Kupieren: Vorteile, Nachteile - ein sachlicher Versuch

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    • Kupieren: Vorteile, Nachteile - ein sachlicher Versuch

      So, auf Wunsch eröffne ich das Streit-Thema schlechthin: kupieren
      Ich bin mir sicher, kein Thema wird so heiß diskutiert. An allen anderen Stellen sage ich eher nichts dazu, solange es nicht Enzo direkt betrifft. Aber, ihr seit lieb und könnt sachlich diskutieren, daher wage ich mich mal.

      Ich werde euch aus meinem Buch den geschichtlichen Hintergrund geben, dazu meine Erfahrungen und was ich mir an Wissen über die Zeit erarbeitet habe.
    • Na ja, mal davon abgesehen, das es u.a. dem Hund Schmerzen verursacht (z.B. nach OP), es die Körpersprache der Hunde einschränkt u.v.m., ist das grundlose amputieren von Körperteilen in Deutschland verboten. Außer eben aus einer med. Indikation, wie ein Unfall o.ä. ist es ja nur noch bei einigen Jagdhunden erlaubt.
      Ich persönlich finde das Verbot auch absolut richtig! Nur um z.B. meinen Hund in meinen Augen schöner, oder gefährlicher, oder was auch immer aussehen zu lassen? Das wäre in meinen Augen einfach nur Kacke, dem Hund in seiner Kommunikation mit Artgenossen unnötige Einschränkungen zuzumuten.
      Im alten Rom z.B. glaubten ja einige, dass es den Hund gesund bleiben lässt, das er keine Tollwut o.ä bekommt und vieles mehr. Mag ja gut gemeint gewesen sein, war aber eindeutig eine falsche Vermutung.
      Wie schon gesagt, für mich gibt es nur die medizinische Indikation als Grund für das kupieren von Rute und/oder Ohren.
      "Einen Hund als Zeitvertreib zu sehen, ist falsch und äußerst egoistisch. Der Hund ist ein höchst sensibles, liebebedürftiges und intelligentes Lebewesen. Er ist keine lebendige Gehilfe, sondern ein wunderbares Wesen, welches nicht primär den Spaziergang, sondern den sichern Platz im Rudel als Wichtigstes empfindet und auch dringend braucht!" :Hund-smile:
      (Stefan Wittlin, Schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut, Tierpsychologe, Buchautor und Kolumnist)
    • Aus dem Buch "Der Cane Corso Italiano" von Margit Hartleb (das eizige Buch über die Rasse in deutscher Sprache, wen die Rasse interessiert, es ist den Kauf wert)

      Das Kupieren von Ohren und Rute
      Diese Tradition reicht bis weit vor die Antike zurück und wurde hauptsächlich vorgenommen, um in Hinblick auf geografische wie funktionelle Bedigungen die Hunde vor unnötigen Verletzungen zu schützen. Die mediterrane Landschaft ist geprägt von einer dichten und dornigen Macchia, und die Böden sind teilweise mit Felsen übersät, scharf wie Rasierklingen. Aber auch um Wunden zu vermeiden, die in Auseinandersetzungen mit verschiedenen Wildtieren wie Wölfen, Dachs, Fuchs, Marder, Wildkatzen und streundenden Hunden auftreten konnten. Die gleichen Gründe galten natürlich auch für Hunde, die für die Jagd eingesetzt wurden.

