Gedichte und andere Texte

  • Gerne könnt ihr hier eigene Gedichte oder andere Texte mit uns teilen oder auch einfach Texte, die euch bewegen. Letzteres bitte mit Quellenangabe :smiling_face:


    _________


    Mich bewegt heute folgendes Zitat, wenn ich an meine Oma denke:


    "Wenn Du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es Dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können. Und wenn Du Dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein." :red_heart:


    ~ Der kleine Prinz ~ Antoine de Saint-Exupéry ~

    "Hunde sind wie Bücher, man muss nur in ihnen lesen können, dann kann man viel lernen."


    ~ Oliver Jobes ~

  • Ich liebe Gedichte. Das ist eines meiner Lieblingsgedichte:



    Zwischen Weinen und Lachen


    Zwischen Weinen und Lachen
    schwingt die Schaukel des Lebens.
    Zwischen Weinen und Lachen
    fliegt in ihr der Mensch.Eine Mondgöttin
    und eine Sonnengöttin
    stoßen im Spiel sie
    hinüber, herüber.
    In der Mitte gelagert:
    Die breite Zone
    eintöniger Dämmerung.
    Hält das Helioskind
    schelmisch die Schaukel an,
    übermütige Scherze,
    weiche Glückseligkeit
    dem Wiege-Gast
    ins Herz jubelnd,
    dann färbt sich rosig,
    schwingt er zurück,
    das graue Zwielicht,
    und jauchzend schwört er
    dem goldigen Dasein
    dankbare Treue.
    Hat ihn die eisige Hand
    der Selenetochter berührt,
    hat ihn ihr starres Aug,
    Tod und Vergänglichkeit redend,
    schauerlich angeglast,
    dann senkt er das Haupt,
    und der Frost seiner Seele
    ruft nach erlösenden Tränen.
    Aschfahl und freudlos
    nüchtert ihm nun
    das Dämmer entgegen.
    Wie dünkt ihm die Welt nun
    öde und schal.
    Aber je höher die eine Göttin
    die Schaukel zu sich emporzieht –
    je höher
    schießt sie auch drüben empor.
    Höchstes Lachen
    und höchstes Weinen,
    eines Schaukelschwungs
    Gipfel sind sie.
    Wenn die Himmlischen endlich
    des Spieles müde,
    dann wiegt sie sich
    langsam aus.
    Und zuletzt
    steht sie still
    und mit ihr das Herz
    des, der in ihr saß.
    Zwischen Weinen und Lachen
    schwingt die Schaukel des Lebens.
    Zwischen Weinen und Lachen
    fliegt in ihr der Mensch.



    Christian Morgenstern In Phanta's Schloß - Kapitel 12

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina


    Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
    Suzanne Clothier

  • Und etwas zum nachdenken:


    Laut einer Legende aus dem 19. Jahrhundert treffen sich eines Tages die Wahrheit und die Lüge. Die Lüge sagt zur Wahrheit: “Heute ist ein wunderbarer Tag”! Die Wahrheit sieht in den Himmel und seufzt, denn der Tag war wirklich schön. So verbringen sie viel Zeit zusammen und kommen letztendlich an einem Brunnen vorbei.


    Die Lüge sagt zur Wahrheit: ” Das Wasser ist sehr schön, lass uns gemeinsam ein Bad nehmen!” Die Wahrheit, wieder einmal skeptisch, testet das Wasser und entdeckt, dass es wirklich sehr schön ist. Sie ziehen sich aus und fangen an zu baden.


    Plötzlich springt die Lüge aus dem Wasser, zieht die Kleider der Wahrheit an und rennt weg. Die wütende Wahrheit kommt aus dem Brunnen und rennt überall hin, um die Lüge zu finden und ihre Kleider zurück zu bekommen.


    Die Welt, die die Wahrheit nun nackt sieht, wendet ihren Blick weg, mit Verachtung und Wut.


    Die arme Wahrheit kehrt in den Brunnen zurück und verschwindet für immer versteckt darin, welch Schande.


    Seitdem reist die Lüge um die Welt, gekleidet wie die Wahrheit, die den Bedürfnissen der Gesellschaft gerecht wird, weil die Welt auf keinen Fall den Wunsch hat, der nackten Wahrheit zu begegnen.


    -Albert Mohler -

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina


    Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
    Suzanne Clothier

  • Das war der Text einer Todesanzeige:


    Rudern zwei ein Boot,
    der eine kundig der Sterne,
    der andere kundig der Stürme,
    wird der eine
    führn durch die Sterne,
    wird der andere
    führn durch die Stürme,
    und am Ende ganz am Ende
    wird das Meer in der Erinnerung blau sein.


