Rasse-Zucht, Vor- und Nachteile, Entwicklung von Rassen

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    • Rasse-Zucht, Vor- und Nachteile, Entwicklung von Rassen

      So, Versuch ;)

      Es kann jeder gerne gutes, schlechtes und die Entwicklung von Rassen beisteuern.

      Für @wildblume und alle, die es interessiert, mal ein Auszug, was Züchter auch sein können:
      Im asiatischen Raum sind in DE ausgebildete DSH mit Titeln und Auszeichnungen richtig gefragt. Da werden für einen Hund gerne mal 7.000€ locker gemacht, nach oben offen. Nun ist der Betrag, hart und ehrlich mit dem Hund erarbeitet auch irgendwo gerechtfertigt. Aber, man kann sich die Titel und Auszeichungen auch durch Vetternwirtschaft und Schmierung einfacher "besorgen". Es wurden schon Hunde mit Titeln verkauft, die sie noch gar nicht hatten. Man war sich also vorher schon verdammt sicher, dass der Hund die noch anstehenden Wettkämpfe gewinnen würde.

      Beim CC kann ich es noch genauer ausführen:
      Vorab: Ein CC-Welpe mit Papieren fängt bei 1.500€ an, mit Zuchtqualität selten unter 2.000€.

      Der Züchter hat international einen Namen. Man findet in vielen Ahnentafeln mindestens einen seiner Hunde, je nach Linie viele und die bekanntesten Rüden nicht nur einmal. Seine Hunde leben auf einem Grundstück weit außerhalb, in Zwingern. Das Grundstück hat weder fließendes Wasser, noch Strom. Versorgt werden die Hunde von Obdachlosen, die dann dort schlafen können und was zu Essen bekommen. Hin und wieder kommen die Hunde mal raus, zum Bilder machen. Die Hunde, die auf Ausstellungen sollen, kommen fürs Training zu einem professionellen Handler. Er stellt sie meistens auch vor.
      Was nicht (mehr) zur Zucht taugt oder unter den Haltungsbedigungen nicht funktioniert, wird verkauft. In den letzten Jahren hatte er so 5 Würfe im Jahr. Ein CC wirft im Schnitt 8 Welpen.
      Er ist außerdem Richter auf Austellungen. Wenn man seine Urteile mit den Züchtern und dernen Hunden vergleicht - könnte man denken, dass die Züchter irgendwie gute Bewertungen haben, die auch Hunde von ihm in der Zucht haben...

      Ein Züchter verpaart zwei Linien. Beide Linien sind recht eng gezüchtet. Im ersten Wurf haben 2 Welpen schwere HD. Im zweiten Wurf stirbt ein Hund noch bevor er 2 Jahre alt ist. Er hat viele Allergien, eine schwere Hautkrankheit, schlechte Knochen. Im dritten Wurf stirbt ein Welpe an Krebs, 2 haben schwere ED.
      Nun müsste man ja denken, der Züchter hat verstanden, dass diese beiden Linien wohl irgendwie nicht zusammen passen. Müsste man, es wird eine Wurfwiederholung geben.

      Der Züchter verkauft einen Welpen mit Knickrute. Zu Hause stellt sich heraus, dass die Knickrute eine schwere Verletzung ist. Der Welpe kämpft über Wochen um sein Leben, die Rute wird kupiert. Der Welpe hat sein ganzes Leben mit schlechter Prägung und allen für die Rasse bekannten Erbkrankheiten zu kämpfen.
      Der Züchter ist auch Richter. Er richtet eine Ausstellung in einem anderen Land und nimmt eine hochträchtige Hündin mit. Als diese nachts wirft und vor SChmerzen schreit, ruft er einen anderen Züchter dazu. Dieser versteht die Aufregung nicht, die Hündin hat ihren ersten Wurf, sie kennt es nicht und benötigt jetzt Unterstützung - hauptsächlich Zuwendung ihrer Bezugsperson. Nach weiteren 20 Minuten wirft der dazugerufene Züchter den andere aus dem Zimmer und bringt mit der Hündin die Welpen auf die Welt.
      Dieser Züchter darf keine Hunde mehr halten oder Züchten. Er ist aber weiterhin Richter und Mitglied in einem Verein (dort ist sein Halte-Verbot bekannt). Er sucht auch weiterhin Hunde...

