Frage an die Halter von jagdmotivierten Hunden.

  • Ein wirklich sehr guter Vergleich. Ich kenne Zwillinge, optisch gleichen sie sich wie ein Ei dem anderen, charakterlich sind sie extrem unterschiedlich.

    Viele Grüße von Heike und den Mädels

  • Hello!


    Unser Husky ist ganz einfach an der Schleppleine. Das Jagen haben wir ihm aber ziemlich gut ausgetrieben. Er interessiert sich noch für kaum was (also Jogger schon gar nicht), jedoch rannte er letztens los als er Rehe sah. Da waren wir schon ziemlich erstaunt, aber da wir sicher keinen Wolf wollen greift da eben die Schleppleine. Rückruf hätte jetzt wohl nicht unbedingt schon 100% gegriffen (sind am erneuten aufbauen).


    Zum Jagen austreiben, wir lassen ihn konsequent nicht mehr als 1m vom Weg weg in den Wald und auch das Mausen wurde sofort unterbunden (macht er nicht mehr). Anfangs noch mit ein Ruck (also nicht dass er davon fliegt, einfach als Impuls) und ein vehementes Nein! Und loben wenn er es gut macht und natürlich Leckerlis wenn er stattdessen ungerufen zu uns läuft und Lobeshymnen:) Aber er ist da wohl auch nicht der Überjäger.


    Garantie hat man aber halt nicht und wir sind da vorsichtig, tun einem ja auch die Tiere leid.


    Letztens aber ne Dame getroffen deren Hund hinter einem Zaun im abgesperrten Wald auf Eichhörnchenjagd war - Rückruf und Schleppleine kein Thema. Rannte da wild rum und sie konnte nur zusehen. Da dachte ich mir auch meinen Teil.

  • Ich reichere diesen - zugegeben nicht mehr ganz neuen - Thread mal mit meinen "Jagdhund"erfahrungen an. Das Thema Umgang mit Jagdtrieb erscheint ja doch zeitlos zu sein. :winking_face:

    Gibt es hier überhaupt Halter mit solchen Hunden? Also solchen Hunden, die einen Schalter umlegen und in ihrer Welt sind?

    JA! Hier! Ricos Lieblingsbeute sind Vögel. Am liebsten tieffliegende Enten, aber alles andere ist auch gut; je flinker und wendiger desto attraktiver. In seiner "Hochphase" verfolgte er hunderte Meter hoch fliegende Vögel über einen Kilometer und weiter. Frei nach dem Motto meines Lieblingskinderfilms Spirit - Der wilde Mustang: "Konnte ich fliegen? Manchmal glaubte ich es!"

    Habt ihr versucht, das in den Griff zu bekommen?

    Ja. Ich bin zu perfektionistisch, um das "einfach so zu lassen." Und vor allem finde ich, dass man es seinem Hund schuldig ist, es zumindest zu versuchen. Denn ein starker, komplett unkontrollierter Jagdtrieb schränkt einen Hund letztlich ja doch ziemlich ein.

    Wenn ja wie?

    Bei mir bildet das Vorstehen die Basis. Das habe ich versucht auszubauen, indem ich es angemarkert habe und es eine Jackpotbelohnung gab, wenn Rico sich daraufhin abwandte. Bei Rico ist der Jackpot i. d. R. der Futterdummy: Da kann er seine Hetzlust (zumindest ansatzweise) dran ausleben, und danach gibt's noch Fressi! :grinning_squinting_face:
    Als das halbwegs funktionierte, drehte Rico sich, nach sekundenkurzem Vorstehen, teilweise schon von selbst zu mir um. Ab diesem Zeitpunkt fing ich an, in relativ einfachen Situationen nicht mehr das Vorstehen anzuclicken, sondern abzuwarten, bis er sich selbstständig zu mir umwandte. In schwierigeren Situationen clickte ich aber weiterhin das Vorstehen an. Inzwischen schafft Rico es immer besser, sich auch selbstständig abzuwenden, aber in ganz schwierigen Situationen clicke ich immer noch ins Vorstehen, da er sonst anfangen würde zu hetzen, wenn ich nicht reagiere.
    Während dieses ganzen Trainingsprozesses arbeite(te) ich sehr, sehr viel mit der Schleppleine. Wir hatten viele Trainings-Hochs, auf die dann wieder ein Tief folgte, weil ich die Schlepp öfter schleifen oder ganz wegließ und Rico daraufhin wieder vermehrt zu hetzen begann. Uns hat der Rat der Trainerin meines Vertrauens deutlich weitergebracht, mit variablen Schleppleinenlängen zu arbeiten, damit Rico nicht ganz so leicht durchschauen kann, ob er sich noch in meinem "Dunstkreis" befindet.
    Damit das Training funktionieren kann, muss meiner Erfahrung nach aber auch die Auslastung genau passen. Ich musste herausfinden, was Rico am Jagen (besonders) liebt, und ihn dies in ausreichendem Maß in anderem Rahmen tun lassen. Nasenarbeit darf er in Form von Dummytraining betreiben. Oder auch mal einfach in Form einer Handvoll Leckerlies, die ich in eine Wiese schmeiße und die er dann suchen darf. Rennen (denn das ist neben der Nasenarbeit seine zweite große Jagdleidenschaft) darf er am Fahrrad oder beim Canicross, aber auch beim Longieren und beim Agility. Was ich beschäftigungstechnisch mit ihm sinnvollerweise machen kann, hatte ich schnell raus, aber das Wieviel hat eine Weile gebraucht. Ich wollte ihn nicht zu sehr hochpushen und habe ihn daher anfangs zu wenig powern lassen. Inzwischen habe ich halbwegs raus, wie viel "Auspowerung" er braucht, um ausgeglichen zu sein und Wild bestmöglich widerstehen zu können.


