Labrador Arbeitslinie - schwierig auszulasten?

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    • Labrador Arbeitslinie - schwierig auszulasten?

      Hallo liebe Hundefreunde, ich bin neu im Forum und habe gleich eine Frage.. Ich musste vor einem Jahr meinen innigst geliebten Herzenshund, einen Rauhaardackel, gehen lassen. Langsam kommt die Sehnsucht nach einem Hund wieder doch ein Dackel kann es nicht nochmal werden, das schaffe ich emotional nicht. Mein Mann und ich mögen Labradors auch sehr gern, uns gefällt - rein optisch - die Arbeitslinie deutlich besser als die Showlinie. Nun liest man immer mal wieder, das Labradors der Arbeitslinie sehr viel Beschäftigung und Auslastung brauchen. Das verunsichert mich etwas. Wir wohnen in einem Haus mit großem Garten, wenige Fußminuten vom Wasser und ich bin - auch ohne Hund - jeden Tag draußen. Meine Vorstellung wäre Folgende:
      Ein Mal täglich eine große Runde (3-5 km, sicherlich durchaus auch immer mal mehr, in Wassernähe sodass hier auch viel Auslastung im Wasser möglich wäre, natürlich auch mit Sucharbeiten, das habe ich auch mit meinem Dackel gemacht), im Tagesverlauf dann nochmal eine kleiner (ca. 15-20 min) Runde und ansonsten eben Gartenzeit "nach Belieben". Ich bin aber schon berufstätig (allerdings nur noch 20 Stunden und ab und an 24-Stunden-Schichten die aber mein Mann dann zu Hause wäre) und habe auch noch das ein oder andere Hobby sodass ich vermeiden möchte, mich für einen Hund zu entscheiden bei dem die o.g. Zeiteinteilung was die Draußenauslastung anbelangt von Vornherein deutlich zu wenig scheint..
      Essentiell wichtig wäre für mich außerdem ein Hund, den ich den Großteil seines Lebens frei laufen lassen kann.. Mit meinem Dackelchen hatte ich (als Nicht-Jäger) wahnsinnig Glück: Null Jagdtrieb und fast immer frei gelaufen..
      Vielleicht gibt es unter euch einige mit Labradors der Arbeitslinie, die mal etwas berichten und ihre Meinung teilen könnten? Würde mich freuen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von drums030 ()

    • Erstmal herzlich willkommen bei uns. :hello:

      Die meisten Hunde sind "nur" mit Gassigehen nicht ausgelastet und brauchen Auslastung für den Kopf. Passend für die Aufgabe, für die ein Retriever gezüchtet wurde, ist die Dummysuche.

      Der Garten ist für Hunde eine Erweiterung der Wohnung und im Garten wird geruht und wenn erforderlich mal am Zaun gebellt.

      Ich kenne eine Labrador Hündin aus einer Arbeitlinie aus dem Dummykurs von einem meiner Hunde. Als junger Hund hatte sie sehr viel Energie obwohl ihr Frauchen einiges über das Gassigehen hinaus mit ihr unternimmt wie z.B. Mantrailing (über den Hobbybereich hinaus) und der Dummykurs. Mittlerweile ist die Hündin ca. 9 Jahre alt und etwa ruhiger.

      Ich würde zusätzlich zu der Gassizeit, die ich als durchschnittlich empfinde, noch Dummysuche einplanen. Das kann man gut unterweg allein machen, man braucht wenig Ausrüstung und mir macht es viel Spaß.
      Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina

      Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
      Suzanne Clothier
    • Hallo und herzlich Willkommen im Forum von hund.info :hello:

      was du bisher beschrieben hast, ist jetzt eher der Standard einer Hundeauslastung. 5 km bin ich mit meiner alten Dame (damals 14) bis vor zwei Jahren in einer Stunde gelaufen. Weit sind 5 km normalerweise nicht - außer man hat wie ich alte Hunde ;)
      Ich habe z.B. einen Hund, wo es sehr viele Vorurteile zu gibt: Ein Mops. Ich will jetzt keine Werbung für diese Rasse machen und rate auch vor der Anschaffung dringend ab. Außer man holt sich einen aus dem Tierschutz. ;)
      Caro ist nun sechs Jahre bei mir. 15 km laufen ist kein Problem für sie. Suchspiele findet sie total klasse. Tricks üben, bisschen Wald-und-Wiesen-Agility, Longieren ... da macht sie überall mit. Sie begleitet mich am Fahrrad (natürlich wäre ich mit einem Labbi etwas schneller unterwegs), hat keinen Jagdtrieb.

