Nachbarshund /Junghund aus dem Tierheim bellt mich plötzlich an

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    • Nachbarshund /Junghund aus dem Tierheim bellt mich plötzlich an

      Hallo an alle,

      ich bin ganz neu hier und ich habe selbst keine Erfahrung mit Hunden. Aber ich bin gerade wirklich ein wenig verzweifelt,
      weil wir zwei ganz tolle Nachbarshunde haben. Einen Schäferhund und eine kleinen Mischling aus dem Tierheim. Ich habe beide so sehr ins Herz geschlossen und gehe jeden Tag an den Gartenzaun und spiele mit den Beiden.Beide freuen sich wenn ich runterkomme.

      Der kleine Mischling aus dem Tierheim ist jetzt fast ein Jahr alt (ca. 7 Monate in der Nachbarsfamilie) und hat wohl eine sehr schlimme Erfahrung mit Menschen gemacht und bellt jeden an und lässt sich von Menschen nicht anfassen. Ausser von seinem Frauchen nach längerer Gewöhungsphase und von mir. Herrchen darf ihn nicht anfassen oder nur wenn es Futter gibt. Mein Mann kommt an den Zaun und schon bellt der Kleine los.
      Unermüdlich.Will ihn vertreiben. Zeigt meiner Meinung nach Angst.

      Was mir aufgefallen ist, dass der Kleine den Schäferhund seit einigen Wochen dominiert und ihn oft in die Hinterläufe beisst und dem großen Hund kein Spielzeug abgibt. Und der Große gibt es auch an den kleinen mit quietschen ab.

      Letzte Woche war ich das erste mal im Garten bei den Beiden und der Kleine hat mich erst einmal ausgebellt. Dann kam er aber vorsichtig zu mir und hat mich beschnuppert. Ich habe ihn einfach machen lassen. Danach habe ich mit den Beiden noch gespielt. Der Kleine hat mich massiv angebellt als ich das Holzstöckchen werfen wollte. Hat die Ohren angelegt usw..
      Sobald ich dann später wieder hinterm Zaun gewesen bin war er wieder handzahm ich durfte ihn kraulen ,auch am Bauch, ihm Leckerli geben und Stöckchen werfen.Manchmal hat er sich sogar an den Zaun zu mir gelegt und kurz geschlafen.

      Seit gestern, fängt er plötzlich an ganz massiv zu bellen sobald ich mit dem Stöckchen nur am Zaun stehe und der Schäferhund traut sich nicht mehr sein Stöckchen zu holen, weil der Kleine ihn ständig beisst .Der Kleine springt hinten auf den Schäferhund und stellt sich richtig auf ihn.Bellt wie verrückt und springt auch an den Zaun und bellt mich an.

      Als ich dann heute noch ein Leckerli durch den Zaun steckte, war der Kleine so angespannt und unruhig das er sogar kurz nach mir geschnappt hat. Er war unheimlich aufgeregt und schon fast aggressiv.
      So kenne ich den Kleinen gar nicht. Sonst hat er das Leckerli vorsichtig genommen und hat sich gefreut. Da ich nie einen Hund hatte wollte ich jetzt fragen was ich tun soll? Ich hatte sogar kurz ein wenig Angst vor ihm. Das möchte ich nicht mehr. Denn die Beiden liegen mir sehr am Herzen.
      Die Nachbarin hat mir erzählt das er sehr viel kaputt macht im und am Haus und Sie ab und zu Schuhe nach im wirft oder mit einer Spritzpistole das permanente Bellen am Zaun unterbindet.

      Ich möchte weiterhin eine gute Beziehung zu den beiden Hunden und wollte fragen was ich jetzt tun soll? Ich habe mich nicht anders verhalten als sonst und der Schäferhund ist auch genauso wie immer. Was kann ich tun damit der Kleine wieder ruhiger wird und nicht mehr schnappt?
      Bzw. wie kann ich weiterhin eine gute Beziehung zu den beiden aufbauen?

      Vielen Dank schon mal für eure Hilfe.

      Gabriele
    • Erstmal herzlich willkommen bei uns. :hello:

      Was mir als erstes einfällt: Hast du mit deiner Nachbarin abgesprochen, dass du Stöckchen für ihre Hunde wirfst und sie fütterst?

      Es kann sein, dass der kleine Hund dich auffordernd anbellt damit du endlich sein Stöckchen wirfst. Manche Hunde werden relativ schnell zu sogenannten Balljunkies. Das kann sich dann dadurch zeigen, dass der Hund die Person die sein Bällchen (oder wie bei dir den Stock) in der Hand hält anbellt.

