Dialekte und die deutsche Sprache

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    • Dialekte und die deutsche Sprache

      Hallo Ihr Lieben,

      Dialekt - wer spricht das noch heutzutage?
      Vieles wird mittlerweile verenglischt "chill mal" 8| anstatt "entspann dich"...
      Also gedenglisht" :haumichweg:
      Und dann gibt es ihn noch... den Dialekt. Wir lernen in der Schule, wie man hochdeutsch schreibt und spricht.
      Aber jede Ecke in Deutschland spricht ihre Mundart und ich liebe das.

      Wir im Süden sprechen total anders als Ihr aus dem Norden/Pott/Sachsen etc.
      Und selbst gewisse Worte haben andere Bedeutungen oder für viele Dinge gibt es einen anderen Ausdruck.

      Vielleicht gibt es den einen oder anderen unter uns, der sich auch für das Thema interessiert und möchte sich austauschen.

      Selbst von Dorf zu Dorf gibt es bei uns Unterschiede....
      Kleines Beispiel:
      Ein Dorf westlich meiner Heimat (ca. 10km)....
      Dort sagt der Landwirt: heit han i d'Hierner gfietteret. (Heute habe ich die Hühner gefüttert) [hait han i d Hiener g-fitteret]

      In einem Dorf östlich meiner Heimat (10km) heisst es:
      I hon'd Henne g'fuetteret

      Ich wäre früher nie auf die Idee gekommen, mich hiermit zu befassen und zu beschäftigen. Aber der westliche war meine Arbeitskollegin und der östliche mein Schwager 8| :haumichweg:

      Bei uns heisst es Weckle und nicht Brötchen
      jucken und nicht hüpfen
      Teppich und nicht Decke
      Butze und nicht Apfelkerngehäuse
      allefänzig und nicht eigenartig/dickköpfig
      lisme und nicht stricken
      kaije und nicht runterfallen
      uffi und abbi und nicht hoch und runter :haumichweg:
      kaale und nicht essen
      posten und nicht einkaufen
      inni und ussi und nicht hinein und raus
      epper und nicht jemand

      usw.
      Da könnte man ein ganzes Buch schreiben. Gibt ja die Lilliputs von Langenscheidt ... Hessisch, Sächsisch, Schwäbisch und Kölsch sind schon meine :D

      Ich freue mich über Eure Antworten.
      Viele Grüße

      Schlupi & Lilli

    • Jaaaaa Dialekte - sind schon was seltsames, skurriles, und sehr witziges... :D

      Ich komme ursprünglich aus dem Schwarzwald, hab länger im Schwäbischen gelebt, und bin nun im Allgäu gelandet. Aber verständigen konnte ich mich überall (ist ja alles Süden), und ich passe mich auch an (mittlerweile gibt's hier keine Weckle mehr sondern Semmeln ;) ).


      Aber beim Thema Dialekte fällt mir eine ganz besondere Situation ein. Damals hab ich an der Uni Tübingen gearbeitet, also so richtig im Schwäbischen.
      Und wie es an Unis so ist, da kommen ganz viele Leute von auch weiter her um dort zu arbeiten. Ich hatte eine Kollegin aus Hildesheim, die mich grundsätzlich dazu holen musste, wenn ein Handwerker oder Techniker im Haus war. Sie hat nämlich nicht-ein-einziges-Wort-verstanden von dem was er sagte... :D :D .

      Aber was ich eigentlich erzählen wollte war, dass zu einer Kollegin in einem Reitstall mal gesagt wurde "heb mol des Pferd". Und sie hat schier Schnappatmung bekommen weil sie dachte, sie könne doch das Pferd nicht hochheben, dabei war natürlich "festhalten" damit gemeint, wie jeder hier im Süden natürlich weiß... :P :D
      Viele Grüße von Heike und den Mädels
    • Ich bin in München geboren und mit bayerischem Dialekt aufgewachsen.
      Mein Mann ist gebürtiger Berliner, kam aber mit drei Jahren nach Niederbayern und ist hier aufgewachsen. Da seine Familie immer hochdeutsch sprach, ist er zweisprachig. So kann er also zumindest verstehen, was ich sage. Wir passen sprachmäßig aber nicht so gut zusammen, finde ich. :haumichweg: :haumichweg:

      In München wurde ein gemäßigtes Bayrisch gesprochen, wie ich finde.
      Als ich nach Niederbayern zog, gab es sogar für mich, die ich mein Leben lang Dialekt gesprochen habe, das ein oder andere sprachliche Schockerlebnis. 8o

      Beispielsweise, als mir die Verkäuferin in einer Bäckerei nach längerer Abwesenheit erzählte, sie sei krankgeschrieben gewesen, weil sie sich "d`Händ brocha hod".

