Jagdhunde nur für Jäger / Hütehunde nur für Hirten?

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    • Jagdhunde nur für Jäger / Hütehunde nur für Hirten?

      Da in Vorstellungen es gerade ausartet :/ will ich die Diskussion lieber hierher verlagern.

      Ich finde es echt schlimm, dass über Besitzer solcher Rassen gerne mal pauschal hergezogen wird.
      Ist mir selber schon so gegangen. Unsere 2jährige Lady wurde in 4 Sportarten geführt, hatte zig Pokale aber ich wurde im Bordeforum abgewatscht weil sie nicht an Schaafe durfte! 8o Von einer Frau, deren Border mit 3,5 Jahren noch keine BH hat, aber glücklich ist, weil sie schon 2x ein Wochenend-Seminar Hüten besucht hat :S :rolleyes:

      Frage wieviele aktive (= ~min 2x/Woche) Jäger gibt es in Deutschland? ?(

      --> Aus dem Bauch heraus vermute viel zu wenige, als dass man damit eine Zuchtbasis für 2 Dutzend Rassen halten könnte!

      Wieviele Hirten gibt es?

      --> Hütehunde würden also auch aussterben ohne private Liebhaber dieser Rassen! ;)

      Sollten wir da nicht lieber von Arbeitsrassen sprechen?
      Ja die sind alle anspruchsvoll und benötigen vor allem auch geistige Auslastung, Familienanschluß usw usf
      Aber ich behaupte, diese Hunde kann man auch anders glücklich machen :)

      Gong der Schlagabtausch ist eröffnet :whistling:
      Wenn nur Älle so wäret, wie i sei sodd! :rolleyes: :saint:
    • Solange ein Hund seinen Anlagen entsprechend gehalten wird und diese ausleben darf und diese gefördert werden, im Rahmen des Möglichen, ist es mir egal, wer sich eine Arbeitsrasse hält.
      "Hunde sind wie Bücher, man muss nur in ihnen lesen können, dann kann man viel lernen."

      ~ Oliver Jobes ~
    • Ich finde die BH Prüfung so unwichtig wie ein Kropf. Die sagt einfach nichts aus und wäre sie nicht für viele VDH/FCI Turniere Pflicht, würde sie vermutlich niemand machen.

      Aber zum Kern der Frage: Ja, ich bin der Meinung ein Jagdhund gehört in die Jagd und ein Hütehund gehört ans Schaf. Antesten (nicht mit 8 Wochen, frühestens mit 6 Monaten und dann auch mehrfach) und was nichts taugt kann dann in privat Hände.

      Gäbe es nur Border, die am Schaf arbeiten, gäbe es immer noch genügend. Wobei diese explodierten Sofakissen hier in Deutschland für mich nichts mit einem Border Collie zu tun haben.

      Wozu eine Arbeitshunderasse halten, wenn man sie nicht ihrem natural nach fördern möchte?

      Beim Border gibt es leider schon so viele (und ich habe ja selbst so ein Exemplar), die nichts mehr mit Schafen am Hut haben. Die sollten meiner Meinung nach von der eigentlichen Rasse selektiert und meinetwegen mit anderem/erweiterten Namen als Sporthunde gezüchtet werden. Aber ohne das ständige einkreuzen von Arbeitslinie, nur damit man mit dem möglichst höchsten AL Gehalt angeben kann.

      Bei den Altdeutschen sehe ich da leider auch die traurige Entwicklung, dass sie zum Sport-und Familenhund degradiert werden. Aber es ist schließlich was besonderes, wenn man so einen Hund als erster im Hundesport führt und wider aller Kommentar der Hund läuft wie eine eins.

      Natürlich machen die wenigsten Arbeitshunde die nicht mehr arbeiten dürfen keinen Stress, aber, ob sie glücklich sind, kann man meiner Meinung nach erst beurteilen, wenn man sie erst Mal in ihrem Element gesehen hat.