      Stöckchen werfen ist gefährlich weil der Stock splittern und sich in das Zahnfleisch der Hunde einspießen kann. Google mal dazu "Stöckchenverletzung Hund". Da sind einige nicht schöne Bilder dabei. Es gibt viele Alternativen zu Stöckchen die ungefährlich für Hunde sind.

      Bei Hunden, die in einem Haushalt leben kann es aufgrund von Ressourcen (und dazu gehört ein Stöckchen) zu Konflikten kommen aus denen auch eine Beißerei entstehen kann. So mancher Hundehalter hat zu dem Thema negative Erfahrungen gemacht.

      Ich würde das Stöcke werfen und das Leckerchen durch den Zaun stecken einstellen, zumal der Hund durch die Halterin auch bereits Ärger wegen der Bellerei am Zaun bekommt. Wenn du den Hunden helfen möchtest und Zeit mit ihnen verbringen dann würde ich Gassi mit ihnen gehen. Und richte bitte der Halterin aus, dass weder Schuhe nach dem Hund werfen noch ihn mit Wasser nassmachen die Probleme lösen werden, die sie mit dem Hund hat.

      Wenn sie sich selber hier anmeldet können wir versuchen ihr hilfreiche Tipps zu geben.
      Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina

      Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
      Suzanne Clothier
    • Hallo CrazyDogs,

      erst einmal danke fürs Willkommen heissen und für deinen Rat :)

      Als erstes möchte ich sagen das alles mit den Nachbarn abgesprochen ist. Ich bin da sehr drauf bedacht das ich nichts tue was die Nachbarn stört und gar verärgert da ich die Hunde ganz arg ins Herz geschlossen habe.Gerade der Schäferhund ist mir sehr nah. Er wartet oft lange am Zaun bis ich rauskomme und dann freut er sich so doll :-).

      Das mit den Stöckchen werde ich ab sofort unterlassen, da ich es nicht wusste und auch die Nachbarn anscheinend nicht. Ich möchte nicht das sich ein Tier verletzt :( .Zum Glück ist bisher nichts passiert.Das mit den Leckerli werde ich wohl eher nicht unterlassen, da es ein Bestandteil unseres Spieles geworden ist und die Nachbarin mir auch genau sagt wieviel ich geben darf :) -Was könnte ich zum Spielen benutzen? Der Schäferhund bringt mir das Spielzeug häufig nicht mehr zurück. Wäre es sinnvoll öfter zu den Beiden in den Garten zu gehen, als nur immer am Zaun zu spielen?

      Ich denke der Kleine ist ein Angsthund da er sehr viel schlimmes erlebt haben muss. Der arme Kerl.Vielleicht bedeutet das Bellen mir gegenüber ja wirklich nichts schlimmes. Aber er schnappt ja auch seit gestern ab und zu nach mir :( .Das hat er zuvor nie getan. Er legt dann immer die Ohren an und seine Rute schwingt nicht entspannt.

      Das mit dem Gassi gehen funktioniert noch nicht. Er hat solche Angst wenn ihn die Nachbarin vor die Tür bringt mit seiner Leine und wir mit ihm losziehen wollten. Er hat anscheinend die größte Angst vor Männern und meinen Mann akzeptiert er null. Er zittert, bellt, knurrt und macht sich klein. Das tut mir immer so weh.Wie kann ich dem Kleinen helfen mir mehr zu vertrauen und irgendwann mit uns spazieren zu gehen? Das muss denke ich ganz langsam gehen und vorsichtig. Nur wie?

      Ich traue mich nicht meiner Nachbarin zu sagen das es nicht okay war was Sie da mit ihrem Hund macht, weil ich Angst habe das ich die Hunde dann nicht mehr sehen darf.Wie könnte man das anbringen ohne das Gefühl zu erwecken man will sie bevormunden.

      Danke Dir nochmal für deine Hilfe.
      Gabriele
    • Hallo Janu :)

      der Kleine schnappt nach mir wenn ich Leckerlis dabei habe, bzw. durch den Zaun reiche, aber erst seit gestern. Vorher nie. Hat alles ganz vorsichtig genommen. Und der Schäferhund ist immer dabei. Er macht nichts ohne seinen großen Bruder.

      Der Kleine kommt auch nur längerfristig an den Zaun, wenn sein großer Bruder mit dabei ist. Wenn er weg geht, geht er mit. Oder hält sich nur noch kurz bei mir auf.