    Mich würde interessieren, wie ihr mit eurem Jäger lebt, welchen Freiraum ihr ihm laßt.

    Rico genießt seit dem Ende der diesjährigen Brut- und Setzzeit endlich relativ viel Freiraum. In der B&S hatte ich ihn nochmal konsequent an der Schlepp und wir haben die Zeit genutzt, trainingstechnisch noch mal richtig reinzuhauen. Nach der B&S habe ich dann gewagt, die Schlepp mal ganz abzumachen - und es funktionierte! :freu: Zunächst einmal achtet er gar nicht mehr so viel auf Vögel, wie es früher einmal der Fall war. Er sucht kaum noch aktiv den Himmel ab und selbst aufflatternde Enten "übersieht" er jetzt schon mal, wenn er z. B. gerade die Nase in ein Mauseloch steckt oder seinen Futterdummy sucht. Ist er auf Vögel aufmerksam geworden, schafft er es jetzt sehr häufig auch ohne Schlepp, sich eigenständig abzuwenden. Wenn nicht, schafft er es i. d. R., wenn ich clicke. Ist er losgehetzt, ist er immer besser abpfeifbar (auch wenn das noch ausbaufähg ist - ich muss also schon auf ihn achten und am besten reagieren, bevor er losrennt). Ich bin sehr, sehr glücklich darüber und bleibe jetzt hochmotiviert weiter dran, um das Ganze noch besser in den Griff zu bekommen. :smiling_face:


    Ich denke aber, dass Ricos Charakter für das Antijagdtraining zwei große Vorteile mit sich bringt: Zwar halte ich seinen Jagdtrieb durchaus für stark, aber er ist erstens kooperativ und zweitens verfressen. Ersteres führt dazu, dass er sich sehr bereitwillig regelmäßig bei mir rückversichert, wenn wir unterwegs sind, und ggf. im Zweifel "fragt", wenn es z. B. darum geht, welche Abzeigung wir nehmen. Letzteres hilft einfach enorm, weil man Rico mit supertollem Futter wunderbar hochwertig belohnen kann.


    Unsere Lucy hat ja ähnlich starken Jagdtrieb, ist aber eigenständiger unterwegs als Rico und macht sich auch nicht ganz so viel aus Fressen (obwohl auch sie ein tolles Leckerchen nicht verschmäht - aber im Zweifel sind ihr halt andere Dinge wichtiger). Das erschwert das Antijagdtraining erheblich. Auch Lucy haben wir aber inzwischen immerhin so weit, dass sie nicht mehr aktiv nach Beute bzw. Spuren sucht. Das ist für sie schon ein Riesenfortschritt, denn sie suchte sich schon im Alter von 10 Wochen sofort die nächste Spur und verschwand, sobald man sie ableinte. (Vorher hätte ich nie geglaubt, dass es Welpen ohne Folgetrieb gibt. Lucymaus belehrte mich eines Besseren.) Von Spuren lässt sie sich gut abpfeifen; bei flüchtender Beute hängt es von ihren "Erfolgschancen" ab. Handelt es sich um Vögel, die sie eigentlich sowieso schon abgehängt haben, klappt es ganz gut. Sieht sie aber flüchtende Rehe und eine realitistische Möglichkeit, sie zu erreichen kann man's vergessen. :face_with_rolling_eyes:



    Im Allgemeinen denke ich, dass die Ergebnisse eines Antijagdtrainings natürlich stark von der Konsequenz und vom Durchhaltevermögen abhängen (Rico ist jetzt fast dreieinhalb - zwischenzeitlich wurde ich schon etwas schief angeschaut, wenn ich immer noch mit der Schlepp herumhampelte... :kissing_face: ), aber auch stark vom Charakter des Hundes. Und völlig austreiben kann man einem jagdmotivierten Hund das Jagen ohnehin nie. Aber ich glaube schon, dass man bei jedem Hund eine bessere Kontrollierbarkeit erzielen kann. Wie stark die Verbesserung ist, ist sicherlich individuell, aber erreichen kann man, denke ich, immer etwas, und deshalb würde ich auch immer jeden ermutigen, ein Antijagdtraining zumindest für eine Weile zu versuchen.


    Liebe Grüße
    Amica

    Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
    Until we find a vaccination there's no substitute for love.
    So love yourself and love your family, love your neighbor and your friend.
    Ain't it time we loved the stranger, they're just a friend you ain't met yet.

    Jon Bon Jovi

  • Ich schreibe hier mal etwas zum Jagdtrieb meiner Hunde und unseren Trainingsstand:


    Zu mir: Ersthundehalterin seit 2011 mit Balou (Dackel/vermutlich Beagle-Mix) 8 Jahre, Zweithund Mogli Jack Russell Terrier, 7 Jahre, Dritthund Hermann, vermutlich Podengo Portogues Pequeno-Mix, 5 Jahre.


