lese ich über jemanden, der mit großer Autorität sagt, dass Tiere keine Absichten und keine Gefühle haben, und ich frage mich:" Hat der Typ denn keinen Hund?"(Frans de Waal)

  • Wenn es mein Hund wäre würde ich mich mit dem Dummytrainig auseinander setzen.

    Retriever sind nun mal Spezialisten auf dem Gebiet.

    Dummytraining macht ihm sicher Spaß und du kannst dabei super an der Impulskontrolle arbeiten.

    Im Garten hat er auch erstmal wenig Ablenkung

    Wir haben eigentlich sehr viel Dummy-Training gemacht. So ca. 2-3 Mal pro Woche. Aktuell weniger da wir hier Regenzeit haben. Aber eben, im Garten und da funktioniert das super.


    Auch die Impulskontrolle funktioniert super .. zuhause im Garten. Er darf erst los rennen wenn ich geworfen habe und dann das Kommando "Lauf" gebe. So nach 10-15 Minuten verliert er jedoch das Interesse. Ich breche meist vorher ab damit das Spiel spannend bleibt.


    Draussen auf der Wiese jedoch ist für ihn der identische Beutel nur Luft.

  • Ich lese raus, dass er eigentlich garnicht richtig versteht was du von ihm willst.

    Eigentlich wäre es gut wenn da ein Trainer drauf gucken könnte, aber da es das bei euch anscheinend nicht gibt, geht das natürlich nicht.


    Was ich auf alle Fälle machen würde, ist die Haltung zu überdenken und ne neue Leine zu kaufen.

    38 Kilo und 8 Meter Radius sind ungeregelt brandgefährlich, und wenn du diese Länge wirklich brauchst, bist du mit ner Schleppleine besser bedient.

    Eine Schleppleine kannst du nachgreifen, so zügig den Radius wieder einkürzen und hast dann bessere Kontrolle. Mit ner Flexi geht das nicht, da kannst du nicht mal eben rein greifen.

    Ebenso kannst du auf eine Schleppleine auch mal mit dem Fuß drauf und der Hund steht nicht unter Dauerzug.


    Ein Hund der mehrere Meter zur Verfügung hat zum rein brettern, entwickelt eine extreme Kraft. Selbst wenn man standhaft bleibt kann man sich da böse weh tun ( gebrochene Finger, ausgekugelte Schulter, irgendwas gezerrt.. geht schnell).



    Was der Punkt mit der Haltung betrifft :

    Wenn er draußen schläft, hat er ja auch die Katzen um sich herum. Die sind nicht blöd, die wissen dass der Hund ihnen nix tun kann wenn er eingesperrt ist, und dümpeln dann ganz seelenruhig vor seiner Nase herum.

    Ebenso erhöht es auch die Aufregung ggü dir und jenachdem wie gut oder schlecht er damit zurecht kommt, geht das zulasten der genannten "Löffelchen".

    Warum muss er eigentlich draußen schlafen?



    Was die Katzen betrifft :

    Auf gar keinen Fall eine Katze dazu holen. Zum einen ist das unnötige Gefahr und vermeidbares Leid für die Katze, zum Anderen wird es höchst wahrscheinlich nix am Jagdverhalten ändern, da die meisten Hunde zwischen eigener und fremder Katzen differenzieren.

    Bedeutet - am Ende läufts genauso weiter wie vorher, mit dem Unterschied dass ihr halt ne Katze habt.

    Zum Wohle der fremden Katzen solltest du erst den Garten abchecken bevor du den Hund in den Garten lässt.


    Fahrrad würde ich erstmal lassen. Sofern ihr keinen weichen Boden habt und man nicht zu 100 Prozent weiß dass der Hund gesunde Gelenke hat, ist sowas für 38 Kilo Hund körperlich echt belastend ( nicht im Auslastungssinne, sondern in dem Sinne dass das die Gelenke kaputt machen kann).

    Zumal du sicherlich auch selbst gern heile bleiben magst.



    Bedenke auch dass man zum einen besser mehrmals am Tag kurze Einheiten absolviert und dann aufhört wenn es grad richtig gut läuft, als einmal täglich richtig lange Einheiten. Hat den simplen Grund dass das Gelernte so besser abgespeichert wird und die Konzentrationsspanne relativ kurz ist.