      Oder der, von dem ich Enzo habe. Als ich Enzo kaufte, war die Lage "Wir machen gerade die ZZL für die Hündinnen, damit wir einen Zwinger anmelden können. Alles vorbereitet". Ich habe die Anträge gesehen und es machte zu der Zeit wirklich einen guten Eindruck.
      Heute kann ich sagen, dass er bei vielen Züchtern Hunde gekauft hat, diese weiterverkauft hat, sich meistens das Zuchtrecht gesichert hat und damit nicht wenig Geld verdient hat. Wäre solange kein Problem, bis Hundebesitzer und die Züchter der Hunde gerne mal angelogen werden oder man für Monate untertaucht.

      Als Besitzer einen Hundes kann man die Daten (HD/ED/PRA/Herzuntersuchung) in die allgemeine Datenbank eintragen lassen. Blöd nur, wenn der Züchter diese Daten wieder löschen lässt, weil bitte niemand wissen soll, dass der Hund schlechte Hüften hat.

      Man klagt auch gerne mal gegen andere, denn damit lenkt man von dem ab, was man gerade selbst verzapft.
    • Vielleicht habe ich den Kontext, aus dem heraus dieser Thread entstanden ist, nicht ganz mitbekommen. Ich habe deinen Post mit Interesse gelesen, aber ehrlich gesagt ist mir nicht ganz klar, worauf du hinausmöchtest... ?(

      Liebe Grüße
      Amica
      Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
      Until we find a vaccination there's no substitute for love.
      So love yourself and love your family, love your neighbor and your friend.
      Ain't it time we loved the stranger, they're just a friend you ain't met yet.

      Jon Bon Jovi
    • @CC Enzo Du bist mir zuvor gekommen. Sehr schön :thumbsup: Wobei ich nicht weiß ob ich wirklich Lust gehabt hätte für meinen Abriss über den Cocker einen extra Thread aufzumachen. Aer in den Diskussionsthread hätte es auch nicht mehr so richtig gepasst, da die Disskussion im Laufe des Tages soweit fortgeschritten war.

      Im Mutterland wird der Cocker Spaniel seit 1837 als eigene Rasse geführt und gezüchtet. Bereits in den ersten Jahren des 20 Jahrhunderts gab es zwei Spanielvereine in Deutschland, "Der deutsche Jagdspaniel-Club" und "Kontinentale Jagdspaniel-Club". Diese haben sich 1907 zum heute ältesten Club der Rasse in Deutschland, dem "Jagdspaniel-Club" zusammengeschlossen.

      Der English Cocker Spaniel gehört zu den sogenannten "Gun-Dogs". Er arbeitet also in Schussweite, unter der Flinte. Dh in einer Entfernung von max. 40m vom Hundeführer. Er soll quer zur Marschrichtung des Jägers auf einer Breite von max. 60m des Gelände absuchen, Wild aufscheuchen aber NICHT verfolgen oder gar selbst erlegen. Entweder selbstständig oder auf Kommando lässt er vom Wild ab und gibt dem Jäger die Möglichkeit zum sicheren Schuss. Danach apportiert er das Wild zu Land oder aus dem Wasser. Mit einem Cocker jagt man Niederwild wie Fasane, Rebhühner, Kaninchen, Hasen, Enten auch Füchse aber nichts größeres. Dann ab Fuchs wirds schwierig mit dem Apport.
      Im Ursprung jagt ein Cocker spurleise. Dies ist auch heute im Mutterland und den meisten anderen Ländern die Cocker züchten so gewünscht. In Deutschland, Österreich, Schweiz, Tschechien und der Slowakei soll der Cocker spurlaut jagen. Tut er das nicht, kann er keine Jagdgebrauchsprüfung bestehen. Das führt natürlich zu Schwierigkeiten bei der Zucht, die ihr zu vertiefen zu weit ginge.