    Situation:


    Die Hunde sind von einer Spur abrufbar, allerdings sind sie im Moment wegen der BuS an der Schleppleine. Nach dem Abruf wird die Spur wieder aufgenommen. Ein Abruf ist aber wieder möglich.


    Der JRT kann auf Distanz (Schleppleinenlänge ca. 10 m) beim Verfolgen der Spur gestoppt und zum Sitzen gebracht werden, Der Dackel-Mix nur gestoppt, ein Sitz obwohl ausführlich jeden Tag bei jedem Gassi trainiert ist nicht möglich. Das Sitz beim JRT kann nicht lange gehalten werden.


    Spuren werden nicht aktiv gesucht aber die Hunde finden sie eher zufällig.


    Die Hunde scannen nicht die Umgebung. An gefiederten Wild können wir mit lockerer Schleppleine vorbeigehen, die Hunde registrieren es, sind abruf-/ansprechbar, stopp/sitz funktioniert, Mogli und Hermann stehen vor, das wird ausführlich gelobt und belohnt. Rehe und Hasen in größerer Entfernung (ca. 50 m) werden nicht registriert. Auffliegende Vögel werden nicht verfolgt.


    Wenn das Wild im Abstand von 10 – 20 m oder darunter den Weg kreuzt oder wegläuft wollen die Hunde hinterher. Sie reagieren, je nach Tagesform auf den Abrufpfiff oder auch nicht. Kein Hund war länger als 1 – 2 Minuten verschwunden, Wild wurde nie gestellt, apportiert, getötet oder gefressen. Die Hunde sind nachdem sie zurück sind ansprechbar und scannen nicht die Umgebung und gehen wieder mit ohne an der Leine zu ziehen. Jeder Hund hat weniger als fünfmal in insgesamt 9 Jahren Hundehaltung gejagt. Für Aas (Rehbeine u.ä., Hasen/Hermelin ohne Fell) interessieren sich die Hunde nur soweit, dass sie draufpinkeln oder daran schnüffeln wollen.


    Ich hatte schon Situationen in denen sie von Wild in 20 m Entfernung abrufbar waren, aber die Situation ist unsicher.


    Ruhige Katzen im Dorf beim Gassi an der Leine sind kein Problem. Katzen im Garten werden bellend vertrieben. Einmal konnten die Hunde das Grundstück verlassen und haben die Nachbarskatze unter einen Baum gejagt und standen dann bellend davor, die Katze wurde nicht angegriffen. Die Hunde haben einige Jahre mit mehreren Katzen zusammengelebt. Beim Dackel-Mix war es schwierig, dass er lernt die Katze nicht zu jagen, er hat es aber gelernt. Weder Hund noch Katze wurden verletzt.


    Mäuse dürfen nicht gejagt werden und die Hunde haben nur Interesse wenn uns die Mäuse über die Füße laufen.


    Der JRT und der Podengo-Mix stehen vor, das wird ausführlich gelobt und belohnt.


    Was ich versucht habe:

    • Wege dürfen nicht verlassen werden.
    • Keine Ballspiele.
    • Die Hunde dürfen sich nicht weiter als ca. 15 – 20 m von mir entfernen, im Moment während der BuS keine 10 m. Ich gehe nur mit der Schleppleine in der Hand, mein Mann mit der schleifenden Schleppleine.
    • Dummytraining mit dem JRT bei dem er auf dem Weg zum Dummy gestoppt wird, er darf erst loslaufen wenn der Dummy liegt. Ich bevorzuge es ihn einzuweisen aber wir machen auch Freiverlorensuche oder Apport.
    • Suche mit Anzeigen für den Dackel-Mix weil er nicht apportiert.
    • Kontrolle auf Distanz = Stopp und sitz und warten bis ich auf Höhe der Hunde bin. Das klappt bei Balou auf 20 m Entfernung und er kann es ertragen wenn die anderen Hunde an ihm vorbeilaufen und bleibt, mit dem Rücken zu mir, sitzen bis ich auf seiner Höhe bin, Mogli kommt mir entgegen. Daran arbeite ich noch. Hermann steht frühzeitig auf um mir entgegen zu kommen. Das Verhalten von Mogli und Hermann korrigiere ich und bestehe auf das sitz, aufgelöst und belohnt wird erst wenn die Hunde sitzen bleiben.
    • Markern von Aufmerksam = Jeder Blick zu mir wird gemarkert und die Hunde bekommen Fressen.
    • Beschäftigung der Hunde unterwegs = Stoppen an unübersichtlichen Stellen, Abruf, Festigung der Distanzkontrolle, Aufmerksamkeit markern, UO (down = unser Platz, sitz), Tricks wie Pfoten geben oder Touch an der Hand, Suchen von Baumkeksen.
    • „Hundepingpong“ mit einer 2. Person. Damit werden die Hunde zwischen den Menschen hin- und hergerufen.
    • Umorientierungs- und Ankersignal mit der Pfeife.
    • Lange Belohnung nach einem schwierigen Rückruf mit „hetzen“ von Leckerchen die ich auf den Boden werfe.
    • Jackpotbelohnung mit Katzenfutter nach einem schwierigen Rückruf.
    • "Rehwatching" indem ich den Hunden Reihe in Entfernung in der sie ruhig bleiben zeige und ruhiges Beobachten mit viel Fressen belohne.
    • Aufbau Geschirrgriff bei Balou, das müsste aber gefestigt werden. Der Aufbau wurde mir durch eine Trainerin in einem "Jagdersatz-Seminar" gezeigt.
    • Traning der Imulskontrolle: Sitz nach dem Ableinen bzw. loslassen der Schleppleine, 10-Leckerchen-Spiel, Sitzdose wenn es klingelt, sitz und Blickkontakt bevor der Napf freigegeben wird, Abbruch des Spiels bei Balou und Mogli durch ein Wortsignal, sitz bevor wir das Grundstück verlassen.