      Mir fällt da gerade etwas ein. Sein Frauchen hat mir erzählt das der Schäferhund öfter sein Futter auffrisst, also vom kleinen und auch die Leckerli. Kann da ein Zusammenhang bestehen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gabriele ()

    • Könnte ein „einfordern“ bzw. „verteidigen“ von Ressourcen (den Leckerlis) sein.
      Klingt ein bisschen so, als würde er gelernt haben Angriff ist die beste Verteidigung.
      Und außerdem ist es die Zeit, dass er in die Pubertät kommt, und austesten will wie weit er gehen kann, zb beim Schäferhund den er maßregelt in dem er ihm in die Beine beißt, auf in rauf krabbelt...
      Aber letztendlich kann man es nicht beurteilen, wenn man die Situation nicht gesehen hat.
      Ich würde raten, dass deine Nachbarin einen Hundetrainer zu Rate zieht.
      Das was ich dir raten kann, ignorier den Hund! Nimm die Erwartungshaltung raus, es passiert nichts wenn du an den Zaun kommst! Erst recht wenn ein unerwünschtes Verhalten gezeigt wird. Du könntest dich einfach nur an den Zaun stellen und nichts tun, erst wenn die Hunde sich ruhig und friedlich zu dir gesellen, kannst du sie unaufgeregt streicheln.
      Sind sie aufgeregt wenn sie dich am Zaun sehen?
    • Danke das Du mir das erklärst. Das ist wirklich hilfreich für mich. Ich werde mich jetzt einfach erst einmal nur an den Zaun stellen ohne ihnen ein Leckerli zu geben und abwarten was dann passiert.Wenn beide ruhig werden kann ich ja ein kleines Stück Leckerli geben.

      Also der Schäferhund freut sich wenn ich um die Ecke komme und quietscht und wedelt freudig mit dem Schwänzchen. Ist ausgeglichen.Wird relativ schnell ruhig. Allerdings merke ich das er schnell zum Spielen übergehen möchte. Er könnte 24 Stunden spielen :-).

      Der Kleine freut sich auch und quietscht laut, drückt sich dann ganz fest an den Zaun oder schmeisst sich sogar in den Maschendrahtzaun. Dann gebe ich den Beiden meist ein Stückchen vom Leckerli.
      Dann spielen wir zusammen. Der Kleine ist länger nervös und manchmal geht er auch weg vom Zaun und legt sich etwas entfernt ins Gras. Aber sobald ich mit dem Spielen anfange, springt er auf und kommt her.

      Der Kleine spielt aber nicht richtig. Er will nur das Spielzeug haben um es dann wegzutragen. Und sobald er Schäferhund sein Spielzeug einfordert, knurrt der Kleine und gibt es nicht her.
      Der Schäferhund gibt immer nach und überlässt dem Kleinen das Spielzeug.Auch bei den Zerrspielen.

      Soll ich besser zu den Beiden in den Garten gehen oder weiter am Zaun bleiben?

      Die Nachbarin würde sich freuen wenn der Kleine mit mir spazieren gehen würde, weil sie krank ist und manchmal nicht so oft raus kann. Und mir würde das sehr viel bedeuten. Aber das braucht denke ich noch länger Zeit, da der Kleine einfach noch zuviel Angst hat. Ich weiss manchmal einfach nicht wie ich mich richtig verhalten soll den Hunden gegenüber ,weil ich nie einen Hund hatte.Ich versuche immer ruhig mit den beiden zu sprechen und gehe in die Hocke.
      Sorry das ich soviel schreibe, ich möchte einfach nichts falsch machen.

      Das mit dem Hundetrainer werde ich vorschlagen. Ich hoffe Sie nimmt es mir nicht übel.
    • Hallo Gabriele,

      herzlich Willkommen im Forum von hund.info :hello:
      In wie weit leitet dich denn deine Nachbarin ein, was der Umgang mit den Hunden betrifft?
      Meine Nachbarn haben auch ein gutes Verhältnis zu meinen Hunden. Ich leite aber in gewisser Weise an, wie sie mit meinen Hunden umzugehen haben. Kiara ist altersbedingt taub. Sie einfach von hinten anzugrabbeln kann vielleicht böse enden, wenn sie sich dabei erschreckt und vielleicht dann schnappt. Also anfassen, wenn sie es nicht kommen sieht, ist nicht. Die Nachbarskinder haben auch einen guten Umgang mit meinen Hunden gelernt. Dennoch habe ich immer ein Auge auf alles, falls mal jemand was unerwünschtes macht, kann ich halt eingreifen.