      Zu den Jagdhunden: Der Kurzhaar Vizsla ist schon seit ein paar Jahren Modehund und man findet zig Zuchten, die damit werben, Vizslas ohne Jagdtrieb und absolut familientauglich zu züchten....erstens haut das eh fast nie hin und zweitens, warum will man einen Jagdhund haben, der nicht jagt? Um dann angeben zu können, dass man ja so ein toller Hecht ist und einen Jagdhund so führen kann, dass er nicht jagt?

      Dem drahthaar Vizsla ist dieses Schicksal zum Glück bisher erspart geblieben....aber offensichtlich nun auch nicht mehr.

      EDIT: Da das Argument ja gerne kommt: Nein, Treibball ist kein Ersatz fürs Hüten. Es ist meiner Meinung nach mit die schlimmsten geistige Verstümmelung, die man einem Hütehund antun kann. Ich kenne mehrere Hunde, die im Treibball geführt wurden und dann an die Schafe sollte und, glaubt mir, dieser Anblick tut einfach weh. Ich habe mehrere Schäfer an der Hand und auch im Bekanntenkreis, einige sind offizielle Ausbilder im ABCD eV (Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland e.V., der deutsche Ableger vom ISDS, dem Verein, in den nur gute hütende Border Collies eingetragen werden) und mehrere davon bilden keine Hunde aus, die zuvor Treibball gespielt haben, weil sie sagen, dass da so viele der natürlichen Eigenschaften des Borders zerstört wurden, dass diese Hunde an den Schafen ein hoffnungsloser Fall sind.

      @KuNiRider das soll keine Beleidigung gegen dich sein (ich weiß nicht, ob du Treibball machst oder nicht), sondern ist einfach meine Meinung und Erfahrung.


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von 19Kenia98 ()

    • na ja, auch ich habe eine Herdenschutzhündin, als 7 Monate alter Hund von einer HSH Hilfsorga adoptiert, aber weder eine Schafherde, noch andere Tierherden o.ä. und bin dennoch wirklich davon überzeugt, dass meine Dana recht zufrieden ist mit dem Los, dass ich ihr zugedacht habe.
      Ich akzeptiere sie so wie sie ist und sie hat ihren sicheren Platz in dem "Minirudel" Dana + ich.
      Vermutlich ist für sie auch alles besser, als ein kirgisisches Tierheim oder sowas in der Art!
      Wenn man NUR nach den ursprünglichen Verwendungszwecken der allermeisten Hunderassen gehen würde, dürfte kaum jemand einen Pudel, Labrador u.s.w. halten. Sind ja ursprünglich auch mal Jagdhunde gewesen.
      Wer seinen Hund so behandelt wie dieser spezielle, dieser eigene, also individuelle (das ist für mich Entscheidend, nicht die Rassebeschreibung) Hund ist und ihn dann entsprechend seiner Interesse, Vorlieben, Abneigungen, seiner Aktivität, u.s.w. beschäftigt, den Hund also als Partner behandelt, ist mit Sicherheit, meiner Meinung nach, auf dem richtigen Weg.
      "Ein Hund ist ein wunderbares Wesen, welches nicht primär den Spaziergang, sondern den sichern Platz im Rudel als Wichtigstes empfindet und auch dringend braucht!" :Hund-smile:
      (Stefan Wittlin, Schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut, Tierpsychologe, Buchautor und Kolumnist)
    • Einatmen... Ausatmen...

      Erstens gibt es nicht den Jagdhund. Gerade Jagdhunde wurden (im Gegensatz zu Hütern) für viele verschiedene Zwecke gezüchtet. Einen Windhund kann man nicht mit einem Vorstehhund oder einem Apportierhund in einen Topf schmeißen. Und meiner Meinung nach hat man gerade bei Jagdhunden eine gute Auswahl an alternativen Beschäftigungen.
      Mantrailing statt Nachsuche
      Verlorensuche statt stöbern
      Dummiearbeit statt apportieren von Wild
      Vieles davon kann man relativ problemlos in den normalen Alltag einbauen.

