Training von / Umgang mit Fremdhundbegegnungen

  • Vielen Dank für diesen interessanten Bericht :smiling_face: Liest sich so, als sei das BAT-Training für dich und Rico ein guter Weg, Hundebegegnungen gemeinsam zu meistern!


    Das Schnüffeln zeigt meine Jasmin zB auch in Situationen, in denen sie verunsichert ist. Beim Longieren zB, wenn sie nicht genau weiß, was sie nun tun soll. Leider stufen ja einige Leute dieses "Schnüffeln" dann als Ungehorsam oder Starsinn ein, und erkennen nicht den Zusammenhang zur Gesamtsituation...

    ♡-liche Grüße von Lina, Chihuahua Rex und Yorkie Jasmin

  • Die letzten Tage war ich wieder sehr zufrieden mit Ricos Verhalten anderen Hunden gegenüber. :smiling_face:


    Gestern trafen wir ein Pärchen mit einem Airedale-Terrier. Die leinten ihren Hund zunächst an und wir liefen in einigem Abstand aneinander vorbei. Dabei wuffte der Terrier uns an, was Rico ignoriert hat. Als die Leute vorbei waren, ließ ich Ricos Schleppleine wieder ein bisschen länger und die anderen leinten ihren Hund ab - woraufhin der leider umdrehte und zu Rico kam. Er preschte nicht direkt bis zu Rico hin, zeigte aber eine sehr selbstbewusste und leicht steifbeinige Haltung. Ich muss zugeben, dass ich etwas in Sorge war. :upside_down_face: Der andere Hund war ja schließlich viel größer als Rico und hatte uns ja gerade auch angewufft. Ich wusste, dass Rico den gleich maßregeln würde und hatte Angst, der könnte daraufhin auf Rico losgehen. Rico hat dann auch tatsächlich gemaßregelt, allerdings sehr maßvoll, sodass es in meinen Augen vollkommen im Rahmen war. Der andere Hund zog sich daraufhin sofort einen Meter zurück, woraufhin Rico auch direkt wieder still war. Und danach ging jeder seiner Wege! :thumbs_up:


    Heute haben wir eine sehr lange Runde gedreht und - Samstagnachmittag bei schönem Wetter - auch diverse Hunde getroffen. Rico ist an fast allen ruhig und oftmals sogar halbwegs entspannt vorbeigegangen! Nur einmal hat er kurz gekeift, bei einem Labradorrüden, dessen Herrchen ihn an der Leine kaum festhalten konnte und der definitiv nicht "einfach nur spielen" wollte, sondern Rico sehr ernsthaft anstarrte und sogar in Lauerhaltung ging. Auch hier fand ich Ricos Motzen deshalb sehr verständlich und auch nicht übertrieben.
    Besonders heikel war noch eine Situation, als wir um eine Hausecke bogen und plötzlich einem anderen Hund Aug in Aug gegenüberstanden. Der andere Hund hatte einen Ball im Maul und Rico einen frisch gefundenen Apfel - also eigentlich DIE Paradekonfliktsituation. :unamused_face: Und Rico? Lässt den Apfel fallen und entscheidet sich, lieber mit mir zusammen zügig an dem anderen Hund vorbeizugehen. Der andere Hund schnüffelt daraufhin an Ricos Apfel; Rico schaut sich das zwar "not amused" an, sagt aber keinen Mucks! Der andere Hund (der ja seinen Ball hatte) entfernte sich, Rico nahm wieder seinen Apfel und lief mit mir weiter. So etwas wäre vor drei Monaten niemals so ruhig abgelaufen! Ich bin echt stolz auf mein Männlein! :thumbs_up:


    Liebe Grüße
    Amica

    Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
    Until we find a vaccination there's no substitute for love.
    So love yourself and love your family, love your neighbor and your friend.
    Ain't it time we loved the stranger, they're just a friend you ain't met yet.

