Delphi, Cairi und Zarie

  • Ich bin etwas spät dran, aber ich hatte in den letzten Tagen keine Zeit, und deshalb haben sich hier Rückstände angehäuft. :ergeben:


    Ich wünsche Zarie nachträglich, aber von Herzen alles Gute zum Burzeltag! :red_heart: :red_heart: :red_heart:


    Größenmäßig erkenne ich auf den Fotos keinen Unterschied mehr zwischen Delphi und den anderen Mädels. So schnell geht das mit dem Wachsen.... :face_with_open_mouth:


    Das Schaffell würde Rudi auch gefallen. :thumbs_up:

    Da wir keins haben, behilft er sich halt mit meiner Weihnachtsbeleuchtung. :haumichweg: :haumichweg: :haumichweg:

  • Ich wünsche Zarie nachträglich, aber von Herzen alles Gute zum Burzeltag!

    Danke!



    Größenmäßig erkenne ich auf den Fotos keinen Unterschied mehr zwischen Delphi und den anderen Mädels. So schnell geht das mit dem Wachsen...

    Zarie 53 cm, Cairi 51 cm, Delphi 50 cm.

    Da wir keins haben, behilft er sich halt mit meiner Weihnachtsbeleuchtung.

    Bei uns gibt es keinen Adventskranz, Delphi klaut die Kerzen und zerbeisst sie.


    Cairi hat beim Brustumfang 2 cm zugelegt. Seit gestern bleibt sie draußen mehr in meiner Nähe und ist deutlich langsamer.

    Ich bin gespannt, ob morgen Futterverweigerung dazu kommt.

  • Hallo Uta,


    derzeit befasse ich mich mit den Kleinen Münsterländern und der Entstehung der Braunschimmel.

    Dazu lese ich das Buch "Heidewachtel" von Edmund Löns.

    Du hast ja einen sehr guten Überblick über die Zucht und Nike war ja und Zairi ist ein Braunschimmel, ggf. auch Niklas.


    Ist Dir mal aufgefallen, dass die Braunschimmel zumindest in der Tendenz eine bessere Nase (in der gesamten Breite [Finderwillen, Fährtentreue etc.] haben als die braun-weissen Exemplare?

    Viele Grüße
    Dieter


    Wenn es im Himmel keine Hunde gibt - dann will ich da nicht hin.

  • Hallo Dieter,

    Ist Dir mal aufgefallen, dass die Braunschimmel zumindest in der Tendenz eine bessere Nase (in der gesamten Breite [Finderwillen, Fährtentreue etc.] haben als die braun-weissen Exemplare?

    Das kann ich nicht bestätigen. Bei meinen eigenen Hunden und auf vielen Prüfungen als Verbandsrichter ist mir in dieser Richtung nichts aufgefallen.


    Zur Entstehung der Rasse habe ich auch schon viel gelesen.


    Meine erste Quelle war eine Dissertation von Hans-Onno Fimmen aus dem Jahr 1972.

    Demnach kamen die Braunschimmel durch Kesselflickers Flora in die Zucht. Kesselflickers Flora war aber kein Epagneul-Breton, wie ursprünglich angenommen wurde, sondern ein Spaniel-Mischling. Dadurch hat die Vorstehanlage etwas gelitten.

    Auch DL und DK wurde wohl ab und zu eingekreuzt. Da das aber nicht erlaubt war, gibt es darüber keine Aufzeichnungen.


    Ein sehr umfangreiches Buch gibt es von Hans Eggerts: Der Kleine Münsterländer Vorstehhund - Heidewachtel - Spion. Zuchtgeschichtliches in Bild und Wort 1912-1945.


    Meine Braunschimmel-Hunde waren Anke, Niklas, Nike, Ulrica, Xanthie und Zaris (Zarie).

    In meinem Z-Wurf hatte ich 6 Dunkelschimmel, obwohl Xanthie ein Hellschimmel war und der Vater ein relativ heller Braunschimmel. Beide Eltern hatten braun-weiße Vorfahren. Ich fand dann heraus, daß es bei beiden Eltern vor 6 Generation Dunkelschimmel gab.

  • Ist Dir mal aufgefallen, dass die Braunschimmel zumindest in der Tendenz eine bessere Nase (in der gesamten Breite [Finderwillen, Fährtentreue etc.] haben als die braun-weissen Exemplare?

    Das würde eine Kopplung von der Fellfarbe mit der Anzahl der Geruchsrezeptoren oder des Willens, sie zu arbeiten, bedeuten. Das ginge wohl nur, wenn die Gene auf demselben Chromosomast säßen. Das kommt mir so vor, wie die Behauptung schwarze Pferde seien temperamentvoller, Füchse mit Vorsicht zu genießen und Braune gutmütiger. :smiling_face:


    Bei den Gentests, die ich an fünf meiner Hunde machen habe lassen, wurde das verantwortliche Gen benamt, das für Fellfarbe zuständig ist. Alle Farben wurde genau vorhergesagt, auch etwaiges Gewicht und Größe. Verhalten nur im Rahmen der Rasseanteile, da dies zu komplex ist.