      Da wird's bei Vollbluthütern schon schwieriger. Ich bin bekennender Gegner von Hüteseminaren und Leuten, die ihre Schafe für Geld zur Verfügung stellen, damit der gelangweilte Familienborder seine Veranlagung ausleben kann. Da wird das Bedürfnis des einen Tieres über das des/der anderen Tiere gestellt. Oder glaubt irgendwer, dass die Schafe sich danach sehnen, sinnlos umhergescheucht zu werden?
      Klar kann man Bewegungsdrang und WTP anders befriedigen, aber das eigentliche hüten ist schwer zu ersetzen.

      Und dann gibt es auch noch die Hunde mit Wach- und Schutztrieb. Für die es schon gut wäre, wenn was zum bewachen da ist.

      Man kann entweder ein Hundeleben lang gegen den Trieb arbeiten, oder sich den Hund holen der zu meinem Leben passt.
      Der kann dann entweder seine eigentliche Aufgabe erfüllen oder einen Ersatzjob bekommen.
      Und das ist bei vielen Jagdhundeassen durchaus machbar. Solange man ein bisschen kreativ ist und gern mit dem Hund arbeiten will.

      @19Kenia98 Wie sag ich nur?
      Du bedauert, dass Jagdhunde Familienhunde werden. Aber du bist gerade dabei, einen zweiten aus der Art geschlagenen Border zu dir zu holen...
      Das ist jetzt für die Rasse der Border Collie in ihrer eigentlichen Form auch nicht unbedingt dienlich.
      Versteh mich nicht falsch. Ich will dir nichts madig machen oder so.
      Hat für mich nur ein bisschen was von dem Glashaus und den Steinen... ;)

      Solange jemand bereit und in der Lage ist, die Bedürfnisse des jeweiligen Hundes zu befriedigen, soll doch jeder den Hund halten, der ihm liegt. Und sich dafür auch nicht rechtfertigen müssen.
      LG Petra mit Andy

      So ein Hund ist ja auch nur ein Mensch...
    • Sagen wir mal so, ich finde es generell nicht gut wenn ein Hund zu wenig, gar nicht oder falsch ausgelastet wird.

      Da finde ich es auch völlig egal ob es ursprünglich ein Jagdhund war, oder ein Hütehund.
      Ich würde allerdings niemals von außen irgend jemanden den ich nicht kenne verurteilen, der einen Jagdhund oder Hütehund führt. Ich sehe nicht dahinter.

      Ich weiß nicht, was der jenige mit seinem Hund macht, oder nicht macht. Ich fände es arrogant anderen Vorschriften machen zu wollen, was sie sich für einen Hund zulegen oder eben nicht. Das geht mich auch einfach schlicht und ergreifend nichts an.

      Wenn man mich zum Beispiel mit Pepper sehen würde, vermutlich ein Kelpie Mix, dann könnte man von außen auch denken, was will die denn mit einem Hütehund.
      Vor allem, weil Pepper ja auch ihre Geschichte hat, und nicht immer verträglich ist mit anderen Artgenossen. Da will ich nicht wissen, was man über mich denken könnte, wenn man mich einfach nur einmal auf den Spaziergang trifft und Pepper loslegt.

      Deswegen halte ich mich mit Vorverurteilungen in jeglicher Hinsicht einfach zurück. :D
      Viele Grüße von Heike und den Mädels
    • @19Kenia98
      Nein ich bin weder beleidigt noch mache ich Treibball. :)
      Weist du zufällig wieviele Hirten es in Deutschland noch gibt?
      Hier in meine Nachbarschaft ist ja Markgröningen wo jährlich das Leistungshüten stattfindet - mit sehr überschaubarer Teilnehmer-& Zuschauerzahl.