    Jon Bon Jovi

  • Heute hatten wir wieder Begegnungstraining. :smiling_face:
    Wir haben auf einem Parkplatz trainiert, auf dem es mehrere "Beet-Streifen" mit Bäumen und Gebüsch gab, sodass die Hunde auch mal außer Sicht verschwinden konnten. Anwesend waren neben Rico und den beiden großen Hündinnen, die wir schon kennen, eine uns noch unbekannte Beaglehündin.
    Zuerst sollten die Dame mit den beiden großen Hündinnen und ich unsere Hunde aus dem Auto holen und entspannt bis zum anderen Ende des Parkplatzes laufen. Dabei sollten wir einfach BAT-mäßig üben, dass die Hunde möglichst entspannt bleiben. Als wir fast ganz hinten angekommen waren, hörten wir lautes, aufgeregtes Gebell - die Beaglehündin war ausgestiegen. :winking_face: Die arme Maus regte sich fürchterlich auf, obwohl wir bestimmt 100 Meter weit entfernt waren! Da taten sie und ihr Frauchen mir wirklich leid - was muss das für ein Leidensdruck sein, wenn der Hund selbst in solcher Entfernung auf andere Hunde so reagiert...? :loudly_crying_face:
    Das Frauchen der Beaglehündin bekam denn auch lediglich die Aufgabe, sich so zu verhalten, dass die Hündin halbwegs ruhig bleiben konnte. Dabei sollte sie (wie wir auch) nach BAT agieren, dessen Basics ihr die Trainerin zwischendurch erklärte. Währenddessen bekamen die Frau mit den zwei großen Hündinnen und ich immer wieder verschiedene Aufgaben. Wir sollten zum Beispiel:

    • uns entgegenkommen und, wenn wir noch ca. fünf Meter voneinander entfernt sind, den "U-Turn" üben. Den hatten wir in einer der vergangenen Stunden mal eingeführt; letztendlich ist es einfach eine Kehrtwende, bei der der Hund zusammen mit seinem Menschen zügig umdrehen soll.
    • uns "eng begegnen". Dabei sollte eine von uns mit ihrem Hund / ihren Hunden an einer Stelle stehen bleiben und so tun, als gebe es keine Möglichkeit zum Ausweichen. Die andere sollte dann relativ eng (1-2m Abstand) vorbeigehen. Dabei durften wir selbst entscheiden, wie wir unsere Hunde händeln. Wir haben uns beide dafür entschieden, beim Vorbeigehen die Hunde auf die abgewandte Seite zu nehmen und beim Stehenbleiben die Hunde sitzen zu lassen und ggf. mit Leckerlies etwas abzulenken bzw. für ruhiges Sitzenbleiben zu belohnen.
    • uns "unverhofft" begegnen. Dazu verschwand eine von uns um eine Ecke; die andere blieb zurück. Irgendwann kam die "verschwundene" Person "plötzlich" um die Ecke und wir sollten versuchen, diese "unverhoffte" Begegnung zu meistern. Dabei sollten wir wieder nach BAT arbeiten, also schauen, wo die Hunde hinwollen und sie nur dann sacht ausbremsen und umlenken, wenn sie frontal zum anderen Hund hinwollen.
    • uns ein Stück auf dem Bürgersteig entlangbewegen. Dabei sollte immer eine mit ihrem Hund / ihren Hunden an der Bordsteinkante warten, während die andere in einem kleinen Bogen vorbeiging. Anschließend wurden die Rollen getauscht, sodass wir uns schrittweise den Bürgersteig entlang bewegten. Irgendwann sollten wir umdrehen und probieren, beide auf dem Bürgersteig laufend nebeneinanderher zurückzugehen.

    Insgesamt klappten die Übungen alle richtig toll! Sowohl die beiden großen Hündinnen als auch Rico machten ihre Sache richtig super. Zwar kennen sie sich jetzt auch schon etwas, aber zumindest Rico sind die beiden Großen dennoch nicht zu hundert Prozent geheuer. Und letztlich braucht man ja auch "sichere", vergleichsweise einfache Situationen, um alternative Verhaltensweisen einzuüben. Jedenfalls haben die Hunde die vielfältigen Übungen toll gemeistert. Die Trainerin hat Rico am Ende auch richtig gelobt und meinte, bei ihm könne man schon erkennen, dass sich das Alternativverhalten (bei ihm ja v. a. intensives Schnüffeln am Boden) bereits verfestige und verselbstständige, sodass ich nicht mehr so viel Hilfe geben müsse. Ich bin super stolz auf mein Männlein! :thumbs_up:


    Die Beaglehündin wurde übrigens ebenfalls im Laufe der Trainingseinheit ein wenig ruhiger, auch wenn sie immer mal wieder bellte. Ich würde mich freuen, wenn sie jetzt öfter zum Training käme, da mich ihre Entwicklung wirklich interessieren würde. Für sie und ihr Frauchen hoffe ich wirklich, dass das Training bald Erfolge zeigt.


    Liebe Grüße
    Amica

    Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
    Until we find a vaccination there's no substitute for love.
    So love yourself and love your family, love your neighbor and your friend.
    Ain't it time we loved the stranger, they're just a friend you ain't met yet.