    Reiner Kunze

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina


    Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
    Suzanne Clothier

  • Eins habe ich noch:


    Beim Aufgang der Sonne


    Beim Aufgang der Sonne und bei ihrem Untergang
    erinnern wir uns an sie.


    Beim Wehen des Windes und in der Kälte des Winters
    erinnern wir uns an sie.


    Beim Öffnen der Knospen und in der Wärme des Sommers
    erinnern wir uns an sie.


    Beim Rauschen der Blätter und in der Schönheit des Herbstes
    erinnern wir uns an sie.


    Zu Beginn des Jahres und wenn es zu Ende geht,
    erinnern wir uns an sie.


    Wenn wir müde sind und Kraft brauchen,
    erinnern wir uns an sie.


    Wenn wir verloren sind und krank in unseren Herzen,
    erinnern wir uns an sie.


    Wenn wir Freude erleben, die wir so gern teilen würden,
    erinnern wir uns an sie.


    Solange wir leben, werden sie auch leben,
    denn sie sind nun ein Teil von uns,
    wenn wir uns an sie erinnern.


    Aus den "Toren des Gebets"
    Reformiertes jüdisches Gebetsbuch

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina


    Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
    Suzanne Clothier

  • Die Geschichte vom blauen Klaus


    Text und Bilder ©Hanca


    Ein kleiner Käfer namens Klaus

    zog in die weite Welt hinaus.

    Er suchte dringend eine Frau,

    passend zu ihm - der Klaus war blau.


    Genau.



    Die Damenwelt, die war ganz wild

    auf Klaus - denn er war echt ein Bild

    von Käfermann - das muss man sagen.

    Da konnte wirklich keine klagen.


    Noch Fragen?



    Doch leider gab es ein Problem.

    Die Käferdamen war`n zwar schön,

    mit schicken Farben - rot, gelb, grün.

    Doch passte das ja nicht zu ihm.


    Wie schlimm.



    Nach langer Suche war Klaus klar,

    dass alles nicht so einfach war.

    Denn leider stellte sich heraus -

    die blauen Frauen waren aus.


    Oh Graus.



    Da weinte Klaus und klagte laut:

    "Wieso gibt`s keine blaue Braut?

    Nun werd` ich kleines Käferlein

    ein Leben lang alleine sein."


    Das arme Schwein.



    Doch dann sieht er in einer Hecke

    ein Weiblein spitzen um die Ecke.



    Sie ist schwarz-gelb - nun wird`s verzwickt.

    Denn Amor hat `nen Pfeil geschickt.



    Ich werd` verrückt - Klaus ist entzückt.



    Der blaue Klaus - total verliebt -

    denkt nach, ob es `ne Lösung gibt.

    Denn Ton in Ton sollte schon sein,

    und gelb zu blau - das wär` nicht fein.


    Nein.


    Auf einmal hat er einen Plan.

    Nimmt Farbe - und malt gelb sich an.

    Problem gelöst - der Klaus ist froh.

    Die Käferdame ebenso.


    Ohh......



    :haumichweg:

    Liebe Grüsse von Doris und den Jagdraubtieren Paul und Rudi

  • Ach cool, den Thread hatte ich ja gar nicht mehr im Auge.


    Wenn in unserer Clique ein Geburtstag ansteht, bin ich für die Karte inkl. Gedicht zuständig. Irgendwas Blödes fällt mir immer ein.


    Heute hat zufällig einer von uns Geburtstag. Bei ihm ist der Hintergrund, dass er öfter schon mal liegen geblieben ist, weil Tank leer (seine Aussage: akuter Leistungsverlust) und er auch schon von der niederländischen Polizei angehalten wurde, weil er durch den Kreisverkehr gedriftet ist .... Er bekommt Folgendes:


    Ach du Schreck,

    der Sprit ist weg!

    Kein Weg ist noch zu lang

    für einen ganz besonderen Fang.

    Ob in Deutschland oder den Niederlanden

    deine Drifts auch Anklang fanden

    die Pirouetten ganz, gang locker

    hauen uns immer wieder vom Hocker.

    War die Rennleitung auch nicht begeistert,

    wie du es immer wieder meisterst,

    doch nicht im Knast zu landen,

    was wir natürlich super fanden.

    Deine Quadfreunde sind eh die besten,

    ob beim Fahren oder Festen.

    Drum lasst uns jetzt nicht lange schnacken,

    hoch die Tassen und Kopp in Nacken!

    Es gibt ein Leben ohne Hund, es lohnt sich nur nicht!

  • Wenn in unserer Clique ein Geburtstag ansteht, bin ich für die Karte inkl. Gedicht zuständig. Irgendwas Blödes fällt mir immer ein.


