kastrationschip für einen 16 monate alten rüden???

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    • kastrationschip für einen 16 monate alten rüden???

      hallo zusammen!

      ich hab jetzt ne ganze weile in bestehenden threads zum thema kastration und kastrations-chip gesucht,
      aber ich habe nicht wirklich antworten auf meine fragen gefunden.

      stand der dinge: socke, mischling aus labrador und grosspudel, 16 monate alt, 31 kg schwer, 65 cm schulterhöhe,
      ausgestattet mit SEHR VIEL KRAFT, wenn er mal meint unbedingt irgendwo schnüffeln zu müssen.

      socke ist seit über einem jahr unser neues familienmitglied. er lernt sehr schnell, wir lieben ihn sehr, er ist entspannt, sehr geduldig, wenn er irgendwo warten soll,
      liebt ball- und hetzspiele, zeigt neuerdings jagdtrieb und ganz neu: steigt joggern, radfahrern und auch daherschlendernden menschen hinterher,
      die ihn bisher nie interessiert haben. - bisher war er draussen damit beschäftigt zu schnüffeln und zu schauen, dass er in unserer nähe bleibt.

      so langsam ändert sich sein verhalten draussen.- die pubertät ist in vollem gange?
      an der leine gehen ist mal äusserst stressig (ich denke ja, dass er ein paar der einzuschlagenden wege inzwischen gut kennt und weiss, wo
      er sich lösen kann/will/darf und bis zu diesen stellen ist ein lockeres "an der leine laufen" nicht möglich.
      nachdem er sich gelöst hat, ist alles wieder gut - soweit also alles nachvollziebar fein!
      oft ist das laufen an der leine draussen auch aus hundehalter-sicht perfekt! - lockere leine, immer wieder sichtkontakt - ich könnte es mir nicht besser wünschen!

      was aber in den letzten wochen intensiver geworden ist, sind extreme rucke an der leine, mit denen socke mich echt dahin zerrt, wohin er möchte.
      mir wird damit bewusst, dass ich an die grenzen meiner körperlichen fähigkeiten komme, ihn zu halten, wenn er:
      zu anderen hunden will (löse ich im moment immer noch ganz gut damit, dass ich ihn zwischen meinen beinen sitzen lasse, bis der andere hund
      vorbeigelaufen ist - socke bellt nicht, knurrt nicht - ist nur extrem angespannt - ... wird mit leckerlie belohnt, wenn der andere hund vorbeigegangen ist.)
      eine "weibliche spur aufgenommen hat" - (da habe ich kaum eine chance, ihn umzulenken - weder mit worten, noch mit leckerlie, noch mit ablenkung)
      er etwas jagen will. (krähen auf einem feld? --- in ca. 70% der fälle reicht ein "nein!" karnickel, gar rehe... nöööö - da reicht das nein nicht mehr...)

      will heissen: socke dampft ab, lebt seinen jagd-trieb aus und kommt dann zurück - soweit (fast) ok.
      (ok - das ist evtl. ein anderes thema: anti-jagd-training - hat vielleicht nich zwingend was mit der pubertät/kastration zu tun)

      meine frage nun:
      was denkt ihr zur kastration - zu einem kastrations-chip?
      was meint ihr dazu im bezug auf sein alter (16 monate)
      von seinen 6 hundegeschwistern sind 3 schon kastriert worden - die ergebnisse im verhalten stehen noch aus...

      wir haben unseren hund scotti damals mit einem kastra-chip "auf probe" kastrieren lassen und ...
      es war schlimm! - scotti wurde völlig lahm, lethargisch, - er war nicht mehr "unser scotti"
      als die hormone sich ausgeschlichen haben, nach ca. 6 monaten wurde er wieder fröhlich, hat wieder gespielt,
      hatte aber auch viel stress mit anderen hunden. - müsste ich mich bei scotti wieder entscheiden, dann war es bei ihm richtig,
      in NICHT kastriert haben zu lassen! - er hat mir aber auch nie "den arm ausgerissen", weil er irgendwo hin wollte;
      er hatte zwar auch knappe 60 cm schulterhöhe, aber er hat stets unterschieden, wer am leinenende war.
      bei unserem sohn hat er NIE gezogen, bei mir auch nicht, bei meinem mann: volle suppe!... scotti hat unterschieden...

      damals habe ich öfter gehört, dass der kastrations-chip nicht vergleichbar ist mit einer wirklichen kastration.
      was meint ihr dazu?

      meine gedanken: wann ist (wenn denn überhaupt) der richtige zeitpunkt für eine kastration oder eben die simulation per hormongabe?