      Ganz, ganz früher ( also bevor es Zuchtvereine usw gab) hat man zb auch mit Netzen gejagt. Spaniel bringt auf, Netz wird geworfen, Hund und Beute sind im Netz. Oder man hat das Wild vom Spaniel aufbrigen lassen und dann einen Falken oder einen Windhund geschickt um das Wild zu erlegen.

      Heute ist der Cocker ein beliebter Begleithund, hat aber in vielen Teilen der Welt seine Bedeutung als Jagdhund nicht verloren. Auch in Deutschland wird der Cocker noch jagdlich geführt aber selten.

      Das Ziel des 1907 neu gegründeten Clubs war es den Spaniel in Mitteleuropa als Jagdhund zu etablieren und dieses Ziel hatte man gegen Ende der 1920er Jahre durchaus erreicht. So gut wie alle eingetragenen Hunde standen im jagdlichen Gebrauch. Die Standardzucht war absolut verpönt. Über Jahre zählte alleine der Leistungsgedanke, der Phänotyp ging immer mehr verloren, was sich 1935 bei der Welthundeaustellung bitter rächte. Die deutschen Cocker schnitten miserabel ab. Statt danach die Standarzucht doch etwas mehr in den Mittelpunkt zu rücken wurde nun sogar überlegt einen eigenen, deutschen Spaniel zu züchten. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde begonnen, auch mithilfe von jetzt wieder möglichen Auslandsimporten, die deutschen Cocker vom Phänotyp her wieder dem eigentlichen Standard anzunähern.
      Bis 1950 wurden ins eigentliche Zuchtbuch nur jagdliche Cocker eingetragen. Die auch damals bereits gefallenen nichtjagdlichen durften lediglich ins Register. Diese Trennung wurde nun aufgehoben. Aufgrund seines hübschen Äußeren und seines im Standard wie folgt beschriebenen Wesens hatte der English Cocker schon immer auch Liebhaber ausserhalb der Jägergemeinschaft.
      "Der English Cocker Spaniel ist: Fröhlich, robust, sportlich, gut ausgewogen, kompakt, misst ungefähr gleich viel vom Widerrist zum Boden wie vom Widerrist zur Schwanzwurzel.
      Er zeigt ein fröhliches Wesen mit unermüdlichen Rutenspiel, zeigt eine typische eifrige Bewegung, hauptsächlich beim Folgen einer Spur, unerschrocken in unwegsamen Dickicht. Sanft und anhänglich, jedoch voller Leben und Überschwang"
      Quelle: FCI_ Standard Nr.5/22.01.1999/D
      Jetzt, wo die Standarzucht und die "Nicht-Jagdlichen" eine größere Anerkennung fanden, stiegen die Zahlen von Züchtern und Würfen. Mitte der 70er war der Cocker ein beliebter Modehund.
      Das eigentliche Ziel der Cocker Spaniel Zucht ist auch heute noch die Zucht eines leistungsfähigen Jaghundes der trotzdem phänotypisch voll im Standard steht.
      Trotzdem gibt es den Cocker mittlerweile hauptsächlich als Begleithund. Wobei nicht unerwähnt bleiben soll das es im VDH mit dem "Verein Jagdgebrauchsspaniel e.V." einen von vier rassebtreuenden Vereinen gibt der nur und ausschließlich für den jagdlichen Gebrauch züchtet und auch heute noch der Leistung gegenüber dem Standard den Vorrang gibt.

      Ich habe bisher keine jagdlich geführten Cocker kennengelernt, nur Cocker aus ausdrücklich nicht jagdlicher Zucht oder Tierschutzcocker.
      Vom Charakter her hat die nichtjagdliche Zucht diesen Cockern nicht geschadet. Es sind immer noch fröhlich, freundliche Hunde mit aufgeweckten Wesen. Sie arbeiten immernoch alle gerne mit der Nase. Der ein oder andere zeigt auch deutlichere jagdliche Ambitionen.
      Aufpassen müssen Züchter und Richter das sie sich nicht immer weiter in eine Übertypisierung des Standards reinsteigern.
      Der Behang, also die Ohren, sollen laut Standard bis zur Nasenspitze reichen. Nicht länger. Auch nicht otpisch verlängert in dem das Fell immer länger wird an den Ohren.
      Das Unterlid soll straff sein. Ein schwaches Unterlid ist ein ausdrücklicher Fehler im Standard.
      Gebäude, Vorderläufe, hinterläufe über dem Sprunggelenk gut befedert, das Haarkleid aber nicht zu reichlich.
      Tja,"nicht zu reichlich" ist natürlich etwas schwammig und durchaus Auslegungssache. Aber wenn man den Leistungsgedanken, den die Cockerzucht sich ja eigentlich auf die Fahne geschrieben hat, im Hinterkopf behält sollte klar sein das der English Cocker bitte nicht ein Fellkleid entwickeln sollte wie der American Cocker.
      Leider wird das Fell in letzter Zeit immer länger und üppiger.

