Wie krieg ich meinen kleinen Tao sozialisiert?

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    • Wie krieg ich meinen kleinen Tao sozialisiert?

      Hallo Liebes Hundeforum
      Ich kriege in Knappen 6 Wochen ein Hündchen. Ich habe Epilepsie, und er soll mein Assistenzhund und Beschützer werden. Die Ausbildung muss ich jedoch grösstenteils selbst in die Hand nehmen da die Epi-Hunde individuell auf den Besitzer trainiert werden müssen.
      Und ich fange mir an sorgen zu machen. Eigentlich war alles geplant und in Ordnung, Aber wie krieg ich meinen kleinen Tao sozialisiert? Speziell als Assistenzhund muss er das ja sein. Aber es ist alles geschlossen. Nicht mal mehr der Zürich HB ist wirklich voll wegen diesem Corona. Und man kann ein Welpen ja nicht einfach einfrieren und wen das ganze vorbei ist wieder auftauen. Er wird Wachsen und kommen und die Prägungs-Phase ist ja bis 18 Wochen.
      Ich freue mich so auf Tao, doch hat mir jemand einen Tip wie ich das kleine Haarbündel richtig Sozialisiert kriege?
      Wäre echt froh auf Ideen
    • Hallo
      Mach dir keinen Stress.
      Ich vermute, dass dein Hund von einem guten Züchter kommt somit bringt er, im Idealfall, ein Grundegerüst mit.
      Wichtig ist für mich, dass die Beziehung zu dir stimmt, das du ein souveräner sicherer Führer für dein Hinten und bist.
      Es ist gar nicht wichtig dem Hund massiv viele Reize zu bieten, damit kannst du ihn nämlich im Schlimmsten Fall überfordern.
      Mache das was möglich ist in Ruhe.
      Alles ist neu für das kleine Gehin und somit wird das Neue sowieso erstmal in kleinen Dosen zugefügt.
      Ich wünsche dir viel Freude und Spaß mit dem Hundekind.
      MfG Melanie mit Blacky&Geordi im Herzen & Joran an meiner Seite
      Manchmal lese ich über jemanden, der mit großer Autorität sagt, dass Tiere keine Absichten und keine Gefühle haben, und ich frage mich:" Hat der Typ denn keinen Hund?"(Frans de Waal)
    • Es kann schwieriger werden, ist aber auf jeden Fall machbar.

      Fairerweise sei gesagt, dass auch das Grundgerüst beim Züchter, auf das sich gern verlassen wird, jetzt zur Zeit nicht 100% perfekt sein kann.
      Ein Züchter ist genauso der Kontaktsperre und Co unterlegen.
      Das bedeutet, dass die Welpen eben keinen Besuch von ausserhalb der Familie bekommen (ich z.B. hole immer die Nachbarskinder, wenn ich Welpen habe und die Interessenten können so oft kommen, wie sie wollen).
      Die Kontakte beschränken sich halt zur Zeit nur auf die im Haushalt lebenden Personen des Züchters.
      Das ist aber eigentlich auch das, was ich am schwierigsten finde und weshalb ich froh bin, gerade keine Welpen zu haben.
      Denn das kann man halt einfach nicht richtig ersetzen.
      Was den Welpen noch abgehen könnte - je nach Wohnsituation des Züchters - ist Lärm draussen.
      Bei uns im Ort ist es zur Zeit sehr still. Es fahren deutlich weniger Autos (bei uns in der Str. kaum noch), es laufen keine johlenden Kinder mit Basketball am Haus vorbei,....dafür hört man die Vögel viel lauter.
      Das kann ein Züchter aber noch ein wenig ausgleichen, indem man halt draussen selbst mal Lärm macht.
      Ich habe eine befreundete Züchterin die gerade Welpen hat und sie wird zur Zeit recht kreativ. Die Welpenfamilien erleben die Welpen halt jetzt durch Videokonferenzschaltung.

      Du selbst kannst halt mit dem Welpen erst einmal die Umwelt erkunden. Das ist auch wichtig.
      Mach dir nicht zu viele Sorgen wegen dieser 18 Wochen Prägezeit. Zu viel kann einen Welpen auch überfordern. Er muss nicht sofort in den überfüllten Baumarkt. Stattdessen kannst du mit ihm halt in den leereren Tierfachhandel gehen und solche Dinge langsamer aufbauen.
      Du kannst abpassen, wann draussen gelbe Säcke oder Mülltonnen zum Kennenlernen stehen und auch mal den Müllwagen aus der Ferne besichtigen. Du kannst in den Park gehen und dein Hund zumindest andere Hunde sehen.
      Es ist halt nicht alles machbar oder möglich und dadurch könnte es etwas anstrengender werden. Aber unmöglich ist hier gar nichts.

