Was ist für euch eine Qualzucht?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Was ist für euch eine Qualzucht?

      Es ist ein heikles Thema, ich weiß. Dennoch hoffe ich auf eine sachliche Diskussion. Aber da vertraue ich euch :) Wir hatten heute dieses Gespräch auf Arbeit und mich würde interessieren, wo die Allgemeinheit da die Grenze zieht.

      Welche Rassen fallen für euch unter die Kategorie "Qualzucht" und warum? Vielleicht lassen sich ja auch manche Vorurteile aushebeln und entkräften :)

      Ich fange mal an.

      Wir hatten hier heute eine Xolo. Logischerweise sind diese nackt. Der Besitzer erzählte, dass er ihm keine Kausnacks geben könne, weil er kaum Zähne hätte. Kollegin tippte auf ein hohes Alter, aber er meinte, dass sie bei denen "normal" so.

      Ich weiß, die Nacktheit ist durch einen Gendefekt entstanden und nicht durch den Menschen als solches, wenn ich mich nicht irre. Trotz allem gehört für mich Fell an einen Hund. Es schützt vor Witterungen, er kann damit kommunizieren. Fehlende Zähne wären für mich ebenfalls eine nicht außer Acht zulassende Einschränkung. Kann mir durchaus vorstellen, dass manche Exemplare ihre Nahrung nur unzureichend Kauen und damit die Verdauung etwas beeinträchtigt sein könnte. Möchte keinen auf die Füße treten, der solch eine Rasse hat oder sich anschaffen will. Aber diese Rasse kratzt für mein Verständnis schon an der Grenze zur Qualzucht.

      Eine weitere Rasse wäre der Puli oder auch Komondor. Diese Verfilzungen am ganzen Körper scheinen nicht leicht zu pflegen zu sein und könnten wohl auch eine anziehende Heimat für einige Parasiten sein oder andere Hautkrankheiten, die durch Feuchtigkeit und Wärme in dem dichten Pelz entstehen können.

      Zusammenfassend würde ich sagen, wenn für den Hund eine dauerhafte Einschränkung aufgrund seiner Rassezugehörigkeit entsteht, sollten die Alarmglocken angehen. Manches schränkt sicher weniger ein, als anderes. Da muss man den Schweregrad natürlich noch beachten. Ab besten wären natürlich gar keine Einschränkungen.

      Das sollte es erstmal sein von meiner Seite aus. Wie gesagt, vielleicht lassen sich ja auch manche Punkte entkräften, egal wer welche Rasse eventuell für eine Qualzucht halten könnte.
      "Hunde sind wie Bücher, man muss nur in ihnen lesen können, dann kann man viel lernen."

      ~ Oliver Jobes ~
    • Ich finde, das Thema "Qualzucht" ist sowohl interessant als auch schwierig, eben, weil es so kontrovers ist. Was für den einen eigentlich in Ordnung ist, kann für den Nächsten schon Quälerei sein. Ich persönlich habe schon ein Problem mit dem Wort "Qualzucht", einfach, weil es sich für mich nicht richtig anhört. Grundsätzlich geht mir alles gegen den Strich, was ins Extreme gezüchtet wird, so dass das Tier wirklich massive Probleme im Alltag hat. Allerdings empfinde ja nur ich so - weiß ich, ob der Hund wirklich darunter leidet? Er kennt es ja nicht anders und arrangiert sich womöglich mit seiner Anatomie und allem, was dazu gehört.
      Es gibt Menschen, die schon von Basset Hounds wegen der Ohren, der Augen und der Gelenke von einer Qualzucht sprechen. Aber da kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass Elmo in keinster Weise Einschränkungen hat. Er hat keine entzündeten Augen (noch nie gehabt), seine Gelenke sind stabil, und seine Ohren haben wir mit seinem aktuellen Reinigungsmittel wieder super hinbekommen. Natürlich gibt es bei dieser Rasse vermehrt Probleme mit besagten Körperteilen...aber von einer Qualzucht würde ich da noch nicht sprechen, zumal die Sache mit den Ohren oder den Gelenken auch andere Hunde betreffen kann.
      William Shakespeare: „Der Basset - Traum einer Halbsommernacht mit Ohren, die den Morgentau wegkehren und einer Wamme, breit wie Thessaliens Stiere.“
    • Ja, es ist schwierig und ich kenne vom Sehen durchaus Rassevertreter von Elmo, die ich in die Ecke mitstellen würde. Aber wie du schon sagtest, es gibt eben auch wieder Beispiele, die das Gegenteil belegen und kann man dann gleich eine ganze Rasse "verteufeln"? Wohl eher nicht.