    Das ist Klasse, Sandra! :thumbs_up:

    Über das Gedicht wird er sich sicher freuen, weil es was Persönliches ist. :smiling_face_with_smiling_eyes:

    Liebe Grüsse von Doris und den Jagdraubtieren Paul und Rudi

  • Kürzlich fiel mir dieses Gedicht ein.

    Als Kind hatte ich es in einem alten Buch entdeckt und ich fand es so schön gruselig.

    Kennt das noch jemand?


    Das Gewitter


    Urahne, Großmutter, Mutter und Kind

    In dumpfer Stube beisammen sind;

    Es spielet das Kind, die Mutter sich schmückt,

    Großmutter spinnet, Urahne gebückt

    Sitzt hinter dem Ofen im Pfühl. –

    Wie wehen die Lüfte so schwül!


    Das Kind spricht: »Morgen ist Feiertag,

    Wie will ich spielen im grünen Hag,

    Wie will ich springen durch Tal und Höhn,

    Wie will ich pflücken viel Blumen schön;

    Dem Anger, dem bin ich hold!« –

    Hört ihr’s, wie der Donner grollt?


    Die Mutter spricht: »Morgen ist’s Feiertag,

    Da halten wir alle fröhlich Gelag,

    Ich selber, ich rüste mein Feierkleid;

    Das Leben, es hat auch Lust nach Leid;

    Dann scheint die Sonne wie Gold!« –

    Hört ihr’s, wie der Donner grollt?


    Großmutter spricht: »Morgen ist’s Feiertag,

    Großmutter hat keinen Feiertag,

    Sie kochet das Mal, sie spinnet das Kleid,

    Das Leben ist Sorg und viel Arbeit;

    Wohl dem, der tat, was er soll!« –

    Hört ihr’s, wie der Donner grollt?


    Urahne spricht: »Morgen ist’s Feiertag, Am liebsten morgen ich sterben mag;

    Ich kann nicht singen und scherzen mehr,

    Ich kann nicht sorgen und schaffen schwer;

    Was tu ich noch auf der Welt?« –

    Seht ihr, wie der Blitz dort fällt?


    Sie hören’s nicht, sie sehen’s nicht,

    Es flammet die Stube wie lauter Licht:

    Urahne, Großmutter, Mutter und Kind

    Vom Strahl miteinander getroffen sind;

    Vier Leben endet ein Schlag, –

    Und morgen ist’s Feiertag.


    Gustav Schwab


    (1792 - 1850), deutscher Philosoph und Theologe

    Liebe Grüße
    Uta mit den "Fuchseckles"

  • Das Gedicht kenne ich nicht Schattenfell aber es ist wirklich ein bisschen gruselig.


    Das ist mein Lieblingsgedicht:


    Zwischen Weinen und Lachen


    Zwischen Weinen und Lachen
    schwingt die Schaukel des Lebens.
    Zwischen Weinen und Lachen
    fliegt in ihr der Mensch.

    Eine Mondgöttin und eine Sonnengöttin
    stoßen im Spiel sie hinüber, herüber.
    In der Mitte gelagert:
    Die breite Zone eintöniger Dämmerung.

    Hält das Helioskind schelmisch die Schaukel an,
    übermütige Scherze, weiche Glückseligkeit
    dem Wiege-Gast ins Herz jubelnd,
    dann färbt sich rosig,
    schwingt er zurück,
    das graue Zwielicht,
    und jauchzend schwört er
    dem goldigen Dasein dankbare Treue.

    Hat ihn die eisige Hand
    der Selenetochter berührt,
    hat ihn ihr starres Aug,
    Tod und Vergänglichkeit redend,
    schauerlich angeglast,
    dann senkt er das Haupt,
    und der Frost seiner Seele
    ruft nach erlösenden Tränen.
    Aschfahl und freudlos
    nüchtert ihm nun das Dämmer entgegen.
    Wie dünkt ihm die Welt nun öde und schal.

    Aber je höher die eine Göttin
    die Schaukel zu sich emporzieht -
    je höher schießt sie auch drüben empor.
    Höchstes Lachen und höchstes Weinen,
    eines Schaukelschwungs Gipfel sind sie.

    Wenn die Himmlischen endlich
    des Spieles müde,
    dann wiegt sie sich langsam aus.
    Und zuletzt steht sie still
    und mit ihr das Herz
    des, der in ihr saß.

    Zwischen Weinen und Lachen
    schwingt die Schaukel des Lebens.
    Zwischen Weinen und Lachen
    fliegt in ihr der Mensch.



    (Christian Morgenstern)

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina


    Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
    Suzanne Clothier

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