      Nur um es zu verdeutlichen, die Frau die mich angezickt hatte, bastelte schon seit 3 Jahren an ihrer BH, dass war keine Forderung von mir.

      Entscheidend ist aber, dass 2 WE Schafe hüten in 3 Jahren imho nur anfixen eines Borders ist und ihn dann 'trocken' zu halten ist gemein, vor allem wenn sonst keine Auslastung erfolgt. Dann soll er Schafe lieber nicht kennen.
      Wenn nur Älle so wäret, wie i sei sodd! :rolleyes: :saint:
    • @Lesko ja und er wird, wie Nanouk auch, an Schafen angetestet und sollte er das Potenzial zeigen, wird er regelmäßig hüten dürfen. Ich bin Mitglied in zwei Hütehundvereinen und Diego wird dort auch über den Hüteleistungstest zuchttauglich geschrieben werden. Also, ja, er darf seinem Natural nachkommen. Das nicht jeder Schafe halten kann, ist klar, aber es gibt genug Schäfer, die froh sind, wenn sie Leute an der Hand haben, die helfen, wenn sie krank sind/in den Urlaub wollen oder auch einfach so normale Sachen wie Scheren oder Klauenschneiden anstehen. Und dazu braucht es dann auch einen ausgebildeten Hütehund, der regelmäßig/routiniert an Schafen arbeitet.

      Ich befinde mich also nicht im Glashaus ;)

      Zu den Hüteseminaren: Die meisten die von irgendwelchen Hobbyschäfern ausgerichtet werden sind katastrophal. Die Seminare von seriösen Vereinen haben hingegen sehr strenge Regeln. Der gelangweilte Familienborder knallt da nicht einfach an die Schafe. Da gibt es sehr viel Vorarbeit ;)


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    • Da ihr mich bisher alle vergessen habt bin ich jetzt erst mal beleidigt! :whistling:

      Ich denke, es kommt - wie immer auf die Halter an und was sie bereit sind zu leisten.

      Murphy war passionierter Jäger und der Jagdtrieb war solange händelbar, wie man ihn auch mal auf einer selbst gefundenen Fährte gehen ließ. Er war aber auch ein verdammt geiler Familienhund.

      Bei den Bordern/Aussies würde ich eine Trennung der Arbeitslinie wirklich begrüßen. Leider kenne ich real gesehen bis auf die Hunde einer Züchterin nur die explodierten Kissen, die alles sind, nur keine ausgeglichenen, geschweige denn verträglichen Hunde.

      Bei Enzo war ja auch bei vielen die Frage „was wenn“. Ich hatte zu allem einen Plan A-E und sicherlich auch Glück, dass er bisher ganz gut geraten ist. So sehe ich das.
      Fragt man aber hier im Ort andere HH, was und wie lange die mit ihren Hunden was machen, dann hat Enzo mehr als ein Luxus-Leben und ich mir Arbeit für 3 HH gemacht^^

      Wenn man mit den „Standard“ Rassen zu viele Abstriche machen müsste und etwas Erfahrung hat, dann kann man mit seinen Aufgaben wachsen und den Hund passend auslasten.

      Und wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich die Skepsis von @Julia und @19Kenia98 verstehen. Mir ging es im ersten Moment nicht anders. Aber: sie hat sich ja nu in einem Forum angemeldet. Das ist schon mal mehr, als man von den meisten Jagdhundehaltern mitbekommt. Ich würde ihr also gerne erst mal unterstellen, dass sie wirklich mit guten Gedanken Ideen, Inspiration und Erfahrungen sucht, um ihrem Hund gerecht zu werden. Und da halte ich euch beide für kompetente Ansprechpartner :thumbsup:

      @KuNiRider ist leider raus, männlich und friedliebend ist zu lasch :whistling: (duck und weg, du weißt - Spaß ;) )
    • Nun ja, ich finde das Thema recht komplex.