    Was ich nicht versucht habe:

    • Die Reizangel weil ich Angst habe sie falsch zu verwenden und meinen Hunden das Hetzen schmackhaft zu machen.
    • Aversive Methoden obwohl sie mir empfohlen wurden weil ich aversives Training ablehne. Mir wurde empfohlen meine Hunde sobald sie von einem Jagdausflug zurück sind an auf meiner Augenhöhe an einen Baum zu drücken damit sie merken, dass das sehr unerwünscht ist was sie gemacht haben.

    Zu den Hunden:


    Der Dackel-Mix ist durch nichts zu beeindrucken. Eine Trainerin meint wenn ich mit positiver Strafe arbeiten möchte dann muss die so hoch angesetzt sein, dass es tierschutzrelevant ist. O-Ton Trainerin „Wie ein Jagdterrier‘“. Er lernt langsam und kann schlecht generalisieren, bei allem was wir üben. Er hat eine "kurze Zündschnur" und ist schnell auf 180, bei Fremdhunden, Wild. Er kennt ein Entspannungssignal, ich sehe aber keine Wirkung obwohl ich es regelmäßig auflade. Ich habe es aufgegeben, dass er überall ohne Schleppleine laufen kann. Er geht mit mir einmal in der Woche zum Mantrailing.


    Er reagiert auf Bewegungsreiz, verfolgt einen Ball wenn er geworfen wird, der Ball ist uninteressant sobald er am Boden liegt.


    Der JRT ist für einen Terrier leichtführig, arbeitet gern mit mir zusammen. Wir gehen in eine Dummygruppe mit zwei Retrievern, zum Rally Obedience und zum Agility. Reagiert sehr gut auf das Markern von Aufmerksamkeit.


    Der Podengo-Mix läuft mit wenn die anderen Hunde zum jagen durchstarten, ist aber kontrollier- und abrufbar und wird nach Ende der BuS wieder ohne Leine unterwegs sein. Er geht einmal in der Woche zum Agility


    Der Dackel-Mix und der JRT sind dauerhalft an der Schleppleine, außerhalb der BuS schleift die Schleppleine auf dem Boden.


    Unser Problem ist Wild in kurzer Distanz (bis 20 m), das unvermittelt also für mich nicht vorher sichtbar auftaucht (aus dem Wald oder aus Feldern).


    Was kann ich noch machen? Ist die Reizangel die Lösung? Oder sollte ich Balou aus dem Thema rauslassen weil er die anderen Hunde mitzieht und an der Impulskontrolle bei Mogli und Hermann arbeiten?

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina


    Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
    Suzanne Clothier

    Einmal editiert, zuletzt von CrazyDogs ()

  • Tolle Analyse! Sowas bekommt man sehr selten.

    Zitat von CrazyDogs

    Was kann ich noch machen?

    Was, genau, ist denn deine Zielvorstellung? Ganz "abgewöhnen"? Vergiss es!
    (Du hast dir drei geborene Jäger, noch dazu mit hoher Eigenständigkeit, zugelegt. Da braucht es schon einen Kompromiss, mit dem alle leben können. Berücksichtige auch das Alter! Du wirst selbst für einfachen Freilauf in mittleren Reizgebieten JAHRE brauchen und trotzdem nie ganz sicher sein können.)


    Wenn du sie nicht unmittelbar VOR(!) dem Ansatz bekommst, hast du verloren.
    Bei Spuren machbar; bei Bewegung reine Glückssache.


    Mein Rat: Konzentriere dich auf die Impulskontrolle und Ablenkung! Und kompensiere den Rest selbst.

    Zitat von CrazyDogs

    Unser Problem ist Wild in kurzer Distanz (bis 20 m), das unvermittelt also für mich nicht vorher sichtbar auftaucht (aus dem Wald oder aus Feldern).

    Ganz ernsthaft? Meide solche Gebiete! Punkt.
    Unbefriedigend? Ich weiß. (Alternative: "Vertreibe" das Wild, bevor du problematische Zonen durchqueren musst. Das ist für alle entspannter. Oh, und noch ein Tipp, der vielleicht unterstützen kann: Ein müder Hund jagt nicht gern. Das ist aber - wie alles, wenn es um den Jagdtrieb geht - auch keine Garantie.)

  • Hallo Selina!


    Das ist wirklich eine verdammt gute Analyse! :thumbs_up:


    Ich kann mich da den Hinweisen von @Bad Karma aus eigener Erfahrung leider nur anschliessen.


    Wenn du sie nicht unmittelbar VOR(!) dem Ansatz bekommst, hast du verloren.
    Bei Spuren machbar; bei Bewegung reine Glückssache.