      Also - sie hat sich die Hände gebrochen.
      In München war die Mehrzahl von einer Hand - zwei Hände...also Händ.
      Ich hab sie bedauert, und nachgefragt, wie man das Leben bewäligt mit zwei Gipshänden. Da hat sich herausgestellt, dass sie nur die eine Hand gebrochen hatte, aber man sagt hier auch schon zu einer Hand d`Händ. :rolleyes:

      Der Metzger fragte mich, ob ich "a Rogl" brauche.
      Da hat mich dann mein preissischer Mann aufgeklärt, dass eine Rogl eine Tüte ist. :D

      Und als ich während des Hausbaus von einem hilfsbereiten Nachbarn gefragt wurde, ob ich einen Spriitzguach hätte, war ich auch dezent überfordert.
      Auch da war es Manfred, der mich aufgeklärt hat, dass da ein Hörfehler meinerseits vorlag.
      Von mir wurde ein Spritzkruag verlangt.....eine Gießkanne also.

      Warum kann man das dann nicht geich so sagen? ?(
      :haumichweg:


      Aber grundsätzlich gilt für mich: Wer Bayrisch versteht, versteht alles. :haumichweg:
      Liebe Grüsse von Doris und Paul
    • Apropos Bayrisch, da fällt mir noch ne Anekdote ein :D .

      Dieser Dialekt hat mir mal eine, hmm, sagen wir mal - nette Herrenbekanntschaft - versaut :rolleyes: . Ich hab als junges Mädel in einer Disko mal einen "eigentlich" ganz netten Kerl kennen gelernt. Das Problem war nur, dass er so dermaßen bayrischen Dialekt sprach, dass ich ihn in der lauten Disko tatsächlich überhaupt nicht mehr verstehen konnte, obwohl ich selbst ja auch Süddeutsche bin. Es war auch so laut ringsherum, dass er mir immer direkt ins Ohr schreien musste, so dass mir auch Lippenlesen keine Hilfe war.

      Wir haben dann gemeinschaftlich entschlossen, dass jeder wieder seiner Wege geht weil *blabla* *hää?* *blabla* *häääää?* *blabla* *häääääääääää????* einfach keine Basis sein kann. ^^


      Wer weiß, was daraus hätte werden können... :haumichweg: :rolleyes:
      Viele Grüße von Heike und den Mädels
    • Wenn die die Familie im fiesesten hessischen Hinterländer Dialekt losquatscht stehe ich meistens ziemlich ratlos daneben :rolleyes:
      Meistens tun sie mir den Gefallen und sprechen einen gemäßigten Dialekt. Da verstehe ich nur einzelne Worte nicht, die sich mir dann aber aus dem Zusammenhang erschließen.
      Er wiederum behauptet ich spreche zwei Dialekte: Ruhrpott und klugscheißerisch.
      Wobei er Ruhrpott in der Regel gut versteht. Da sind es ja meistens nicht die Worte die so stark verändert werden, sondern es ist oft eher ein kreativer Umgang mit Satzstellung und Grammatik.
      So was wie:" Boar komm, geh mich fott!"
      Und ansonsten spreche ich seiner Meinung nach klugscheißerisch. Besonders dann wenn mir etwas wichtig und ich möchte dass mein Gegenüber wirklich versteht.
      Leider dann scheinbar mit einem Wortschatz mit dem der hessische Bauer überfordert ist :rolleyes:

      PS: Er bittet um die Ergänzung dass ich beide Dialekte mit dem Akzent "Vorlaut" spreche

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bananenhamster ()

    • Ich oute mich mal: ich finde Dialekte sehr anstrengend.

      Oft ist es für mich einfach "falsche" Aussprache, Rechtschreibung und Grammatik. Ich mag das nicht.