      (wer nicht lesen möchte, wie das früher gemacht wurde, hört jetzt auf zu lesen)
      Eine "sanfte" Methode die Rute zu kupieren bestand darin, sie mit einem Baumwollfaden am vierten Wirbel abzuschnüren. Nach ein paar Tagen fiel der abgebundene Teil von selbst ab.
      Eine gängige Praxis war es auch, dem Welpen spätestens am dritten Lebenstag die Rute mit einem Messer oder einer Schere abzuschneiden. Der Schnittpunkt, der sich zwischen zwei Wirbeln befand, wurde fixiert, um dann den Schwanz mit einem schnellen und beherzten Schnitt abzutrennen. Die Heilung erfolgte normalerweise ohne Probleme. Um eine stärkere Blutung zu vermeinden, brachte der Landwirt unterhalb der Schnittstelle eine Ligatur an, die nach einigen Stunden wieder entfernt werden konnte. Diese Vorgehensweise war weitaus erfolgreicher als die sogenannte Drahtmethode.
      Das Kupieren der Ohren wurde entweder gleichzeitig mit dem Kupieren der Rute vorgenommen oder bevor der Hund drei Monate alt war. Zu diesem Zeitpunkt war der Ohrknorpel nicht mehr so zart, und der Hund konnte das Trauma der Amputation besser verarbeiten. Das Kupieren von neugeborenen Welpen wurde bis in das letztene halbe Jahrhundert vor allem im ländlichen Raum praktiziert, um die Hunde so wenig wie möglich Schmerzen auszusetzten, da zu diese Zeitpunkt die neuronalen und vaskulären Gewebe noch nicht vollständig ausgebildet waren. Diese Methode, bei der oft die ganze Ohrmuschel mitentfernt wurde, hatte keinerlei ästhetischen, sondern einen rein fuktionalen Bezug.
      Eine andere Vorgehensweise war, dem Neugeborenen die Ohren abzudrehen, in der Art wie Metzger ein Stück Fleisch einwickeln. Diese Handhabung hinterließ einen noch unschöneren Anblick, da es den Anschein erweckte, die Ohren wären von einem anderen Hund abgefressen worden. Allerdings hinterließ sie auch den gewünschten Eindruck von gesteigerter "Rustikalität und Aggressivität".
      Das Kupieren der Ohren bei rund dreimonatigen Hunden war schwieriger und wurde meist von einem Bauern mit Erfahrung ausgeführt, versprach allerdings ein ansruchvolleres Ergebnis als jenes, das man beim Kupieren von zwei bis drei Tage alten Welpen erwarten durfte.
      Normalerweise bedurfte es zweier Personen: einer, der für das Kupieren verantwortlich war und einer, der den Hund auf den Tisch festhielt. Es gab die Vorgehensweise, die Amputation "roh" durchzuführe, also ohne Betäubung: Hier war ein schneller Schnitt gefragt und nicht um jeden Preis die Schönheit.
      Die Wunde wurde sofort mit einem glühenden Eisen oder brennenden Holz kauterisiert. Die Verbrennung des Gewebes diente der Blutstillung und der Sterilisung der Wunde durch die Asche. Einige Stunden nach dem Kupieren wurden die Ohren mit Olivenöl behandelt, um die Wundheilung anzuregen. Einige Bauern bentzten zum Kupieren ein Schnittmuster, welches aus Leder gefertigt war.
      Damit das Abschneiden der Ohren mit einer Schere nicht so schnell von Statten gehen musste und der Hund weniger Schmerzen zu erleiden hatte, gaben manche Landwirte den Tieren Alkohl oder eine Abkochung aus Schlafmohn, der sie betrunken machte oder unter Drogen setzte.
      Welcher Hund zu welcher Masseria gehörte, konnte oft schon durch die Begutachtung der Ohren festgestellt werden, da jeder Bauer seine eigene "Handschrift" hatte oder einen bestimmten Scherenschnitt bevorzugte. Die einen mochten die Ohren etwas länger, andere wiederum extrem kurz. Im Gegensatz zur Rute wurden die Ohren in jedem Fall kupiert.
      Im Volksglauben der Schäfer hatte das Kupieren der Ohren keinen praktischen Nutzen, sondern war Teil eines grausamen Rituals. Speziell in den Abruzzen und in Molise wollte es die Tradition, dass man das abgeschnittene Fleisch briet und den Hunden zum Fressen gab. Diese Praktik sollte den Hund kämpferischer und unerbittlicher bei seiner Aufgabe als Wachhund machen. Ein anderer Ritus sah vor, dass man die Fleischfetzen der Ohren in der Nähe des Stalls vergub oder an der Stelle, wo der Wachhund angebunden war, um ihm unvergesslich klarzumachen, dass man seinen Wachposten nie verlässt.
      Auch wenn einem als zeitgenössicher, urbaner Mensch diese "folkoristischen oder mystischen Bräuche" abwegig oder barbarisch erscheinen, sind sie Teil der Geschichte, die erwähnt werden will. Auch heute glauben noch einige ehemalige Hirten fest an diese traditionellen Sitten, führen als Beweis ihre eigenen Erfahrungen an und unterstreichen ihre Sätze mit ... "Die Alten sind nicht so dumm, und wenn sie diese Riten praktiziert haben, dann, weil sie funktionieren!"