      nachdem ein rüde einen deckakt erleben konnte oder vorher, damit er das gar nicht erst kennt?
      in welcher entwicklungsphase kann eine kastration überhaupt sinn machen?

      im moment denke ich, dass es sinnvoll ist, mit einem kastrations-chip bald seine veränderung "zu testen", bevor man etwas irreversibles vornehmen lässt.
      irgendwie bin ich aber auch gedanklich immer noch nicht an der stelle, an der ich die entscheidung tragen mag, seine natur zu verändern.
      andererseits machen mir aussagen von anderen hh angst, dass ich nicht in der lage sein werde, mich gegen seine kraft zu stemmen, wenn er
      "anders will, als ich will"...

      mir ist bewusst, dass ich mit dieser frage gegner und befürworter auf den plan rufen werde.
      ich weiss, dass es jetzt kritik hageln wird um meine überlegungen.
      aber es ist mir lieber mit erfahrungen und kritik beschossen zu werden, als uninformiert zu handeln.

      ich mag socke nicht seine jugend nehmen und ihm auch nicht vorenthalten, sich männlich auszuleben;
      aber ich muss sicherstellen, dass ich ihn halten/im griff haben werde... auch in zukunft!

      bin gespannt auf eure antworten

      ulla :hello:
      socken machen nicht nur die füsse warm ♥
    • sockenfrau schrieb:

      meine gedanken: wann ist (wenn denn überhaupt) der richtige zeitpunkt für eine kastration

      Da die Kastration eines gesunden Hundes in Deutschlad verboten ist, erübrigt sich die Überlegung nach einem richtigen Zeitpunkt.


      sockenfrau schrieb:

      nachdem ein rüde einen deckakt erleben konnte oder vorher, damit er das gar nicht erst kennt?

      Bitte nimm es mir nicht übel - aber bei der Frage gruselt mich gerade ein wenig. :shocked: :rolleyes:
      Ein Rüde sollte überhaupt keinen Deckakt erleben, es sei denn, er ist ein Deckrüde, der sämtliche Voraussetzungen erfüllt, die der jeweilige Zuchtverband vorschreibt. Dann wird er aber logischerweise nicht kastriert.


      sockenfrau schrieb:

      aber ich muss sicherstellen, dass ich ihn halten/im griff haben werde..

      Ausnahmslos alle Probleme, die du in deinem Beitrag schilderst, wirst du ausschließlich durch konsequente Erziehung in den Griff kriegen - nicht durch eine Kastration und nicht durch einen Chip.

      Ich würde dazu raten, zusammen mit einem kompetenten Trainer an den Problemen zu arbeiten.
      Liebe Grüsse von Doris und den Jagdraubtieren Paul und Rudi
    • Ich würde da ehrlich gesagt nicht an eine Kastration oder einen Chip denken. Wenn er bei läufigen Hündinnen extrem leiden sollte, dann eher, aber ansonsten ist es doch normal dass sich ein intakter Rüde für läufige Hundemädels interessiert.
      Dazu ist er noch in der Pubertät. Dass dann mal das ein oder Andere total interessant wird, und man das brave laufen an der Leine mal vergisst, kann dann nunmal passieren.

      Meine Idee wäre evtl ein Geschirr mit Frontring zu nutzen damit du mit seiner Kraft weniger Probleme hast, und ansonsten : Halte durch, dein Bub braucht keinen Chip, nur Geduld und Training. Geht alles nicht von heut auf morgen, und beim Pubertier dauert alles nochmal länger.
      Liebe Grüße von Lisa mit Schnäuzerine Lilo und Omi Susi :)
    • Also ehrlich gesagt habe ich nicht richtig verstanden, warum genau du bei Socke über eine (chemische) Kastration nachdenkst.
      Weil er an der Leine zieht/ruckt?
      Weil er jagt?
      Weil er groß und stark ist?
      Weil er sich für läufige Hündinnen interessiert?

      Zum Leineziehen: Das ist eine Erziehungssache! Socke hat anscheinend noch keine zuverlässige Leinenführigkeit gelernt bzw. kann diese aus Pubertätsgründen gerade nicht zuverlässig umsetzen. Vielleicht ist er auch ein (entweder dauerhaft oder momentan, pubertätsbedingt) eher reizoffener Hund, dem es aufgrund zahlreicher Ablenkungen in seiner Umgebung schwerfällt, gesittet an der Leine zu gehen. Das kannst du aber durch eine Kastra nicht wegoperieren! Hier ist konsequentes Leinenführigkeitstraining gefragt, ggf. mit einem Hilfsmittel wie z. B. dem bereits genannten Geschirr mit Frontring oder einem Kopfhalfter (letzteres bitte nur unter Anleitung eines kompetenten Trainers, der dir zeigt, wie man richtig damit arbeitet!!).

