Neuregelung in der Tierschutz-Hundeverordnung

  • Ich denke oder besser gesagt hoffe ich es eigentlich eher, dass es wie bei den Jagdhunden wird. Die haben auch erst gejammert, als die Teletakt Geräte verboten wurden. Da hieß es ja auch, dass man einen so im Trieb steckenden Hund nicht ohne Strom zum Gehorsam bringt. Aber es hat sich gezeigt, es geht. Genauso wie es ein paar wenige diensthundeausbilder gibt die zeigen dass es geht.

  • Es gibt ja alleine schon Unterschiede bei den Spür und suchhunden und den Hunden die auf den Demos eingesetzt werden. Und dann sind die Hunde bei der Bundeswehr nochmal ein anderes Kaliber.

    Klar müssen die in Extremsituationen zuverlässig reagieren. Aber deswegen muss die Ausbildung nicht schon extrem sein.

    Genauso wie es ein paar wenige diensthundeausbilder gibt die zeigen dass es geht.

    Nicht bei den Hunden, die Schwierigkeiten haben, runterzukommen. Bei Hunden, die das nicht haben, wird ja auch kein Stachelhalsband eingesetzt. Und mit einem solchen Hund kann ich alles zeigen. Das ist kein Beweis - nicht mal ein Indiz - dafür, dass es bei allen Hunden so geht.

    Auch diese Hunde sind absolut zuverlässig. Auch diese Hunde werden eingesetzt. Nur dauert die Ausbildung länger. Es funktioniert.


    Jetzt von Ausnahmegenehmigungen zu reden und zu jammern dass man plötzlich die diensthunde nicht mehr einsetzen kann, obwohl lang genug bekannt war dass sich was ändert…

    Das hat mit der Länge der Ausbildung nichts zu tun, die Tiere kommen auch nicht runter, wenn man 6 Monate oder 2 Jahre am Lederhalsband ruckt, die sind im Tunnel. Und deshalb nehmen sie auch den Schmerz nicht so wahr, wie man sich das gemeinhin vorstellt.


    Natürlich haben die Polizeien versucht, dass im Laufe der Zeit (von der Ankündigung bis zum Inkrafttreten der Verordnung) anders zu machen. Leider hat es bei diesen wenigen Hunden nicht funktioniert.


    Die Polizei hat immer einen Mangel an guten Diensthunden. Und daher müssen auch noch manche Hunde Dienst schieben, die an sich in "Rente" gehören.

    Daher kann sich die Polizei im Hinblick auf ihre zu erfüllenden Aufgaben auch nicht leisten, auf solche Hunde zu verzichten, die dieses eine Problem haben und dann härter angefasst werden müssen.

    Die Polizei in NRW hat vor 40 Jahren die Anforderungen an Diensthunde gesenkt, weil sie eben keine gescheiten Hunde bekommen hat.

    Da wurden die Beamten zusammengeschlagen, weil die Hunde versagt haben.


    Ich möchte nicht missverstanden werden, "gut" finde ich den Einsatz von Stachelhalsbändern auch nicht, aber wenn es nicht anders geht, ist das im Hinblick auf den Mangel an geeigneten Hunden und die zu erfüllenden Aufgaben und die immer mehr zunehmende Gewalt gegenüber Polizeibeamten vertretbar.

    Zumal die Ausbilder bei der Polizei Fachleute von hohen Gnaden sind und wissen, was sie tun.

    Bei den Jägern werden auch Stimmen laut, die eine Ausnahmegenehmigung fordern. Das lehne ich ab, ein Jagdhund, der anders nicht ausgebildet werden kann, wird eben nicht eingesetzt.

    Aber die halten auch nicht die Knochen bei einer Demo oder bei einem Fußballspiel hin.

    Viele Grüße
    Dieter


    Wenn es im Himmel keine Hunde gibt - dann will ich da nicht hin.

  • Ich verstehe deine Argumente und sehe ein, dass es unrealistisch ist zu verlangen, dass Hunde, die jahrelang so geführt wurden jetzt anders geführt werden sollen. Da ist der Zug abgefahren. Und dass die plötzlich wegfallen ist natürlich tatsächlich tragisch und ein Problem.