      Und hier ist der Punkt wo die Entwicklung vom reinen Jaghund hin zu zwei Linien, Jagd und Familie, dem Cocker schadet. Seinem Charakter hat es bisher keinen Abbruch getan. Seiner Optik langsam aber sicher schon.
      Denn der Familiencocker wird zu übertypisiert und der Leistungscocker wird langsam zu schlank und hochbeinig.


      Quelle:woofwagwalk.co.uk

      Hier sieht man das extrem.
      Das Fell des Cocker soll "niemals wellig oder gar lockig" sein. äähm...naja
      Andererseits ist er schon ein Langhaar Hund von kräftig, kompakter Statur mit "guter Befederung" an Gebäude, Vorderhand und Hinterhand.
      Das wiederum fehlt dem Working Cocker im Bild.

      Ich finde diese Entwicklung sehr bedauerlich. Würde der Cocker von beiden Seiten phänotypisch im Standard gezüchtet, müsste er optisch nicht soweit auseinanderklaffen. Ein korrekt im Standard stehender Cocker ist sowohl leistungsfähig als auch schön.
      Die "Charakterliche" Trennung von Familiencocker und jagdlichem Cocker ist gut gelungen. Die breite Anhängerschaft des Cockers als Familienhund hat es geschafft einen weniger triebigen Sport- und Familienhund zu züchten, der trotzdem seinen typischen Charakter behalten hat. Mit einem Familiencocker kann man immer noch toll im Sportbereich wie Dummy, Fährte, Mantrailing aber auch Agility o.ä. arbeiten und trotzdem hat man einen Hund der sich den Erfordernissen des Familienlebens anpassen kann wenn diese Auslastung mal nicht möglich ist. (Auch wenn man dazu vielleicht etwas häufiger die Schere ansetzen muss)



      So, ein ziemlich langer Text. Ich hoffe ich konnte ein wenig verdeutlichen das die Entwicklung von der Arbeitsrasse hin zum Familienhund nicht unbedingt der Rasse schaden muss und möglich ist ohne das zuviele der rasseprägenden Merkmale verloren gehen. Es bedarf Augenmaß und Fingerspitzengefühl. Ich hoffe das die Cockerszene es schafft wieder etwas mehr zusammenzurücken. Die Schere mit Show- und Working Cocker fängt an zu weit auseinanderzuklaffen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Bananenhamster ()

    • @Amica es war ein Abriss. Darauf bezogen, dass Züchter eigentlich das Wohl der Rasse im Kopf haben müssten, es aber leider oft ganz anders ist.

      Das passiert in allen Vereinen, egal ob VDH oder Dissidenz. Die FCI intensiviert sich dafür auch nur, wenn es unausweichlich ist.

      Hat ein Züchter sich einen Namen gemacht, kann er lange machen und tun, was er möchte.

      @Bananenhamster danke für den informativen Beitrag. Außer Nala kenne ich nur flüchtig einen Cocker aus meiner Kindheit. Ich hoffe ich habe am Wochenende Zeit, genauer drauf einzugehen. Ein paar Fragen hab ich noch :whistling:
    • Bananenhamster schrieb:

      Hoffentlich weiß ich überhaupt eine Antwort
      Wenn nicht, hast du jetzt 12 Stunden Zeit, sie zu finden :P Nein, Quatsch, wenn du es nich weißt, dann Mut zur Lücke ^^

      Auf dem Bild hätte ich den hellen Hund auch für alles gehalten, aber einen Cocker hätte ich nicht geglaubt. Ich finde aber, das Bild ist ein gutes Beispiel, in welche Richtungen sich die Zucht in wenigen Jahren (sagen wir mal 30 Jahre) verändern kann.


