Hund bellt aus Unsicherheit alle fremde Hunde an und ist außer Rand und Band

  • Huhu ihr Lieben,


    Ich bin Christina mit Oscar einem unsicheren Wirbelwind, der im Tierheim in Portugal als Welpe in einem Karton abgestellt wurde und da dann afgewachsen ist bis er 1 Jahr alt war. Dann kam er nach D in eine Pflegestelle und blieb dort 6 Monate bis wir ihn entdeckt haben... :smiling_face:
    Es hieß wenn wir ihn anschauen kommen wird er nicht zu uns herkommen, da er sehr ängstlich ist und was war? Nach 5 Minuten ist er zu mir her gekommen und hat sich streicheln lassen. Dann war es klar dass er zu uns gehört. :smiling_face:


    Sehnsüchtig haben wir auf unseren Urlaub gewartet damit wir ihn endlich holen konnten. Und ja er war am Anfang sehr ängstlich und wir mussten ihn die ersten Tage einfangen um ihm sein Geschirr anzuziehen... Er kannte so gut wie gar nichts. Hatte Angst vor allem und jedem...


    Mittlerweile ist er ein stattlicher Rüde der in gewissen Situationen immer noch unsicher reagiert aber im Großen und ganzen sind wir zufrieden. Er hatte anfangs auch Angst vor Wasser, aber mittlerweile liebt er Wasser und springt in jeden Bach. :smiling_face: Panische Angst hat er nach wie vor vor Heißluftballons. Egal wie weit weg sie sind, er sieht jeden und dann ist er nur noch am hecheln und am zerren und zittern und will sich nur noch verstecken. Bis er meinen Freund akzeptiert hat, hat es auch ein paar Monate gedauert, obwohl wir zusammen wohnen. Mittlerweile ist es kein Problem mehr. Fremde Männer mag er aber nach wie vor nicht so gern.


    Wir haben ihn jetzt 3 Jahre. Am Anfang war er ja total ängstlich und dann wurde er neugierig und dann wollte er mit allem und jedem spielen. Das hat sich dann aber leider nach ein paar Monate geändert, da er an der Leine ein paar mal Angegriffen wurde, weil er aus Unsicherheit immer im Kreis rennt und die Hunde das nicht deuten können, bzw. ihn ausbremsen wollen... Er reagiert aber immer so wenn er unsicher ist. Dann geht er ab wie ne Rakete und fetzt nur noch hin und her.
    Ja und seit er da ein paar mal Angegriffen wurde ( äußerlich nicht verletzt, aber eben innerlich) rastet er bei jedem Hund an der Leine völlig aus und ist kaum zu halten. Ohne Leine können wir nicht laufen, da er ein Jagdtrieb hat und deswegen auch schon ein paar Stunden weg war und das war die Hölle und seit dem darf er nur noch an der Schleppleine springen, oder im eingezäunten Bereich.
    Also wenn er einen Hund sieht, sieht er rot. Der Hund wird fixiert und dann gehts los. Ganz nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung"
    Ich fahr jeden Tag mit dem Auto wohin, damit wir so wenig wie möglich treffen. Bei uns im Dorf ist es unmöglich zu laufen. Da wimmelt es nur so von Hunden.
    Natürlich ist das keine Lösung, aber ich war schon bei versch. Hundetrainern und nichts hat geholfen. Er ist auch nicht mehr ansprechbar wenn er einen Hund sieht...
    Wenn er aber überrumpelt wird und ein Hund unangeleint auf uns zugerannt kommt, dann bellt er nicht, sondern rennt dann hin und her und weiß nicht wie er sich verhalten soll. Er verhält sich wie ein Welpe, der es nie gelernt hat mit Hunden zu kommunizieren, obwohl er in Portugal und auf der Pflegestelle mit Hunden zusammen war.
    Ruhig bleiben kann er überhaupt nicht, Es wird gezappelt und/oder gebellt...
    Es gibt auch ein paar Hunde im Dorf mit denen er von Anfang an ein gutes Verhältnis hat und mit denen er auch spielt, aber bei dem Spiel knurrt oder bellt er nie, aber er will immer die Oberhand haben, das heißt, er beißt sich meistens bei seinem Gegenüber im Fell fest( meistens im Genick oder im Geschirr) oder rempelt ihn an, schmeißt ihn auf den Boden und beißt in die Kehle, beißt in die Pfoten... Also das Spiel sieht für mich wie ein sehr unentspanntes Spiel aus, wo Oscar sich beweisen muss bzw. überhaupt keine Manieren hat...