      In mehreren Ländern Europas ist heutzutage das Kupieren bei Hunden verboten: Ausnahmen sind Amputationen aus medizinischer Inikation. Das Kupierverbot wird gerne insofern umgangen, indem Hunde aus Ländern importiert werden, die es gestatten. Oder die Hunde werden zum Kupieren ins Ausland verbracht. Oder noch einfacher, man ignoriert das Gesetz und beauftragt den befreundeten Tierarzt die Amputation vorzunehmen. Seit 2002 gibt beim Verband für das Deutsche Hundewesen ein Ausstellungsverbot für Hunde aus dem In- und Ausland, deren Ohren nach dem 1. Januar 1987 kupiert wurden oder deren Rute nach dem 1. Juni 1998 ampuiert wurde.
    • Heute wird (vorausgesetzt es wird ordentlich gemacht) der Welpe betäubt, die Wundränder werden genäht. Ich versuche mal an Bilder davon zu kommen, das wird aber sicher etwas dauern.
      Die Fäden an der Rute sind meist selbstauflösend, an den Ohren werden die Fäden gezogen.

      Wird nicht die komplette Ohrmuschel abgenommen, muss das Ohr dann getaped werden. Wie lange und womit getaped wird, hängt davon ab, wie viel vom Ohr noch da ist. Bei Dobermännern und Doggen wurden/werden ganze Gestelle gebastelt, es werden Schwämme in die Ohren gebunden/genäht. Das Ganze kann sich bis zum 18. Monat ziehen.
      Bei Boxer gab es den Schnitt wie beim Dobermann, aber auch etwas kürzer. Da bin ich mir mit dem Vorgehen und der Dauer nicht sicher.
      Beim CC reicht "nur" Tapen ohne irgendwelche Gestelle. Meistens ist es mit 4 Monaten durch. Wenn die ganze Ohrmuschel abgenommen wird - ist nichts mehr zum tapen da.

      Beim Tapen werden die Ohren mit Hilfe von Klebebändern in die gewünschte Position gebracht. Das wird in bestimmten Abständen wiederholt. Da hat jeder so seine eigenen Vorgehensweisen und Erfahrungen.
    • für mich ist das alles, trotz (oder wegen) geschichtlicher Hintergründe und den "normalen" OP Methoden (mittlerweile zumindest) dennoch mindestens so überflüssig wie ein Kropf :thumbdown: und macht den Effekt überhaupt nicht besser. Für mich macht es das alles sogar eher noch schlimmer. Grundlose, also ohne eine medizinische Indikation durchgeführte Amputation käme bei mir niemals in Betracht!
      Selbst unser Gesetzgeber hat das schon bemerkt, und das will ja bekanntlich schon etwas heißen :P
      "Einen Hund als Zeitvertreib zu sehen, ist falsch und äußerst egoistisch. Der Hund ist ein höchst sensibles, liebebedürftiges und intelligentes Lebewesen. Er ist keine lebendige Gehilfe, sondern ein wunderbares Wesen, welches nicht primär den Spaziergang, sondern den sichern Platz im Rudel als Wichtigstes empfindet und auch dringend braucht!" :Hund-smile:
      (Stefan Wittlin, Schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut, Tierpsychologe, Buchautor und Kolumnist)
    • Der gesundheitliche Aspekt ist der Streitpunkt schlechthin:

      Es gibt viele Rassen, wo ich das Kupieren aus gesundheitlichen Gründen nicht nachvollziehen kann: Das sind alle Rassen, die viel Fell haben (Kangal, Abruzzen...). Oder Rassen, bei denen die Verletzungsrate so gering ist, dass es wirklich Einzelfälle sind. Beispiel hier: Die Rute beim Rottweiler. Ich kenne eigene Rottweiler-HH, aber keiner hatte bisher Probleme mit einer aufgeschlagenen Rute. Der Rottweiler hat ja einen guten "Behang" an der Rute.

