Qualzucht

  • An die Geschichte des Retromopses erinnere ich mich noch sehr gut, denn ich war damals mit der "Gründerin" engmaschig in Kontakt und habe das alles miterlebt. Sie war damals Mopszüchterin in einem VDH-gebundenen Verein und hat darum gekämpft, das Zuchtprojekt durchführen zu dürfen. Die erste Stammhündin des Projektes war eine reinr.Mopsdame, der Vater, Conrad hieß er, war ein Mopsmix mit 1/3 JRT (das heißt, seine Mama war reinr. sein Vater Mops-JRT) Conrad war ein toller Typ, sehr mopstypisch, aber mit Nase. Und sportlich.
    Das Projekt wurde ihr damals verwehrt und sie wurde massiv von den Züchterkollegen angegangen und beschimpft, sogar bedroht. Gisa K. hat darauf den Verein verlassen und hat mit einer Freundin /ebenfalls leidenschaftliche Mopsliebhaberin den ersten Zuchtverein für Retromöpse gegründet. Sie hat auch ein Buch darüber geschrieben.
    Leider kam es dann in den darauffolgenden Jahren so, wie es immer ist. Es sind so viele auf den Karren aufgesprungen und haben gemixt was das Zeug hält und ihre Marke mißbraucht. dazu kam dann noch der Rassmo und der Antike. Und Gisas großes Ideal ging den Bach hinunter.
    Gisa hält heute keine Möpse mehr, ich habe vor Kurzem erst mit ihr geschrieben. Sie hat sich aus der Szene ganz verabschiedet, den Kampf aufgegeben. Heute hält sie Beardies und züchtet nicht mehr. Ihr Homepage steht aber immernoch im Netz.
    Ich finde das sehr schade.

    LG Martina :grinning_face_with_smiling_eyes: und die Schmetterlinge :pfote:


  • Ja leider ist eine Wende hin zu einem gesunden Rassestandard gar nicht gewollt, da geht es vielen Züchtern so wie Frau K.
    Aber auch da..es steht und fällt mit den Welpenkäufern, denn wenn die Züchter ihre Welpen nicht mehr loswerden würden, erst dann fände ein Umdenken statt..aber so lange es eine Nachfrage für solch armen Krüppel gibt wird sich da nie etwas ändern.

  • gerade über FB geschickt bekommen, ich kopiere es Euch hier rein:

    ❌Große Erwartungen, unbequeme Wahrheiten und die Paradoxa der Hunde-Halter-Beziehung bei Besitzer:innen kurzschnäuziger Hunde❌

    In einer Studie wurden 2168 Besitzer:innen brachycephaler Rassen (Möpse, Französische und Englische Bulldoggen) zur Gesundheit ihres Tieres sowie der Hund-Halter-Beziehung befragt.
    Die am meisten berichteten Krankheiten waren Allergien (27%), Hornhautgeschwüre (15,4%), Infektionen der Hautfalten (15%) und Brachycephales obstruktives Atemwegssyndrom (BOAS; 12%).

    Knapp 1/5 der Personen gab an, dass ihr Hund bereits mindestens einer korrigierenden Operation unterzogen wurde.
    36,5% berichten über Probleme bei der Wärmeregulation und 17,9% gaben Probleme beim Atmen an.

    Obwohl ein Bewusstsein für mögliche rassebedingte Gesundheitsprobleme besteht, schätzen 70,9% der Halter:innen ihren Hund als besonders gesund ein. Paradoxerweise bewerten gerade mal 6,8% der Personen ihren Hund als weniger gesund als den Rassedurchschnitt (siehe Bild 2).

    Die Hund-Mensch-Beziehung wurde von den Besitzern aller untersuchten Rassen als besonders eng beschrieben.

    Der Besitz brachycephaler Hunderassen ist ein komplexes Phänomen, das durch extrem starke Hund-Halter-Beziehungen und unrealistische Wahrnehmungen der Gesundheit des eigenen Tieres gekennzeichnet ist. Demgegenüber steht ein hoher Krankheitsgrad relativ junger Hunde.
    Diese Wahrnehmungsverzerrungen scheinen auch bei der Beurteilung der Gesundheit des eigenen Tieres im Vergleich zu anderen Rassevertretern zu bestehen.
    Den Link zur frei zugänglichen Studie : https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0219918

    LG Martina :grinning_face_with_smiling_eyes: und die Schmetterlinge :pfote:

  • Ich kenne - bis auf eine Ausnahme, die ihren Mops aus einem Notfall haben - auch nur Leute, die behaupten ihr Hund wäre sportlich und kerngesund. Für diese Leute bedeutet das eine halben Stunde spazieren gehen bei milden Temperaturen ohne dass der Hund röchelt. Das ist soo traurig ..