      Zum einen ist es ja so, dass es mittlerweile bei eitlichen Rassen eine Show- und eine Arbeitslinie gibt. Das haben wir bei diversen Retrievern, Hütehunden, anderen Jagdhunden (Working Cocker etc.). Da ist es ja inzwischen häufig so, dass Hunde aus Showlinien eher auf Familien- und Alltagstauglichkeit selektiert wurden und gar nicht mehr das nötige Zeug mitbringen, um zB an Schafen zu arbeiten oder für jagdliche Zwecke eingesetzt zu werden. Oft sind diese Hunde dann ja tatsächlich mehr als zufrieden mit einer "Ersatzbeschäftigung" wie Dummyarbeit, Treibball, Agility oder Obedience oder was auch immer.

      Dennoch ist es natürlich problematisch, dass sich immer mehr Menschen hochspezialisierte Arbeitsrassen zulegen, ohne sich der Tatsache bewusst zu sein, dass die Genetik natürlich auch ein wichtiger Faktor ist! Hier laufen immer mehr Rhodesian Ridgebacks, Vizslas und Weimaraner sowie Bracken rum - nicht selten sind das dann die Hunde, die sich in Wald eine eigene Beschäftigung suchen, andere Hunde bedrängen oder mobben oder einfach nur völlig drüber röchelnd in der Leine hängen. Da fragt man sich ja manchmal wirklich, warum man einen Hund zu solch einem Leben verdammt. Aber so ein Weimaraner macht natürlich mehr her als ein Chihuahua *augenroll*

      Ich denke, letztlich kommt es wirklich sehr stark auf die jeweilige Rasse an. Nehmen wir die Bracke, die ja wirklich Jagdgebrauchshund durch und durch ist. So eine Rasse gehört mMn wirklich nur in Ausnahmefällen in Privathände, denn auch wenn die Besitzer so engagiert sind, mit dem Hund zB Mantrailing zu machen oder sonstige Nasenarbeit, ist es oft fraglich, ob diese Ersatzauslastung den Hund wirklich zufriedenzustellen vermag.
      Aber wenn ich mir dann zB den Weißen Schäferhund ansehe, der ja mWn schon recht lange auch auf Begleithubdeigenschaften gezüchtet wird, dann ist es ja in vielen Fällen durchaus der Fall, dass die Hunde auch mit einer Beschäftigung wie Obedience, Rallye oder sonstwas völlig zufrieden sind.


      Ein anderes Beispiel ist mein Yorkie. Der Yorkshire Terrier hielt ja früher zB Höfe frei von Ratten und anderem Getier, ist aberschon sehr lange in eine andere Richtung selwktiert worden und heute darum ein idR unproblematischer Begleithund, wobei typische Yorkies wohl durchaus kernig sind und man sie auch adäquat beschäftigen sollte.



      Zum Thema "Ersatzauslastung für Arbeitsrassen": Da kommt es zudem meiner Ansicht nach sehr auf Qualität und Art der Beschäftigung an! Wenn ich mir so manch Border Collie oder Aussie ansehe, der einfach nur hysterisch kläffend durch den Agility-Parcours schießt oder beim "Scent Hurdle Racing" zum knallköpfigen Balljunkie gemacht wird, dann finde ich das sehr gruselig und bedenklich. Damit tut man dem Hund meiner Ansicht nach nichts Gutes. Ebensowenig wie dem Malinois, den ein bisschen stumpfes Longieren im Garten "auslasten" soll etc.

      Aber wie gesagt, komplexes Thema. Ich finde aber den Trend zum "Spezialisten" durchaus besorgniserregend...
      ♡-liche Grüße von Lina, Chihuahua Rex und Yorkie Jasmin
    • KuNiRider schrieb:

      @19Kenia98
      Nein ich bin weder beleidigt noch mache ich Treibball. :)
      Weist du zufällig wieviele Hirten es in Deutschland noch gibt?
      Hier in meine Nachbarschaft ist ja Markgröningen wo jährlich das Leistungshüten stattfindet - mit sehr überschaubarer Teilnehmer-& Zuschauerzahl.

