balljunkie?.... bitte hilfe!

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    • Ohne, dass ich jetzt die Beiträge gelesen habe möchte ich dir mal erzählen, wie ich mit meinen Hunden (echte Balljunkees) umgehe und wie sie ihr Verhalten zeigen.

      Kurz vorab:
      Meine Rasse gehört in die Kategorie der Labradore (Wasser- Stöber- und Apportierhunde) und hat früher dieselbe Aufgabe wie Pudel und Labrador erledigt - Apportieren von Wasserwild

      Meine Rasse zeichnet sich aus durch unheimlich schnelle Auffassungsgabe, großem Hinterhandschub und wahnsinnig viel Trieb (die sind immer sofort bereit zum Arbeiten). Durch ihre ständige Bereitschaft können sie aber auch schnell hochfahren, wenn sie eine Aufgabe bekommen, die sich eigentlich nur ums stumpfe Hinterherjagen eines beweglichen Gegenstandes dreht - ohne Kopfarbeit, ohne wirkliche "Aufgabe", außer eben dem Hetzen.
      Das puscht bei ihnen das Adrenalin so auf, dass sie laufen würden bis sie einen Herzinfarkt bekommen, die kennen kein Ende.

      Ich habe früher auch (aus Unwissenheit) Ball geworfen weil ich dachte, dann wäre der Hund hinterher schön ausgelastet. Eigentlich waren sie aber dadurch letztendlich nur überdreht mit einem Körper, der halt schlapp machte. Der Geist hätte weiterarbeiten und hetzen können.

      Wie sich meine Balljunkees benehmen:
      Neo:
      Bekommt nichts anderes mehr mit, ist nur auf den Gegenstand fixiert mit starrem Blick, ist dabei in ständiger Erwartungshaltung, wann ich schmeisse. Würde rennen bis er tot umfällt. Kann es nicht ertragen, wenn ein anderer Hund schneller an dem Gegenstand ist und versucht dann auch, dem Anderen das Teil wegzunehmen.
      Fängt bei höchster Erregung an zu fiepen.
      Hat mir mal vor lauter Aufregung einen riesigen blauen Fleck verpasst - ich war mit ihm samt Schwimmspielzeug auf dem Weg zum Wasser. Das Spielzeug baumelte in der Hand auf Höhr´e meines Oberschenkels und Neo hielt es nicht mehr aus - er schnappte nach dem Spielzeug und biss mir auf der anderen Seite voll ins Bein.
      Willow:
      Wird einfach hektisch und fängt an um mich herum zu hüpfen und mich anzubellen - einfach total respektlos.
      Smilla:
      Kennt das Gott sei Dank nicht so, da war ich schon schlauer.

      Ich habe das Ballspielen abgestellt und stattdessen Dummyarbeit und Verlorensuche eingeführt. Das ist tausendmal effizienter, auch wenn sich die 3 bei gemeinsamer Arbeit gegenseitig noch hoch schaukeln.
      Aber zumindest müssen sie hier auch noch den Kopf einsetzen.
      Zumal habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Perros mit Jagdtrieb, die ich kenne, vorher immer schön mit Ball zum Hetzen aufgepuscht wurden.
      Ich erkläre das meinen Welpenfamilien jetzt immer und es kommt kaum noch Jagdtrieb vor.

      Bei uns wird nur noch in ganz extremen Situationen mal ein Ball geworfen.
      - wenn ich Welpen habe und eine Familie mit Kindern zu Besuch ist, die mal die Großen bespassen wollen
      - wenn mein Mann auf die Hunde aufpasst (er ist nicht so hundeaffin)