  • Unsere ehemaligen Nachbarn (ca. 12 Jahre her) hatten zwei Englische Bulldoggen. Da war das auch so… die Tiere haben geröchelt und so schwer geatmet dass man teilweise sein eigenes Wort nicht mehr gehört hat. Aber laut Besitzer kerngesund… konnten zwar nur 250 Meter gehen - Sommer wie Winter - aber man ist ja selbst auch eher der gemütliche Mensch… damals musste ich schon mit dem Kopf schütteln obwohl es damals noch nicht den Aufschrei gegeben hat. (Oder ich ihn damals noch nicht gehört habe)

  • Mit Mops Caro kann ich bei den aktuellen Temperaturen problemlos langsam Radfahren (so dass sie her trabt). Da sind >5 km drin. Ich übertreibe es halt nur nicht gerne, sondern fahre eher Runden so um die 4 - 5 km, mit der Option abzukürzen oder sie in den Radanhänger zu packen. Seitdem Caro schwerhörig ist, fahre ich auch ungerne mit ihr Rad, da ich sie auf Distanz nicht mehr so gut unter Kontrolle habe und sie ungerne an der Leine beim Rad fahren habe.

    Spazieren gehen sind 15 km und mehr drin. Allerdings bin ich ehrlich gesagt zu faul und gehe selten länger als 10 km am Stück. Zumal Kiara nicht mehr mithalten kann.


    Im Hochsommer gehe ich keine großen Runden. Das macht wenig Sinn. Das mochte Kiara nie und Caro hat halt schon ihre Probleme bei dem Wetter. Abends kann sie dennoch gut 4, 5 km laufen, wenn es sich noch abkühlt.

  • Also im Hochsommer gehe ich mit Vicco auch keine großen Runden, das ist dem auch zu warm. Mir dann auch ehrlich gesagt. Da gehen wir auch morgens/abends und nicht so lange oder eben irgendwo planschen.

    Aber hier gibts auch so Hunde, die hört man schon röcheln bevor man sie sieht. Auch bei den aktuell hitzetechnisch unproblematischen Wetterlagen. Mit solchen Hunden kommt Vicco z.B. auch eher schlecht zurecht. Der stuft die Geräuschlage oft als Knurren ein und das platte, faltige Gesicht, was ja vergleichweise schwierig ist mit Mimik... das ist ja das nächste, wenn der Hund so "gestaltet" wurde, dass er auch nicht mehr so gut kommunizieren kann mitunter...

    Wir müssen ja so wie so denken. Warum dann nicht gleich positiv?

  • Ich brauche mal eure Hilfe.

    Ich kann mich erinnern, dass es ein Video (oder eine Doku) gab, in der die OPs an einer Bulldogge (kann auch ein Mops gewesen sein) gezeigt und erklärt würden.

    Irgend ein Professor hat Recht plastisch erzählt, was für Probleme mit den Atemwegen es durch Qualzucht gibt.

    Erinnert sich jemand, was das genau für ein Video war und ganz toll wäre ein Link.


    Ich brauche das, um eine Arbeitskollegin ich eventuell vom Frenchie abzuhalten.

    Okay, eigentlich sollte sie wahrscheinlich gar keinen Hund halten, aber da fehlt jede Einsicht. Also wenigstens das Übel klein halten. 🙈

    LG Petra mit Andy


    Mein Hund ist ein Dacia. Das Statussymbol für alle die kein Statussymbol brauchen... :grinning_squinting_face:

  • Es gab mal ein Video mit Herrn Dr. Schrader.

    Ich finde es leider auch nicht :frowning_face:


    Hier sind allgemeine OP Videos. Mir ist jetzt schlecht

    Steven Schrader
    Guten Tag, auf diesem Kanal möchte ich Sie über unterschiedlichste Bereiche der Veterinärmedizin informieren. Die Videos richten sich an interessierte Laien,…
    www.youtube.com

  • Danke. Ich wusste nicht mehr, wonach ich suchen sollte.

    Dann hoffe ich Mal, dass ihr auch schlecht wird.🤬

    Ihren Mann habe ich immerhin schon mit den OP-Kosten geschockt.

    LG Petra mit Andy


    Mein Hund ist ein Dacia. Das Statussymbol für alle die kein Statussymbol brauchen... :grinning_squinting_face:

  • Falls ihr nicht schlecht wird, versuch es übers Geld.


    Ein Franzosen-Halter sagte mal zu mir: wenn man sich eine Französische Bulldogge kauft, sollte man unbedingt eine sehr gute Tierkrankenversicherung haben.

    Liebe Grüße
    Selkie

  • Ein Franzosen-Halter sagte mal zu mir: wenn man sich eine Französische Bulldogge kauft, sollte man unbedingt eine sehr gute Tierkrankenversicherung haben.

    Und diese schließen Sachen wie Gaumensegel, Nasenfalte, Nasenlöcher, PL und anderes raus.

    Mit Gaumensegel alleine sollte man mit Nachbehandlung um die 3.500 Euro rechnen. Zusammen mit Nasenlöchern, wenn der Hund eh in der Narkose liegt, kommt nochmal so 1.500 Euro dazu. Nasenfalte wird dann in der Regel seperat gemacht, sollte man aber auch mit viel Geld rechnen.