  • Ein Test des Konstitutionstyps kann eher tendenzielle Eigenschaften voraus sagen. Das hat aber gar nichts mit der Fellfarbe zu tun.


    Neben dem speziellen Typ werden Intelligenz, Mut, Leistungswille, Leistungsfähigkeit, Lernwille, Lernfähigkeit, Konzentration, Durchhaltewille, Ehrgeiz, Führigkeit, Jagdliche Eignung, Zucht, Verlässlichkeit und Verträglichkeit getestet.

  • Hallo Uta,


    ich danke Dir für Deine Ausführungen.


    Löns beschreibt "Kesselflickers Flora" als Epagneul Breton, indes ist es müßig, sich darauf zu kaprizieren. Die jagdlich ausgezeichnete und nasenmäßig hochveranlagte Hündin wurde auf dubiose Weise einem Lumpensammler/Kesselflicker aus Holland abgenommen, der mit ihr wilderte. Damals wurden im Grenzgebiet zu Holland die "Heidewachtel" auch mit Spaniels verkreuzt um die Stöbereigenschaften zu fördern. Wie ein holländischer Lumpensammler an einen Bretonen gekommen sein soll, erscheint schleierhaft, vielmehr spricht einiges mehr für einen Spaniel-Mix.


    Wie dem auch sei, Kesselflickers Flora wurde von dem Rüden "Heiderauch-Jungklaus" gedeckt und daraus entstanden die beiden Rüden "Becass-Löns" und "Bingo-Löns".

    Becass entsprach schon recht gut dem heutigen Typ des Kleinen Münsterländers, während Bingo eher dem Spanieltyp entsprach.


    Diese beiden Rüden schlugen leistungsmäßig voll durch und sind die Stammväter aller Braunschimmel. Löns "verkaufte" das dem Verband als Farbmutation.


    Kesselflickers Flora wurde später von einem Deutsch-Langhaar belegt und der daraus entstandene Rüde "Hannibal-Löns" war sehr stark nasenveranlagt.

    Der alte Schorlemer sagte - lt. Löns - von diesem Hund, er sei "kein Hund sondern ein "Nasenphänomen".

    Und es ist nicht ganz auszuschließen, das die Langhaar-Leute den auch irgendwie in die Zucht geschummelt haben.

    Damals zählte halt mehr die Leistung als das Papier.


    Offensichtlich vererbte Kesselflickers Flora eine hohe Nasenveranlagung und daher meine Frage.


    Die feine Nase war zumindest damals ein besonderes Merkmal der Heidewachtel und wenn die beiden o.a. Rüden Becass und Bingo leistungsmäßig durchschlugen, müssen sie über diese Fähigkeiten ebenfalls verfügt haben.

    Es ist doch ohne weiteres möglich, dass sowohl Braunschimmel als auch hohe Nasenveranlagung vererbt wurde.

    Mit der Farbe an sich hat das natürlich nichts zu tun.


    Um mal dazustellen, was auch aus durchgezüchteten Hunden so alles rausmendelt, sei der Deutsch-Drahthaar genannt, von denen ich einige kenne.

    Im Grunde wurden die aus Korthals-Griffons, Pudelpointern,Deutsch-Stichelhaar und etwas Deutsch-Kurzhaar zusammengemixt. Schon damals stritten sich die Zuchtverbände um Farben, Haar und sowas, was die Deutsch-Drahthaar-Leute freute. Die nahmen für ihre "neue" Rasse erstmal alles, was leistungsmäßig gut veranlagt war, aber von den jeweiligen Zuchtverbänden der o.a. Rassen nicht eingetragen wurde.


    Und noch heute sehen immer wieder Vertreter der DD aus wie Griffons, Pudelpointer oder Deutsch-Stichelhaar sowie DK und entsprechen diesen auch im Wesen.

    Ich kenne u.a. eine sehr knapp im Haar stehende und sehr sensible DD-Hündin, die stark an DK erinnert und einen übelst scharfen und brutalen DK, der stark auf den damaligen Stichelhaar hindeutet. Und natürlich die puscheligen DD-Griffons :smiling_face: .

    Viele Grüße
    Dieter


    Wenn es im Himmel keine Hunde gibt - dann will ich da nicht hin.

  • Es ist doch ohne weiteres möglich, dass sowohl Braunschimmel als auch hohe Nasenveranlagung vererbt wurde.

    Das sicher, aber eine Kopplung würde eben bedeuten, dass das Gen für Farbe auch mit der Nasenveranlagung gekoppelt ist, und zwar als dominantes Gen, denn bei jeder Kombination mit anderen Chromosomen werden die Karten neu gemischt. Ich würde vermuten, ohne die Genkarte zu kennen, dass Nase und Farbe höchstwahrscheinlich getrennte Wege gehen.

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