      Was ich damit sagen will: Ich laste auch einen Hund körperlich und geistig aus, der als Couchpotato, dumm und langweilig gilt.

      Hast du mal in der Umgebung nach Labrador-Züchtern geguckt z.B. über die Züchtersuche des VDHs? Du wirst feststellen, dass nicht alle Showlinien Labradore als kleine Labbitonnen gezüchtet werden. :)

      Labradore allgemein, egal ob SL oder AL, suchen sich notfalls ihre Beschäftigung. Sei es andere Hunde zu terrorisieren, durch Wände graben oder einen Jagdausflug zu machen.

      Am sinnvollsten wäre es, wenn du Kontakt mir Züchtern der Rasse aufnimmst und die Rasse live mal kennen lernst - ohne das Welpen da sind. Das ist zur Corona-Zeit natürlich schwieriger. Löcher die Züchter ansonsten so gut es geht am Telefon. :) Erkläre ihnen, wie du dein Leben mit dem Labrador vorstellst und ob sie sich vorstellen können, dass die Rasse überhaupt zu deinen Ansprüchen passt.

      Ich kenne Labbis aus der AL, die leider vom Vermehrer stammen und in Hände geraten, die einfach nur einen lieben, netten Tut-nix wollten. Hunde und Halter sind eher unglücklich miteinander.
    • Wenn du die richtige Arbeit hast, dann ist so ein AL Retriever nicht schwer auszulasten.
      3-5 km sind ein Witz. Ich habe zwei Cockersenioren, 13 und 14 J. alt. Athrose, Spondylose, der Rüde blind und taub. Beide nicht aus Leistungszucht.
      Morgens gehen wir vor der Arbeit knapp 3km, nach der Arbeit nochmal 3-4.
      Die Hündin macht regelmäßig Dummy, der blindtaube Rüde Futter- und Schleppfährten.
      Und noch bisschen Kram nebenher.

      Da ist dass was du einem jungen, gesunden, triebstarken Hund aus einer ausgewiesenen Arbeitslinie deutlich zu wenig.
      Wenn du eine Arbeitslinie willst, musst du ihn auch arbeiten.
      Das muss nicht jagdlich sein. Die AL eignet sich natürlich für den Dummysport aber auch für zig andere Hobbys, Hundesportarten.
      Ber irgendwas musst du machen.
      Und selbst für einen Showlabbi sind 5km am Tag zu wenig.
      2x 5km schon eher.
    • Vielen Dank für eure Antworten!

      Schlussendlich ist es vermutlich immer schwierig vorauszusagen welcher Welpe sich wie entwickelt.. Aber so wie ich es rauslese, braucht die AL tendenziell nochmal ein ganzes Stück mehr Auslastung..

      Ich hatte eine vermeintliche Züchterseite gefunden die mir sehr gefiel, also was die Hunde anbelangt und auch die Art und Weise (ausführliche Infos über Zuchthündinnen usw), habe dann aber festgestellt, dass wohl doch nur ‚Vermehrer‘ weil wohl kein Mitglied im VDH oder DRC.. von sowas ist vermutlich generell abzuraten?
    • Der Field-Trial-Labrador braucht eine Aufgabe, die ihn geistig und körperlich auslastet. Sie sind vielseitig talentiert und für interessante Aufgaben einsetzbar z.B. als Jagdhund, im Dummysport, als Rettungshund oder Mantrailer. Hat er seine Aufgabe ist er ein toller Familienhund. Andernfalls wird er zur Nervensäge und sucht sich selbst eine Beschäftigung, die selten im Sinne seiner Besitzer ist.
      Der Standard-Labrador ein anpassungsfähiger, fröhlicher und manchmal auch etwas distanzloser Begleiter, der es ebenfalls liebt mit seinem Besitzer zusammen zu arbeiten (Stichwort Will-to-please). Er braucht diese Arbeit aber nicht so dringend wie der Field-Trialer, ist also genügsamer.