    Immer dann aufhören wenns Grad gut funktioniert und der Hund dabei ist, und immer in Mini-Schritten üben.

    Anfangs in reizarmer Umgebung starten, anschließend ( wenn es dort klappt) die Aufregung/Ablenkung steigern.


    Da dein Hund deine Sprache nicht spricht, verständnisvoll erklären was er eigentlich genau tun soll.

    Er kann deine Gedanken nicht lesen. Wenn du bspw immer meckerst weil dein Hund nicht ziehen soll, hilft euch das nicht weiter, weil er nicht versteht was er denn stattdessen tun soll. Deshalb ist es wichtig dass man alles lobt, was der Hund richtig macht.

    Simples schwarz und weiß quasi, zwischen Erfolg und Miss-Erfolg, Aufmerksamkeit und keiner Aufmerksamkeit, Lob und Tadel.



    Übung könnte bspw sein : Du nimmst ein Leckerchen oder Spielzeug und nimmst es neben dich. Wenn dein Hund dort hin kommt, lob und Keks rein.

    Nachträglich nutzt du ein Signal dazu. Das kann bspw ein "ran" sein in Kombination mit einem Sicht Zeichen.

    Beispiel : Du zeigst mit Keks in der Hand auf die Seite links von Dir - > Hund geht dort hin - > suuuupi "ran" - > Keks rein


    Nebenbei übst du an einem sog Aufhebungs/Freigabe Signal.

    Das nutzt du um dem Hund mitzuteilen : Jetzt darfst du wieder dein Ding machen.

    Das nützt du idealerweise bevor der Hund selbst aus der Übung raus geht.

    Beispiel : Das "ran" funktioniert, Hund fängt an neben dir sitzen/stehen zu bleiben, und du markerst in immer größeren Zeitabständen das neben dir verweilen, wird er irgendwann von sich aus auch wieder weg gehen. Du sagst also bevor der Hund von dir weg geht bspw "okay".

    Dieses "okay" ist das selbe wie bspw das Beenden einer Impulskontroll/Frustrationstoleranz Übung.


    Beispiel : Hund macht Sitz, du legst ein Keks vor ihm, Hund darf nicht ran. Das Signal für das "du darfst" ist "okay".


    Dauerhaft hast du damit die Grundlage dazu, deinem Hund mitteilen zu können, wann er bei dir Contenance behalten soll, und wann er sein Ding machen darf.


    Da allerdings viele Wege nach Rom führen, und ziehen selbstbelohnend ist ( Hund zieht, Mensch kommt hinterher, Hund lernt : Wenn ich nur stark genug ziehe, komme ich an mein Ziel), würde ich erstmal da ansetzen den Gedanken des Erfolges umzupolen. Auch deshalb die Nutzung einer Leine, die nicht permanent auf Zug ist.

    Sprich :

    Jedes Mal wenn Zug auf die Leine kommt, bleibst du stehen.

    Jedes Mal wenn die Leine locker ist, bekommt der Hund Lob und geht es weiter.


    Konsequenz und langatmig genug geübt, ändert sich der oben genannte Gedanke in ein,, Wenn ich an lockerer Leine laufe, komm ich an mein Ziel, und wenn ich ziehe, komm ich kein Stück weiter. "



    Weiterer Sicherheitsaspekt :


    - Flexi und Schleppleine immer an ein Gut sitzendes Geschirr, nicht ans Halsband


    - Taste dich bei der Leinen Länge langsam vor, deine Knochen werden es dir danken.




    War jetzt viel Text, aber ich finde es schwierig zusammen zu fassen, weil es ja doch Einiges ist.

    Liebe Grüße von Lisa mit Schnäuzerine Lilo und Omi Susi :smiling_face:

  • Ich lese raus, dass er eigentlich garnicht richtig versteht was du von ihm willst.

    Hmm .. ich würde das mit einem jein beantworten. Ich glaube schon, dass wir teilweise noch unsere Missverständnisse haben. Beispielsweise gibt es ein energischen "NEIN" wenn er etwas macht was er nicht darf. Aber auch ein nettes "Fein gemacht" wenn etwas gut war .. "Nein" und "Fein" kann da, abgesehen von der Betonung, schon zu Verwirrung führen. Ich arbeite daran (an mir).