      Zum Jagen: Jagdtrieb steckt in einem sehr großen Teil unserer Hunde drin. Sowohl Labrador als auch Pudel waren ganz ursprünglich Jagdhunde und da ist es kein Wunder, dass ein gewisser Jagdtrieb in deinem Socke drinsteckt. Der hat aber mit Testosteron überhaupt gar nichts zu tun. Entsprechend wird eine Kastration null komma nichts an seinem Jagdverhalten ändern. Auch hier werdet ihr, wie du ja bereits erwähnt hast, mit Erziehung bzw. einem speziellen Anti-Jagd-Training ran müssen.

      Zum Thema "groß und stark": Du hast eine Mischung aus Labbi und Großpudel. Dass man den nicht an zwei Fingern festhält, wenn er irgendwo hin möchte, hätte euch zum Zeitpunkt der Hundeanschaffung klar sein müssen. Das meine ich nicht böse, aber so ist es nun einmal. Und auch an seiner Körperkraft änderst du durch eine Kastra nichts. Der kann (und wird) dich danach genauso durch die Gegend schleifen, wenn er etwas Spannendes gerochen oder gesehen hat.

      Zum Thema läufige Hündinnen: Das ist der einzige Punkt in deinem ganzen langen Post, der sich durch eine Kastration vermutlich ändern würde. Klar, wenn ich einem Rüden seine Sexualhormone nehme, nimmt der Sexualtrieb und damit das Interesse an läufigen Hündinnen ab. Aber: So wie du Sockes Verhalten beschreibst, ist es meines Erwachtens vollkommen im Rahmen für einen pubertierenden intakten Rüden. Natürlich findet der läufige Hündinnen interessant; es wäre fast schon unnormal, wenn dem nicht so wäre! Ich finde es vollkommen überzogen, wegen dieser Form des Interesses einen Rüden kastrieren zu lassen. Sexualtrieb gehört zu einem Lebewesen dazu, ob uns das nun passt oder nicht. Wenn Socke, weil er eine läufige Hündin gerochen hat, das Fressen einstellen würde, wenn er nicht mehr schlafen könnte, wenn er aufgrund seiner überschießenden Sexualhormone ständig Vorhautentzündungen oder Prostataprobleme bekäme... Das wären Gründe, aufgrund derer ich über eine Kastra nachdenken würde. Weil sie zeigen, dass mein Rüde unter seinen Hormonen tatsächlich leidet. Aber nur weil die Erziehung aufgrund der Hormone ein klein wenig schwieriger ist? Nur weil der Hund für mich dadurch nicht ganz so bequem ist? :huh:

      Da ich ja selbst einen unkastrierten Rüden habe, weiß ich, wovon ich spreche. ;) Klar, Rico ist mit seinen 10-11 Kilo sicherlich einfacher festzuhalten als Socke. Aber glaub mir, auch ein kleiner Rüde auf Testosteron kann dich Nerven kosten. Es gab Zeiten, da war Rico null kontrollierbar, wenn er eine läufige Hündin in der Nase hatte. Ich denke da an unseren Hundeplatz, auf dem auch läufige Hündinnen trainieren dürfen. Es gab eine Zeit, da löste ich die Leine und Rico war wie von Sinnen weg (der eine oder die andere erinnert sich vielleicht noch an entsprechende Schilderungen hier im Forum). Keine Chance, irgendeine Art von Gehorsam oder Arbeitsbereitschaft hinzukriegen! Rico fing in der Pubertät auch an, andere intakte Rüden anzupöbeln. Zwar hat er meines Erachtens hauptsächlich testosteronunabhängige Probleme mit Artgenossen, aber dieses Andere-intakte-Rüden-ätzend-Finden hat sicherlich auch etwas mit seinem Sexualtrieb zu tun. Und ja, es ist auch mit einem 10 Kilo-Hund ätzend, wenn er zähnefletschend in die Leine springt!
      Inzwischen ist Rico vier Jahre alt und ich habe beide Probleme durch Erziehung und Training weitgehend in den Griff bekommen. Ist eine läufige Hündin (bzw. deren Geruch) anwesend, merke ich immer noch, dass es Rico schwerer fällt, sich zu konzentrieren. Seine Leistung ist dann meist immer noch nicht ganz so perfekt wie ohne läufige Hündin. Aber er arbeitet trotzdem mit mir! Und das inzwischen sogar durchaus ganz gut. Auch die Rüden- bzw. allgemein Artgenossenproblematik haben wir inzwischen gut im Griff. Klar, es gibt mal Situationen, in denen er noch ausrastet. Aber das kommt inzwischen fast nur noch bei freilaufenden Tut-Nixen vor oder in Situationen, in denen wir uns echt eng am anderen Hund vorbeiquetschen müssen. Und wie gesagt, hierbei spielen bei Rico noch ganz andere Dinge als sein Testosteron eine Rolle (rassetypischer Charakter, individuelle Negativerfahrungen....).
      Fazit: Solange das Sexualverhalten sich im normalen Rahmen bewegt (und deiner Schilderung zugfolge ist das bei Socke ganz klar der Fall), kann man das wunderbar durch Erziehung lösen! Da braucht es keine Kastra!