      Bananenhamster schrieb:

      Die "Charakterliche" Trennung von Familiencocker und jagdlichem Cocker ist gut gelungen. Die breite Anhängerschaft des Cockers als Familienhund hat es geschafft einen weniger triebigen Sport- und Familienhund zu züchten, der trotzdem seinen typischen Charakter behalten hat. Mit einem Familiencocker kann man immer noch toll im Sportbereich wie Dummy, Fährte, Mantrailing aber auch Agility o.ä. arbeiten und trotzdem hat man einen Hund der sich den Erfordernissen des Familienlebens anpassen kann wenn diese Auslastung mal nicht möglich ist.
      Ich kenne jetzt nur Nala und - sry, sie ist eine GrandDame...

      Wie ist denn Jagdtrieb generell? Kann man sagen, mit ein bisschen Arbeit ist der SL Cocker einer, den man problemlos außerhalb frei laufen lassen kann?

      Weißt du, wie die Linien getrennt wurden und nach welchen Kriterien? (sonst können wir das mal bei Gelegenheit in den Datenbanken suchen)



      Und, das möchte ich nicht fragen, aber mal einwerfen: Die meisten Rassen hatten ihren Wandel zu einer Zeit, wo man auch mal den unpassenden Hund einfach entsorgt hat. Nach meinem heutigen Wissen übe die Zucht und das Vorgehen mancher Züchter, wage ich schon zu behaupten, dass so mancher Weg von der Arbeitsrasse zur Familienrasse blutig war.
      Das ist heute nicht mehr ganz so einfach, daher denke ich schon, dass es von jetzt an - schwieriger wäre, eine reine AL in eine Familienlinie zu bekommen.

      Zumal es mMn nicht mehr nötig ist, denn ohne sich auf die FCI Gruppen zu beziehen, gibt es ja für alles mehr als eine Rasse.
    • @CC Enzo Ich kenne bis jetzt keinen Cocker der nie frei läuft. Ein paar dürfen nicht überall frei laufen. Zb auf sehr stark von Kaninchen frequentierten Wiesen. Aber ehrlich gesagt glaube ich das man da bei 4 von 5 noch mehr erreichen könnte wenn Frauchen denn wollte :whistling:

      ....GrandDame......mein Hund hat halt Niveau und ist ja auch schon in einem gesetzterem Alter. Da muss man nicht mehr wie ein gewisser Herr vonundzu Schlabberbacke durch die hinterletzte schlammige Furche krauchen. In Aas oder sonstigem wälzen muss auch nicht sein. Da hebt man höchstens die Pfötchen etwas höher und mit gerümpften Näschen drüber zu steigen.


      Ich weiß nicht wie lange es die beiden Vorgängevereine das Jagdspaniel-Klubs vor der Zusammenlegung 1907 bereits gegeben hat. Es hat im Jagdspaniel-Klub von Anfang an das Register als Anhang zum Zuchtbuch gegeben. Ins Register kamen ja die ausdrücklich nicht jagdlichen Würfe. Die Standard-Zucht, also nicht jagdlichen Zucht, bis 1950 hatte die Standard-Zucht einen schweren Stand aber es hat sie durchgängig gegeben.
      Auf welche Kriterien die nicht jagdlichen Züchter selektiert haben weiß ich nicht.

      Ach ja....wie ist der Jagdtrieb.....klar leben Cocker mit der Nase auf dem Boden. Aber Cocker sind keine Hetzjäger und sollen sich ja auch so nicht weit vom Hundeführer entfernen. Das steckt schon noch in den Genen. Cocker stehen viel nach hinten zum Hundeführer in Kontakt. Wenn man das von Anfang an bestärkt schnüffeln sie zwar viel aber bleiben im Dunstkreis. Dann noch wie bei jedem (Jagd)hund deutlich gemacht das man nur zusammen jagt, das der HH ansagt wann Arbeit und wann Freizeitspaziergang ist, dann geht das gut.