    Jon Bon Jovi

  • So wie die Beagle-Hündin hat sich Hermann als er bei mir eingezogen ist auch verhalten. Jetzt gibt er meistens nur noch ein einzelnes "Wuff" von sich wenn wir Hunde begegnen. Und manchmal bellt er auch gar nicht.


    Es freut mich für dich, dass du mit Rico so gute Fortschritte machst. :thumbs_up:

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina


    Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
    Suzanne Clothier

  • Das Training liest sich ja wirklich erfolgreich, gratuliere zu den tollen Erfolgen :smiling_face: Ich finde es sehr interessant, durch Deine Berichte mehr übers BAT-Training zu erfahren.


    Hast du denn mitbekommen, warum die Beaglehündin so bellt? Möchte sie Distanz oder ist das aus Frust/Aufregung?


    Ich habe vor einigen Monaten die Pinscher einer Freundin gesittet und war auch mit denen spazieren. Bei jedem Hund haben die lauthals losgelegt und sich in ihr Gebell richtig hineingesteigert, einer der Hunde drehte sich dabei sogar ganz hysterisch im Kreis. Das fand ich auch nicht schön - zum einen ist es für einen selbst nicht angenehm, zum anderen finde ich es traurig für die Hunde, bei jeder Hundesichtung so einen Stress zu haben.

    ♡-liche Grüße von Lina, Chihuahua Rex und Yorkie Jasmin

  • @Amica,


    Super, dass Rico so tolle Fortschritte macht!! :thumbs_up: :thumbs_up:
    Gestern, mussten wir zu unserem Erstaunen feststellen, dass Micky, kommentarlos, an einem seiner "Erzfeinde" vorbeiging.
    Bin gespannt, wie er sich künftig verhält und ob es nur eine Ausnahme war. :astonished_face:


    L.G.

  • Danke für eure lieben Kommentare! :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Hast du denn mitbekommen, warum die Beaglehündin so bellt? Möchte sie Distanz oder ist das aus Frust/Aufregung?

    Die Trainerin hat dazu nichts gesagt. Sie gab uns nur im Vorfeld die Info, dass die Hündin eine wirklich große Distanz braucht und wir eben darauf achten sollen, nicht zu nahe zu kommen. Während des Trainings konnte ich die Hündin ja nicht genau beobachten, weil sie zum einen ja immer ziemlich weit entfernt war und ich mich zum anderen die ganze Zeit auf Rico konzentrieren musste. Ihr Bellen wirkte aber "alarmiert", fand ich; ich würde also eher auf Unsicherheit und den Wunsch nach Distanz tippen.

    Das fand ich auch nicht schön - zum einen ist es für einen selbst nicht angenehm, zum anderen finde ich es traurig für die Hunde, bei jeder Hundesichtung so einen Stress zu haben.

    Genau so sehe ich das eben auch. Und wenn der Hund ausrastet, wenn ein Fremdhund die fünf-Meter-Distanz unterschreitet, geht es ja noch... aber wenn der Hund immer ausrastet, sobald er einen Fremdhund auch nur am Horizont auftauchen sieht - da kann man ja wirklich nirgends mehr in Ruhe spazieren gehen. :loudly_crying_face:

    Gestern, mussten wir zu unserem Erstaunen feststellen, dass Micky, kommentarlos, an einem seiner "Erzfeinde" vorbeiging.
    Bin gespannt, wie er sich künftig verhält und ob es nur eine Ausnahme war.

    Wow, super! :thumbs_up: Ich drücke euch die Daumen, dass sich dieses Verhalten bei Micky etabliert.