      Nur um es zu verdeutlichen, die Frau die mich angezickt hatte, bastelte schon seit 3 Jahren an ihrer BH, dass war keine Forderung von mir.

      Entscheidend ist aber, dass 2 WE Schafe hüten in 3 Jahren imho nur anfixen eines Borders ist und ihn dann 'trocken' zu halten ist gemein, vor allem wenn sonst keine Auslastung erfolgt. Dann soll er Schafe lieber nicht kennen.
      Es gibt knapp 1000 Berufsschäfer in Deutschland, dazu kommen noch die Gemeinschaften (mehrere Personen die sich als Hobby zusammen Schafe halten und die Arbeit teilen) und eben solche, die das alleine im kleinen Rahmen als Hobby machen. Also tatsächlich deutlich mehr als man denkt, wobei die Zahl jedes Jahr sinkt.

      Die EM war 2019 wurde ja in Deutschland gerichtet und da haben etwa 600 Hunde aus 18 Ländern teilgenommen, wobei z.B. Großbritannien nicht teilnehmen durften :whistling:


    • @19Kenia98Ich sehe Treibball auch nicht als Alternative zum Hüten. Ich habe es mal mit Rex ausprobiert, finde es auch ganz lustig, aber es ist eben schon was Anderes als der eigentliche Job von Hütehunden, genauso wie Dummyarbeit was anderes ist als die Jagd nach Wild...

      Ich kann mir aber schon vorstellen, dass sich Treibball und richtige Hütearbeit "beißen", wobei ich weiß, dass der Aussie meiner Trainerin auch Treibball macht und zumindest früher gehütet hat (wohl auch Trials). Ich werde sie da bei Gelegenheit mal fragen.
      ♡-liche Grüße von Lina, Chihuahua Rex und Yorkie Jasmin
    • 19Kenia98 schrieb:

      Ich bin Mitglied in zwei Hütehundvereinen und Diego wird dort auch über den Hüteleistungstest zuchttauglich geschrieben werden. Also, ja, er darf seinem Natural nachkommen. Das nicht jeder Schafe halten kann, ist klar, aber es gibt genug Schäfer, die froh sind, wenn sie Leute an der Hand haben, die helfen, wenn sie krank sind/in den Urlaub wollen oder auch einfach so normale Sachen wie Scheren oder Klauenschneiden anstehen. Und dazu braucht es dann auch einen ausgebildeten Hütehund, der regelmäßig/routiniert an Schafen arbeitet.
      Dann muss das bei euch in der Gegend irgendwie anders laufen als hier. Hier haben die Schäfer 2-3 Hütehunde (altdeutsche Schäferhunde, Harzer Fuchs usw. und wahrscheinlich auch noch alles dazwischen, Optik egal, Hauptsache, es macht den Job). Die haben meist ein paar Leute auf Minijob, die mal helfen. Oder aus der Familie.
      Mich würde interessieren, wie das dann bei euch läuft. Wie oft habt ihr da Gelegenheit zum Arbeiten. Eine Vertretung muss ja ein bisschen mehr können als den Hund lenken. Und bei einer Urlaubsvertretung müsstest du ja sehr zeitintensiv vor Ort sein?
      Hier würde kein Schäfer jemand fremdes mit seinem Hund an die Schafe lassen. Urlaub macht der höchstens im Winter vor der Lammzeit. Dann sind die Schafe im Stall.
      Erzähl mal, gern auch in einem extra Threads. Denn ich kann's mir nicht vorstellen.

      Hütest du mit Nanouk? Davon habe ich noch nie was gelesen.
      LG Petra mit Andy

      So ein Hund ist ja auch nur ein Mensch...
    • @Lesko Nanouk wurde zwei Mal getestet. Er hätte es bestimmt lernen können, aber den Border macht ja aus, dass er es "im Blut" hat und das hat Nanouk zu wenig, obwohl 3 seiner 4 Großeltern aktiv hüten/gehütet haben.