    Vielleicht hat ja jemand das gleiche oder ähnliche Problem und hat mir ein paar Tipps? Wäre sehr dankbar darüber :smiling_face_with_halo: :red_heart:


    Liebe Grüße

  • Was für Trainingsansätze hattet ihr denn schon?


    Zitat von Sunshine_1988

    aber bei dem Spiel knurrt oder bellt er nie, aber er will immer die Oberhand haben, das heißt, er beißt sich meistens bei seinem Gegenüber im Fell fest( meistens im Genick oder im Geschirr) oder rempelt ihn an, schmeißt ihn auf den Boden und beißt in die Kehle, beißt in die Pfoten...

    Das klingt nicht nach Spiel. Echtes Spiel zwischen Hunden ist immer ausgewogen. Mal hat der eine Oberhand, mal der andere.
    Kannst du das "Spiel" vielleicht mal filmen?
    Weil es sehr aufschlussreich ist, die Körpersprache zu sehen.

    LG Petra mit Andy


    Mein Hund ist ein Dacia. Das Statussymbol für alle die kein Statussymbol brauchen... :grinning_squinting_face:

  • Ich kann dir das Buch "Leinenrambo" sehr empfehlen! Da wird ganz praktisch beschrieben, wie man anhand gewaltfreier Trainingsmethoden Hundebegegnungen üben kann.


    Der Schlüssel ist auf jeden Fall das hochwertige Belohnen erwünschten Verhaltens. Selbst wenn das anfangs bedeutet, du stehst mit Oskar irgendwo und am Horizont ist ein Hund zu sehen - für jeden Moment des Ruhigbleibens muss Oskar ausgiebig belohnt werden, zB mit einem Superleckerli wie Käse oder Fleischwurst (sollte er nicht futtermotiviert sein, eben mit was anderem, das er toll findet - Felldummy nachlaufen dürfen, mit dir ne Runde laufen, buddeln, etc.)



    Ihr müsst aber damit rechnen, dass es immer mal Rückscheitte geben und es natürlich dauern wird, bis Oskar ansprechbar bleibt. Das Verhalten hat sich bei ihm vermutlich schon gefestigt.


    Clickertraining sagt euch etwas?



    Habt es ihr es schon mal mit einem "Trainieren statt Dominieren"-Trainer versucht? (Siehe deren Webseite für weitere Infos, falls Interesse). Ich denke schon, dass es gut wäre, da noch einem Versuch zu wagen und eine qualifizierte Fachperson zu konsultieren, die Oskars Verhalten nochmal beurteilen und euch wertvolle Tipps geben kann.
    Außerdem besteht irgendwann vielleicht die Möglichkeit, dann zB mit anderen Hunden aus der Hundeschule zu üben - und wenn das anfangs so aussieht, dass mit einem Hund auf dem Plazz trainiert wird, während ihr mit Oskar am Parkplatz bleibt. Auch Social Walks, also soziale Spaziergänge unter sachkundiger Aufsicht, und ohne direkten Hundekontakt wären auf diese Weise vielleicht mal möglich.

    ♡-liche Grüße von Lina, Chihuahua Rex und Yorkie Jasmin

  • Wir haben versucht ihn mit sämtlichen Leckerlies abzulenken, Abstand halten wir sowieso immer... Einmal war ich bei ner Hundetrainerin die hat gemeint dass er absolut nicht ansprechbar ist und dann hat sie gemeint man kann es mit Wasser probieren. Sie hat ihn also nass gespritzt, aber dadurch war er noch unsicherere... Zu der bin ich dann auch nicht mehr gegangen. Also das mit dem Abstand halten und mit den Leckerlies find ich ein guter Ansatz, damit er mit den Hunden was positives verknüpft, aber er reagiert ja leider nicht.