    Aber ich denke es ist eine gute Sache die neue Generation an Diensthunden anders auszubilden. Und ja, da muss die Polizei halt anfangen ihre Fühler weiter auszustrecken und auf Züchter zukommen die sie vorher nicht auf dem Schirm hatten.

    Durch das neue Gesetz öffnen sich auch Türen. Züchter, die vorher nicht im Traum daran dachten mit der Polizei zu arbeiten, eben wegen der harten Ausbildung, können es sich jetzt vorstellen.

    Und da finden sich auch sehr selbstbewusste, harte und triebige Linien.


    Ich denke diese Übergangsphase wird hart. Aber auf Dauer wird es klappen, davon bin ich überzeugt. Wenn das Land nicht einknickt.

  • Ist es nicht etwas kurz gesprungen, die Diskussion auf das Stachelhalsband zu beschränken?

    Denn da ist die Antwort leicht: es gibt andere Möglichkeiten, also müssen sie genutzt werden. Ich würde die hiesige Polizei nicht als überdurchschnittlich fortschrittlich bezeichnen, aber laut Erzählung zweier Diensthundeführer gehörten Stachelhalsbänder schon vor 10 Jahren nicht mehr in die Ausbildung.


    Was das "den Hund halten können" betrifft: ich kenne Menschen, die bis heute der festen Überzeugung sind, einen Hund über 30kg könne man ausschließlich mit Stachelhalsband halten. Weil sie das vor 30 Jahren mal so erzählt bekamen. Das Gegenteil ist x-fach bewiesen und das sollte auch für sauber ausgebildete Diensthunde in der Hand ihres Diensthundeführers gelten.


    Das Problem liegt meiner Ansicht nach ganz woanders. Die TSchHuVO verbietet jede potentiell schmerzhafte Einwirkung in der Ausbildung. Jede. Das bedeutet: es ist in der Ausbildung für Diensthunde verboten, den absoluten Ernstfall zu trainieren. Nämlich den Fall, in dem der Hund vorgeschickt wird um einen aggressiven, bewaffneten Verdächtigen festzunageln. Der Hund wird dafür ausgebildet, diesen Menschen zu halten, mit allem was ihm möglich ist und völlig egal, was dieser Mensch anstellt um sich zu wehren. Mir fällt nichts ein, was man tun kann um Hunde auf diese Situation vorzubereiten ohne dass diese Vorbereitung für den Hund auch mal mehr als nur unangenehm wird. Das ist in meinen Augen die mögliche Ausnahme, die für Diensthunde gemacht werden kann. Möglicherweise gemacht werden muss.

    Liebe Grüße
    Selkie

  • Aber ich denke es ist eine gute Sache die neue Generation an Diensthunden anders auszubilden


    Hast du mal eine ganz konkrete Idee, was man machen könnte,

    wenn ein sehr triebiger Polizeihund beim Schutzdienst nicht vom Figuranten ablässt?


    Der Hund wird dafür ausgebildet, diesen Menschen zu halten, mit allem was ihm möglich ist und völlig egal, was dieser Mensch anstellt um sich zu wehren. Mir fällt nichts ein, was man tun kann um Hunde auf diese Situation vorzubereiten ohne dass diese Vorbereitung für den Hund auch mal mehr als nur unangenehm wird.


    Um auf solche Situationen vorbereitet zu sein, benötigt man sehr triebige Hunde. Und das ist nun die Krux an der Sache: Ein sehr triebiger Hund lässt sich im Ernstfall nicht vom Täter beeindrucken, man muss ihn aber bei der Ausbildung dazu bringen, dass er jederzeit unter Kontrolle des Hundeführers steht.


    Und kein vernünftiger Diensthundeführer wird seinen Hund vom Figuranten weg holen, indem er wie verrückt am Halsband ruckt. Bei einem richtig triebigen Hund erreicht er damit auch überhaupt nichts - außer, dass dieser einen gesundheitlichen Schaden davon trägt.

    Liebe Grüsse von Doris und den Jagdraubtieren Paul und Rudi

  • Tach!


    Ich lese hier langsam raus, das hier irgendwie Äpfel mit Birnen verglichen werden. Und zwar Ausbildung und Ernstfall. Das sind zwei komplett verschiedene Schuhe.