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    • Ich kan zum Thema Zucht nicht viel beitragen, da ich da ja eine eher unpopuläre Meinung vertrete, zu der ich aber stehe: Hier werden aus ethischen Gründen immer nur Tierschutzhunde einziehen.

      Da ich ja einen Chihuahua habe, habe ich letztens mal angeregt durch eine Qualzucht-Diskussion in einem anderen Forum, Google bemüht und mir je ca. 15 - 20 Webseiten von Chihuahuazüchtern im VDH und ÖKV angesehen. Das Ergebnis war ernüchternd... es waren je um die 3-4 Züchter dabei, die wirklich wohlproportionierte, nicht übertypisierte Chihuahuas züchteten. Auf allen anderen Seiten sah man überwiegend glubschäugige, sehr unproportional wirkende, plattschnäuzige Hunde, denen ich schon als Laie ansah, dass so ein Körperbau und so extreme Merkmale nicht gesund sein können. Dabei gibt es doch so hübsche, typvolle Chis.
      ♡-liche Grüße von Lina, Chihuahua Rex und Yorkie Jasmin
    • CC Enzo schrieb:

      Hat ein Züchter sich einen Namen gemacht, kann er lange machen und tun, was er möchte.
      Ich glaube, das ist oft das grösste Problem - einige werden dann grössenwahnsinnig und meinen, immer besser werden zu müssen und das geht nur, wenn die Hunde auffälliger werden.

      Perros (die meist genutzte Abkürzung des Rassenamens Perro de Agua Espanol - spanischer Wasserhund) gibt es schon recht lange - die erste schriftliche Überlieferung fand sich etwa 1000 n. Chr. - die genaue Herkunft der Rasse ist nicht bekannt, es gibt nur 3 Vermutungen.
      Sie waren reine Gebrauchshunde, in der Regel bei der etwas weniger reichen Bevölkerung - sie arbeiteten auf Fischerbooten als z.B. Rattenfänger, Taucher, Lebensretter, Netzeeinholer.... sie waren beliebt bei den Bauern als Bewacher von Haus und Hof, Hüter von Schafen, Schweinen und Rindern, Jagdhelfer (Apportieren von Wasserwild)...... sie hatten sogar eine Zeit im Bergbau, wo sie die Esel mit ihrem Gebell antrieben oder die Loren auch selbst zogen (diese Hunde lebten unter Tage und kamen erst ans Tageslicht, als die Bergwerke geschlossen wurden).
      Perros sind also früher reine Arbeitshelfer gewesen.

      Heute werden sie in Spanien noch gelegentlich am Vieh eingesetzt, sind aber häufiger als Drogenspürhunde bei der Polizei oder als Trümmerhunde bei der Feuerwehr zu finden.
      Aber eben auch viel als aktive Familienhunde, die aufgrund ihrer Vielseitigkeit für jeden Mist zu haben sind.

      Und hier nimmt die Zucht nun leider verschiedene Richtungen ein.
      Da der Perro aufgrund seiner ursprünglich angezüchteten Eigenschaften eigentlich wachsam ist und daher eben auch mal anschlägt und auch Fremden gegenüber zurückhaltend bis desinteressiert ist, gehen manche Züchter dazu über, diese Eigenschaften weg zu züchten.
      Der Gründe:
      1. Ein Hund darf anscheinend nicht mehr anschlagen
      2. Da der Perro super ausgeprägte Sinne hat und sich daher z.B. perfekt als Diabetikerwarn- oder Schimmelspürhund eignet, meinen einige, Perros müssen halt in allen Bereichen tolle Therapiehunde sein - ob Altenheim oder sonstwas. Und da er deshalb halt nicht zurückhaltend sein darf, wird die Eigenschaft eben entfernt.
      3. Mit dem Fehlen dieser beiden Eigenschaften passen sie besser als Familienhund.