    Gestern hatten wir wieder eine nicht so schöne Situation. Der "Vorfall" ereignete sich mit einem Irish-Setter-Rüden, den Rico und ich schon besser kennen, als uns lieb ist. :face_with_rolling_eyes: Die Besitzerin ist immer mit dem Fahrrad unterwegs und lässt den Hund immer laufen (oder zumindest an langer Flexileine - mit langer Flexileine am Fahrrad; wie unvernünftig kann man eigentlich sein?? :astonished_face: ). Einmal hatte Rico als Junghund einen Husten und ich musste den Setter von ihm runterpflücken und Rico auf den Arm nehmen, um ihn (den Setter!!) vor Ansteckung zu schützen! Und danach kassierte ich natürlich noch den obligatorischen "Sie brauchen keine Angst um Ihren Kleinen zu haben, meiner tut nichts"-Spruch. :angry_face: :face_with_rolling_eyes:
    Na ja, jetzt habt ihr eine Vorstellung davon, wie diese Dame so drauf ist. Jedenfalls trafen wir sie gestern wieder, und blöderweise an einer Stelle, wo zu beiden Seiten des Weges (weil es da steil bergab geht) Leitplanken sind, sodass wir nicht ausweichen konnten. Eigentlich wäre genug Platz gewesen, um stressfrei aneinander vorbeizukommen - wenn man denn so rücksichtsvoll gewesen wäre, die Flexileine zu arretieren. Da die werte Frau das aber nicht für nötig hielt, war der Setter leider schneller bei uns, als ich Rico auf den Arm nehmen konnte, sodass Rico losmotzen musste. (Menno!! :schimpf: ) Von der "Aggressionsintensität" her ging es noch - für seine aktuellen Verhältnisse war es relativ heftig, aber früher war er definitiv schon heftiger. Ich habe ihn dann trotzdem noch geschnappt und hochgenommen und stellte positiv überrascht fest, dass er daraufhin augenblicklich verstummte und den Setter (der zum Glück nicht an mir hochsprang, wie er es sonst auch schon mal gemacht hat :face_with_rolling_eyes: ) plötzlich ganz entspannt beobachten konnte. So gesehen habe ich aus der Situation wieder etwas lernen können, nämlich, dass das Auf-den-Arm-Nehmen Rico wirklich hilft und ich das in haarigen Situationen auf jeden Fall beibehalten sollte.


    Liebe Grüße
    Amica

    Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
    Until we find a vaccination there's no substitute for love.
    So love yourself and love your family, love your neighbor and your friend.
    Ain't it time we loved the stranger, they're just a friend you ain't met yet.

    Jon Bon Jovi

  • Sehr ärgerlich (und irgendwie auch unnötig), dass der Setter in euch reingelaufen ist. Aber das positive ist, dass du gemerkt hast dass es Rico hilft wenn du ihn auf den Arm nimmst.

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina


    Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
    Suzanne Clothier

  • @Amica


    Zitat von Amica

    Genau so sehe ich das eben auch. Und wenn der Hund ausrastet, wenn ein Fremdhund die fünf-Meter-Distanz unterschreitet, geht es ja noch... aber wenn der Hund immer ausrastet, sobald er einen Fremdhund auch nur am Horizont auftauchen sieht - da kann man ja wirklich nirgends mehr in Ruhe spazieren gehen.


    Also "nirgends" kann ich als Leidgeprüfter nicht bestätigen. :winking_face: Es gibt schon, die ein oder andere Stelle, wo es unwahrscheinlich ist, dass man Hundekontakt hat.
    Aber natürlich ist es gerade in der Stadt oder an beliebten Orten immer "spannend" mit so einem Terrorzwerg unterwegs zu sein. Mittlerweile habe ich mir ein so dickes Fell zugelegt, dass ich mir sage, Augen zu und durch. Denn man bekommt sie nicht aus ihrem Tunnel. Leckerlies, die sie rund um die Uhr liebt? Fehlanzeige! Ihr Quietschball, den sie sonst herumträgt und ungern loslässt? Pah, der kann jetzt warten. Sie mittels Leine korrigieren? War was? Und auf Herrchen hören? Waaaaas?


    Also bei manchen Hunden scheint es einfach so zu sein. Auch Beagles gehören scheinbar dazu. Hier in der Umgebung leben auch einige, die sich liebend gerne mit Frieda "anlegen". Umgedreht natürlich ebenso. :kissing_face:


    Aber ich muß sagen, es gibt Schlimmeres! Wenn der Hund Menschen nicht mag, insbesondere Kinder. Wenn er bei alltäglichen Dingen austickt. Fahrradfahrer, Kinderwagen, Postboten, whatever.
    Da ist mir diese Baustelle bei weitem lieber.

  • Ich glaube, das kommt auf das persönliche Empfinden an.