    Mit dem filmen wird es schwierig da ich immer beide Hände brauch den Wirbelwind zu halten :grinning_squinting_face:


    Ich hab mir das auch schon gedacht dass das kein wirkliches spielen ist, sondern eher ein Machtkampf... Man ist nur immer so verwirrt. Also es heißt ja Hunde brauchen soziale Kontakte... Kann es vielleicht sein dass Oscar das nicht braucht?
    Eine Hundetrainerin hat gemeint Oscar braucht dringend soziale Kontakte und die andere hat gemeint wir sollen jeder Hundebegegnung aus dem Weg gehen und Abstand halten.
    Ich glaub auch dass es ein großes Problem ist mit der Leine, aber ohne Leine würde er mir alles jagen was in Sicht und Riechweite ist...
    Als der Vorfall mit der Wildschweinjagd noch nicht war, waren wir mal auf einem Sozialspaziergang mit Hundetrainerin und mehreren Hunden. Da haben wir ihn dann das erste mal(nach 6 Monaten) springen lassen. Auf dem Spaziergang war es dann so dass er sich teilweise im Wald versteckt hat, weil er Angst vor einem Hund hatte, der ihn immer wieder zurecht gewiesen hat... Er kommt also sehr schlecht mit Zurechtweisung klar und ist ziemlich schnell eingeschüchtert und weiß nicht wie er sich verhalten soll. Ohne Leine ist er eher der Typ der flüchtet und jedem Streit aus dem Weg geht, mit Leine ist er das Gegenteil, weil er eben nicht weg kann.
    Ich müsste ihm irgendwie vermitteln dass ich das regel und er sich auf mich verlassen kann, aber das geht schlecht wenn er ständig wie wild zappelt.

  • Meinst du das Buch "Hilfe Frauchen ist ein Leinenrambo"? :smiling_face: Das hab ich schon gelesen :smiling_face: aber danke.


    Trainieren statt dominieren hört sich gut an. Danke. Da werd ich mal reinschaun :smiling_face:


    Ja bin grad beim Clickertraining... :smiling_face:

  • Danke. Ja das mit dem Geschirrgriff ist auch ein guter Ansatz. Hat mir auch mal ne Trainerin empfohlen. Muss ich mal wieder üben... :thumbs_up:

  • Also zwecks Sozialkontakten kommts immer auf den Hund an.
    Das was du beschreibst, deutet darauf hin dass er die Erfahrung gemacht hat, dass andere Hunde ihn sowieso immer nur mobben, weshalb er ( verständlicherweise) keine Lust hat.
    Die Leine verstärkt das noch, weil diese ihn in seinem Aktionsradius einschränkt. Das verunsichert und führt in Kombi mit den schlechten Erfahrungen zu dieser überdeutlichen Reaktion. Er versucht sie sich einfach nur vom Hals zu halten - kloppen will er sich nicht, nur seine Ruhe, und somit Abstand zu anderen Hunden. Er versucht also sich zu schützen. Ohne Leine durch Flucht, und an der Leine mit dem Gang nach vorne.


    Die Wasserflaschenaktion war definitiv Mist, die Leckerchensache klingt so als wäre die Umsetzung nicht hilfreich.
    Ziel sollte es nicht sein ihn abzulenken, sondern ihm die Angst/Verunsicherung zu nehmen. Zum einen durch schön füttern ( er soll den Hund dabei mitbekommen), zum anderen musst du für ihn die Rolle des Beschützers einnehmen.
    Das heißt : Sollte ein anderer Hund kommen, sorgt du dafür dass er nicht an deinen Hund ran kommt ( weg schicken oder zumindest blocken).
    Sollte die Distanz zu knapp werden, nimm ihn auf die vom Hund angewandte Seite und gehe mit größt möglichen Abstand vorbei. Achte darauf dass du bei Hundebegegnungen selbst cool bleibst - denn wenn du bspw dann selbst aufgeregt sein solltest, wie soll er sich da an die orientieren können?
    Zu Hunden erstmal keinen Kontakt zu lassen, er braucht Zeit, ihr habt da viel Arbeit vor euch.


    Irgendwann wenn es besser klappt, könnt ihr Ausschau nach einem Hund halten der wirklich souverän ist. Mit dem geht ihr erstmal einfach nur spazieren. Nebenher, du als souveränes Frauchen dazwischen, damit er nach und nach in seiner Geschwindigkeit die Möglichkeit hat zu lernen, dass ja garnix passiert und im Zweifel Frauchen da ist und regelt.
    Ist eine gewisses Vertrauen aufgebaut, kann man beide vielleicht iiiiiirgendwann mal auf einem gesicherten Gelände laufen lassen.