      Ich würde immer dann auf Ballwerferei verzichten wenn ich das Gefühl habe, dass der Hund sich zu sehr fixiert und dabei hoch fährt.
      Auf eine Aufgabe konzentrieren ist eine Sache, aber stumpfes Hetzen gehört bei meiner Rasse definitiv nicht dazu, habe ich festgestellt.
      Wir können alles, nur fliegen noch nicht - aber wir arbeiten daran.
      Der Leitspruch der spanischen Wasserhunde und insbesondere von Neo, Willow und Smilla mit ihrem Menschen Tina
    • phuu - ich hab mir grad all eure antworten hier nochmal durchgelesen WEIL...

      wir ein paar tage am wunderschön langen hundestrand von grömitz mit socke verbracht haben.

      socke ist definitiv völlig irre nach dem werfen von gegenständen (sei es ein stock, ein ball, ein spielzeug)
      er liebt es (liebt er es wirklich, oder macht er es nur, weil er das geworfene teil haben will?) in die wellen,
      ins wasser zu springen, zu schwimmen, um das geworfene zu holen, uns zu präsentieren - (nicht abzugeben)

      wir haben in diesem kurzurlaub gemerkt, dass socke JEDEN verbellt, der ihm zu nah kommt, wenn er
      mit uns spielt / wenn wir etwas werfen, was er zurückbringen kann.

      das kann dann auch schon mal eine sehr krasse ansage von socke sein - soll dem anderen hund ganz klar sagen:
      GEH HIER WEG - das ist hier mein spiel mit meinen leuten!

      nehmen wir ball/spielzeug weg, ist socke ein anderer hund! -
      dann nähert er sich anderen hunden - soziales verhalten - meidebogen manchmal - spielen manchmal.

      aber im spiel mit uns ist er echt ein terrorhund, der jedem sagt: geh weg hier! - ich spiele hier grad!

      ich bin echt unsicher, ob wir das ball-holen völlig einstellen sollen, wenn andere hunde in der umgebung sind,
      ob wir ihm damit etwas für ihn schönes nehmen
      oder ob wir ihm was gutes tun, wenn wir dieses holen von geworfenem weglassen zugunsten von sozialen kontakten.

      sind für mich gefühlt grad zwei welten vom hund: socke mit ball und socke ohne ball...

      unsicher... ulla :hello:
      socken machen nicht nur die füsse warm ♥
    • Meine Meinung dazu hat sich zwischenzeitlich nicht geändert, deshalb kopiere ich das, was ich schon mal dazu geschrieben habe, hier rein:

      Hanca schrieb:

      Deshalb würde ICH einfach den Ball an mich nehmen, wenn andere Hunde auftauchen. Problem gelöst.

      Ich persönlich halte generell nichts davon, Spielzeug ins Spiel zu bringen, wenn mehrere Hunde beisammen sind. Das kann sehr schnell zu bösen Problemen führen.


      Und wegen der Beschäftigung unterwegs würde ich das machen, was Dieter empfohlen hat:

      Dieter schrieb:

      Wäre das meiner, wären Bällchen-Spiele erstmal vorbei, der würde "umgepolt" auf ruhigere Dinge, Konzentrationsübungen oder Leckerli suchen.
      Nach zwei Wochen würde ich einen Dummy mit ihm zusammen - also sichtig - ablegen, mit dem Hund erst 10 Meter - später weiter - weggehen und ihn dann apportieren lassen. Mit Leckerli kann man sowas hervorragend vorüben, vor allem Impulskontrolle und "bei Fuss" und später ohne Leine vom Leckerli/Dummy weggehen und das Köterchen dann nach einer zu steigernden Wartezeit zum "Apport" schicken.
      Später muss man dann sehen, wie er reagiert. Holt er freudig den weggeworfenen Ball ist ja alles in Ordnung. Zeigt er Tendenzen von Junkie und kann vom Ball nicht abschalten - wars das.



      sockenfrau schrieb:

      ich bin echt unsicher, ob wir das ball-holen völlig einstellen sollen, wenn andere hunde in der umgebung sind,

      Ja, klar - denn damit ist euer Problem ja gelöst. :)
      Liebe Grüsse von Doris mit Hans und Paul
    • Meine kleine Geli, Zwergpudel, war auch son Ball- Junky, je größer die Bälle um so interessanter. Mit dem großen Ball sind wir immer auf die Hundewiese, die is nich weit weg, da gabs unterwegs immer Kommentare von Passanten, wo will der große Ball mit den kleinen Hund hin aber wenn sie sie haben spielen sehen, gabs erstaunte Gesichter. Sie hat dabei auch zugelassen, das andere Hunde mitgespielt haben.