      Bei allen Rassen, wo ich es prinzipell erst mal verstehen könnte - kommt erst mal die Zucht ins Spiel: Die Rassen wurden früher ganz anders eingesetzt. Ich kenne keinen Molosser, der heute noch jagdlich geführt wird oder unter ähnlichen Umständen wie früher bewacht. Die meisten werden als Familienhunde gehalten und sind nicht mehr so "triebig" wie früher. Lediglich die Leitungslinien sind es noch, die werden aber zumeist auf Hundeplätzen geführt, wo das Verletzungsrisiko durchaus einschätzbar und vermeidbar ist.

      Trotz allem kenne ich bei folgenden Rassen einige Hunde, die kupiert "besser" durchs Leben gekommen wären: Boxer, deutsche Dogge und auch der CC.
      Bei den Doggen die ich einige Zeit betreut habe, hat die Hündin sich die Rute aufgeschlagen. Der Verband wurde gefressen. Da sie - vermutlich - alles wieder vorne oder Hinten ausgeschieden hatte, haben wir irgendwann aufgehört die Rute zu verbinden und mit Sprays gearbeitet. Schlussendlich hat ein Stückchen Verband den Magen verstopft und sie musste operiert werden. An der Rute waren bereits drei Wirbel abgestorben und abgefallen, zwei weitere mussten noch abgenommen werden. Kosten ca. 1500€.
      Die andere Seite finde ich aber viel schlimmer: Da die Hündin sich schon vorher immer wieder die Rute aufgeschlagen hatte, waren beide Hunde nie richtig "zusammen", sondern wurden und werden durch ein Welpengitter getrennt. Anders haut sie sich wieder die Rute auf.
      Ein Boxer hier war wegen eines Blutohrs bereits zweitmal kurz davor, dass das Ohr abgenommen wird. Hier aber immer wieder der Hinweis der TÄ: Umso später das gemacht wird, umso schwerer verheilt es. Der jung Boxer hier hat derzeit ebenfalls Spielverbot, er hat die Rute und ein Ohr offen.
      Beim CC komt es auch öfter zur Blutohren und aufgeschlagenen Ruten. Dabei sind viele Hund noch kupiert, man kann also derzeit keine wirklichen Schätzungen über die Häufigkeit sagen.

      Ob und wie sich sich die Tendenzen zu Blutohren und aufgeschlagenen Rute vererben oder nicht, kann niemand wirklich sagen. Es scheint idividuell zu sein. Auch an der Haltung kann man es nicht "richtig" festmachen. Klar, kleine und enge Wohnungen führen öfter zu einer aufgeschlagenen Rute als wenn der Hund in großen und freien Räumen wohnt.
    • Aus optischen Gründen:
      Hier ist - für Züchter - eins entscheidend: In Ländern wo noch kupierte Hunde ausgestellt werden dürfen, hat der unkupierte Hund Nachteile. Die Kopfform ist bei kupierten Hunden einfach besser zu sehen. Kupierte Hunde werden oft besser bewertet, obwohl der unkupierte im Profil mehr dem Standard entspricht. Das ist leider Fakt.
      Enden wird es mit dem wohl kommenden weltweiten Ausstellungsverbot für alle Hunde ab 2022.

      Die meisten in DE zu sehenden Hunde bedienen aber sicherlich ein bestimmtes Klientel. Das ist unnötig, denn diese Menschen können so einen Hund meist gar nicht führen, zumal die Hunde dann nicht aus seriöser Zucht stammen. Beides in Verbindung ist sicher ein Grund für Rasselisten, aber auch viele weitere Vorurteile.
    • Was "angestellt" werden kann:

      Einerseits kann man bei Hunden mit Maske Farbfehler durch das Kupieren "radieren". Und das "unnachweisebar", denn die Masken sind in dem Alter noch nicht ganz fertig ausgebildet.
      Schlimmer ist aber, dass vererbare Knickruten "versteckt" werden können. Je nach Land und Bestechlichkeit des Zuchtwarts kann so ein Hund mit ausschließendem Zuchtfehler doch in die Zucht. Kupiert sieht man das nicht mehr.
      Genauso bei Rassen mit und ohne Stummelruten: Hier gibt es einen erblichen Gang. Man kann aber einen Hund mit Stummelrute auch als kupiert angeben, wird erst gemerkt, wenn die Nachkommen dann doch Stummelruten haben.
    • Kupieren eines reinen Familienhundes ist ein NoGo, egal, welche Rasse. Warum auch? Ohren und Rute sind doch schön? Warum muss Mensch alles optisch verändern?