    Sozialkontakte machen nur Sinn, wenn es passt. Man darf da nicht den nächst besten Hund dazu packen, und erstmal ist sicher Vorarbeit nötig. Ob er dann wirklich Sozialkontakte braucht, oder ohne klar kommt, wird Zeit und Arbeit zeigen.
    Es gibt auch Hunde die einfach kein besonderes Interesse an Artgenossen haben und da einfach ihre Ruhe haben wollen. Die sind mit ihren Menschen happy und kommen prima ohne Artgenossen aus.
    Wenn es klappen sollte, wäre es natürlich ein Gewinn, aber schlussendlich ist es ne Frage von Qualität vor Quantität.

    Liebe Grüße von Lisa mit Schnäuzerine Lilo und Omi Susi :smiling_face:

  • Hallo! :hello:


    Mein Rüde hatte ein ähnliches Problem, wenn auch, denke ich, nicht ganz so extrem wie dein Oscar.
    Mein Rico ist auch ein seeehr sensibler Hund und hatte in der Junghundezeit einige für ihn "traumatische" Begegnungen. Also genau wie bei euch: Er wurde nicht körperlich verletzt, empfand die Begegnungen aber als sehr bedrohlich und schlimm. Und dadurch hatten wir dann irgendwann auch das (Leinen-)Ramboproblem.



    Wir haben versucht ihn mit sämtlichen Leckerlies abzulenken, Abstand halten wir sowieso immer... Einmal war ich bei ner Hundetrainerin die hat gemeint dass er absolut nicht ansprechbar ist und dann hat sie gemeint man kann es mit Wasser probieren. Sie hat ihn also nass gespritzt, aber dadurch war er noch unsicherere...

    Ich gehe die Trainingsansätze mal durch:

    • Mit Leckerlies ablenken: Man ist immer versucht, den Hund von den Fremdhunden abzulenken (weiß ich aus Erfahrung :winking_face: ), aber das ist langfristig der falsche Weg. Der Hund muss sich mit Fremdhunden auseinandersetzen, sonst wird das Verhalten sich nie bessern. Mit auseinandersetzen meine ich nicht(!), dass er mit anderen Hunden zusammen frei laufen bzw. direkten Kontakt haben muss! Aber ich meine, dass er sie wahrnehmen (sehen/hören/riechen) muss. Nur so kann er lernen, dass von anderen Hunden keine Gefahr ausgeht! Den Hund abzulenken kann zwar dazu führen, dass man mal Situationen ohne Pöbeln meistert, aber der Hund wird dann immer auf Ablenkung angewiesen sein, weil er durch die Ablenkung den anderen Hund ja gar nicht richtig wahrnimmt und somit nie lernt, dass er sich bei Hundesichtung gar nicht aufregen muss.
    • Abstand halten: Das ist eigentlich einer der (wenn nicht sogar der) Schlüssel im Training mit unverträglichen Hunden. In grooooßem Abstand sollte der Hund lernen, andere Hunde wahrzunehmen und dabei ruhig zu bleiben. Wenn jemand sagt: "Bei meinem klappt das nicht", liegt das fast immer daran, dass der Abstand noch zu gering ist. Bei manchen Leinenpöblern kann man mit einem Abstand von 10-20 Metern starten, bei manchen braucht man hundert Meter bzw. eine so große Distanz, dass der Fremdhund gerade noch so am Horizont zu sehen ist. Man muss also erst einmal den Abstand finden, in dem der Hund noch halbwegs ruhig bzw. zumindest ansprechbar bleibt. Und dann muss der Hund lernen: Wenn ich den Fremdhund anschaue, aber dabei ruhig bleibe, passiert etwas Gutes (-> Belohnung). Hier kann ich den Clicker absolut empfehlen, um dieses Ruhigbleiben punktgenau "einfangen" zu können.
    • Nass spritzen: Ist bei einem unsicheren Hund genau das Falsche, da so noch mehr Angst und Druck in die Begegnungssituation hineingebracht wird. Es war also gut, dass du bei dieser Trainerin nur einmal und nie wieder warst!