      Für unterwegs hatte ich dann immer kleine Bälle mit, sie hat die Bälle immer schön zurückgebracht und man konnte sie ihr gefahrlos auch aus der kleinen Schnauze nehmen.

      Hast du mal mit dem Clicker versucht, ihn auf dich aufmerksam zu machen und wenn er kommt, den Ball gegen ein Leckerli auszutauschen.
      Lieben Gruß von Elvi und Elli
    • Das mit dem Clicker würde ich aber nur ausprobieren, sofern keine anderen Hunde anwesend sind. Socke ist definitiv im Moment KEIN Hund, der ein Spielzeug haben sollte, wenn die Gefahr bestünde, dass er einen anderen Hund maßregelt, um das Spieli zu verteidigen. Das macht er mal beim falschen Hund, im falschen Ton, der sich das nicht gefallen lässt und dann habt ihr den Salat. Nimm' es mir nicht übel. Verstehe da das Problem nicht. Gib ihm einfach kein Spielzeug, wenn ein Artgenosse dazu kommt und schon ist euer Problem gelöst. Wenn ihr alleine seid und bleibt, im eigenen Garten oder so, könnt ihr ein Tauschgeschäft mit ihm einüben, damit er das Spieli wieder bringt. Aber definitiv nicht, wenn ein anderer Hund dabei stören und die Stimmung damit kippen könnte.
      "Hunde sind wie Bücher, man muss nur in ihnen lesen können, dann kann man viel lernen."

      ~ Oliver Jobes ~

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Skadi ()

    • Ich schließe mich an, ich spiele niemals mit einem Objekt mit meinen Hunden, wenn andere Hunde in der Nähe sind. Selbst wenn meine Hunde nicht verteidigen, weiß ich ja auch nie wie ich den fremden Hund damit unter Umständen triggere...

      Ganz generell gibt's bei mir niemals Futter oder Spieli wenn fremde Hunde dabei sind, um kein Ressourcenproblem zu schaffen, das einfach nicht sein müsste!
      Viele Grüße von Heike und den Mädels
    • Du hast mit Socke großes Glück, dass es reicht, das Objekt der Begierde einfach nur aus der Sichtweite zu nehmen.
      Bei Kiara gab es zur Balljunkie-Zeit kein Pardon, wenn ein anderer Hund uns zu nahe kam, wenn ich den Ball dabei hatte - egal, wie sehr sie den Hund sonst leiden konnte.

      Ich war kürzlich in Cuxhaven und lief an einer Hundewiese vorbei. Zwei Hunde haben sich geprügelt, weil ein Herrchen meinte, auf der Wiese mit einem Ball spielen zu müssen. Er warf den Ball zu nah einen Hund, der daran kein Interesse zeigte. Sein Hund erkannte den Hund allerdings als Gefahr ... diese Konflikte sind einfach unnötig.
    • Hallo,

      ich würde auch versuchen mit deinem Hundi das Abgeben des Balls zu trainieren. Damit meine ich natürlich nicht an andere Hunde sondern an dich. Wenn er mit dem Ball spielt sollte er den Ball dennoch an dich abgeben können ohne zu knurren oder zu bellen. Er sollte dir den Ball bringen wenn du danach verlangst. So kannst du in Zukunft unangenehme Situationen mit anderen Vierbeinern vorbeugen und deinen Hund abrufen und dir den Ball geben lassen.