    An und für sich ist man beim All-in-Paket bei ca. 10.000 Euro bei einen Mops/franz. Bulldogge bei.

  • Isa Wo hast du Caro denn operieren lassen? :astonished_face: Ich habe bei Amy für Nasenloch und Gaumensegel zusammen ca. 1.500 Euro bezahlt. Also nicht, dass es das jetzt besser machen würde.... in Amy habe ich in 2,5 Jahren an OPs ja auch bereits gute 5.000 Euro investiert. Und jeder, der plant, sich solch eine Rasse anzuschaffen, sollte sich im Klaren darüber sein, was auf einen zukommen kann. Tierkrankenschutz bei einer solchen Rasse kannst du vergessen, Rassespezifische Dinge werden von vorne herein ausgeschlossen.


    Ich hatte ja auch gesagt, dass ich nur noch Abgabe-Bullys aufnehme. Aber Amy wird definitiv mein letzter Bully sein, nochmal möchte ich eine solche Leidensgeschichte nicht miterleben. Momentan haben wir aber doch tatsächlich mal Ruhe und der kleinen Madam geht es soweit ganz gut :smiling_face:

    Liebe Grüße


    Stef, Hannibal & Amy


    ************************************************************************************************************************************************
    Es ist mir völlig egal, wer im Film stirbt. Hauptsache der Hund überlebt!

  • Ich weiß, dass den Tierarzt Rückert nicht jeder mag. Er hat auch etwas zu Brachycephale Hunderassen geschrieben. Ich finde es lesenswert. Unten in dem Text sind weiterführende Links.

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina


    Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
    Suzanne Clothier

  • Was den Versicherungsschutz angeht....

    Kommt auf die Versicherung an.... ich hatte ja auch zwei sogenannte Qualzucht..... die wurden von der Versicherung angenommen, aber dementsprechend teurer !


    Petra.... viel Erfolg !


    LG MARTINA

  • Isa Wo hast du Caro denn operieren lassen? :astonished_face: Ich habe bei Amy für Nasenloch und Gaumensegel zusammen ca. 1.500 Euro bezahlt.

    Beim Dr. Schrader. Dafür habe ich mir Urlaub genommen, um dorthin zu reisen. Ich hatte erst Kontakt mit einer anderen Tierklinik, die mir ihre Preise nannte und durch die Mops-Gruppen (Facebook und Reallife) bekam ich regelmäßig den Input mit, was andere gezahlt hatten.

    Vielleicht haben sich die Preise auch inzwischen erholt. Caro wohnt inzwischen auch acht Jahre hier und die Forschung geht bekanntlich immer weiter. :smiling_face:

  • Isa Dr. Schrader ist ja echt eine Koryphäe auf dem Gebiet! Bist du denn zufrieden? Weil ich irgendwo mal gelesen habe, dass die Atmung trotz OP nicht wirklich gut ist...


    Bei Amy ist die OP jetzt 2 Jahre her und ich habe leider das Gefühl, dass es sich wieder verschlechtert. Nicht dramatisch, aber für mich wahrnehmbar. :frowning_face:


    StarskySmilla ich war damals bei der Agila, das war 2006. Aufgenommen haben die meinen Bully auch. Aber die OP wollten sie halt nicht zahlen mit der Begründung rassespezifische Krankheiten seien ausgenommen. Daraufhin habe ich die Versicherung gekündigt.


    Amy ist ja erst mit fünf eingezogen, da habe ich gar nicht erst versucht, eine Versicherung abzuschließen.


    Mittlerweile bin ich eh der Meinung, dass es sinnvoller ist, sich monatlich Geld wegzulegen für evtl. Tierarztbesuche oder OPs. Auf die Jahre gesehen steht man sich besser bzw. günstiger damit. Aber die Diskussion gab es hier ja schon und da scheiden sich die Gemüter...

    Liebe Grüße


    Stef, Hannibal & Amy


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    Es ist mir völlig egal, wer im Film stirbt. Hauptsache der Hund überlebt!

  • Da war ich auch versichert...... Ende der 2000 er...... die haben echt alles bezahlt...... sogar Behandlungen Shar Pei Fieber betreffend und das hat ja nun wirklich nur diese Rasse, wie der Name schon sagt ! 100 Euro im Jahr gab es für Pflege/Zeckenmittel e.t.c.

    Interessant wie unterschiedlich das gehandhabt wird !


    LG MARTINA

  • Dr. Steven Schrader ist auf die Atemproblematiken von Mops und Co spezialisiert. Sie machen pro Tag fünf Operationen.

    Ich bin soweit zufrieden. Da wir nicht aus der Umgebung kamen, kam Caro z.B. als erstes dran. Preislich war es auch gut. Wir haben einen höheren, dreistelligen Betrag für die OP gezahlt. Darauf kamen dann die Nachsorge bei unseren Tierarzt vor Ort dazu.

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