    Stimmt leider. Auch eigene Erfahrung mit Dumblechen. :face_with_rolling_eyes:


    Ganz ernsthaft? Meide solche Gebiete! Punkt.

    Auch dem kann/muss ich mich anschliessen. Oder Leine dran. Hund kann trotzdem seinen Spaß haben. :smiling_face:


    Oh, und noch ein Tipp, der vielleicht unterstützen kann: Ein müder Hund jagt nicht gern. Das ist aber - wie alles, wenn es um den Jagdtrieb geht - auch keine Garantie.

    *lach*
    Das ist definitiv KEINE Garantie! So müde, um nicht zu jagen - DIESEN Jagdhund habe ich noch nicht erlebt! :grinning_squinting_face:


    Vielleicht wäre noch eine Idee, einmal bei Jägern nachzufragen, ob sie Jagdkurse anbieten. (Machen hier einige) Dann lernt Hund wenigstens vielleicht kontrolliert zu jagen, also auch mit Abruf. Und auch da gibt es mittlerweile gewaltfreie Methoden. (Die von früher möchtest du nicht kennen... :tired_face: ) Oder Uta hat vielleicht eine Idee. :smiling_face:


    Liebe Grüße,
    Wulf und Dumbledore

    mit Dumbledore und Merlin und Hexe und Bessy in Erinnerung

  • Oder Uta hat vielleicht eine Idee.

    Habe ich leider nicht.


    Da meine Hunde jagdlich geführt werden, achte ich vom Welpenalter an auf Gehorsam, wo es denn unbedingt sein muss.
    Der Gehorsam durch die Ausbildung beim Apport und bei der Suche festigt auch den allgemeinen Gehorsam.


    Von Anfang an ist der Rückruf auf Doppelpfiff ein absolutes Muss. Zugleich ist das ab 4. bis 5. Monat das Abbruchkommando, in späterem Alter dann der Triller nach den Anlagenprüfungen.
    Das Vorstehen von Tauben und Krähen auf Sicht wird lobend unterstützt, hinterher hetzen ist nicht erlaubt. Rehfährte oder Reh auf Sicht ist nicht erlaubt. Auch hier reicht der Doppelpfiff.


    Ich mache eigentlich nichts Besonderes, das ergibt sich nach und nach von selbst.
    Natürlich hatte ich den Vorteil, dass der ältere Hund das früher schon gelernt hatte und der junge Hund das Verhalten beobachtet.

    Liebe Grüße
    Uta mit den "Fuchseckles"

  • Was, genau, ist denn deine Zielvorstellung?

    Mein Zielvorstellung ist, dass meine Hunde auch bei Wild, dass in einem kleineren Radius als 20 m vor uns auftaucht kontrollierbar sind.

    Vielleicht wäre noch eine Idee, einmal bei Jägern nachzufragen, ob sie Jagdkurse anbieten. (Machen hier einige) Dann lernt Hund wenigstens vielleicht kontrolliert zu jagen, also auch mit Abruf. Und auch da gibt es mittlerweile gewaltfreie Methoden. (Die von früher möchtest du nicht kennen... )

    Ich habe wegen dem Fährten mit Wurstwasser mal bei unseren Jägern nachgefragt. Mein Eindruck war, dass die mit den Hundehaltern im Dorf möglichst nichts zu tun haben wollen und am Besten sind wir Hundehalter nach 18 Uhr nicht mehr in der Landschaft unterwegs weil wir dann für Stunden das Wild vertreiben.

    Von Anfang an ist der Rückruf auf Doppelpfiff ein absolutes Muss. Zugleich ist das ab 4. bis 5. Monat das Abbruchkommando, in späterem Alter dann der Triller nach den Anlagenprüfungen.
    Das Vorstehen von Tauben und Krähen auf Sicht wird lobend unterstützt, hinterher hetzen ist nicht erlaubt. Rehfährte oder Reh auf Sicht ist nicht erlaubt. Auch hier reicht der Doppelpfiff.


    Ich mache eigentlich nichts Besonderes, das ergibt sich nach und nach von selbst.
    Natürlich hatte ich den Vorteil, dass der ältere Hund das früher schon gelernt hatte und der junge Hund das Verhalten beobachtet.

    Mein ältester Hund Balou eignet sich nicht als gutes Vorbild. Er ist am wenigstens kontrollierbar.


    Ich habe auch von Anfang an am Jagdtrieb gearbeitet und Gehorsam ist mir sehr wichtig.

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina


    Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
    Suzanne Clothier

  • Habe ich leider nicht.
    Da meine Hunde jagdlich geführt werden, achte ich vom Welpenalter an auf Gehorsam, wo es denn unbedingt sein muss.
    Der Gehorsam durch die Ausbildung beim Apport und bei der Suche festigt auch den allgemeinen Gehorsam.

    Ja, von Anfang an, den Rückruf zu trainieren, ist der Schlüssel.


    Darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass Hunde merken, wenn sie nicht jagdlich geführt werden, wenn Beute machen nicht im Programm der Familie steht und nur spazieren gegangen wird. Es kann durchaus sein, dass sie Beute machen selbst in die Hand nehmen wollen. Unsere Hunde jedenfalls haben sich sofort, wenn sie zum ersten Mal auf die Jagd mitgehen durften auf normalen Spaziergängen anders verhalten, wesentlich entspannter.

  • Darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass Hunde merken, wenn sie nicht jagdlich geführt werden, wenn Beute machen nicht im Programm der Familie steht und nur spazieren gegangen wird. Es kann durchaus sein, dass sie Beute machen selbst in die Hand nehmen wollen. Unsere Hunde jedenfalls haben sich sofort, wenn sie zum ersten Mal auf die Jagd mitgehen durften auf normalen Spaziergängen anders verhalten, wesentlich entspannter.

    Darüber habe ich noch nie so nachgedacht. Für mich war das selbstverständlich so.


    Wenn ein junger Hund zum ersten Mal eine große Entenjagd mitmachen durfte, ist er erst mal weit über das Ziel hinaus geschossen.
    Das hat dem Jungspund auch keiner übel genommen.
    Anders als beim Entenstrich, wo absolute Ruhe gefordert wird, wurden hier die Hunde zum Stöbern im Schilf eingesetzt, um die Enten raus zu drücken. Wenn sie dann geschossen wurden, mussten sie auch apportieren.


    Sehr schnell hat der junge Hund dann gelernt, was er tun durfte und was nicht erwünscht war und nur unnötig Kräfte kostet.
    Wenn ich am Morgen nach der Jagd nachgesucht habe, wurden die gesunden Enten überhaupt nicht mehr beachtet. Die Nase wurde in den Wind gesteckt und wenn sie dann meinten, es lohnt sich, weil sie Wundwitterung bekamen, waren sie ganz konzentriert am Suchen und haben noch tote Enten vom Vortag gefunden oder verletzte verfolgt bis sie sie fangen konnten.


    Wenn dann im nächsten Frühjahr gelentlich Enten am Bach waren, wurden diese vorgestanden und wenn sie weg flogen, nur hinterher geschaut.
    Selbstverständlicher Gehorsam, ohne dass sie es extra lernen mussten.

    Liebe Grüße
    Uta mit den "Fuchseckles"

  • Selbstverständlicher Gehorsam, ohne dass sie es extra lernen mussten.

    Genau.


    Sie wissen, was von ihnen erwartet wird. Bei einem Nichtjäger wissen sie es nicht, dann machen sie halt, wie sie es sich denken, und verstehen nicht, warum sie angemeckert werden. Man darf nie aus den Augen verlieren, dass Spazierengehen für den Hund mit Beute machen verknüpft ist, allenfalls noch mit Revierabgrenzung. Der natürliche Hund bewegt sich zumeist aus seinen heimatlichen Gefilden, weil er oder seine Brut Hunger hat.


    Was dagegen tun als Nichtjäger? Dem Jagdhund oder Hund mit Jagdtrieb eine vergleichbare Tätigkeit im Wald oder Feld anbieten. Dummy suchen, Mantrailing, Würstchen suchen. Wäre mein Vorschlag.

  • Was dagegen tun als Nichtjäger? Dem Jagdhund oder Hund mit Jagdtrieb eine vergleichbare Tätigkeit im Wald oder Feld anbieten. Dummy suchen, Mantrailing, Würstchen suchen. Wäre mein Vorschlag.

    Das seh ich super an Toshi und Heavy. Seit ich oft aufm Spaziergang Dummysuche einbinden, also noch ergänzend zum Zughundesport, sind sie viel entspannter bei Wildsichhtungen.


    Sie wissen genau, wann sie "jagen" dürfen/sollen und wissen dann eben auch, solange ich sie nicht schicke, dürfen/sollen sie auchh nicht jagen.

    Liebe Grüße von Julia, der Hound-Gang und den Flusen.

  • Zitat von Wusan

    Dann lernt Hund wenigstens vielleicht kontrolliert zu jagen, also auch mit Abruf.

    Wie @Schattenfell bereits beiläufig sagte: Ab dem Welpenalter ... permanent trainieren. Das ist bei Jagdhunden die einzige Chance für den Abbruch, wenigstens halbwegs sicher zu werden.


    Zitat von CrazyDogs

    Mein Zielvorstellung ist, dass meine Hunde auch bei Wild, dass in einem kleineren Radius als 20 m vor uns auftaucht kontrollierbar sind.

    Völlig ausgeschlossen, @CrazyDogs. Du trittst gegen den mächtigsten Instinkt dieser Tiere an. Noch dazu bei geborenen Jägern. In dem Alter (5-8 Jahre) bleibt das ein Wunschtraum, wie dir ja letztlich auch deine vielen Anläufe und Versuche, die du zweifellos diszipliniert durchgezogen hast, zeigen.


    Wie gesagt: Verlege dich voll auf die Impulskontrolle. Lerne die Anzeige deiner Hunde noch besser als jetzt schon. Und trainiere deine eigenen Reflexe für den unmittelbaren Abruf beim allerersten Zeichen, samt Ablenkung. (Tipp: Lieber 10 Mal zu oft, als 1 Mal zu spät. Du kannst da nix falsch machen.) Gewinnst du die ersten 5 Sekunden, hast du eine reelle Chance. Mehr wird nicht realistisch sein, fürchte ich.