      Es gibt zwei Zuchtvereine für Labrador Retriever, die dem VDH angeschlossen sind. Das sind der DRC (nicht zu verwechseln mit dem DRC Soltau!) und der LCD. Im DRC gibt es mehr Züchter der Arbeitslinie.
    • Vielen Dank! Den Begriff ‚Dissidenzzucht‘ kannte ich noch gar nicht. Das heißt, dort würde ich mir die Papiere und natürlich das Umfeld genau anschauen aber es ist eben ein reines ‚Bauchgefühl‘..
      Macht es Sinn, sich diesen Privatzüchter mit seinen Arbeitsliniehunden zumindest anzuschauen so nach dem Motto ‚wenn die Eltern nicht jagdlich oder ähnlich geführt werden und damit zufrieden sind, kann es auch bei den Welpen so sein‘? Es ist eben - soweit ich das sehen kann - eher eine Familienhunderiege aber mit schmalen Labradors der AL..
      Versteht mich nicht falsch, ich habe grundsätzlich verstanden, dass AL eurer Meinubg nach eher nicht in Frage kommt! Ich überlege eben nur noch ein wenig, ob sich das anders verhielte wenn auch die Eltern schon nicht jagdlich geführt werden oder ähnliches..
    • ich würde es ja schon fast eher kritisch sehen wenn mit AL Hunden nix gearbeitet wird...
      Dann schau doch lieber nach einer SL mit Hunden die seiner Vorstellung von eines sportlicheren bzw. leichteren Körperbaus entsprechen.

      Selbst der Hund aus der SL braucht ein bisschenmehr Beschäftigungals Garten und 2x am Tag ein wenig rumlaufen.
      Wir müssen ja so wie so denken. Warum dann nicht gleich positiv?
    • Also mal grundsätzlich finde ich, dass auch wenn mit "Familienhund" geworben wird, dennoch jeder Familiehund ausgelastet werden muss. Und wie schon erwähnt ist das mit 2 mal spazieren eigentlich für keinen Hund egal ob Show oder Arbeitslinie getan. Natürlich muss nicht jeden Tag intensiv gearbeitet werden, auch meine Sportskanone freut sich mal über einen schönen Tag mit Spaziergang und Sofa aber täglich wäre das nicht möglich. Wenn ihr nicht bereit seit den Hund anderweitig auszulasten würde ich aber von der Arbeitslinie mal ganz weit weg gehen... Hört sich gemein an, aber ihr werdet da wirklich keine Freude haben. Und ich kenne einige Showlinien Labbis vom Trailen die alles andere als dicke Tonnen und schon gar nicht faul oder der gleichen sind, auch die wollen ordentlich Arbeit haben.
      Würde denn auch eine andere Rasse in Frage kommen? Oder würdet ihr euch auch für eine andere Auslastung als spazieren gehen interessieren?
      Also ich sehe nur diese zwei Möglichkeiten entweder eine andere Rasse die mit euren Vorstellungen auch zufrieden ist oder ihr seit bereit etwas mehr Arbeit zu investieren ^^
    • Wir haben ja ein paar Leute mit ausgesprochenen Arbeitshunden.
      @Lilie mit ihrem Drahthaar Vizla, der mit ca 1 Jahr schon ein begnadeter Mantrailer ist.
      @Ruebe mit ihrer Retriever AL die Dummy auf hohem Niveau machen.
      @Julia mit dem Pudel in der Rettungshundestaffel und den Hounds für Zughundesport auf Tunierniveau.
      @Minze mit ihrer Weimeraner Hündin, da steht glaube ich auch Dummy hoch im Kurs und ich glaube auch Zughundesport Scooter/Fahrrad.