      Als Beispiel:

      In einer Kochsendung im Fernsehen sagt ein Koch:

      "Dem Klaus sein Wirsching" (und meint: das hier ist der Wirsing-Kohl, den unser Kandidat Klaus gekocht hat) - das ertrage ich nur sehr schwer, ich möchte das so nicht hören :shocked:

      Ist aber mein Problem, ich kann dann ja einfach wegschalten, mach ich auch :D
    • FrauPudel schrieb:

      Oft ist es für mich einfach "falsche" Aussprache, Rechtschreibung und Grammatik. Ich mag das nicht.
      Das mag ich allerdings auch überhaupt nicht, und so spreche ich meinen Dialekt (der eh sehr gemäßigt ist wie ich finde) auch nicht. Grammatik und Satzstellung usw. ist mir auch wichtig, und mir tut das auch in den Ohren weh, wenn ich sowas ganz Gräusliges hören muss)
      Viele Grüße von Heike und den Mädels
    • @FrauPudel das geht mir so manches mal auch so :D

      Mein BZL ist Italiener aus Bayern und spricht eine interessante Mischung manchmal 8| :haumichweg: Aber er tut uns den Gefallen und spricht mehr hochdeutsch. Sonst hätte er wohl auch Probleme, da wir seine Arbeitswünsche wohl nicht immer umsetzen könnten :angel:
      "Hunde sind wie Bücher, man muss nur in ihnen lesen können, dann kann man viel lernen."

      ~ Oliver Jobes ~

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Skadi ()

    • in Münster gibt es auch eine alte und interessante "Geheimsprache". Masematte heißt sie und obwohl Masematte eine Geheimsprache sein sollte, wurde sie nicht einfach aus der Luft gegriffen. Im Ursprung war es eine Sprache des (früher) fahrenden Volkes. Also Händler, Gauner und eher sozial niedrig stehenden Leuten. Viele Begriffe entstammen dem Plattdeutschen und Rotwelschen und werden auch heute noch weitläufig genutzt. So gehört das Wort "malochen" heute zur Umgangssprache.Einige wenige Wörter gebe ich mal für Spaß hier zum Besten :D :

      Ärger - Brast

      Bett - Poofe

      Fahrrad - Leetze

      schlecht - schofel

      gut, schön - jovel

      regnen - meimeln

      Verwandschaft - Mischpoke

      Mädchen - Kaline, Schickse

      Mann - Seeger, Freier

      Hintern - Tokus

      hübsch, gut aussehend - kurant

      Gewinn - Reibach

      Hund - Töle

      u.s.w. ...... :P
      "Der Hund ist ein Ehrenmann; ich hoffe, einst in seinen Himmel zu kommen, nicht in den der Menschen." (Mark Twain) :Hund-smile:

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von tomstep ()

    • Ich finde Dialekte nett anzuhören, die einen mehr die anderen weniger. Meine persönlichen Erfahrungen mit Dialekten sind außerhalb von Wien nicht so gut.

      Also ich komme aus Wien und bin sprachlich nach der Schrift aufgewachsen. Ich fand das immer schon interessant wie verschieden das ist. Die einen in Wien sprechen nach der Schrift und zwei Häuser weiter kann es sein dass die ganze Familie im richtig harten Wiener Dialekt spricht.

      Jetzt wohne ich auf dem Land und bin hier halber Ausländer weil ich nach der Schrift rede. In Wien ist das ganz normal, und hier im Bundesland nebenan fragt man mich ob ich aus Deutschland komme ... und in Deutschland hört man wieder extrem das österreichische heraus! Alles in allem finde ich das ehrlichgesagt ziemlich nervig und ist bestimmt auch ein Grund warum ich in meiner jetzigen Heimat einfach nicht gerne mit (neuen) Menschen rede.

      Oft hat man mir "im Spaß" gesagt ich solle doch mal Deutsch lernen (gemeint war eben der Bauern Dialekt) und das nervt mich nicht nur, sondern bestärkt mich auch darin dass ich meine Sprache eben genau nicht ändern werde sondern mich sogar bemühe extra schön zu sprechen - weil recht machen kann man es sowieso niemanden. Wenn sie mich nach der Schrift nicht verstehen dann sollen sie selbst Deutsch lernen :!: Ich frage mich übrigens wie diese Leute die Schule gemeistert haben wenn sie jemanden der nach der Schrift redet nicht verstehen.