    Aber ich glaube auch, dass er oftmals ganz genau weiss was ich von ihm will. Nur manchmal schafft er es einfach nicht (Ablenkung) oder er findet es aktuell nicht nötig darauf zu reagieren. Wenn beispielsweise das gleiche Kommando beim 2. Mal etwas mehr energisch kommt, dann macht er es.

    Was ich auf alle Fälle machen würde, ist die Haltung zu überdenken und ne neue Leine zu kaufen.

    38 Kilo und 8 Meter Radius sind ungeregelt brandgefährlich, und wenn du diese Länge wirklich brauchst, bist du mit ner Schleppleine besser bedient.

    Eine Schleppleine kannst du nachgreifen, so zügig den Radius wieder einkürzen und hast dann bessere Kontrolle. Mit ner Flexi geht das nicht, da kannst du nicht mal eben rein greifen.

    Ebenso kannst du auf eine Schleppleine auch mal mit dem Fuß drauf und der Hund steht nicht unter Dauerzug.

    Yep, das ist eine gute Idee. Auch gibt dann für ihn einen Unterschied. Schleppleine=rumspringen versus Kurze Leine=bei Fuss bleiben. Werde ich ausprobieren.

    Ein Hund der mehrere Meter zur Verfügung hat zum rein brettern, entwickelt eine extreme Kraft. Selbst wenn man standhaft bleibt kann man sich da böse weh tun ( gebrochene Finger, ausgekugelte Schulter, irgendwas gezerrt.. geht schnell).

    Wem sagst Du das :frowning_face: hab da schon meine Erfahrungen gemacht.

    Warum muss er eigentlich draußen schlafen?

    Tja, einerseits weil er am liebsten draussen ist. Hatte ihn auch schon bei extremen Sauwetter drinnen. Dann schläft er immer mit der Nase an der Veranda-Tür.


    Zudem bin ich der Meinung, dass ein Hund immer noch ein Hund sein darf und soll. Sofa, Bett und solche Sachen sind absolutes Tabu. Wenn beispielsweise Kuschelzeit ist (er liebt das), dann setze ich mich auf den Boden.

    Fahrrad würde ich erstmal lassen. Sofern ihr keinen weichen Boden habt und man nicht zu 100 Prozent weiß dass der Hund gesunde Gelenke hat, ist sowas für 38 Kilo Hund körperlich echt belastend ( nicht im Auslastungssinne, sondern in dem Sinne dass das die Gelenke kaputt machen kann).

    Ja, ich dachte das auch wirklich nur in kleinen Einheiten zu machen. Wir haben hier auch Wege ohne Asphalt. Ich hab halt oft das Gefühl, dass er sich mehr auspowern will.

    Simples schwarz und weiß quasi, zwischen Erfolg und Miss-Erfolg, Aufmerksamkeit und keiner Aufmerksamkeit, Lob und Tadel.

    Ja, das war bis jetzt immer der Weg welcher zum Erfolg geführt hat. Funktioniert auch sehr gut in Haus und Garten. Ich denke draussen werden wir halt wieder fast bei Null anfangen.

    Flexi und Schleppleine immer an ein Gut sitzendes Geschirr, nicht ans Halsband

    Wir haben und hatten draussen immer ein Geschirr. Jack hat nicht mal ein Halsband da er drinnen und im Garten ohne ist.

    War jetzt viel Text, aber ich finde es schwierig zusammen zu fassen, weil es ja doch Einiges ist.

    Wie bereits gesagt, ich bin für jede Anregung offen und Dankbar :smiling_face:

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!

Ungelesene Themen

    1. Thema
    2. Antworten
    3. Letzte Antwort
    1. Das Fräuleinchen aus Polen........................ 956

      • StarskySmilla
    2. Antworten
      956
      Zugriffe
      57k
      956
    3. Amica

    1. Welpen-Hibbel-Thread 922

      • Julia
    2. Antworten
      922
      Zugriffe
      41k
      922
    3. Hanca

    1. Talkthread der Gartenfreunde 1,7k

      • PodiFan
    2. Antworten
      1,7k
      Zugriffe
      140k
      1,7k
    3. Hanca

    1. Der Wetter-Thread 1,5k

      • Hanca
    2. Antworten
      1,5k
      Zugriffe
      46k
      1,5k
    3. Hanca

    1. Kleine Tierchen 325

      • Hanca
    2. Antworten
      325
      Zugriffe
      32k
      325
    3. Hanca