    Oh, und @Wusans Vorschlag ist auch nicht ohne: Es gibt Kurse für Interessenten zum Lesen von Spuren und zum "Sehen" von Wild (also den Blick dafür zu schärfen). Vielleicht findest du ja auch einen Jäger, der es dir ein bisschen näher bringen mag? Das würde dir sicherlich helfen, ein paar mehr Situationen als jetzt schon rechtzeitig in den Griff zu bekommen.


    Aber solange es deinen Hunden und dir/euch Spaß macht, ist es für alle ein gutes Training und Beschäftigung.


    Zitat von Murmel

    Darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass Hunde merken, wenn sie nicht jagdlich geführt werden, wenn Beute machen nicht im Programm der Familie steht und nur spazieren gegangen wird. Es kann durchaus sein, dass sie Beute machen selbst in die Hand nehmen wollen. Unsere Hunde jedenfalls haben sich sofort, wenn sie zum ersten Mal auf die Jagd mitgehen durften auf normalen Spaziergängen anders verhalten, wesentlich entspannter.

    Bemerkenswert. Welche Rassen? Und wie alt waren sie "beim ersten Mal"? Und wenn du sagst "zur Jagd mitdurften", dann meinst du als Gebrauchshunde?


    Zitat von Murmel

    Sie wissen, was von ihnen erwartet wird. Bei einem Nichtjäger wissen sie es nicht, dann machen sie halt, wie sie es sich denken, und verstehen nicht, warum sie angemeckert werden. Man darf nie aus den Augen verlieren, dass Spazierengehen für den Hund mit Beute machen verknüpft ist, allenfalls noch mit Revierabgrenzung.

    Noch bemerkenswerter. Du meinst also, ich brauche mir nur die Jagdklamotten anziehen, ein bisschen Innereien besorgen und dem Hund ab und zu mal "Jagd vortäuschen", und schon erledigt sich das Problem von allein, wenn ich wieder auf "normale Klamotten" wechle? ... In der Tat: Ich kenne niemanden, der DAS jemals ernsthaft getestet hat. Allerdings kenne ich etliche Jäger, die (sehr viel öfter als sie zugeben würden) den umgekehrten Fall erlebt haben: Statt zur Jagd ging es zum Arbeiten in den Wald (allerdings: natürlich auch "in Grün", alles andere wäre Frevel!). Der Hund war trotzdem weg. Aber vielleicht lag's ja an der Klamottenfarbe?


    Zitat von Murmel

    Was dagegen tun als Nichtjäger? Dem Jagdhund oder Hund mit Jagdtrieb eine vergleichbare Tätigkeit im Wald oder Feld anbieten. Dummy suchen, Mantrailing, Würstchen suchen. Wäre mein Vorschlag.

    Jagd ist selbstbelohnend, @Murmel. Das bedeutet: Allein schon das Ablaufen der Fährten bzw. das Hetzen (und nicht erst der "Jagd-Erfolg") belohnt den Hund so intensiv, dass dagegen NICHTS ankommt. Je stärker der Instinkt, desto "NICHTS'er". Du kannst "lindern", aber du kannst nicht "heilen". Und @CrazyDogs hat offensichtlich schon sehr viel bei der Linderung erreicht (wobei ich sowohl Mühe als auch Erfolg ausdrücklich honoriere).


    Deshalb hilft es Hunden mit ausgeprägtem Instinkt auch nicht, "Ersatz" zu schaffen. Stelle es dir so vor: Du magst gern Schnitzel. Ein Freund will dich aber zum Vegetarier "erziehen". Also bringt er dir Tofu-Schnitzel mit und sagt: "Wenn du die Augen zumachst, nicht durch die Nase einatmest und dazu einen Schluck Bier trinkst, schmeckt es fast wie Schnitzel!" Was wirst du bei der nächsten Gelegenheit vorziehen? Je nachdem, wie sehr du an deinem liebgewonnenen Schnitzel hängst, wird die Antwort ausfallen, nicht wahr?!

  • Wenn ich die Einschätzung von Wautzis Hunden lese erkenne ich da Hunde mit einem normalen Jagdverhalten sie suchen nicht gezielt lassen sich abrufen und die ruhige Katze ist nicht interessant. Wenn das Hunde mit hoher Eigenständigkeit sind bin ich gerade etwas amüsiert.
    Ich will niemanden kritisieren nur sehe ich da gerade, aufgrund einiger Hunde die ich kenne bzw. kannte, keine unlösbare Jagdproblematik.

    "Imagination, rather than mere intelligence, is the truly human quality." (Terry Pratchett)

    Einmal editiert, zuletzt von Angua ()

  • Ich komme nur leider nicht weiter. Gestern waren die Hunde (natürlich wegen der BuS an der Schleppleine) von einem flüchtenden Hasen abrufbar, vor einer Woche hing Balou bellend in der Leine als er gesehen hat wie ein Hase wegläuft. In der Woche haben wir nichts anderes als sonst gemacht, der Tag hatte ähnlich viel "Programm" und wir waren ähnlich lange unterwegs. Auf welches Verhalten stelle ich mich bei der nächsten Hasensichtung ein?

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina


    Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
    Suzanne Clothier

  • Ich bin mir gar nicht sicher ob du dich überhaupt auf etwas einstellen solltest bzw. kannst weil ich denke dass die Dynamik in eurem Haushalt das gar nicht zulässt. Dich erlebe ich, im Forum, als jemanden der sich sehr viel Gedanken macht und dies nicht nur über die Hunde sondern auch über die Personen in deinem sozialen Umfeld.
    Ich würde mal annehmen dass es dich auch auf der Hunderunde beeinflusst und gerade Balou der ja, wenn ich mich richtig erinner, sehr auf deine Stimmung eingestellt ist auch in irgendeiner Form darauf reagiert.