      Und zum guten Schluss:

      sockenfrau schrieb:

      nachdem ein rüde einen deckakt erleben konnte oder vorher, damit er das gar nicht erst kennt?
      Eigentlich hat @Hanca hierzu schon genau die richtigen Worte gefunden, aber ich muss dazu einfach auch noch etwas schreiben, auch wenn es sich dann letztlich doppelt. Ich finde es hochgradig verantwortungslos, einen Rüden decken zu lassen, einfach nur weil "der das mal erleben soll", "das zu einem erfüllten Rüdenleben dazugehört" o. Ä. Ein seriöser Züchter lässt seinen zukünftigen Deckrüden medizinisch auf links krempeln, um sicherzugehen, dass er gesund und genetisch nicht vorbelastet ist. Ein seriöser Züchter verfolgt ein Zuchtziel und Rüde und Hündin werden sorgfältig zueinander ausgewählt, sodass die Verpaarung der betreffenden Hunde im besten Fall vorteilhaft für die Rasse ist. So sieht ein verantwortungsvoller Deckakt aus! Den eigenen Rüden dagegen einfach mal auf die nette Nachbarshündin (oder sonst irgendeine Hündin) hüpfen zu lassen, weil die beiden ja so "verliebt" sind, man sich die Welpen aus dieser Verpaarung so süß vorstellt oder die Hunde einfach mal "ihrem natürlichen Trieb nachgehen sollen", das ist verantwortungslose Vermehrerei! Klar, der Rüde hat den einfachsten Part, aber für die Hündin sind Trächtigkeit, Geburt und Welpenaufzucht kein Pappenstiel, die Welpen bekommen evtl. genetische oder aufzuchtsbedingte Erkrankungen mit, weil man keine Ahnung von Zucht hatte, und ein gutes(!) Zuhause muss auch erst mal für alle Welpen gefunden werden!
      Ich glaube, ich habe es deutlich gemacht: Kenntnislose Herumvermehrerei ist für mich ein absolutes No-Go. Und auch gar nicht nötig, denn die allermeisten Rüden kommen auch in intaktem Zustand wunderbar damit klar, niemals decken zu dürfen, solange der Mensch ihnen andere Lebensinhalte bietet.
      Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
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      Jon Bon Jovi
    • Ich sehe in deiner Beschreibung von Sockes Verhalten keinen Grund für eine Kastration bzw. den Chip als "Probelauf".

      Ich würde einen meiner Rüden kastrieren lassen wenn sie tagelang nicht fressen würden und ruhelos und winselnd durchˋs Haus laufen wenn eine Hündin in der Nähe läufig ist.

      Jagdtrieb lässt sich durch eine Kastration nicht verändern, Socke pöbelt nicht an der Leine wenn ihr anderen Hunden begegnet, er scheint also kein Problem mit anderen intakten Artgenossen zu haben und meine Hunde vergessen auch mal ihre Leinenführigkeit wenn die Hündinnen im Dorf sind. Mein Vorteil ist, dass dann insgesamt 20 Kilo an der Leine ziehen wenn ich mit allen Hunden unterwegs bin und wenn ich Stehen bleibe oder die Richtung wechsle hat sich das mit dem Ziehen erledigt.

      Ich habe in der Hundeschule gesehen wie ein Ridgeback, der ungefähr in Sockes Alter sein müsste an einem Geschirr mit Frontring geführt wurde wie @Terri_Lis_07 geschrieben hat. Dann würde ich aber darauf achten, dass das Geschirr wirklich gut sitzt denn das Geschirr rutscht beim Rideback soweit zur Seite, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass dann noch viel Führung und Kontrolle vorhanden ist. Der Ridgeback hat auch gerade die Hündinnen für sich entdeckt und viel Rally Obedience ist nicht mehr möglich wenn Hündinnen in dem Kurs sind.