      Ich bin als Försterstochter aufgewachsen, mit viel Wald und Jagd und natürlich auch mit aktiven Jagdhunden. Wir hatten, seit ich denken kann, immer Cocke Spaniel. Die waren kupiert. Wir haben es öfters erlebt, wie der Hund mit den letzten Rutenfranzen am Stummel im Gebüsch bei der Suche hängen geblieben ist. Wäre die Rute ganz gewesen, hätten sich alle der Cocker sie irgendwann bei der Arbeit abgerissen. Von daher ist das sinnvoll.

      Bei medizinischen Gründen auch ok, da ist es ein Muss, sei es Knickrute oder Verletzung, Bruch. Da muss das sein.

      Aber nieeeemals nur ein aus optischen Gründen. Wäre der Hund keine Sache vor dem Gesetz, wäre das ein klarer Fall von Körperverletzung. Verstümmelung.
      LG Martina ^^ und die Schmetterlinge :pfote:
    • So, soweit die Fakten wie ich sie kenne.

      @tomstep bei der Kommunikation kommt es darauf an, wie der Hund kupiert wird.
      Boxer, Dobermann und Rottweiler wurden in DE nach dem ersten Wirbel kupiert. Da ist wirklich nicht mehr viel mit Kommunikation durch die Rute.

      Enzo ist (wie beim CC üblich) nach dem 4-5 Wirbel kupiert. Die Ohren haben noch ein Stück, bevor die Ohrmuschel anfängt. Er kann die Ohren (wie jeder Hund mit Stehohren) nach vorne und nach hinten richten, anlegen etc...
      Ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass er in seiner Kommunikation eingeschränkt ist.

      Hunde wie z.B. Mops oder Bulldoggen, die also rassespezifisch auch eine "verkrüppelte" Rute haben (im Vergleich zum Wolf) können ja auch kommunizieren.
    • es gibt viele Rassen mit "natural bobtail" wie z.b. der Australian Shepherd oder auch der Jack Russel Terrier. Da kommt es immer wieder vor, dass Stummelruten fallen. Aber dann ist das so. Das ist kein Grund, allen anderen die Rute auch zu kappen. Meine Meinung.
      LG Martina ^^ und die Schmetterlinge :pfote:
    • CC Enzo schrieb:

      Was ich noch vergessen habe: Verletzungen an Menschen.
      Wer sich schon mal hinter eine sich freuende Dogge gestellt hat, kennt die Peitschen-Schläge. Meine Oberschenkel haben bis vor 2 Tagen in sämtlichen Farben geschimmert. Nun könnte aber auch ein Kind hinter dem Hund stehen...
      Und das wäre ein Grund für das Kupieren? Wie wäre es mit: einfach nicht dahinter stehen?
      LG Martina ^^ und die Schmetterlinge :pfote:
    • Wenn man jetzt das Kupieren aus rein optischen Gründen (das meines Erachtens zu Recht verboten ist) mal außen vor lässt.
      Es gibt ja durchaus Jagdrassen mit wenig behaarten Hängeohren, die nicht kupiert werden und nie würden. Da fallen mir vor allem die Bracken und Bloodhounds ein. Bracken gehen ja auch durchs Unterholz und sind nicht grade zimperlich. Die müssten dann ja ein ähnlich großes Verletzungsrisiko der Ohren haben?
      LG Petra mit Andy

      So ein Hund ist ja auch nur ein Mensch...
    • Alles hier aufgezählte muss für keinen ein Grund sein, der das Ganze "toll" oder auch nur nachvollziehbar macht. Keiner soll seine Meinung ändern.

      Ich finde einerseits den geschichtlichen Hintergrund ganz wichtig, andererseits gibt es schon Rassen, die zu bestimmten Problemen neigen, die kupiert nicht vorkommen.