      Bestimmt noch mehr, habe ich nur nicht alle im Kopf.
      Wirklich niemand hat hier einen ausgewiesenen Arbeitshund und führt den als reinen "Gassi gehen und sonst nix" Hund.
      im Gegenteil. Der Großteil von hat keine ausgewiesenen Gebrauchshunde und macht trotzdem ne Menge mit denen. Von Dummy, über tricksen, Matrailing als Sport, Agility, Hoopern, Canicrossen, RO, und noch zig andere Sachen mehr und alle sagen: Ja unsere Hunde machen das begeistert mit und man merkt es fehlt ihnen was wenns mal ne Weile nicht möglich war.

      Selbstverständlich ist auch der AL Labbi als Familienhund geeignet, ruhig, nett, freundlich im Haus usw ABER eben NUR wenn man ihn draussen entsprechend auspowert.

      Ich denke nicht das wir dich davon abhalten können dir diesen Züchter anzugucken. Du machst da sehr den Eindruck als steht die Entscheidung eh bereits und hoffst nur das hier irgendeine Stimme kommt die sagt "Joa, mach mal. Klingt nach nem guten Plan den ihr da habt".
      Aber auch ein nicht im VDH organisierter Züchter, also ein Dissidenz Züchter muss in irgendeiner Form organisiert sein. Es muss irgendeinen Background geben. Eben ein Dissidenzverein. Irgendwoher muss er ja neue Hunde bekommen. Wenn er immer nunr seinen Rüden seine Hündinnen decken lässt, kannst du direkt die FInger davon lassen.
      Gesundheitsuntersuchungen angucken, sollten dieselben sein (mindestens) wie im VDH.
      Und Neine, bloß weil die Elterntiere nicht jagdlich geführt werden heißt das nicht dass du da chillige Couchpotatos rausbekommst. Zum einen muss ein Hund nicht jagdlich geführt sein um ausgelastet zu werden und zum anderen dauert das verfestigen von Wesensmerkmalen viele, viele Generationen.

      Hätte ich gerne einen Field Trailer Spaniel, weil mir die Optik besser gefällt als bei den Showies? Ja, klar.
      Hab ich die Zeit, die Fähigkeit und die Umstände um diesen Hund entsprechend auszubilden und zu führen? Nein
      Bin ich glücklich mit meinen Showies? Ja

      Ihr möchtet einen Hund der aussieht wie eine Sportskanone aber sich benimmt wie ein Couchpotato.
      Das wird nicht klappen.
    • Ich und mein nicht AL Pinscher/Ratonero gehen täglich 2 bis 3 Stunden raus, 3x die Woche Joggen, machen ganz rudimentäres Dummy (ich werfe und wenn ich dich schicke holst dus, also wirklich ganz simpel) bei fast jedem Gassi, er wird hier geklickert und lernt dabei Tricks... und ich muss mir immer was neues ausdenken, weil er so ein cleveres Kerlchen ist und nach 3 Tagen einen neuen Trick zum lernen braucht.

      Vicco ist nicht nervig oder so. Aber ich weiß nicht was hier los wäre, wenn ich ihn nicht so beschäftigen würde.
      Bei meinen Eltern hat er auch einen Garten, den er bei schönem Wetter den ganzen Tag nutzen kann, dennoch freut er sich wie Bolle, wenn wir losgehen zum Gassi und was machen. Garten ist halt auch schnell langweilig.
      Wir müssen ja so wie so denken. Warum dann nicht gleich positiv?
    • Bananenhamster schrieb:

      Ihr möchtet einen Hund der aussieht wie eine Sportskanone aber sich benimmt wie ein Couchpotato.
      Das wird nicht klappen.
      Super ausgedrückt. Den Eindruck, dass es hier nur um die optische Erscheinung geht, habe ich auch.

      Ich würde mir ja zu gerne mal die Hunde dieses sogenannten „Dissidenz AL Labbi Züchters“ anschauen.
      Meiner Meinung nach gibt es so etwas nicht. Ob es sich um Retriever aus Arbeitslinien handelt, hat nämlich nichts mit dem Körperbau zu tun, sondern damit ob der Hund und seine Vorfahren Prüfungen im jagdlichen Bereich absolviert haben.
    • Ich gebe mal meinen Senf dazu, hier lebt ja nunmal ein Labrador aus einer Atbeitslinie...