      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von 19Kenia98 ()

    • tinybutmighty schrieb:

      Nun ja, ich finde das Thema recht komplex.

      Zum einen ist es ja so, dass es mittlerweile bei eitlichen Rassen eine Show- und eine Arbeitslinie gibt. Das haben wir bei diversen Retrievern, Hütehunden, anderen Jagdhunden (Working Cocker etc.). Da ist es ja inzwischen häufig so, dass Hunde aus Showlinien eher auf Familien- und Alltagstauglichkeit selektiert wurden und gar nicht mehr das nötige Zeug mitbringen, um zB an Schafen zu arbeiten oder für jagdliche Zwecke eingesetzt zu werden. Oft sind diese Hunde dann ja tatsächlich mehr als zufrieden mit einer "Ersatzbeschäftigung" wie Dummyarbeit, Treibball, Agility oder Obedience oder was auch immer.

      Dennoch ist es natürlich problematisch, dass sich immer mehr Menschen hochspezialisierte Arbeitsrassen zulegen, ohne sich der Tatsache bewusst zu sein, dass die Genetik natürlich auch ein wichtiger Faktor ist! Hier laufen immer mehr Rhodesian Ridgebacks, Vizslas und Weimaraner sowie Bracken rum - nicht selten sind das dann die Hunde, die sich in Wald eine eigene Beschäftigung suchen, andere Hunde bedrängen oder mobben oder einfach nur völlig drüber röchelnd in der Leine hängen. Da fragt man sich ja manchmal wirklich, warum man einen Hund zu solch einem Leben verdammt. Aber so ein Weimaraner macht natürlich mehr her als ein Chihuahua *augenroll*

      Ich denke, letztlich kommt es wirklich sehr stark auf die jeweilige Rasse an. Nehmen wir die Bracke, die ja wirklich Jagdgebrauchshund durch und durch ist. So eine Rasse gehört mMn wirklich nur in Ausnahmefällen in Privathände, denn auch wenn die Besitzer so engagiert sind, mit dem Hund zB Mantrailing zu machen oder sonstige Nasenarbeit, ist es oft fraglich, ob diese Ersatzauslastung den Hund wirklich zufriedenzustellen vermag.
      Aber wenn ich mir dann zB den Weißen Schäferhund ansehe, der ja mWn schon recht lange auch auf Begleithubdeigenschaften gezüchtet wird, dann ist es ja in vielen Fällen durchaus der Fall, dass die Hunde auch mit einer Beschäftigung wie Obedience, Rallye oder sonstwas völlig zufrieden sind.


      Ein anderes Beispiel ist mein Yorkie. Der Yorkshire Terrier hielt ja früher zB Höfe frei von Ratten und anderem Getier, ist aberschon sehr lange in eine andere Richtung selwktiert worden und heute darum ein idR unproblematischer Begleithund, wobei typische Yorkies wohl durchaus kernig sind und man sie auch adäquat beschäftigen sollte.



      Zum Thema "Ersatzauslastung für Arbeitsrassen": Da kommt es zudem meiner Ansicht nach sehr auf Qualität und Art der Beschäftigung an! Wenn ich mir so manch Border Collie oder Aussie ansehe, der einfach nur hysterisch kläffend durch den Agility-Parcours schießt oder beim "Scent Hurdle Racing" zum knallköpfigen Balljunkie gemacht wird, dann finde ich das sehr gruselig und bedenklich. Damit tut man dem Hund meiner Ansicht nach nichts Gutes. Ebensowenig wie dem Malinois, den ein bisschen stumpfes Longieren im Garten "auslasten" soll etc.