      Ich sehe das wahnsinnig kritisch, denn mit dem Wegzüchten solcher Eigenschaften nimmt man der Rasse die ursprüngliche Art, Aufgaben erledigen zu wollen und sie verblödet langsam.
      Die Schweden, die sehr auf die Gesundheit achten, züchten häufig Perros, die eher einen Labradorcharakter haben müssen - freundlich zu jedermann, ruhiger, kaum aus der Ruhe zu bringen. Damit entfernen sie aber den grundlegenden, ursprünglichen Trieb und die Rasse wird antriebsloser. Es gibt in Schweden keine Zuchtzulassung, dafür einen grossen Wesenstest.
      Ich habe ein Video von so einem Test gesehen und der Rüde, so hübsch er auch war, trottete einfach mit der ihm unbekannten Trainerin an der Leine mit, ohne sich überhaupt nach seiner Besitzerin mal umzudrehen. Da fehlte jegliche enge Bindung, die der Perro eigentlich haben sollte. Auch beim Spiel war er viel antriebsloser als man es von der Rasse gewohnt sein sollte. Der Rüde wurde als so toll rassetypisch beschrieben und so freundlich. Rassetypisch im Aussehen, ja. Der Rest - für mich definitiv nicht.
      Der Perro wird also nun häufiger als "einfacher Hund für Jedermann" gezüchtet, was ich sehr schade finde.
      Es ist natürlich in unserer heutigen Zeit nicht verkehrt, wenn die Wachsamkeit nicht zu ausgeprägt ist und auch die Zurückhaltung zu Fremden nicht so stark, dass der Hund meint, bei jedem nach vorn gehen zu müssen. Aber die Eigenschaften sollten durchaus zu einem gewissen GGrad vorhanden sein und mit der richtigen Ausbildung und Prägung in richtige Bahnen gelenkt werden.
      Meine Smilla lässt sich, recht untypisch, auch sehr schnell von Fremden anfassen, bleibt aber trotzdem sehr auf mich fixiert.

      Und dann gibt es noch die Züchter, die nur noch auf Aussehen züchten. Das ist allerdings hier in D recht selten. Das wird viel in Spanien durch Inzucht und sogar Inzestzucht (ist dort erlaubt) gemacht.
      Auch das sehe ich natürlich kritisch und ich würde niemals einen inzestgezüchteten Hund zum Decken nutzen. Da die Rasse eh keinen allzu riesigen Genpool besitzt (er ist allerdings auch - noch nicht - besorgniserregend klein) ist so etwas für mich ein No Go.
      Eenso, wie ständig denselben Deckrüden zu nutzen. Es ist nichts gegen eine Wurfwiederholung zu sagen, wenn die vorherigen Hunde gesund und rassetypisch sind, aber ich halte es für wichtig, die genetische Vielfalt möglichst weiter zu unterstützen, was ja auch Krankheiten zu Gute kommt.
      Hier kommen dann aber oft die Züchter dazwischen, die halt einfach recht unbedarft sind und sich weniger zukunftsorientiert verhalten. Das ist manchmal etwas blauäuig. Nicht, dass sie eine schlechte Welpenaufzucht machen würden, da sind sie liebevoll wie andere auch. Aber da wird halt schnell mal der Rüde um die Ecke genommen oder der, der so lieb ist (auch wenn er aus einer spanischen Inzestzucht stammt). Ebenso wird sich gern vielfach auf einen Rüden gestürzt, der seine Potenz gezeigt hat. Da deckt ein Rüde in 2 Jahren zig mal und hinterher sind alle miteinander verwandt. Nach dem Motto: Wenn der Züchter den nimmt, nehme ich den auch. Durch so einen Vorgang hat sich durch einen Rüden tatsächlich Epilepsie in die Zucht geschlichen, weil die erst ab einem gewissen Alter auftrat. Gott sei Dank ist das aber bekannt und relativ gut eingedämmt - die Züchter wurden informiert und wissen, wovon sie ihre Finger lassen sollten. Das wäre aber nicht passiert, wenn der Rüde nicht in kützester Zeit so viele Nachkommen gezeugt hätte.