      Und ein Deckakt darf für einen Rüden der kein Zuchtrüde ist keine Option sein.

      Nimm Socke nicht die Hormone die er im Moment für seine Entwicklung braucht und such dir bitte Hilfe bei einem positiv arbeitenden Trainer wenn du allein nicht weiter kommst.
      Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina

      Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
      Suzanne Clothier
    • Solltest du dich, warum auch immer, für eine Kastration entscheiden, lass Socke bitte vorher erwachsen werden.
      Erwachsen ist ein Labrador frühstens mit drei Jahren. Gib Socke bitte die Zeit, erwachsen zu werden. Ein ewiges Kind an der Leine, weil der Hund frühzeitig kastriert wurde, ist auch sehr anstrengend.

      Und informiere dich bitte mit dem möglichen Nachwirkungen einer Kastration. Caro in alter von vier Jahren musste aufgrund einer medizinischen Indikation kastriert werden und sie hat die Narkose nicht vertragen. Das war echt der größte Horror!
      Kiara wurde mit fünf Jahren wegen einer medizinischen Indikation kastriert.

      Beiden Damen fehlen die Hormone und besonders bei Caro, die in ihren ersten Jahren keine Reize kennen gelernt hat, wären die Hormone extrem wichtig.
      Ein unsicherer Hund wird noch unsicherer, wenn die hormone genommen werden.
      Außerdem kann eine Kastration halt auch gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Also bitte ich dich, dich genau zu informieren. Denn eine Kastration kann nicht rückgängig gemacht werden.
    • danke @isa!

      ja - das werde ich auf jeden fall tun: mich sehr genau informieren und sehr genau abwägen, ob eine kastration in frage kommt.

      auch weil ich mir bewusst bin, die nicht mehr rückgängig machen zu können!
      grad deswegen spreche ich ja auch vom kastra-chip.

      eben auch aufgrund der erfahrung mit scotti!

      zu allen anderen hinweisen und ratschlägen antworte ich nochmal gesondert.
      ich wusste zum beispiel tatsächlich nicht, das kastrationen ohne medizinische indikation verboten sind.

      ich bin wirklich sehr froh, hier so viele antworten und meinungen zu bekommen - danke!

      ulla :hello:
      socken machen nicht nur die füsse warm ♥
    • Ich kann dir nur mal meine Erfahrungen mit unserem Dusty erzählen. Zu den anderen Punkten wurde ja eh schon viel gesagt.

      Wir haben ihn mit ca 5 Jahren unkastriert übernommen.
      Er war sehr unsicher anfangs und auch sehr ruhig anderen Hunden gegenüber. Mit der Zeit wurde er sehr selbstbewusst und hat auch mit anderen Rüden gestänkert, hat sich auch für Hündinnen interessiert und hat in bestimmten Situationen mich an meine körperlichen Grenzen gebracht. Er hatte anfangs 40 Kilo und dann haben wir ihn so auf 35 Lilo abgespeckt.
      Er hat z.B. Postboten gehasst und da hab ich echt Schwierigkeiten gehabt, ihn zu halten.
      Jagen war seine Leidenschaft (Huskyanteil), das war echt schwer, das zu handhaben.