    Du hast schon recht, Angst vor bzw. Aggressivität gegen Menschen ist noch schlimmer. Das hatten wir ja bei meiner ersten Hündin, Ronja, die anfangs auch gegen meine Familie und mich angstaggressiv war. Nach diesen Erfahrungen habe ich auch gesagt: "Ich nehme mit Kusshand alle Probleme, Hauptsache, mein nächster Hund mag Menschen - zumindest seine eigenen Menschen."
    Jetzt haben wir zwei Hunde, die zumindest ihre eigenen Menschen (Lucy) bzw. sogar fast alle Menschen (Rico) mögen, und ja, das ist um ein Vielfaches angenehmer, als es mit Ronja (besonders in den ersten Jahren) war. Nichtsdestotrotz habe ich durch die beiden gelernt, dass Unverträglichkeit mit Artgenossen ebenfalls belastend sein kann. Ich kenne hier in meiner Umgebung keine Spaziergehstrecke, wo man sicher sein kann, keinen anderen Hundehalter zu treffen (zumindest, wenn man tagsüber spazieren geht :winking_face: ). Natürlich gibt es Strecken, auf denen nicht so viel los ist, aber eigentlich läuft man immer und überall mehr oder weniger "Gefahr", jemandem zu begegnen. Was für uns jetzt auch kein so großes Problem mehr ist. Aber wären die Artgenossenprobleme bei Lucy und/oder Rico so ausgeprägt wie bei dieser Beagle-Hündin, ich fände das belastend. Nicht nur für mich selbst, sondern vor allem auch für den Hund, der ja womöglich schon allein durch die Gerüche anderer Hunde gestresst ist, selbst wenn er ihnen gar nicht direkt begegnet....


    Liebe Grüße
    Amica

    Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
    Until we find a vaccination there's no substitute for love.
    So love yourself and love your family, love your neighbor and your friend.
    Ain't it time we loved the stranger, they're just a friend you ain't met yet.

    Jon Bon Jovi

  • Meiner Ansicht nach hängt das auch stark von der eigenen Lebens- und Wohnsituation ab, was man als wie belastend empfindet.


    So hat zB meine Hündin Angt vor Kindern. Das finde ich aber gar nicht schlimm, denn ich habe und will keine Kinder :winking_face: Da ich auch in meinem näheren Umfeld kaum mit Kindern zu tun habe, empfinde ich diese Angst tatsächlich nicht als Einschränkung in unserem Alltag. Bei einer starken Angst/Abneigung vor Artgenossen würde das im Alltag hingegen schon schwieriger sein. In erster Linie fände ich es dann auch blöd für den Hund, wenn der deshalb szändig angespannt ist. Da wprde ich auch versuchen, zumindest soweit daran zu arbeiten, dass der Hund wenigstens etwas entspannter wird.

    ♡-liche Grüße von Lina, Chihuahua Rex und Yorkie Jasmin

  • So, gestern war wieder Begegnungstraining.


    Wir trafen uns in einem Waldgebiet, in dem bei gutem Wetter die Hölle los ist. Gestern war schlechtes Wetter, weshalb nur mäßig viel los war. Aber dass wir bei unserem Training auf außenstehende Hunde treffen würden, war ziemlich klar.


    Unser Trainingspartner war diesmal ein uns noch fremder Hund. Als wir zur kurzen Lagebesprechung mit der Trainerin zusammenstanden, die Hunde noch im Auto, meinte das Frauchen des anderen Hundes: "Ob ich wohl lieber den Maulkorb draufmachen sollte...?"
    Die Trainerin: "Neeeeiiiiin. Den brauchst du nicht."
    Kundin guckt seeehr zweifelnd.
    Trainerin: "Na ja, also, wenn du dich damit sicherer fühlst, kannst du ihn natürlich draufmachen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass du ihn nicht brauchst."
    Die Kundin befestigt den Maulkorb daraufhin an ihrem Gürtel.
    Ich musste unwillkürlich denken: Oje, was ist das denn wohl für ein Hund...? :thinking_face:


    Der andere Hund war ein Flat Coated Retriever-Rüde, der sich eigentlich ganz manierlich benahm. Jedenfalls wäre ich als unbeteiligter Passant nicht auf die Idee gekommen, dass dieser Hund einen Maulkorb brauchen könnte.
    Die Trainingsmethodik war dieses Mal eigentlich ziemlich unspektakulär. Im Wesentlichen gingen wir gemeinsam ein Stück spazieren, wobei die andere Hundehalterin und ich hintereinander laufen sollten. Dabei sollten wir unsere Hunde den Abstand frei wählen lassen (es sei denn, der von meinem Hund gewählte Abstand ist zu gering und stresst den anderen Hund). Ab und zu wies die Trainerin das vordere Mensch-Hund-Team an, am Wegrand stehenzubleiben, und das hintere Team sollte dann vorbeigehen. Auf diese Weise lief jeder mal vorne und mal hinten. Ich merkte deutlich, dass es Rico angenehmer war, hinten zu laufen. Er macht das inzwischen wirklich schön, dass er den anderen Hund zwar ständig dezent im Blick behält, sich aber höflich verhält und durch Stehenbleiben und Schnüffeln die Situation auch so gestalten kann, dass er sich halbwegs wohlfühlt. Liefen wir dagegen vorneweg, musste er sich immer mal wieder nervös umdrehen. Teilweise legte er dann auch einen sehr zügigen Trab ein, als fühle er sich etwas gehetzt. :gassi: Einmal hat er den Flat auch kurz angekeift, als dieser von hinten zu nahe kam. Bis auf diesen einen (sehr kurzen) Ausraster hat er seine Sache aber sehr gut gemacht. :smiling_face: Aber es war gestern echt anstrengend für ihn: ein Trainingsparter, der relativ exakt seinem "Feindbild" entspricht, dazu mehrere zusätzliche fremde Hunde, die mal hier, mal dort vorbeikamen, und dann war auch noch schlechtes Wetter. :winking_face: Gegen Ende - wir liefen mal wieder hinten - mochte er zwischendurch gar nicht recht weitergehen, sondern blieb einfach neben mir stehen und schaute mich unsicher an. :thinking_face: Da man ja beim BAT-Training den Hund entscheiden lassen soll, durfte ich nicht vorlaufen, sondern musste ebenfalls stehenbleiben und versuchen ihn zu ermutigen, weiter hinter dem anderen Rüden herzulaufen. Aber da merkte ich, dass es allmählich genug für heute ist. Zum Glück war die Trainingseinheit dann auch bald zu Ende.


    Eine "Herzras-Situation" hatten wir noch: Als wir auf dem Rückweg an einem Garten vorbeikamen, kam dort plötzlich ein Hund an den Zaun geschossen, an dem Rico und ich gerade entlanggingen. :fearful_face: Ich hatte den nicht kommen sehen, da sich direkt hinter dem Zaun eine Hecke befand. Aber plötzlich standen dieser Hund und Rico Nase an Nase. :unamused_face: Ich wurde innerlich etwas panisch, weil wir mit Lucy ja eine ernste Beißerei durch genau so einen Zaun hindurch erlebt haben. Die Trainerin musste mich dann auch mehrmals daran erinnern, die Leine locker zu lassen, weil ich den Reflex hatte, Rico da wegziehen zu wollen. Er steckte seine Schnauze durch diesen Zaun und ich hatte richtig Angst. :thinking_face: :upside_down_face: :unamused_face: Aber ich habe es geschafft, die Leine locker zu lassen und Rico ruhig von der Seite anzusprechen. Und er wandte sich schließlich tatsächlich ohne Gekeife zu mir um und ging mit mir weiter! :freu: Ich war soooo erleichtert!



    Als wir schließlich nach Hause kamen, legte sich der nassgeregnete Rico direkt in seine Kuschelecke und teilte mir mit, dass ER heute definitiv nicht mehr nach draußen geht. :hund-wtf: Da wir morgens schon einen längeren Gang gemacht hatten, haben wir es dann den Rest des Tages ruhig angehen lassen.

    Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
    Until we find a vaccination there's no substitute for love.
    So love yourself and love your family, love your neighbor and your friend.
    Ain't it time we loved the stranger, they're just a friend you ain't met yet.

    Jon Bon Jovi

  • Diese "Hunde am Gartenzaun"-Situationen mag ich überhaupt nicht. Ich erschrecke mich dann immer total wenn plötzlich ein Hund gegen einen Zaun kracht. Manchmal pöbeln meine Jungs mit, manchmal nicht. Super Leistung von Rico, dass er nicht mitgepöbelt hat. Und vor allem wenn er Nase an Nase mit dem Hund stand.

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina


    Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
    Suzanne Clothier

  • Was ich euch jetzt berichte, musste ich erst mal ein, zwei Tage sacken lassen. Zuerst wollte ich es gar nicht schreiben. Aber wenn man hier kontinuierlich über ein Training und über die Fortschritte berichtet, muss man ja ehrlicherweise auch von den Rückschlägen erzählen.... :thinking_face:
    Also: Rico hat vor zwei Tagen beim Begegnungstraining einen anderen Hund angegriffen. Vorweg: Er hat den anderen nicht verletzt. Und jetzt, nachdem mein Kopf wieder etwas klarer ist, kann ich erkennen, dass das durchaus für ihn spricht.