    Du machst und tust mit deinen Hunden und sie bedeuten dir so viel warum willst du immer noch "mehr"? Wenn ihr mit der Schleppleine klar kommt und sie die nötige Auslastung haben verbringe doch nicht ihre und deine Zeit damit sie weiter und weiter zu ändern. Dann flippt er halt mal wegen einem Hasen aus Sch... drauf.
    Ich verstehe dass du ihnen mehr Freiheiten zugestehen willst habe ich mit meiner ja auch gemacht aber wenn es scheinbar dazu führt dass du sie immer ändern willst finde ich den Preis zu hoch und ich denke das haben sie auch nicht verdient.

    "Imagination, rather than mere intelligence, is the truly human quality." (Terry Pratchett)

  • Zitat von CrazyDogs

    Auf welches Verhalten stelle ich mich bei der nächsten Hasensichtung ein?

    Auf alles von ... bis .... Deine Hunde entscheiden das nach zahlreichen verschiedenen Faktoren. Einer davon ist ganz einfach die "aktuelle Laune". Und schon allein die ist so komplex, wie es nur irgend geht; wie jeder Mensch von sich selbst weiß. Insofern weißt du es nie. Es gibt NICHTS, was dich in die eine oder anderer Richtung sicher werden lassen könnte, @CrazyDogs.


    Im Übrigen HAST du deine Hunde bereits super im Griff, @CrazyDogs. Darauf kannst du ruhig stolz sein. Es gibt jenseits des professionellen Umfelds nicht viele, die ziemlich sicher sagen können, dass sie "innerhalb von 20 Metern (fast) immer sicher abrufen" können. Schon gar nicht mehr nach dem Ansetzen, also nachdem der Hund die Fährte aufgenommen hat. Bei den meisten endet die "grüne Zone" (also der Bereich, in dem Kommandos wirklich sicher funktionieren) schon knapp jenseits der typischen Leinenlänge; also bei ca. 5 Metern. Selbst Leute, die mit ihrem Hund grandiose Erfolge im Obedience feiern, sehen von ihm beim ersten Anzeichen von Wild gar nicht selten nur noch eine Staubwolke. (Und die üben u. a. die Distanzkontrolle wirklich bis zum Erbrechen.) So ist die Natur nun einmal...

  • ICh gebe hier auch mal meinen Senf dazu.


    Moony ist ein Hüter. Nun ja, eigentlich.
    Moony Lieblingstiere sind flüchtende Rehe. :face_with_rolling_eyes:


    Bewegungsreize sind ihr DIng. Da geht sie ab, wie Schmitz Katze.
    Sie rennt für ein paar hundert Meter hinterher und dreht dann um.
    Sie liebt das Rennen. Und es ist dann immer so, dass sie völlig breit grinsend zu mir zurück gekommen ist.


    Ab und zu verfolgt sie auch kurz Spuren, aber wenn es nciht super frisch ist, kann ich sie auch gut abrufen. (mittlerweile :kissing_face: )


    Außerdem kann ich ich sie öfter mal von der Leine lassen. Sie hört echt gut, so lange kein Tier flüchtet.
    Aber ich kann zumindest den Erfolg vermelden, dass sie jetzt nach etwa 30 Sekunden wieder umdreht.


    Wir hatten auch schon den Fall, dass das Reh stehen geblieben ist. Dann ist sie auch stehen geblieben.
    Und sie kommt dann zu mir. Es geht ihr nur um den kurzen Kick beim Sprinten, so kommt es mir vor.


    Aber ganz aus ihr raus werde ich das wohl nicht mehr bekommen.
    Im Moment ist Schleppleine angesagt, da hier bis Ende Juli Leinenpflicht herrscht.


    Naja, ich bin eigentlich ganz zufrieden so, wie es jetzt ist. :thumbs_up:

    LG Schlundi :red_heart:

  • Heute hatten wir wieder eine Spur. Auch das kommt vor. Nicht bloß auf Sicht. :kissing_face:


    Ich sehe ein Hasi, wie er gemütlich über den Weg hoppelt und im Feld verschwindet. Immer mal wieder bleibt er sitzen und guckt und schließlich macht er sich doch davon.
    Schließlich kommen wir den Weg hoch.


    Moony hat den Guten aber nicht gesehen, weil sie mit Schnüffeln und so Kram beschäftigt war. :grinning_face_with_smiling_eyes:
    Naja, wir kommen also ungefähr 10 bis 15 Meter an die Stelle ran, wo Hasi rumgehoppelt ist.
    Auf einmal Nase in den WInd und los gehts...
    Boah, ich rieche was. Und dann hat sie es und rennt, an der Spur lang. Naja, so lang eben die Schleppe geht.
    Erst nach links, dann wieder zurück und rechts weiter.
    Wenn sie ohne Leine gewesen wäre...
    Finde ich immer wieder faszinierend, wie sie sich weigert den Collie in sich zu entdecken. :grinning_squinting_face:

    LG Schlundi :red_heart:

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