    Für meinen Hund und mich hat am Ende das sogenannte BAT-Training den Durchbruch gebracht. Das wird in dem Buch "Hund trifft Hund - Entspannte Hundebegegnungen an der Leine" von Katrien Lismont beschrieben. Ich halte es aber für sehr schwierig, das ganz alleine nur mithilfe des Buches umzusetzen, wenn man das vorher noch nie gemacht hat. Besser wäre, du würdest einen BAT-erfahrenen Hundetrainer in deiner Nähe finden. Uns hat das BAT-Training wirklich so weit gebracht, dass wir jetzt weitestgehend entspannt spazieren gehen können. Nur bei ganz wenigen "Lieblingsfeinden" oder wenn uns auf ganz engen Wegen ein Hund entgegenkommt, kann es noch mal kritisch werden.



    Man ist nur immer so verwirrt. Also es heißt ja Hunde brauchen soziale Kontakte... Kann es vielleicht sein dass Oscar das nicht braucht?
    Eine Hundetrainerin hat gemeint Oscar braucht dringend soziale Kontakte und die andere hat gemeint wir sollen jeder Hundebegegnung aus dem Weg gehen und Abstand halten.

    Sozialkontakte sind natürlich grundsätzlich schon für jeden Hund gut. ABER: Nicht unbedingt mit irgendwelchen dahergelaufenen Fremdhunden!!!
    Bei Rico habe ich ganz lange Zeit jeglichen Kontakt zu fremden Hunden unterbunden (oder es zumindest versucht... :face_with_rolling_eyes: ). Gleichzeitig durfte er aber regelmäßigen Kontakt zu einigen ausgewählten Hundefreunden haben. Dazu gehört vor allem die Hündin meiner Schwester, mit der zusammen er aufgewachsen ist und die er abgöttisch liebt. Außerdem (aber wesentlich seltener) noch einige wenige andere Hunde, die er schon lange kennt und mag. Für ganz, ganz viele Hunde reicht das aus! Es wird oft vergessen, das "Rudeltier-Sein" bedeutet, in einem festen Sozialverband zu leben und den Kontakt mit diesen Artgenossen zu genießen, fremde Artgenossen aber ggf. erbittert zu vertreiben! Es liegt also nicht in der Natur eines jeden Hundes, jeden fremden Artgenossen toll zu finden!
    Ich würde also an deiner Stelle versuchen, einen oder wenige ganz, ganz ruhige, liebe Hunde zu finden, mit denen ihr euch regelmäßig treffen könnt und mit denen Oscar (wenn es passt und die Hunde entspannt sind) Kontakt haben kann. Vielleicht gibt es einen sehr friedfertigen, ruhigen, lieben Hund in eurer Verwandtschaft, Nachbarschaft oder in eurem Bekanntenkreis? Alternativ kann man vielleicht auch über eine Hundeschule solche Kontakte finden oder in örtlichen Facebook-Gruppen o. Ä. Die Zusammenführung sollte man so gestalten, dass man zunächst mit angeleinten Hunden und (viel) Abstand gemeinsam spazieren geht. Ggf. auch mehrmals, bis sich Oscar in Anwesenheit des anderen Hundes deutlich entspannt. Dann verringert man allmählich den Abstand und wenn man nebeneinander herlaufen kann und Oscar dabei entspannt bleibt, könnte man es auf einem eingezäunten, neutralen Gelände mal mit gemeinsamem Freilauf versuchen. Solche Kontakte wären für Oscar sicherlich gut, auch um Sicherheit im Sozialverhalten zu gewinnen. Unkontrollierte Kontakte mit irgendwelchen fremden angeblichen "Tut-Nixen" würde ich tunlichst meiden! Und wenn sich kein geeigneter Hundekontakt findet, würde ich lieber (fürs Erste) drauf verzichten, als mit völlig fremden Hunden irgendetwas zu erzwingen. Denn jede Begegnung, die angespannt und blöd verläuft, bestärkt Oscar in seiner Unsicherheit und damit auch in seinem unfreundlichen Verhalten.

    Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
    Until we find a vaccination there's no substitute for love.
    So love yourself and love your family, love your neighbor and your friend.
    Ain't it time we loved the stranger, they're just a friend you ain't met yet.

    Jon Bon Jovi

  • Bei den ersten zwei Absätzen dachte ich zuerst an eine geistige Behinderung, entstanden dadurch, dass euer Hund keine Reize im Welpen- und Junghundealter hatte und dadurch nicht lernen konnte, zu generalisieren.