      Marla ist mit Sicherheit nicht der typische Atbeitslinientyp, wahrscheinlich schon allein ihrer Krankheit geschuldet, aber sie will was tun. Wenn sie zu wenig getan hat, nervt sie! Sie nimmt jetzt nicht die Bude auseinander, aber sie schleppt ein Spielzeug nach dem anderen an, stellt sich jammernd vor mich und wenn ich nicht reagiere, wirft sie sich selber ihren Ball (ja, wirklich!) Ich sehe aber zu, dass es gar nicht so weit kommt. Als sie jung war, haben wir Mantrailing und Dummy gemacht. Dummy machen wir auch heute noch, ebenso Zielobjektsuche. Wenn ich arbeiten bin, ist sie bei meinen Eltern, aber da sehe ich zu, dass ich sie vorher ordentlich auslaste. Mit nur Gassigehen und, dabei ein bisschen Bällchen werfen, ist sie auch heute mit fast 10 Jahren nicht zufrieden. Marlas bester Freund aus der Welpenstunden-Zeit, ist 2 Wochen jünger, Labrador aus der Showlinie, der ist nach einer halben Stunde Gassi am Stück fix und fertig, während Marla da gerade mal warm wird, auf Auslastung hat er keine Lust und im Ganzen ist er einfach schon alt.
      Marla ist schwer krank, wäre sie das nicht, würde sie mich wahrscheinlich manchmal in den Wahnsinn treiben..
      „Was uns so fest mit Hunden verbindet, ist nicht ihre Treue, ihr Charme oder was es sonst noch so sein mag, sondern die Tatsache, dass sie nichts an uns auszusetzen haben.“
      (unbekannt)

      Kati mit Marla :love:
    • drums030 schrieb:

      Versteht mich nicht falsch, ich habe grundsätzlich verstanden, dass AL eurer Meinubg nach eher nicht in Frage kommt! Ich überlege eben nur noch ein wenig, ob sich das anders verhielte wenn auch die Eltern schon nicht jagdlich geführt werden oder ähnliches..
      So etwas sollte es bei einer Arbeitslinie - egal welcher Rasse - nicht geben.
      In der Regel interessieren sich die Züchter, was deine Pläne mit den Hund sind. Wenn sie feststellen, dass du nicht wirklich vorhast, deinem Hund was zu bieten, was unbedingt notwendig ist, werden sie dir auch von der Rasse abraten.
      Ich habe leider auch Menschen erlebt, die ihren Züchter angelogen haben, mit dem, was sie mit dem Hund machen wollen bzw. es damals auch machen wollten, aber als der Hund dann da war, keinen Bock darauf hatten.

      Mein Mann und ich haben uns viele Rassen angesehen, die in Frage kommen würden. Allerdings habe ich bei den meisten Rassen feststellen müssen, dass sie zwar zu meinen Anforderungen passen, aber nicht zu den meines Mannes (z.B. der Briard oder der spanische Wasserhund).

      Ein Labrador aus der Showlinie kann halt immer noch passen. Ein SL Labbi muss ja nicht dick sein. Gut bemuskelt sind es auch optisch tolle Hunde und der eigene Hund ist eh der schönste Hund dieser Rasse und der Welt ;)

      Ansonsten kannst du dich auch mal in der FCI Kategorie 9 umsehen. Die Hunde sind zwar kleiner als ein Labbi, aber fordern nicht so extrem viel von ihrem Halter. Beschäftigt werden will halt jeder Hund. Egal ob Chihuahua oder Border Collie.
    • ‚ Ihr möchtet einen Hund der aussieht wie eine Sportskanone aber sich benimmt wie ein Couchpotato.
      Das wird nicht klappen.‚

      Das finde ich ehrlich gesagt etwas unfair. Wenn ich es mir so einfach machen würde, würde ich ja hier nicht nachfragen.
      Ich hatte 15 Jahre lang einen Hund der sicherlich nicht zu den anspruchslosesten Rassen gehört und bin daher etwas überrascht, dass 2 größere Spaziergänge am Tag (ich habe mit meinem auf einem der Gänge dann oftmals noch basales Dummy-Bringen oder Nasenarbeit mit Leckerlies gemacht) für einen Hund absolut nicht ausreichend sein sollen. Das stellt mich - als eigentlich halbwegs erfahrenen - Hundehalter gerade vor die Frage ob ich überhaupt über ‚wieder Hund‘ nachdenken kann..
    • Dackel ist ja auch nicht gleich Dackel.
      Ich denke die wenigsten, die sich für einen Dackel entscheiden überlegen sich, dass sie auf jeden Fall einen aus AL wollen. Und ich muss ja sagen, die Dackel, welche ich bisher getroffen habe waren doch eher gemütlich unterwegs - zugegeben, ein gewisser Anteil davon war auch einfach fett und dann ist mir klar, warum der Hund nicht viel laufen will...