      Daher - das gehört mMn dazu - auch das "wie vermeide ich"

      - aufgeschlagene Ruten
      Man kann sämtliche Ecken und Kanten bis zur nötigen Höhe "weich" machen. Also polstern. Viele Züchter trainieren den Hunden an, auf ein bestimmtes Zeichen die Rute einzuklemmen - so ist zumindest im Haus (wo die meisten Ruten aufgeschlagen werden) einfacher.
      Die Rute zu polstern ist das schwierigste, denn es ist eher eine Ausnahme, dass Hunde etwas an Ihrer Rute akzeptieren.

      - Blutohren
      Jede Verletzung an den Ohren muss genau beobachtet werden. Blutohren durch Verletzungen im klassischen Fall (aufgerissen, Kratzer) kommen selten wieder. Behandeln muss man mit dem, was der Hund individuell am besten verträgt: Zugsalbe, absaugen vom Blut, Blutegel, etc...

      Blutohren durch häufiges Kopfschütteln (das kann einfach nur eine Angewohnheit des Hundes sein) kommen (da weiter mit dem Kopf geschüttelt wird) meistens wieder. Hier kann man versuchen, die Ohren möglich nah am Kopf festzuklemmen. Am besten eigenen sich die Netze für über Verbände - die werden von Hunden auch am besten angenommen. Das geht aber auch wieder nur zeitlich begrenzt, da das dauerhafte enge Anlegen der Ohren schnell zu Infektionen führen kann (zu wenig Luft am/im Ohr).

      Beides ist oft sehr langwierig, schmerzlich und nervig für den Hund. (die Dogge hat am Tag 2x Novalgin 500 bekommen, um das Schmerzlevel erträglich zu halten). Zumal der Hund lange "geschont" werden muss.
    • Ysta schrieb:

      Und das wäre ein Grund für das Kupieren? Wie wäre es mit: einfach nicht dahinter stehen?
      Naja, wenn sich jetzt 50kg Hund freuen weil Besuch kommt - wie macht man das dann?

      Ja, ich könnte Enzo soweit trainieren, dass er nur brav vor einem steht wenn er sich freut. Aber dann müsste er jeden Besuch einzeln begrüßen. Hätte für mich was vor einer Wachablösung wie bei der Bundeswehr :P

      Ich mag das, wenn er freudig um alles rumtummelt und von einem zum anderen hüpft. Möchte ich ehrlich gesagt nicht lebenslang unterbinden.

      PS: Einen Grund für gibt es pauschal nicht. und nichts davon, was ich aufgeführt habe, muss für jemanden ein Grund sein oder auch nur nachvollziehbar. Es sind meiner Meinung nach Dinge, die - keine Ahnung wie man das richtig formuliert - eine Art "Akzeptanz anderer Meinungen" in dem Thema bringen sollen.

      Bei allem was ich schreibe, merke ich selbst, dass vieles sich irgendwo widerspricht. Ich finde, bei dem Thema gibt es kein schwarz und weiß. Sonst könnte man einfach sagen: Da ja, da nein. So einfach ist es aber leider nicht.
    • Lesko schrieb:

      Es gibt ja durchaus Jagdrassen mit wenig behaarten Hängeohren, die nicht kupiert werden und nie würden. Da fallen mir vor allem die Bracken und Bloodhounds ein. Bracken gehen ja auch durchs Unterholz und sind nicht grade zimperlich. Die müssten dann ja ein ähnlich großes Verletzungsrisiko der Ohren haben?
      Ja.
      Ich kenne nur eine Bracke die jagdlich geführt wurde. Der hatte schon mal Kratzer am Ohr, es kam aber nie zu einem Blutohr oder schlimmeren Infektionen.
      Dackel müssten dann auch das gleiche Risiko haben, da kenne ich einige, aber keinen mit Problemen.
    • na ja, nochmal meine (!) und meinetwegen nur meine Meinung.
      Ein Hund, der von Geburt an eine "verkrüppelte" oder verkürzte Rute, "verkrüppelt" und/oder verkürzte Ohren hat, hat das nun mal und er wird lernen, wenigstens halbwegs damit umzugehen, obwohl auch diese Hunde dann sehr häufig Kommunikationsprobleme haben. Ich vergleiche das jetzt einfach mal mit einer starken Kurzsichtigkeit o.ä. seit der Geburt. Das ist für den betroffenen Hund Mist, ganz klar, aber die meisten lernen dann recht gut damit klar zu kommen. Das wären dann aber Geburtsfehler und nicht künstlich herbeigeführte Verkrüppelungen.
      Logisch hinkt natürlich auch dieser Vergleich, mir fiel halt spontan kein besserer ein.
      Genau so, oder zumindest ähnlich ist das meiner Meinung nach mit den angeführten Verletzungsgefahren gegenüber Menschen, Blutohren, verletzten Ruten und was man da noch alles als Pro Argument anführen mag.
      Ach ja, Bracken z.B. -> jagdlich geführt dürften ja sogar kupiert werden.
      Dann müsste man ja mind. den halben normalen Hund gemäß den Wünschen und Anforderungen der Halter umbauen lassen.
      Mal sehr überspitzt (!!!) gesagt wäre dann ein Hund ohne Zähne oder eine Katze ohne Krallen ja völlig gefahrlos zu händeln :D
      Ich bin ziemlich sicher, die meisten Gründe für das kupieren waren und sind die Optik. Fast alles andere sind eher recht seltene wirklich begründbare Ausnahmen.
      Allerdings will auch ich niemand von irgend etwas überzeugen, aber meine Meinung kund tun und die dürfte ja nun ziemlich klar geworden sein.
      In Deutschland ist es ja sowieso Gott (oder wem auch immer) sei Dank verboten grundlos zu amputieren.
      Nochmal ach ja, aus reiner Prophylaxe einen Hund zu kupieren ist für mich mind. genau so indiskutabel.

      CC Enzo schrieb:

      Ysta schrieb:

      Und das wäre ein Grund für das Kupieren? Wie wäre es mit: einfach nicht dahinter stehen?
      Naja, wenn sich jetzt 50kg Hund freuen weil Besuch kommt - wie macht man das dann?
      Ja, ich könnte Enzo soweit trainieren, dass er nur brav vor einem steht wenn er sich freut. Aber dann müsste er jeden Besuch einzeln begrüßen. Hätte für mich was vor einer Wachablösung wie bei der Bundeswehr :P

      Ich mag das, wenn er freudig um alles rumtummelt und von einem zum anderen hüpft. Möchte ich ehrlich gesagt nicht lebenslang unterbinden.

      PS: Einen Grund für gibt es pauschal nicht. und nichts davon, was ich aufgeführt habe, muss für jemanden ein Grund sein oder auch nur nachvollziehbar. Es sind meiner Meinung nach Dinge, die - keine Ahnung wie man das richtig formuliert - eine Art "Akzeptanz anderer Meinungen" in dem Thema bringen sollen.

      Bei allem was ich schreibe, merke ich selbst, dass vieles sich irgendwo widerspricht. Ich finde, bei dem Thema gibt es kein schwarz und weiß. Sonst könnte man einfach sagen: Da ja, da nein. So einfach ist es aber leider nicht.
      für mich ganz persönlich gibt es bei diesem Thema keine Grauzone, sondern nur schwarz und weiß.
      Nochmal kurz und knapp gesagt: Wenn keinerlei medizinische oder meinetwegen auch noch einsatzbedingte (Jagd z.B.) Notwendigkeiten vorliegen wird nichts an m-/einem Hund verstümmelt (!), etwas anderes ist das in meinen Augen nicht und dafür habe und will ich (!!!) kein Verständniss, oder gar Akzeptanz aufbringen. Auch irgendwelche geschichtliche oder sonstige sog. Begründungen und/oder Hintergründe sind in meinen Augen absolut nullkommanull überzeugende Erklährungs-/Begründungsargumente
      "Einen Hund als Zeitvertreib zu sehen, ist falsch und äußerst egoistisch. Der Hund ist ein höchst sensibles, liebebedürftiges und intelligentes Lebewesen. Er ist keine lebendige Gehilfe, sondern ein wunderbares Wesen, welches nicht primär den Spaziergang, sondern den sichern Platz im Rudel als Wichtigstes empfindet und auch dringend braucht!" :Hund-smile:
      (Stefan Wittlin, Schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut, Tierpsychologe, Buchautor und Kolumnist)

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