    Das Ganze kam so: Wir trainierten mit einem uns bis dato unbekannten Rüden. An einer Stelle sollte ich mit Rico am Wegrand warten, während die Besitzerin des anderen Rüden mit ihrem Hund an uns vorbeigehen sollte. Irgendwie verlor sie dann kurz die Kontrolle über ihren Hund, sodass dieser so weit zu Rico hinlief, wie seine Leine es erlaubte, und sich dadurch Rico bis auf ca. einen halben Meter näherte. Da sprang Rico - verständlicherweise ja irgendwie - in die Leine und keifte ihn an. Ich konnte ihn jedoch ansprechen und zu mir umorientieren, er war sofort wieder bei mir, alles schien gut. Wir gingen kurz auseinander, damit die Hunde wieder etwas runterkommen könnten. Kurz darauf wollte die Trainerin die Übung noch einmal wiederholen, dieses Mal mit etwas größerem Abstand zwischen den Hunden. Der Gedanke war eigentlich, dass Rico noch mal ein Erfolgserlebnis hat. Doch dies erwies sich als nicht möglich: Ricos Geduld mit diesem Hund war zu Ende und er reagierte erneut sehr wütend, als der Rüde vorbeigehen wollte (obwohl der Abstand diesmal ja größer war, vielleicht vier oder fünf Meter). Und - keiner von uns weiß so ganz genau, wie es passieren konnte - aus irgendeinem Grund löste sich Ricos Leine von seinem Geschirr und er ging auf den anderen Rüden los. :shocked:


    Wie gesagt, er hat ihn nicht verletzt, und das kann man ihm, denke ich, durchaus anrechnen, denn er hätte definitiv die Gelegenheit dazu gehabt. Aber trotzdem war diese Situation für mich ein totales Schock-Erlebnis und mir kullern gerade schon wieder die Tränen, wo ich es aufschreibe. :loudly_crying_face: Am Nachmittag darauf hatte Rico Stressdurchfall und gestern morgen reagierte er extrem gereizt auf alle Hunde, denen wir begegneten. Ich habe solche Angst, dass dieses Erlebnis ein Riesen-Rückschritt für uns ist. :heul: Und ich habe natürlich auch ein mega schlechtes Gewissen gegenüber dem anderen Hund und seiner Halterin. Obwohl diese mir Gott sei Dank versichert hat, dass ihr Hund charakterlich recht robust und durch solche Erlebnisse nicht sofort für den Rest seines Lebens gezeichnet sei (ich bin da ja ein wenig "gestört", weil Lucy und Rico ja beide so sensible Kandidaten sind, die so etwas niemals vergessen können).


    Wenigstens habe ich inzwischen eine Idee, wie das mit der Leine passiert sein könnte. Rico hatte an demselben Ring, an dem auch die Leine eingehakt wird, seine Tassomarke, und nach dem Training stellte ich fest, dass der Ring der Tassomarke verbogen war. Wahrscheinlich hat sich der Tasso-Ring, als Rico in die Leine sprang und sich wand, mit dem Leinenkarabiner verhakt und ihn dadurch geöffnet. Also habe ich als erste Amtshandlung die Tassomarke vom Geschirr entfernt und habe jetzt wenigstens mit der Leine wieder ein etwas besseres Gefühl. Anfangs dachte ich, ich würde mich bis auf Weiteres gar nicht vor die Tür trauen, aus Angst, dass sich im nächsten heiklen Moment die Leine wieder löst... :loudly_crying_face:


    Ach Mann, es ist jetzt leider einfach nicht mehr zu ändern. Wir müssen einfach weiter an dem Problem arbeiten... Aber ich bin leider nach wie vor einfach fix und fertig. :loudly_crying_face: Seitdem ich gestern Morgen gemerkt habe, dass der Vorfall auch Rico "gezeichnet" zu haben scheint, kriege ich sofort Puls, wenn draußen ein anderer Hund in unserem Sichtfeld auftaucht. :fearful_face: So eine Sch***e! :loudly_crying_face:


    Bedrückte Grüße
    Amica

    Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
    Until we find a vaccination there's no substitute for love.
    So love yourself and love your family, love your neighbor and your friend.
    Ain't it time we loved the stranger, they're just a friend you ain't met yet.

    Jon Bon Jovi

  • Oh Amica,


    das tut mir unendlich leid, was Euch passiert ist und es erinnert mich an Oskars Ausraster damals auf Turnier :loudly_crying_face: Ich weiß wie du dich fühlst!


    Aber wie du schon schriebst: Ihr müsst weitermachen! Und Rückschläge gehören zum Training dazu!


    Drück dich!

    Es gibt ein Leben ohne Hund, es lohnt sich nur nicht!

  • Tut mir leid, Amica.
    Sowas ist natürlich doof, und es belastet einen verständlicher Weise auch erst mal. Denn Mensch und Hund müssen das Erlebnis verdauen - was Rico ja sogar wörtlich genommen macht...