    Aber darum scheint es gar nicht zu gehen. :smiling_face:


    Es ist ein verkehrtes Bild im Kopf: Nicht jeder Hund muss jeden Fremdhund mögen. In der Natur gehen sich fremde Hunde aus dem Weg, machen einen netten Bogen umeinander und laufen ihres Weges. In Deutschland werden distanzlose Hunde aber als das Maß der Dinge gesehen und viele Menschen wünschen sich einen distanzlosen Hund. Diese distanzlosen Hunde werden als soziale Hunde betrachtet, obwohl ihr distanzloses Verhalten genau das Gegenteil ist.


    Sozialkontakte sind auch wichtig für Hunde, aber das soziale Bedürfnis sollten nicht durch Fremdhunde gestillt werden. Das geht schnell nach hinten los. Sinnvoll ist es, gezielte Kontakte zuzulassen. Such dir die Sozialkontakte aus. Geh mit anderen Mensch-Hund-Teams gemeinsam spazieren, lasst die Hunde an der Leine. Die ersten 10 Minuten sind meistens etwas stressiger, aber danach fangen die Hunde an, sich meistens zu ignorieren. Und beim nächsten gemeinsamen Spaziergang erinnert sich dein Hund daran, dass der Hund gar nicht so doof war und sie ignorieren sich schon nach drei Minuten. Und irgendwann wird der Punkt erreicht, wo die Hunde sich cool finden und auch vielleicht zum gemeinsamen Spiel übergehen. Das dauert aber seine Zeit.


    In den örtlichen Hundegruppen von Facebook z.B. sehe ich regelmäßig anfragen, wo Hundehalter nach einen gemeinsamen Spaziergang an der Leine fragen und fündig werden.


    Über diesen Weg kann dein Hund lernen, dass nicht jeder Hund bescheiden ist und er hat dann nach einer Weile seine Kumpels. Und dir tut das ganze auch gut, mal mit anderen gemeinsam Spazieren zu gehen und sich zu unterhalten. :smiling_face:


    Ggf. solltest du dich im Bereich von "Zeigen und Benennen" einlesen und überlegen, ob es etwas für euch ist und ob du in der Lage bist, den passenden Zeitpunkt zu bestätigen.

  • Danke euch :smiling_face:
    Was es natürlich auch gibt sind die Hofhunde die nicht angeleint sind und ihr Revier verteidigen.
    Was natürlich auch immer wieder vorkommt und mich aufregt, dass viele Besitzer ihre Hunde nicht anleinen und einfach zu Oscar springen lassen. Wenn ich dann sag dass wir im Training sind bekomm ich dann zu hören dass er doch soziale Kontakte braucht und außerdem spielen sie ja so nett... Haha. Das "Spiel" sah so aus dass Oscar panisch an der Schleppleine weg gerannt ist und der andere Hund ihn gejagt hat. Finds echt interessant wieviele Menschen meinen, mein Hund besser zu kennen wie ich.
    Eine hat mich auch mal angepflaumt, weil ich Abstand gehalten hab. Sie meinte dann " der Arme Hund braucht doch Kontakte"
    Also was ich alles schon erlebt hab...
    Ich muss schon sagen seit ich ein Hund hab hab ich definitiv ein dickeres Fell bekommen... :pfote: :smiling_face:

  • Solche Idioten gibt's leider überall...


    Aber auch sowas sollte man soweit möglich blocken lernen.


    Die Hofhunde kann man bestimmt umgehen, bei den TutNixen muss man manchmal selber unleidlich werden, weils die Besitzer oft anders einfach nicht verstehen...

    Liebe Grüße von Lisa mit Schnäuzerine Lilo und Omi Susi :smiling_face:

  • Ja ich muss wohl noch an meiner Haltung arbeiten :smiling_face:
    Ja die Hofhunde werden umgangen, wenn ich weiß wo sie sind. Wir fahren aber am Wochenende gern an Orte wo wir noch nicht waren und dann trifft man doch immer wieder welche.
    Ja also ich bin glaub immer zu nett. Ich ruf das nächste mal einfach dass er Flöhe hat :winking_face: :smiling_face_with_sunglasses:

  • Was natürlich auch immer wieder vorkommt und mich aufregt, dass viele Besitzer ihre Hunde nicht anleinen und einfach zu Oscar springen lassen. Wenn ich dann sag dass wir im Training sind bekomm ich dann zu hören dass er doch soziale Kontakte braucht und außerdem spielen sie ja so nett... Haha. Das "Spiel" sah so aus dass Oscar panisch an der Schleppleine weg gerannt ist und der andere Hund ihn gejagt hat. Finds echt interessant wieviele Menschen meinen, mein Hund besser zu kennen wie ich.
    Eine hat mich auch mal angepflaumt, weil ich Abstand gehalten hab. Sie meinte dann " der Arme Hund braucht doch Kontakte"
    Also was ich alles schon erlebt hab...

    Ja, es ist und bleibt ein immerwährendes Ärgernis..... :face_with_rolling_eyes:

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    Jon Bon Jovi

  • Ja ich muss wohl noch an meiner Haltung arbeiten :smiling_face:
    Ja die Hofhunde werden umgangen, wenn ich weiß wo sie sind. Wir fahren aber am Wochenende gern an Orte wo wir noch nicht waren und dann trifft man doch immer wieder welche.
    Ja also ich bin glaub immer zu nett. Ich ruf das nächste mal einfach dass er Flöhe hat :winking_face: :smiling_face_with_sunglasses:

    Zwingerhusten funkioniert auch ganz hervorragend, da ansteckend! :thumbs_up:


    LG MARTINA

  • Zwingerhusten funkioniert auch ganz hervorragend, da ansteckend! :thumbs_up:
    LG MARTINA

    Das hatte ich mit Rico sogar mal wirklich. Also, er hatte tatsächlich Husten und wir begegneten einer Frau mit einem sehr großen, aber sehr lieben Irish Setter, die ihren Hund immer laufen lässt. Als ich Rico daraufhin auf den Arm nahm und versuchte, ihren Hund auf Abstand zu halten, rief sie das übliche: "Meiner tut nix, der is gaaanz lieb!" Als ich dann zurückrief: "Ja, und bald hat er Zwingerhusten, so wie meiner derzeit!", wurde sie ganz, ganz flott! :grinning_squinting_face:


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    Jon Bon Jovi

  • Meinst du das Buch "Hilfe Frauchen ist ein Leinenrambo"? :smiling_face: Das hab ich schon gelesen :smiling_face: aber danke.


    Trainieren statt dominieren hört sich gut an. Danke. Da werd ich mal reinschaun :smiling_face:


    Ja bin grad beim Clickertraining... :smiling_face:

    Nein, ich meine das Buch "Leinenrambo" von Sabrina Winkler. Es ist wieklich sehr anschaulich und praxisorientiert geschrieben und geht eben auch auf die unterschiedlichen Hundetypen bei diesem Thema ein, schreibt also auch viel Hilfreiches gerade für das Training mit unsicheren Hunden.

    ♡-liche Grüße von Lina, Chihuahua Rex und Yorkie Jasmin

  • Ich lüge da nicht lange rum. Ich hatte auch lange eine Wasserflasche (Plastik-Ketchupflasche) dabei. Aber nicht für meinen, sondern für die Fremdhunde... :kissing_face:
    Man tut ihnen nicht weg, hält sie aber auf Abstand. Mit so ner Flasche kann man recht gut zielen. Wer sich nicht blocken lässt, wird nass. Anschnauzen ging nicht, weil das Köterchen dann erst recht mitmachen wollte.

    LG Petra mit Andy


    Mein Hund ist ein Dacia. Das Statussymbol für alle die kein Statussymbol brauchen... :grinning_squinting_face:

  • Ja, sowas hab ich auch ne ganze Zeit mit mir rumgetragen. Aber eigentlich nur wegen eines ganz speziellen Kandidaten, der sich auch nicht wegschicken ließ. Zum Glück hab ich sie dann doch nicht gebraucht. Aber ich würde sie jederzeit wieder mit einpacken, wenn es wieder ein Thema wird mir dem. Der Hund an sich ist ja nicht bösartig, aber leider komplett rüpelig und respektlos - das kann Vicco nicht leiden. Ist schade, dass mit dem anderen nix gearbeitet wird, sonst wäre der echt ein hammertoller Hund... aber jo...

    Wir müssen ja so wie so denken. Warum dann nicht gleich positiv?

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