      Ich empfehle dir mal das Buch "Fit for life - Was Welpen wirklich lernen müssen" von Helen Zulch und Daniel Mills.
      Wir können alles, nur fliegen noch nicht - aber wir arbeiten daran.
      Der Leitspruch der spanischen Wasserhunde und insbesondere von Neo, Willow und Smilla mit ihrem Menschen Tina
    • Ich schließe mich meinen Vorschreiberinnen an. Ich denke, man kann dem Welpen auch viel aus der Ferne zeigen. Vielleicht gibt es in deiner Nähe einen Stadtpark, See oder Spazierweg, auf dem trotz allem noch vergleichsweise viele Spaziergänger unterwegs sind. Such dir dort bei schönem Wetter einen Platz, wo du dich mit dem Welpen hinsetzen und aus ausreichendem Abstand Leute und Hunde beobachten kannst. Vielleicht gibt es auch irgendwo in der Nähe eine Baustelle, wo auch in diesen Zeiten weiterhin gearbeitet wird. Da hättest du dann Baustellenfahrzeuge und Krach, was du dem Welpen ebenfalls aus der Ferne zeigen könntest. Zur Gewöhnung an Geräusche kann man (zusätzlich/unterstützend) auch super Audiodateien von Youtube verwenden; da gibt's alles Mögliche: Straßenlärm, Gewitter, Silvesterfeuerwerk usw. Auch kannst du deinem Welpen zuhause einen kleinen Parcours aufbauen mit unterschiedlichen Bodenuntergründen, einer behelfsmäßigen kleinen Wippe, oder, oder, oder.

      In der Prägungs- und Sozialisationsphase geht es ja nicht primär darum, den Welpen mit jeder einzelnen Situation vertraut zu machen, die ihm irgendwann in seinem späteren Leben mal begegnen könnte - das wäre auch ohne Corona gar nicht möglich. Was der Welpe in dieser Zeit primär lernt bzw. lernen sollte, ist, zu generalisieren. Er soll also quasi lernen: In meiner Kindheit habe ich zusammen mit meinem Menschen X Situationen erlebt, die fremd/komisch/erst mal beängstigend waren. Alle diese Situationen erwiesen sich als überhaupt nicht schlimm. Also werden auch in Zukunft fremde/komische/erst mal beängstigende Situationen sicherlich nicht schlimm sein!

      Diese Basis kannst du deinem Welpen auch in Zeiten der Kontaktsperre vermitteln, indem du ihm im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten immer wieder Neues zeigst (ggf. halt aus der Ferne) und ihm vermittelst, dass alles Neue mit dir zusammen überhaupt nicht schlimm ist.

      Viele Grüße und viel Spaß mit Klein-Tao!
      Amica
      Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
      Until we find a vaccination there's no substitute for love.
      So love yourself and love your family, love your neighbor and your friend.
      Ain't it time we loved the stranger, they're just a friend you ain't met yet.

      Jon Bon Jovi
    • Ich denke auch, du solltest dich nicht zu sehr an die 18 Wochen Prägezeit klammern. Es ist ja nicht so, dass danach der Hund nichts mehr lernen kann. Es stimmt natürlich, diese ersten Wochen sind wichtig, keine Frage,

      Aber ich hab meine Easy zum Beispiel im Alter von 7 Monaten aus dem Tierschutz bekommen, und sie kannte davor außer der Straße Rumäniens, einem Tierheim und zwei Wochen Pflegestelle gar nichts.
      Und heute ist sie ein toller sozialisierter Hund, der alle neue Situationen mittlerweile souverän meistern kann. Und das hat sie alles erst weit NACH diesen ersten 18 Wochen gelernt und verinnerlicht.

      Also Kopf hoch, mache das was möglich ist und das Beste daraus, deswegen wird dein Kleiner mit Sicherheit kein "Sozialkrüppel" werden, nur weil das ein oder andere jetzt gleich zu Beginn nicht machbar ist!
      Viele Grüße von Heike und den Mädels