      Was Krankheiten betrifft, so sind sich die meisten Züchter aber einig - zumindest in D, Finnland, Schweden, den NL:
      Auf Gesundheit wird viel Wert gelegt.
      Die Rasse ist auch recht gesund.
      Natürlich kann sie die überall auftretende HD haben - HD Freiheit kann aber leider kein Züchter garantieren. Er kann nur nach bestem Gewissen so züchten, dass es möglichst nicht vorkommt. Aber das sind jetzt nicht so riesig viele Fälle.
      ED gibt es auch eher seltener.
      Dilute - kam bisher nur bei 2 Welpen in Schweden vor (zumindest was bekannt ist), aber es gibt einen Gentest dafür. Willow und Neo sind nicht getestet, da beide vor dem Gentest aus der Zucht waren und es bei ihren Welpen nie etwas gab. Smilla ist frei.
      NAD - kam auch nur in Schweden bei 3 Welpen, es wurde sofort geforscht und 1 Jahr später gab es einen Gentest. Hunde von freien Eltern müssen nicht getestet werden, Träger gibt es hier in D nur 2 Stück.
      PRA - ist häufiger vertreten, bzw. es gibt mehr Träger in der Zucht, da sich PRA einfach weiter verbreitet hatte, bevor es einen Gentest gab. Träger sind aber kein Problem, sie sind gesund und bekommen mit freiem Partner auch nur freie oder gesunde Träger. Auch hier testen die Züchter gewissenhaft.
      Goniodysplasie - ist schwierig, weil eine Erblichkeit nur vermutet wird und auch Hunde mit Generationen freier Ahnen trotzdem eine Gonio haben können. Ich habe das bei einem meiner Nachzuchten - Eltern beide frei. D.h., wenn es denn einen Erbgang gibt, dann wird er wahrscheinlich wie bei der HD polygen verlaufen. Gonio selbst ist jetzt erst einmal für den Hund kein Problem, sofern er es leicht oder mittel hat. Dann darf er auch in der Zucht bleiben, dann aber mit freiem Partner. So handhaben es andere Länder auch. Gonio kommt beim Menschen auch vor, es ist eine (leichte bis schwere) Anomalie der Kammerwinkel im Auge. Hier heisst es, dass dadurch das Risiko eines Glaukoms (grüner Star) erhöht ist. Allerdings kann ein Glaukom auch ohne Gonio entstehen. Hunde mit leichter und mittlerer Gonio haben genug Platz, dass die Kammerwinkel ordentlich gespült werden. Hunde mit schwerer Gonio sollten zumindest jährlich überprüft werden und bekommen unter Umständen Augentropfen.
      Es gibt nur wenig bekannte Fälle mit schwerer Gonio, die nach bisherigem Stand auch noch auftraten bevor die meisten Züchter anfingen, ihre Hunde zu untersuchen. Von 2012 bis heute gibt es hier in Nordeuropa nur 5 mir bekannter Fälle, bei denen sich ein Glaukom bildete und ein Auge entfernt werden musste. Davon waren 2 Fälle hier in D wobei es bei einem unklar ist, ob der Hund überhaupt Gonio hatte.
      Trotzdem, dass es eben wenige Fälle gibt und ein Erbgang unklar ist, lassen die meisten Züchter ihre Hude untersuchen, was ich sehr begrüße.

      Das hört sich zwar nach viel an, aber da die meisten Erkrankungen getestet werden können und auch eigentlich hier dadurch nicht auftreten, sind sie ja kein Problem. Der letzte bekannte Fall eines z.B. an PRA erkrankten Hundes aus kontrollierter Zucht war um die 2008. Da gab es den Gentest noch nicht.
      Zudem finde ich es auch wichtig zu wissen, dass die Erkrankungen alle nicht nur auf die Rasse bezogen sind.
      HD z.B. ist die am häufigst vorkommende, erbliche Skeletterkrankung beim Menschen. ;)
      PRA, NAD, Dilute sind Genmutationen, die bei vielen Säugetieren vorkommen können. NAD ist auch beim Menschen bekannt.
      Ebenso wie eben Goniodysplasie.
      Wir können alles, nur fliegen noch nicht - aber wir arbeiten daran.
      Der Leitspruch der spanischen Wasserhunde und insbesondere von Neo, Willow und Smilla mit ihrem Menschen Tina