    Schon die Auswahl der zukünftigen Diensthunde ist sehr kompliziert und aufwendig. Da werden von 100 gesichteten Hunden nur ein paar wenige überhaupt in die Ausbildung übernommen. Diese leben meist bei ihren Hundeführern in der Familie als ganz "normale" Hunde.


    Klar werden sie dann ausgebildet und das kann überwiegend ohne Stachler ausgeübt werden und wird es meist auch. Sie werden auch immer wieder mal geprüft, ob es sich lohnt, mit ihnen weiterhin zu trainieren. Dabei stellt sich auch heraus, welcher Hund derart triebig ist, dass er später ein Kandidat für den Stachler ist bei Einsätzen. Meist werden die Stachler dann nur bei Erstfallübungen oder in tatsächlichen Einsatz benutzt.


    In diesem Rahmen sehe ich durchaus ein, wenn bei Diensthunden auch Stachler eingesetzt werden.


    Liebe Grüße,

    Wulf

    mit Dumbledore und Merlin und Hexe und Bessy in Erinnerung

  • Von der Ausbildung von Diensthunden habe ich keine Ahnung. Aus Gesprächen mit einem ehemaligen Nachbarn habe ich mitbekommen, dass man dort ganz andere Voraussetzungen hat.


    In der Zeitschrift "Der Jagdgebrauchshund" Heft 8/2021 wurde ein Artikel von Uwe Tabel veröffentlicht: Braucht es "schmerzhafte Mittel"? Diesen Artikel kann ich aus jahrelanger Erfahrung voll unterschreiben.

    Leider habe ich keine Ahnung, wie man diesen Artikel hier veröffentlichen könnte.

    Liebe Grüße
    Uta mit den "Fuchseckles"

  • Wie zuverlässig das ist, weiß ich nicht, aber in Filmen von Polizeieinsätzen "Cops" kann man Hunde im Einsatz manchmal sehen und auch wie sie abgerufen werden. Dabei greift der Hundeführer den Hund am Geschirr und hebt ihn hoch.*

    Rufen hilft da nicht in dieser Situation, denn da schreit die Polizei und der Gefasste so laut sie können. Da werden Befehle gebrüllt, ob da ein "aus" des Hundeführers noch durchdringt, wage ich zu bezweifeln.

    Die Stimmung ist also extrem aufgeheizt. Der Hund ist entsprechend auf Aggression gestellt, und wir haben uns doch schon über das Thema Aggression / Trigger / und Amygdala unterhalten. Die schaltet das Gehirn um auf Kampf. Deshalb ist die Gefahr groß, vom eigenen Hund gebissen zu werden. Um ehrlich zu sein, einen Schmerz wird der Hund in diesem Fall sogar ignorieren, deshalb bleiben sie am Mann, selbst wenn der auf sie einsticht oder gar schießt.


    Beim Training dagegen kann der Hund meist einfacher abgeholt werden. Aber nie abgerufen. Warum ist klar, denn beim Training gibt es meistens keine anderen, die aufgeregt herumschreien.


    Die Hunde leben als Familienmitglied beim Hundeführer und meistens, wenn sie in Pension gehen, dort auch weiterhin, außer es gibt Kompatibilitätsprobleme mit dem neuen. Unser Diensthund vom County Sheriff kann auch Drogen finden. Eine Malinois Hündin, die Vorgängerin kannte ich auch schon.


    Edit: *Nicht hoch wie auf den Arm nehmen. :grinning_squinting_face:

  • Ja, das war zu erwarten. Allerdings ist der Artikel eindeutig tendenziös und beschreibt nicht, um was es wirklich geht. Es wird der Eindruck erweckt, die Polizei ruckt landab und landauf tierquälerisch an Stachelbändern.

    Viele Grüße
    Dieter


    Wenn es im Himmel keine Hunde gibt - dann will ich da nicht hin.

  • Das sehe ich auch so, ich finde den Artikel ziemlich reißerisch und nicht neutral, der beleuchtet nicht beide Seiten, wie es halt so oft ist... :neutral_face:

    Viele Grüße von Heike und den Mädels

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