    Aber - es ist absolut Gang und gebe, dass es solche vermeintlichen Rückschritte im Training gibt. Da kommt es gerne zu Situationen, wo man eigentlich denkt: unmöglich, kann nicht sein, darf nicht sein... doch es passiert trotzdem.


    Und es ist auch ein Zeichen, dass Rico - trotz allem hilfreichen und guten Training - ein Individuum ist, das - wie wir alle - nun mal Abneigungen hat. Und ja, wenn es dann die Möglichkeit gibt, dann wird diese Abneigung oder Überforderung auch auf Hunde-Art gezeigt.
    Auch das ist nur normal und passiert eben beim Zusammenleben Mensch-Hund, wie wir es unseren Hunden vorgeben.


    Kopf hoch! :flowers:


    :red_heart: liche Grüße von Carola mit Lani :pfote:


    „If you choose to live with a dog please take the time to learn about dog behavior and their individuality and who they are and what they want and need ...“ (Marc Bekoff)

  • Ach Amica, das tut mir sehr leid, dass ihr dieses blöde Erlebnis hattet...


    Aber wie ja auch die anderen schon schrieben, Rückschläge gehören zum Training, auch wenn's echt blöd gelaufen ist.


    Wichtig bist jetzt du und deine Einstellung dazu! Versuche, deinen Puls zu kontrollieren bei Fremdhundbegegnungen, Rico merkt ja, dass du angespannter bist. Leicht gesagt, ich weiß...


    Und du hast auch völlig Recht, da auch was Positives zu sehen, Rico hat den anderen Hund nicht verletzt, das ist super!!
    Ich denke mir auch öfters, vor allem wenn meine pöbelnde Pepper mal wieder richtig in Form ist, dass wir ja gar nicht wissen, wie fein die Kommunikation zwischen Hunden abläuft, sehr viel bekommen wir ja gar nicht mit, wer weiß was da zwischen den beiden "am laufen" war.


    Schau positiv aufs weitere Training und einfach Weitermachen!


    Drück dich auch mal! :trost:

    Viele Grüße von Heike und den Mädels

  • Hi,


    ich kann verstehen, dass ein solches Erlebnis erstmal für ordentlich Puls sorgt und schockt und aufwühlt.


    Aber: Rico hat den anderen Rüden nicht verletzt, das ist doch mal das Wichtigste. Aggressionsverhalten gehört letztlich bei Hunden zum ganz normalen Verhaltensrepertoire, und ich finde es ehrlich gesagt völlig normal, dass es im Laufe eines Hundelebens mal zu so einer Situation kommt, in der ein Hund nach vorne geht. Rico schien ja keine ernsthafte Beschädigungsabsicjt zu haben, oder? Vielleicht sah der Angriff sogar dramatischer aus, als er war.


    Ich habe ja neulich in meinem Thread berichtet, dass wir mit Pudel Pauli unterwegs waren. Rex ist da ja auch einmal auf ihn los - ja das sah unschön aus und hat mir für Pauli auch leidgetan, er ist ja auch eher Sensibelchen - aber am Ende war es eben einfach mur ein doofes Erlebnis, nichts weiter.


    Gerade zum Training gehören auch Rückschläge, finde ich. Das löscht aber nicht aus, was ihr bisher erreicht habt!!

    ♡-liche Grüße von Lina, Chihuahua Rex und Yorkie Jasmin

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!

Ungelesene Themen

    1. Thema
    2. Antworten
    3. Letzte Antwort
    1. Rabe - ich bin so froh, daß ich dich habe 51

      • Rabe
    2. Antworten
      51
      Zugriffe
      2k
      51
    3. Rabe

    1. Neueste Errungenschaften für eure Tiere 1,4k

      • MonaundNelke
    2. Antworten
      1,4k
      Zugriffe
      109k
      1,4k
    3. Dieouk

    1. Der Wetter-Thread 1,5k

      • Hanca
    2. Antworten
      1,5k
      Zugriffe
      50k
      1,5k
    3. Easy

    1. Was stelle ich heute bloß auf den Tisch? Eine Rezeptesammlung! 3,1k

      • Andrea Vetter
    2. Antworten
      3,1k
      Zugriffe
      182k
      3,1k
    3. Sanshu

    1. Talkthread der Gartenfreunde 1,7k

      • PodiFan
    2. Antworten
      1,7k
      Zugriffe
      145k
      1,7k
    3. Schneeflocke