      Aber wie gesagt, komplexes Thema. Ich finde aber den Trend zum "Spezialisten" durchaus besorgniserregend...
      Vielen Dank für diesen Beitrag, genau so seh ich das auch. :flowers:

      Ich bin nur manchmal etwas ungeschickt darin, mich auszudrücken.
      Liebe Grüße von Julia, der Hound-Gang und dem Pü.





    • Soooo da es ja hier ja auch um mich und unseren kleinen Mann geht. Wir haben uns viele Gedanken gemacht und machen sie uns nach wie vor. Wir geben unser bestes, wie vermutlich alle verantwortungsbewussten Hundebesitzer, lasst uns doch mal etwas Zeit. Ich werde wenn das ganze nicht ausartet sehr gerne unsere Fortschritte hier teilen. Was für mich um ehrlich gesagt viel wichtiger wäre wenn mir jemand erzählt das sie einen Welpen haben sind Dinge wie "wie wird der Hund untertags beschäftigt", "wo hat er genug Hundekontakt", "sind genügend Mittel vorhanden wenn der Hund mal krank wird oder verletzt ist", "wie ist die Wohnsituation", "hat man sich in die Ernährung eines Hundes eingelesen" und und und
      Erst dann würden für mich so Dinge kommen wie gehe ich nun mit ihm jagen, joggen, schwimmen, hüten, Fährte, agility,....
    • @Lilie das sind Sachen, die ich ehrlichgesagt zu einem gewissen Punkt vorraussetze. Wenn das nicht der Fall ist, liegt noch so einiges mehr im argen.
      Liebe Grüße von Julia, der Hound-Gang und dem Pü.





    • Lilie schrieb:

      @Juliada ich nebenbei in einem Tierschutzverein helfe kann ich dir sagen Nein, das sind keine Dinge die vielen Leuten klar sind.
      Ich weiß, dass bei vielen das nicht der Fall ist. Mit meinem Pudel bin ich ja in einer Rettungshunde Staffel des BRK und sogar da haben wir das ein oder andere Mitglied, denen da so einiges nicht klar ist. Aber die haben auch so einige Problemchen mit ihren Hunden.

      Aber mit denen kann man da auch nicht reden, weils ihnen einfach egal ist.
      Deshalb schrieb ich aber auch "bis zu einem gewissen Punkt".

      Aber wenn man sich doch ne Zeit lang allgemein mit dem Thema Hund beschäftigt ergibt sich ja eigentlich automatisch das ein oder andere.
      Liebe Grüße von Julia, der Hound-Gang und dem Pü.





    • Easy schrieb:

      Ich würde allerdings niemals von außen irgend jemanden den ich nicht kenne verurteilen, der einen Jagdhund oder Hütehund führt. Ich sehe nicht dahinter.
      DAS finde ich auch super wichtig! Ich finde es schlicht und ergreifend übergriffig und unpassend, jemanden, den man gerade kennenlernt, direkt wegen der Rasse seines Hundes zu verurteilen, ohne irgendetwas über das Leben und den Alltag dieses Hundes zu wissen. Die Information, ob jemand den Hund jagdlich/an Schafen führt, sagt auch erst mal gar nichts aus.

      Ich hatte eine Schulkameradin, deren Familie einen Kleinen Münsterländer und einen Deutsch Langhaar hatte. Der KML wurde jagdlich geführt, was bedeutete, dass er maximal einmal pro Woche auf Jagd durfte und ansonsten auf dem Bauernhof der Familie herumstromerte (ins Haus durfte er nicht, er hatte einen Zwinger). Der DL war der Jagdhund in Rente, der vegetierte taub und fast blind in seinem völlig kotverdreckten Zwinger vor sich hin und wurde, wenn er Glück hatte, ein- bis zweimal am Tag über den Hof geführt. Ob ein Jagdhund jagdlich geführt wird, sagt NICHTS darüber aus, ob er artgerecht gehalten wird und glücklich ist! Also: Erst mal den/die Betreffende(n) näher kennenlernen, bevor man urteilt. ^^