      Daher interessieren mich eure Gedankenansätze :)

      Erinnert mich bitte mal dran, wenn ihr mögt, dass ich heute Abend vom Rechner aus Bilder hochlade. Habe mal alte Fotos zu Hunderassen gefunden, wie sie früher aussahen und dann 100 Jahre später. Erschreckend. Einfach erschreckend. Ein "Elmo" ist auch dabei, aber bitte nicht hauen :| :P Boxer sind da auch drunter ;)
      "Hunde sind wie Bücher, man muss nur in ihnen lesen können, dann kann man viel lernen."

      ~ Oliver Jobes ~
    • Für mich fallen unter Qualzucht alle Hunde die so gezüchtet wurden, dass sie körperlich leiden und/oder Einschränkungen haben.

      Darunter fallen für mich unter anderem Hunde die:
      - Probleme mit der Atmung und der Abkühlung der Luft haben (franz. Bulldogge, Mops....)
      - unter herausfallenden Augäpfeln leiden können (viele kleine Rassen und Plattnasen)
      - unter extremen Hautfalten leiden (Shar Pei, Mastino Napoletano...)
      - aufgrund körperlicher Veränderung leiden (Mastino Napoletano, Gangwerk des Schäferhundes - obwohl die hier tatsächlich schon gut rückläufig sind)
      Kurzum:
      Alle Hunde bei denen der Rassestandard bis ins Extreme und zur völligen Übertypisierung ausgereizt wurden.

      Was Rassen wie die Nackthunde betrifft, so sind sie eigentlich keine Qualzucht.
      Der Xolo und der Peruander z.B. haben so dicke Haut, dass sie gegenüber Temperaturschwankungen sehr unempfindlich sind. Im Gegensatz zur Haut meiner Rasse, die sogar recht dünn ist, sehe ich also wegen dem fehlenden Fell keine Probleme.
      Die fehlenden Zähne machen mir da etwas Sorgen. Da müsste meiner Meinung nach die Zucht möglichst ein wenig eingeschränkt werden, z.B. dass weniger Zähne fehlen dürfen oder ähnliches. Um das besser in den Griff zu bekommen.

      Hunde wie Komondor und Puli dagegen sind definitiv keine Qualzucht. Ich habe ja selbst so eine Rasse - was nicht der Grund ist, warum ich hier keine Qualzucht sehe.
      Aber ich kenne die Fellbeschaffen solcher Rassen ganz gut. Ungeziefer kann sich hier genauso oft oder selten ansiedeln wie bei anderen (langhaarigen) Rassen - ich hatte hier in 12 Jahren Perrohaltung noch nie Flöhe. Auch Hautkrankheiten gibt es nicht häufiger als bei anderen Hunden. Da kenne ich mehr Labradore, die häufiger unter Pilzbefall leiden. Auch hier hatte meine Hunde nie Probleme.
      Tatsächlich bildet das Fell bei Komondor und Puli ja normalerweise richtig dicke Dreadlocks, so dass dazwischen immer genug Luft an die Haut kommt.
      Durch das Fell leiden solche Hunde sogar seltener unter Bindehautentzündung, weil das Fell schützend, auch bei Wind unter Wetter. Dadurch sind sie sogar oft gesundheitlich sehr robust.

      Weder Nackthunde noch Lockenhunde wurden im Standard übertypisiert. Es gibt sie schon seit vielen Jahrhunderten genau so.
      Wir können alles, nur fliegen noch nicht - aber wir arbeiten daran.
      Der Leitspruch der spanischen Wasserhunde und insbesondere von Neo, Willow und Smilla mit ihrem Menschen Tina
    • Skadi schrieb:

      Ja, es ist schwierig und ich kenne vom Sehen durchaus Rassevertreter von Elmo, die ich in die Ecke mitstellen würde. Aber wie du schon sagtest, es gibt eben auch wieder Beispiele, die das Gegenteil belegen und kann man dann gleich eine ganze Rasse "verteufeln"? Wohl eher nicht.
      Na ja..... Ich finde, man kann hier ganz gut mit dem Tierschutzgesetz, §11b argumentieren:

      "(1) Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch biotechnische
      Maßnahmen zu verändern, soweit im Falle der Züchtung züchterische
      Erkenntnisse oder im Falle der Veränderung Erkenntnisse, die
      Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen,
      dass als Folge der Zucht oder Veränderung
      1.bei der Nachzucht, den biotechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten oder
      2. bei den Nachkommen
      a) mit Leiden verbundene erblich bedingte Verhaltensstörungen auftreten,
      b) jeder artgemäße Kontakt mit Artgenossen bei ihnen selbst oder einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder
      c) die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt."
      Quelle: gesetze-im-internet.de/tierschg/__11b.html