      Wenn du mit den Hunden spielen möchtest, solltest du die Halterin nach Spielzeug fragen. Vielleicht kann sie etwas am Zaun drappieren? Wenn du nur mit den Schäfertier spielen möchtest, bittest du deine Nachbarin, den jungen Hund mal eben ins Haus zu sperren. So seit ihr ungestört und nach einer Zeit kann ja auch getauscht werden: Schäferhund ins Haus, junger Hund raus und darf mit dir interagieren.
      Spielen würde ich aber auch lieber im Garten und nicht außerhalb.

      Ich nehme wieder ein Beispiel aus dem Umgang mit meinen Hunden:
      Die Kinder können mit Caro alles machen. Bei Kiara bin ich vorsichtiger. Daher lasse ich die Kids erstmal ihre Energie mit Caro abbauen und dann machen sie was ruhiges mit Kiara (Caro ist derweil im Haus). Sie verstecken dann zum Beispiel Leckerchen und lassen Kiara suchen. Oder sie üben mit ihr gefestigte Kommandos (per Handzeichen) wie Sitz oder Platz.

      Vielleicht kannst du das auch bei den jungen Hund machen. Nimmst ein paar Leckerchen und "versteckst" sie an Anfang ganz einfach. Schmeißt sie den Hund einen Meter vor die Füße zum Beispiel, dann das nächste in die andere Richtung, so dass der Hund an dir vorbei muss. Dann wieder in die andere Richtung, damit er wieder an die vorbei muss und dich halt jedes Mal ansehen muss, um zu sehen, wohin du wirfst. Somit lernt der Hund im idealfall, dass du ihn nichts tust und eigentlich ganz cool bist.

      Bellen am Zaun.
      Das ist ein bekanntes Thema, an dem du als Nachbarin nichts ändern kannst.
      Da muss die Halterin konsequent sein und nicht mit negativen Reizen (wie die Wasserpistole) arbeiten.
      Ich versuch dir mal zu erklären, was bei den Hund ankommt:
      Da geht ein Mensch an meinem Zaun vorbei. Für den Hund ist es ein negativer Reiz. Er bellt. Nun kommt noch ein weiterer negativer Reiz dazu: Das Wasser.
      Also versteht der Hund eins: Negativer Reiz (Mensch) + weiterer negativer Reiz (Wasser) = Der Mensch ist wirklich eine Bedrohung da vorne!

      So kann man halt Hunden beibringen, dass Kinder, Omas, Fahrradfahrer usw. besonders schlimm sind und man sie verbellen muss. Man erreicht also das Gegenteil und das ist bei einen ängstlichen Hund definiert nicht das, was man möchte.

      Ein weitverbreitete Methode ist es, dass an Zaun pöbelnde Hund nur mit Schleppleine gesichert in den Garten dürfen. Bellen sie an Zaun, nimmt man sie an der Leine mit ins Haus und lässt sie nach einigen Sekunden wieder raus. Das ganze muss man halt konsequent durchziehen. Der Hund kann also nur in Begleitung der Halterin mit raus und darf erst wieder ohne Leine im Garten, wenn er es verstanden hat.
      Bei Kiara hat das Training dazu geführt, dass sie es schnell verstand, aber bei ihren Erzfeinden kurz Theater macht, um dann ins Haus zu gehen.
      Diese Methode funktioniert halt nicht bei jedem Hund.

      Was ich raten würde, wäre das sich deine Nachbarin um einen positiv trainierenden Trainer bemüht. Vielleicht hat auch der Tierschutzverein, von dem der Hund stamm, einen Trainer zu Hand? Super wäre es, wenn sie dich beim zweiten Termin mit einspannen könnte. Je nachdem, welche Baustellen halt noch anstehen.

      Vor einen Spaziergang mit dem Hund rate ich dir ab. Wie du selber gesagt hast, fehlt es dir an Erfahrung. Ohne Sicherheitsgeschirr solltest du den Hund nicht ausführen und du weißt auch nicht, wie die Hundehalter aus der Nachbarschaft drauf sind und auch nicht, wie der Hund auf fremde Hunde reagiert.
      Es gibt viele Hundehalter, die "Der/Die tut nix!" rufen und es nur heißt: "Mein Hund läuft ohne Leine, kommt aber eh nicht, selbst wenn ich ihn rufen würde". Du müsstest dann schon den anderen Hund blocken können. Aber auch der Hund an der Leine müsste dir soweit vertrauen, dass du es regelst. Ehe du dich versiehst, gibt es eine Beißerei.
      Oder der Hund erschreckt sich (ein Geräusch, etwas im Augenwinkel war hektisch ... usw.) und springt dabei vors Auto.

      Ich wünsche alles Gute!