      Wir mussten ihn mit ca 10 Jahren wegen Prostataproblemen kastrieren lassen.
      Und ich muss sagen, er hat trotzdem gestänkert, er hat trotzdem gejagt und er hat trotzdem mit Hündinnen geflirtet. Allerdings hat es ihn nicht mehr groß interessiert, wenn eine läufig war.
      Sonst war er fast genauso.
      :)
      LG Schlundi <3
    • Ich muss Lilo innerhalb der nächsten Wochen ja kastrieren lassen ( sie ist jetzt grad mal 18,5 Monate, bzw 1,5 Jahre alt), und ich tu das echt ungern. Ein Schnauzer ist ebenfalls Spätentwickler. 1,5 bis 2 Jahre zur körperlichen Reife, und frühestens mit 3 Jahren sind sie geistig fertig. Außerdem ist sie stellenweise sehr unsicher, und ich muss ihr Hormone und die Möglichkeit zum weiter Reifen klauen, weil weitere Läufigkeiten für sie zu gefährlich wären, und ein intakt bleiben bei ihr bis zu 8 Monate im Jahr voller hormonell bedingter Qualen bedeuten würden.
      Ich stell es mir zugegeben irgendwie paradiesisch vor mit Rüden. Dass die auch leiden können wenn eine tolle Hündin in der Nachbarschaft läufig werden können und problematisch mit anderen Rüden sein können ist mir bewusst, aber sie können nicht läufig, nicht Scheinträchtig und nicht scheinmutterig werden. Davon ab hat man beim Rüden im Ernstfall ja die Möglichkeit mit einem Chip zu schauen ob sich etwas bessert oder gar verschlimmert.
      Aber klar, Rüden haben oft mehr Kraft als die Hündinnen selbiger Rasse. Und ganz unabhängig vom Geschlecht, sollte man sich finde ich gut überlegen wieviel Hund man haben möchte. Hat man sich für 30 Kilo entschieden, ist das halt ne andere Nummer als bei 15 Kilo. Aber wie gesagt : Es gibt inzwischen echt humane Hilfsmittel die einen da unterstützen können, wenn man weiß wie man sie nutzen kann ( beim Geschirr sachte ich übrigens an Dog Copenhagen, Ruffwear, oder das Hunter Divo... Nicht diese Gurtbandverschnitte vom Rütter, die schneiden ein).
      Liebe Grüße von Lisa mit Schnäuzerine Lilo und Omi Susi :)
    • hallo lisa -
      ja, das ist wirklich schade, dass du lilo ungewollt kastrieren lassen MUSST!

      ich denke, ich kann nachvollziehen, was du mir sagen willst. - danke dafür!

      nur noch kurz zur entscheidung, "wieviel hund man will"
      scotti hatte auch knapp 30 kg aber niemals ein so stürmisches wesen wie socke.
      unsere entscheidung für "viel hund" war gewollt.
      wir alle sind über 1,80m lang und absolut keine streichholzpuppen.
      will sagen: es handelt sich hier nicht um ein missverhältnis zwischen menschlicher statur und hundegrösse.
      ich hatte aber nicht mit soviel "sprunghaftigkeit" gerechnet. wenn socke meint, er muss los, dann aus dem stand 5m weit....

      auch will ich hier mal erzählen, was ich am letzten freitag so empfunden habe:
      ein rhodesian rigdeback, 4 jahre alt. kastriert mit 1,5 jahren. - ich bin mit seienen haltern befreundet.
      bei ihrem richtfest in corona-freien zeiten hat der ridge-back jeden besucher mit knurren, bellen, auf sie zulaufen erstmal "gestellt",
      obwohl er jeden gast kannt - auch ich bin erstarrt, als er auf mich zugetobt kam ...

      letzten freitag habe ich dann mit den bekannten in der wohnung gesessen und mir wurde bewusst, was für eine "schlaftablette" der ridge ist.
      ok - er war durch eine überdehnung angeschlagen...aber ein fröhlicher hund war das nicht.
      das hat mich so extrem an scotti erinnert in der zeit, in der der kastra-chip aktiv war -
      lethargisch, abgesondert, "unnormal"

      ein hund zwischen: ich stelle euch alle erstmal und dann gehe ich schlafen.
      ich weiss nicht, wie ich es besser ausdrücken soll...
      da ist kein wesen erkennbar. der geht auf angriff und ist doch völlig "lahm"

      ich fand es schrecklich, diesen hund so zu sehen und auch das hat mich zum nachdenken gebracht.

      wie gesagt: ich frage ja hier, weil ich völlig verunsichert bin.


      ulla :hello:
      socken machen nicht nur die füsse warm ♥
    • Puh, ich hoffe ehrlich gesagt nicht dass aus Lilo dann das gleiche wird wie aus dem Ridgeback :/

      Zwecks dem Gewicht meinte ich damit eigentlich nur dass 30 Kilo natürlich mehr Wums haben, und grade bei einem jungen Hund kommt sowas öfter mal vor. Ich kenne das übrigens auch von Lilo. Da riecht es mal ganz interessant, oder es geht mit ihr durch und sie kriegt an den unmöglichsten Stellen ihren Bekloppten nur weil sie grad ihr Geschäft gemacht hat, oder das Laub an dieser Stelle so unglaublich verführerisch ist. Mit 19 Kilo ist das schon nervig, da bin ich in solchen Momenten froh dass ich mich doch nur für den Mittelschnauz entschieden hab, und nicht für einen Riesen. Ab einer bestimmten Größe macht man halt auch mal nen Satz, vor allem wenn eine gewisse Power dahinter steckt, selbst wenn man eigentlich standfest ist, oder kräftig. Ich hab schon einen großen, kräftigen Mann stürzen sehen, weil sein Airedale Rüde ( auch im Alter von Socke, und Ähnliches Gewicht zu dem Zeitpunkt damals), es kaum erwarten konnte in den Salon eigenen Knabberartikelladen rein zu gehen ( plus Gerüche von vielen Hunden, darunter auch mal läufigen Hündinnen gewesen). Der hat einfach vergessen dass noch jemand hinten dran hing. :D
      Liebe Grüße von Lisa mit Schnäuzerine Lilo und Omi Susi :)
    • ich mag noch mal was sagen zu dem, was ich eingangs geschrieben habe:

      ich hab mich wohl mal wieder falsch ausgedrückt mit dem wort "deckakt"
      ich habe das wort als "feinere" wahl zu dem wort "rammeln" gewählt.
      das war sicherlich falsch! bitte entschuldigt das!

      ich meinte folgendes:
      scotti hatte in den letzten 4 jahren einen gassigänger, der mir nach einer mittagsrunde
      mal fotos von einer sehr hübschen schnauzer(??)dame und unserem hund geschickt hat.
      er schrieb, dass scotti ganz seelig sei, weil er in abstimmung mit dem besitzer der hundedame "mal drauf durfte"
      (sie war kastriert. - hiess das nicht früher bei hündinnen sterilisiert???)

      das war es, was ich meinte - dass ein rüde mal rammeln darf, mal kennenlernen darf, was das ist, WENN es folgenlos sein wird.

      ich habe nie daran gedacht, dass er welpen zeugen sollt! no way!

      soviel habe ich inzwischen aus foren gelernt, dass es züchter und vermehrer gibt und dass
      es unverantwortlich ist, aus einer laune heraus welpen entstehen zu lassen!

      ich hoffe, das relativiert meinen eingangspost ein klein wenig,
      auch wenn viele andere meiner überlegungen noch sehr fragwürdig sind, nach euren antworten!

      ich habe die antworten verstanden - werde abwarten, pubertät abwarten, bericht der kastrierten/kastra-gechipten geschwister abwarten
      und weiter mit socke üben und an unserem team arbeiten.

      ulla :hello:
      socken machen nicht nur die füsse warm ♥
    • Naja, es gibt auch bei Hunden sexuell übertragbare Krankheiten.

      Ansonsten bedeutet "sterilisieren" das durchtrennen der Eileiter, bzw Hodenstränge. Es wird also nix entfernt, nur "lahm gelegt". Die Hündin kann so immernoch läufig werden soweit ich weiß und behält ihre Hormone, nur zeugungsfähig ist sie dann nicht mehr ( wobei das nicht zu 1000 Prozent sicher ist).
      Bei einer Kastration wird das entsprechende Geschlechtsorgan entnommen.
      Liebe Grüße von Lisa mit Schnäuzerine Lilo und Omi Susi :)
    • sockenfrau schrieb:

      ich meinte folgendes:
      scotti hatte in den letzten 4 jahren einen gassigänger, der mir nach einer mittagsrunde
      mal fotos von einer sehr hübschen schnauzer(??)dame und unserem hund geschickt hat.
      er schrieb, dass scotti ganz seelig sei, weil er in abstimmung mit dem besitzer der hundedame "mal drauf durfte"
      (sie war kastriert. - hiess das nicht früher bei hündinnen sterilisiert???)

      das war es, was ich meinte - dass ein rüde mal rammeln darf, mal kennenlernen darf, was das ist, WENN es folgenlos sein wird.
      Das ist mMn (fast) genau so verantwortungslos. Beim Deckakt kann es zu schweren Verletzungen kommen, wenn die Hunde Panik bekommen und sich voneinander losreißen. Dazu kommen noch die übertragbaren Krankheiten.

      Wäre derjenige bei mir Gassigänger gewsen, wär das das letzte mal gewesen, dass der mit einem meiner Hunde gegangen wär.

      Das sind Sachen, die man nur machen sollte, wenn man Ahnung davon hat, was man da macht.

      Und wenn man Ahnung davon hat, lässt man keinen Rüden einfach mal so über ne kastrierte Hündin...


      Abgesehen davon hat das "mal kennenlernen dürfen" meist die gegenteilige Auswirkung: Wenn der Rüde mal auf den Geschmack gekommen ist, gehts erst richtig los.
      Liebe Grüße von Julia, der Hound-Gang und dem Pü.