      Laut Tierschutzgesetz fällt eine Rasse also nicht dann unter Qualzucht, wenn alle ihre Vertreter von Schäden/Leiden betroffen sind, sondern schon dann, wenn solche Schäden/Leiden zu erwarten sind. Wie man diese Formulierung zu interpretieren hat, darüber kann man natürlich streiten.... Ich würde es so verstehen: "Zu erwarten" heißt, immer wenn ein bestimmter/-s Schaden/Leiden bei einer Rasse signifikant häufiger auftritt als beim Durchschnittshund, kann man ihn bei dieser Rasse "erwarten" und die Rasse würde damit unter den Qualzuchtparagraphen fallen.

      Nun kann man natürlich noch diskutieren, was ein Schaden/Leiden ist. Wenn ein Hund zu leichten Bindehautentzündungen neigt, würde ich das noch nicht als gravierenden/-s Schaden/Leiden betrachten. Eine DCM dagegen schon. Wo ich die Grenze ziehe? Das finde ich schwer zu sagen. Theoretisch müsste man für jede einzelne Krankheit bzw. Einschränkung gesondert urteilen. Als Kriterium würde ich dabei heranziehen, inwiefern die Krankheit/Einschränkung den Hund in seinem Alltagsleben beeinträchtigt. Luftnot oder eine DCM beeinträchtigen ganz massiv, weil der Hund sich auf keinen Fall zu stark körperlich anstrengen darf, damit er nicht tot umfällt. Eine Neigung zu Bindehautentzündungen dagegen schränkt den Hund nicht sonderlich ein; er muss halt relativ häufig Augentropfen bekommen, kann aber ansonsten ein völlig normales, uneingeschränktes Leben führen.


      Das wären meine spontanen Gedanken zu dem Thema...


      Liebe Grüße

      Amica
    • Skadi schrieb:

      aber bitte nicht hauen
      Hier wird keiner gehauen! :!: Ich bin mir ziemlich sicher, dass es Basset Hounds gibt, wo man sich wirklich fragt, was sich der Züchter dabei gedacht hat. Wir achten auf gutes Futter, welches Elmo in Maßen erhält, dadurch glänzt sein Fell und er ist nicht übergewichtig. Das gilt übrigens für sämtliche Hunde unserer Züchterin, zumindest, wenn sie den Hof verlassen. Was dann die neuen Herrchen und/oder Frauchen mit den Hunden machen, steht dann natürlich auf einem anderen Blatt.

      William Shakespeare: „Der Basset - Traum einer Halbsommernacht mit Ohren, die den Morgentau wegkehren und einer Wamme, breit wie Thessaliens Stiere.“
    • Beim Mastino Napoletano fällt mir noch ein, dass die auch oft zur Magendrehung neigen. Das bringt man mittlerweile mit dem schwachen Bindegewebe in Verbindung.
      Der Mastino und der Cane Corso gehen ja auch die gleichen Hunde zurück, daher finde ich es in dem Fall besonders erschreckend, was man alles züchten "kann".

      Einen Unterschied muss man bei vielen Rassen in der Herkunft des Hundes machen. Die "Hinterhof-Züchter" Hunde haben die rassebedingten Probleme deutlich häuftiger als die vom seriösen Züchter. Da muss man dann halt noch genau schauen, auf was der Züchter wert legt.
      Bei Cane Corso gibt es auch Züchter, die schon fast Boxer-Köpfe haben oder die Hunde sind optisch zu groß geratene Labradore.

      Generell bin ich auch der Meinung, dass der Hund keine gesundheitlichen Einschränkungen haben darf und normal seinen ursprünglichen Zuchtziel nachkommen können muss.
      Bei einem Begleithund kann ich eine kürzere Nase akzeptieren, wenn der Hund dadurch normal am Leben teilnehmen kann. Also nicht nach einer Stunde locker im Park spazieren ernste Probleme hat oder nach 2 kurzen Sprints.
      Bei Arbeitsrassen sollen die Hunde auch noch in der Lage sein, dieser Aufgabe - zumindest theoretisch - nachkommen zu können.

      Bei allem finde ich aber auch den Charakter wichtig. Ein Begleitung sollte freundlich und aufgeschlossen gegenüber seiner Umwelt sein, auf keinen Fall aggressiv. Ein Schutzhund sollte Schutztrieb haben, aber auch die nötige Charakterstärke um nicht aus purer Unsicherheit nach vorne zu gehen.