      Aber worauf ich halt eigentlich hinaus wollte ist ja, dass man einen Dackel und einen Labrador wohl ungefähr so gut vergleichen kann wie eine reine Show- und eine reine Arbeitslinie. Ein dick gefütterter Showlabbi wird sich wohl eher in sein Schicksal als Familienhund der nur so nebenbei mitläuft fügen als ein sportlicher Hund aus der Arbeitslinie, der was machen will. Da beißt die Maus keinen Faden ab, wer einen Arbeitshund will muss den auch beschäftigen. Ist einfach so.
      Wir müssen ja so wie so denken. Warum dann nicht gleich positiv?
    • Es gibt in der Hundehaltung halt gewisse Grundvoraussetzungen, z.B. sollte man mit jedem gesunden Hund mindestens zwei Stunden am Tag spazieren gehen und in in der Zeit auch sinnvoll beschäftigen (z.B. mit Suchspielen).
      Was du bisher beschrieben hast, sind einfach nur die Grundvoraussetzungen der Beschäftigungen mit einem Hund. Da du allerdings mit dem Gedanken spielst, ein Arbeitstier zu holen, solltest du dich umsehen, was dir Spaß machen könnte, deinen Arbeitshund artgerecht auszulasten.
      Und da müssen wir halt kritisch hinterfragen, denn du und dein Hund sollen ja auch glücklich werden.

      Gibt es zum Beispiel Hundevereine bei dir vor Ort? Wenn ja, was bieten sie an Sportarten an. Ein Labrador (egal welche Linie) eignet sich für Obedience, Rallye Obedience, Degility, Longieren, Mantrailing, Dummyarbeit... Mit einen AL Labbi würde auch Tunierhundesport, Schutzhundesport und Agility in Frage kommen.
      Sieh dir die Vereine an, sieh dir die Sportarten an. Wäre das was für dich? Hast du die Zeit, zwei bis dreimal die Woche zu den Trainingszeiten zu kommen und mitzumachen?
    • Sorry, ich bin irgendwie zu doof zum Zitieren, daher etwas unbeholfen:

      "Dackel ist ja auch nicht gleich Dackel."

      Genau! Ich hatte mit meinem sicher auch ein absolut wunderbares und sicherlich auch relativ genügsames Exemplar. Er hat sich halt über Beschäftigung immer gefreut aber war auch nie "quengelig" oder unausgeglichen wenn es mal nur normale Spaziergänge gab..

      "Sieh dir die Vereine an, sieh dir die Sportarten an. Wäre das was für dich? Hast du die Zeit, zwei bis dreimal die Woche zu den Trainingszeiten zu kommen und mitzumachen?"

      Danke für den Input! Zugegebener Maßen bin ich nicht der Typ, der in seiner Freizeit gerne in Vereinen unterwegs ist. Das klingt jetzt vielleicht seltsam aber ich arbeite täglich im direkten Menschenkontakt (medizinischer Bereich) und bin froh, wenn ich dann in der Freizeit "Ruhe" habe und abschalten kann. Damit meine ich nicht zu Hause rumsitzen aber eben gedanklich zur Ruhe kommen. Mein Dackel war da für mich immer ein optimaler Ausgleich zum Alltag. Insofern wären Dinge wie Dummyarbeit für mich interessant aber eben "alleine" also nur Hund & ich.. Ich sehe also, dass das Thema AL hier sicherlich nicht in Frage kommt, die Frage ist, ob ich auch einen Labbi der SL maximal unterfordern würde oder ob das denkbar wäre mit Spaziergängen + Nasen- / Dummyarbeit..