      Im geschriebenen Text kann ich Dialekt überhaupt nicht leiden, es ist grausig zu lesen und macht meiner Meinung nach auch keinen Sinn. Mir ist es egal wenn es jemand macht, ist jedem seine eigene Entscheidung aber ich finde es nicht schön ^^ Damit meine ich SMS oder Whats App Nachrichten, in sonstigen Texten finde ich es wieder nicht so störend.
    • Hallo Schlupi!

      Dialekte? Ich LIEBE Dialekte! :love:

      Allerdings bin ich da "vorgeschädigt", da ich als Meenzer Bub in Kindestagen immer im tiefsten Oberbayern Urlaub gemacht habe und erst mal so gut wie nichts verstanden habe... :whistling: Das änderte sich im Laufe der Jahre. :D

      Als BAP aktuell war begann ich mich, für den Dialekt der Kölner zu interessieren. Später lebte ich knapp 3 Jahre mit einer Schwäbin in Oberfranken zusammen. Two in One quasi. :D Dialekte waren in meinem Leben also fast überall. Und ich liebte sie, auch wenn es Zeit brauchte, um sie halbwegs zu verstehen.

      Heute habe ich nur noch wenig Probleme mit Dialekten, also sie zu verstehen. Allerdings gibt es einige Dialekte, da tu ich mich echt schwer. Remscheider Platt, tiefstes Sächsisch und schwäbisch, wie es auf der Schwäbischen Alp gesprochen wird. Da kommt bei mir die weiße Flagge... :rolleyes: :D :D

      @ Doris

      Hanca schrieb:

      Aber grundsätzlich gilt für mich: Wer Bayrisch versteht, versteht alles.
      Dachte ich auch mal... :P :D :D

      Liebe Grüße,
      Wulf und Dumbledore
      und Merlin und Hexe und Bessy
    • Ich liebe Dialekte und ich persönlich finde ja das wir Franken den schönsten Dialekt haben :thumbsup: :P
      Ist eigentlich auch ganz einfach bei uns gibt es nur "weiche" Buchstaben außer beim Senf der heißt in Franken Senft :D

      Lustig wir das dann beim buchstabieren von Namen P wie Baula, T wie Disch usw. :D

      Mein Lieblings Satz ist "des gehd fai ned" was so viel bedeutet wie "das kannst du so nicht machen". Unseren früheren Chef der aus dem Rheinland kam haben wir manchmal ganz schön zur Verzweiflung gebracht ?( :D :D

      Er musste mal auf einer Weihnachtsfeier Tag, Krieg und links auf englisch übersetzen. Da kommt ein ganz typischer fränkischer Satz dabei raus = day war left was so viel heißt wie die Sache läuft :D :D

      Aber auch da gibt es natürlich Unterschiede von Ort zu Ort. Auch Dörfer haben manchmal ganz andere Namen :S
      Liebe Grüße von Christina mit Baki

      All you need is Love and a Collie <3
    • Hallo Kurt!

      KuNiRider schrieb:

      früher konnte man die Stuttgarter Stadtteile noch am Dialekt unterscheiden.
      Ist in Mainz auch so, da kannst du die verschiedenen Stadtteile auch am Dialekt unterscheiden, wenn es auch nur Kleinigkeiten sind.

      Meine damalige Mitbewohnerin kam aus Plochingen, vielleicht daher die andere Aussprache. ;)

      Liebe Grüße,
      Wulf und Dumbledore
      und Merlin und Hexe und Bessy
    • Als Kind bin ich umgezogen. Vorher wurde viel Hochdeutsch gesprochen. Ich lernte noch die alte Schreibschrift. In der neuen Schule sah dann die neue Schreibschrift ganz anders aus und es wurde schwäbisch gesprochen. Ich kam mir vor wie ein Außerirdischer.
      mittlerweile verstehe ich es schon und einiges ist auch in meinen sprach Gebrauch über gegangen.
      weihnchtsbrödle also Plätzchen
      Teppich statt Decke
      Weckte statt Brötchen
      Haben mich schon sehr irritiert.
      später lernte ich dann noch sowas wie nebä naus gange