      Unter Qualzucht fallen für mich auch viele "Desgner-Rassen" wo zwei nicht kompatiple Rassen eine neue Rasse kreieren sollen. Ich kenne jetzt 2 Hunde wo man merkt, dass 2 Wesen in dem Hund gegeneinander Arbeiten.
    • In einem anderen Forum gab es mal einen Thread mit Fotos der verschiedenen Hundeschädel.
      Im Vergleich zum Original ( Wolf ).

      Der Collie kam dem Original am nächsten. Erschreckend fand ich besonders die Kurznasigen Exemplare,
      wie Mops oder Pekinese.
      Da gibt es keine geraden Zahnreihen, das sieht mehr so aus wie ein Trümmerhaufen.

      Die für meine Üblichen Kauartikel, lassen sich mit so einem Gebiss bestimmt nicht fressen.
    • ..für mich persönlich beginnt die "Qualzucht" bereits mit den gezielten Schönheitslinien und Farbschlägen bestimmter Rassen - also immer wenn aus "ästhetischen oder Verhaltens-Gründen" bewusst in die Genetik eingegriffen wird um mehr Gewinn in der Zucht zu erzielen um "neue Zielgruppen zu erschließen" ;)

      Der Mops, dem dann die Schnauze weggezüchtet wird, ist für mich nur die Spitze des Eisbergs...

      Aber solange es einen Markt dafür gibt...
    • Für mich gehört alles was in irgendeine Richtung extrem ist zu den Qualzuchten. Also z.B. sehr kleine Nasen die den Hund beim Atmen behindern und sehr kleine Hunde, also Teacups von Kleinhunden der nicht normal mit Artgenossen kommunizieren kann und ich glaube die Teacups neigen zu Unterzuckerung.

      Allgemein sollte man vermutlich bei manchen Rassen nicht soviel als „normal“ hinnehmen wir die fehlenden Zähne beim Xolo oder die Atemprobleme bei Mops und Französischer Bulldogge.

      Ich habe glaube ich mal gelesen, dass Hunde wenn der Mensch nicht eingreifen würde im Durchschnitt mittelgroß wäre, kurzes Fell haben würde undStehohren. Und wenn man sich mal die Mischlinge ohne erkennbare Rasse anguckt dann sind die auch oft mittelgroß und haben kurzes Fell. Irgendeinen Grund muss es ja geben, dass sich das durchsetzt.
      Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina

      Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
      Suzanne Clothier

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von CrazyDogs ()

    • Oha ... Ja, ein krasses, trauriges, aber "gutes" Beispiel ... Heftig.
      "Hunde sind wie Bücher, man muss nur in ihnen lesen können, dann kann man viel lernen."

      ~ Oliver Jobes ~
    • Das Video ist klasse und erschreckend zugleich.
      Unglaublich, welche "Blüten" die Zucht treiben kann. Und noch unglaublicher, dass es Menschen gibt, die so etwas schön finden.
      Dackel, Mops, Share Pei...
      Alle hatten zwar einen unterschiedlichen, aber zweckmäßigen und funktionalen Körperbau.
      LG Petra mit Andy

      So ein Hund ist ja auch nur ein Mensch...
    • Ich find da auch so einiges gruselig, eben nicht nur die klassischen Qualzuchten.

      Aber ich muss sagen, der moderne "woking type" Basset gefällt mir sehr gut :love:

      Mit dem Chinese Crested, der ja dieses Jahr einziehen soll, haben wir dann ja auch so eine vermeintliche Qualzucht, aber wenn man da ein bisschen auf einen guten Züchter achtet, gibts da keine Probleme. Die Haut von denen ist so dick, dass die TÄ beim impfen ganz schön zu tun haben, durch die Haut zu kommen und auch mit den Zähnen gibts dann keine Probleme, wenn man auf gute Zucht achtet. ABgesehen davon gibt es diese Rasse zeimlich so wie sie jetzt ist schon seit ca. 2.000 Jahren
      Liebe Grüße von Julia, der Hound-Gang und dem Pü.