    • ok julia - auch deine meinung habe ich verstanden!

      ja- das ist eine sichtweise und beinhaltet deine vorsicht -
      kann ich gut verstehen.

      und jetzt werde ich sarkastisch: meine mutter hat immer gesagt: man kann auch in einer waschschüssel ersaufen;
      und ich sage immer: selbst atmen ist gefährlich...

      auch wenn ich mich jetzt hier zur kompletten zielscheibe eurer vorwürfe mache:
      NEIN! - ich würde unseren sehr verantwortungsvollen gassigänger auch für socke wieder buchen.

      und wenn ich mit der vorbeschriebenen vorsicht ans leben herangehen würde, hätte unser sohn niemals die offene holztreppe
      vom obergeschoss ins erdgeschoss betreten dürfen und ich würde ihn noch heute tragen.

      sorry, dass ich jetzt übertreibe, aber in meiner vorstellung heisst "hund sein" nicht nur gefälliger, gelehriger gespiele von menschen zu sein,
      sondern heisst auch, dass ein rüde ein rüde ist mit natürlichen bedürfnissen.
      und wenn diese sexuellen bedürfnisse in absprache mit dem halter einer nachbarhündin mal ausgelebt werden dürfen,
      dann empfinde ich das eher als "ich lasse meinem hund sein instinktgeführtes hundeleben"
      und sanktioniere ihn nicht als komplett domestiziertes wesen ohne eigenen willen und wünsche.

      phuuu--- ich schreibe mich grad in rage und bin mir des shit-storms bewusst, aber:
      scotti mal seinen urinstinkten folgen zu lassen war in meinen augen in der abgesprochenen situation VÖLLIG ok.

      ich habe keinen roboter, ich habe ein tierisches wesen zum familienmitglied gemacht.
      und auch er soll erfahren, was es ausmacht ein rüde zu sein!

      "ihr"
      (sorry - ich verallgemeinere hier grad posts von verschiedenen usern)
      sprecht davon, einen hund nicht zu früh zu kastrieren,
      ihm nicht in seiner jugend verharren zu lassen
      aber verweigert ihm, seine männlichkeit "kontrolliert" auszuleben?

      in meinem verständnis widerspricht sich das!

      määän... warum holen wir ein tier zu uns?
      um es um all seiner natürlichen entwicklungen zu beschneiden?

      wir wissen alle um den welpenspieldrang - um unser bemühen, dass ein welpe lernt, dass er uns in seinem spiel nicht weh tun darf.
      wir alle wissen um die phase der pubertät in der unsere hunde zeitweise auf "durchzug" stellen.
      aber wir alle wissen auch um die natürlichen bedürfnisse unserer hund.

      die sind doch nicht "gemacht" worden, um uns zu gefalle!
      die haben doch auch eigene bedürfnisse!

      phu - hier höre ich mal auf mit meinem plädoyer dafür, dass ein rüde seine sexualität auch mal ausleben dürfen sollte - so jedenfalls denke ich!

      beschiesst mich - feuert mich... aber so denke ich nunmal!

      ulla :hello:
      socken machen nicht nur die füsse warm ♥
    • Und du nimmst dir auch jeden Mann, den du grad anzüglich findest?

      Wenn du soweit zur Natur zurück möchtest, dann solltest du Socke aber auch mit anderen Rüden konkurrieren lassen, ein eigenes Rudel bilden lassen (da gehören Menschen nicht rein), jagen lassen usw.

      Du fragst dich, ob du das Recht hast, ihm seine Bedürfnisse zu entziehen? Als Hundehalter hast du das Recht deinen Hund ordentlich zu erziehen, so dass er niemanden belästigt oder stört.

      Sorry, aber du hast den Schuss echt nicht gehört.


    • 19Kenia98 schrieb:

      jagen lassen


      Das darf er ja schon: :/


      sockenfrau schrieb:

      will heissen: socke dampft ab, lebt seinen jagd-trieb aus und kommt dann zurück - soweit (fast) ok.



      sockenfrau schrieb:

      beschiesst mich - feuert mich... aber so denke ich nunmal!

      Es geht nicht darum dich zu beschiessen, Ulla.

      Aber ich würde dir dringendst ans Herz legen, deine Einstellung zur, bzw. deine Vorstellung von der Hundehaltung zu überdenken und zu ändern, und damit anzufangen, Socke ein wenig Erziehung zukommen zu lassen. Am besten unter der Anleitung eines erfahrenen Hundetrainers.
      Liebe Grüsse von Doris und den Jagdraubtieren Paul und Rudi