      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Julia ()

    • Moin!
      Nur mal kurz auf den Komondor eingegangen, die haben mit Qualzucht wirklich gar nichts zu tun. Also, zum ersten ist diese Rasse uralt, also in etwa seit dem 9. Jahrhundert existierten diese, oder ähnliche Hunde. Das Fell hat wirklich absolut KEINEN optischen Aspekt, sondern ist ein sehr guter Schutz für den Hund bei Temperaturen von +30° - z.T. -30° in den Gegenden aus denen er stammt und schützte auch den Hund vor Bissen von Raubtieren wie Raubkatzen, Wölfen u.s.w.. Diese Räuber zu stellen, zu vertreiben oder mit ihnen zu kämpfen war ja sein ursprünglicher Job und die Optik war den Hirten damals völlig egal.
      Dieses Haarkleid bereitet den Hunden absolut keine Probleme, eher das Gegenteil ist der Fall. Es sorgt u.a. für ein ideales Hautklima.
      Ein Freund hatte mal einen (darum mein Beitrag, Pavel war ein echter Superhund, nicht nur optisch) aus Ungarn mitgebracht (er ist selbst Ungar). Er hatte ihn von einem uralten Schäfer übernommen, der aus Altersgründen in den "Ruhestand" gegangen war und seine Hunde und Welpen abgegeben musste.
      "Einen Hund als Zeitvertreib zu sehen, ist falsch und äußerst egoistisch. Der Hund ist ein höchst sensibles, liebebedürftiges und intelligentes Lebewesen. Er ist keine lebendige Gehilfe, sondern ein wunderbares Wesen, welches nicht primär den Spaziergang, sondern den sichern Platz im Rudel als Wichtigstes empfindet und auch dringend braucht!" :Hund-smile:
      (Stefan Wittlin, Schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut, Tierpsychologe, Buchautor und Kolumnist)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von tomstep ()

    • Mein Mann meinte, er möchte unbedingt einen Mops haben. Einige aus dem anderem Forum erinnern sich noch daran, wie ich über einen langen Zeitraum nach der Rasse, ihre Zuchtmöglichkeiten und ähnliches recherchiert habe. Ich schenkte meinen Mann Bücher über den Hund, die er lesen sollte. Es war nicht wirklich leicht, ein Buch über den Mops zu finden, welches die Zucht kritisch sieht - zumindest nicht bei den Rassebüchern. Um ehrlich zu sein: Es war unmöglich.

      Ich beschäftigte mich mit dem Dissidenzvereinen. Da lief vieles schief. Meine Recherchen begannen 2013 und viele Dissidenzvereine über den altdeutschen Mops waren mal gerade erst 2011 gegründet worden. Damals fand man aber noch die Information, dass Mops-Mischlinge gezüchtet werden, um eine schnauze zu erhalten. Heutzutage ist diese Information nach nur 8.5 Jahren verschwunden.
      Allerdings haben viele Vereine nicht die Gesundheit der eingekreuzten Rassen betrachtet. Oder halt die Kombination. Wer einen Mops will, will in der Regel KEINEN Terrier-Mischling.

      Recherchen ergaben, dass viele Mops-Mischlings-Besitzer aus Dissidenzen mit dem erstandenen neuen Charaktereigenschaft unglücklich waren. Größenteils wegen des Jagdtriebs. Andere aber auch, weil ein Mops faul sein soll und nicht Beschäftigung einfordern. Und dann kamen halt noch die Gesundheitlichen Probleme dazu. Viele Käufer sind sich nicht im klaren, dass zur Atemproblematik nicht nur die Kurze Schnauze beträgt. Also sind auch sehr viele Mischlinge von der Atemnot betroffen z.B, mit zu schmalen Nasenlöchern oder den zu langen Gaumensegel, was sich beides Operativ entfernen lässt, aber in der Tierklinik nunmal bis zu 3.500 Euro kosten kann inkl. der Nachsorge.

      Als dann er Wunsch zu einen Zweithund wuchs und mein Mann immer noch einen Mops haben wollte, stand fest: Kein Welpe. Es sollte nicht für uns eine Qualzucht extra produziert werden. Wir wollten einen Mops nehmen, der ein neues, schönes Zuhause sucht. Der Hund sollte zumindest auf den ersten Blick fit und agil wirken. Daher war ein Spaziergang (der übrigens ein Horror war, weil Caro so dermaßen überdreht war, da sie in ihrem Leben nie aus der Bude rausgekommen ist, was uns damals nicht bewusst war) etwas ausschluss über die Atmung geben.

      So zog dann am 28.02.2015 in Alter von knapp vier Jahren Caro ein.

      Ich definiere sie als Qualzucht, weil:
      • Sie mit knapp 4 Jahren schon 8 Zähne ziehen lassen mussten
      • Sie mit knapp 9 Jahren nun über 15 ziehen lassen musste
      • Sie eine zu kurze Schnauze hat
      • Ihre Nasenlöcher erweitert werden mussten
      • Der Gaumensegel gekürzt werden musste
      • Sie eine Sehbehinderung hat, die typisch für den Mops ist (Pigmente auf der Hornhaut)
      • Sie einen sehr schmalen Gehörgang hat
      Mein Mann träumt immer noch von einen Mopswelpen ...