Auto fahren mit Angsthündin

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    • Auto fahren mit Angsthündin

      Hallo Hundefreunde,

      ich bräuchte mal einen Rat. Kurze Vorgeschichte: ich habe vier Jahre mit einer Frau zusammengelebt und sie hatte eine Hündin mit in die Beziehung gebracht. Gelebt haben wir (ich lebe dort immer noch) in einem Haus mit kleinem Garten.
      Als die Beziehung jetzt auseinander gegangen ist, hat sie den Hund natürlich mitgenommen, aber da wir nicht im Bösen auseinander gegangen sind, war uns beiden klar, dass ich die Kleine noch ein mal die Woche sehen kann. Da wir nicht weit auseinander wohnen (5-6 Minuten Autofahrt) und es sich bei mir beruflich einrichten lässt, passt das eigentlich, aber sie ist eine Angsthündin aus Rumänien. Sie fährt überhaupt nicht gerne Auto und mit ihren knapp 10 Jahren wird das vermutlich auch nicht mehr so, dass sie gerne Auto fährt. Ich habe auch schon versucht sie zu Fuß abzuholen, aber da muss sie an einer Hauptstrasse lang und da zuckt sie bei lauten Autos, Motorrädern oder LKWs auch schon sehr zusammen und will da eigentlich nicht lang laufen. Schwierig also und meiner Meinung nach noch schlimmer als die kurze Autofahrt.
      Sie ist allerdings sehr gerne bei mir, fühlt sich im Haus auch sehr wohl, genießt den Garten, sie wird immer mit Fleisch vom Grill verwöhnt, aber es bricht mir dann abends das Herz, wenn ich sie abends von der Couch tragen und im Dunklen ins Auto packen muss und man ihr anmerkt, dass sie das nicht will und sich still wehrt. Wenn sie dann im Auto sitzt, duldet sie es, so würde ich mal sagen. Sie muss auch ins Auto gehoben werden, da ich ein höheres Auto habe und den Kontrollverlust mag sie überhaupt nicht. Dort angekommen nimmt sie auch schon kleine Belohnungen an, was sie z.B. beim Tierarzt nicht macht, weil sie Angst hat.
      Ich frage mich jetzt, ob ich mir einfach zu sehr einen Kopf mache oder ob ich ihr trotz der vielen Benefits keinen Gefallen tue :( oder ich einfach zu sensibel bin. Ich liebe den Hund abgöttisch und sie mich auch (waren auch die Worte von meiner jetzigen Ex-Freundin) und ich wäre unsäglich traurig, wenn ich sie nicht mehr regelmäßig sehen kann.

      Habt ihr Kommentare, Tipps für mich? Bin für jegliche Äußerungen dankbar.
    • Hallo,
      ich kenne Dein Problem sehr gut, habe selbst auch eine Angsthündin aus Rumänien. Wir haben das Autofahren langsam mit ihr aufgebaut und geübt - was aber nicht heißt, dass sie nun gerne Auto fährt.
      Ich denke da allerdings inzwischen eher pragmatisch: O.k., sie würde nicht mit Auto fahren, wenn sie es sich aussuchen könnte, aber manchmal kommen wir eben nicht drum herum. Urlaub, Tierklinik, Ausflüge,...
      Und je öfter man das macht, desto besser wird es auch - allerdings sehr laaaaaaangsam.

      Ich finde es super, dass Du Dir so viele Gedanken machst - aber: Du liebst den Hund und darfst ihn weiterhin holen, der Hund fühlt sich bei Dir wohl - dann mach das einfach so weiter! Die Autofahrt ist ja wirklich nicht lang und vielleicht wird es mit der Zeit und mit vielen Wiederholungen auch immer besser.
      Ich bin generell kein Mensch, der seinem Hund etwas aufzwingt, aber beim Thema Autofahren denke ich, da muss sie durch. Im Frühjahr musste ich z.B. schnell in die Tierklinik und war alleine zu Hause, da war ich so froh, dass das Autofahren wirklich das kleinste Problem war... und wir es eben bei vielen anderen Gelegenheiten schon geübt hatten.

      Ich würde versuchen, euren kurzen Fahrten nicht zu viel Beachtung zu schenken, sondern danach direkt etwas positives machen, wie z.B. im Garten spielen, in dem sie sich wohl fühlt.
      Liebe Grüße
      Christine & Jakina
    • Hallo :ciao: ,

      ich schließe @Cleothecat an.

      Es erscheint mir in eurer Situation ein durchaus gangbarer Weg zu sein, so „undramatisch“ wie möglich mit der Autofahrt umzugehen.
      Das Indiz, dass sie Leckerli nehmen mag, während sie sich unwohl fühlt, würde ich auch als ein gutes Zeichen werten. Bei wirklich großer Angst wäre Fressen-annehmen nämlich nicht mehr möglich.

      Ich würd’s weiter mit ihr so üben.
      Und sei du schön locker und fröhlich während dessen, denn deine innere Anspannung und Sorge spürt sie, und deine Innere Haltung überträgt sich auch auf ihre Stimmung...

      <3 liche Grüße von Carola mit Lani :pfote:

      „If you choose to live with a dog please take the time to learn about dog behavior and their individuality and who they are and what they want and need ...“ (Marc Bekoff)
    • Danke für eure Antworten.
      Sie ist eben der erste Hund, daher bin ich noch recht unerfahren in solchen Sachen. Ich habe meiner Ex-Freundin damals gesagt "Ziehe mit Hund zu mir, ich liebe Hunde"...da war´s dann um mich geschehen, daher die Gedanken ;)
      Vor ihr versuche ich sehr ruhig zu sein. Das gelingt mir auch, würde ich sagen, aber ich werde mich da noch verbessern müssen, da - wie ihr schon meintet - der Hund das sonst mitbekommt.
      Leckerlis hat sie nach dem Tragen von der Couch und nach der Autofahrt angekommen...im Auto würde sie die glaube ich ablehnen ;)
      Aber ihr habt schon recht...es sind nur wenige Minuten Fahrt und ihr geht es hier sehr gut und ich verwöhne sie auch. Ich möchte eben nur das Beste für sie und finde es eben blöd, dass das bei der Heimfahrt "hängen bleibt". Aber da sie es beim nächsten Sehen schon wieder vergessen hat, muss ich mich da einfach etwas locker machen, denke ich ;)

      Also Danke nochmal für eure Kommentare! :)
    • Cleothecat schrieb:

      Ich finde es super, dass Du Dir so viele Gedanken machst - aber: Du liebst den Hund und darfst ihn weiterhin holen, der Hund fühlt sich bei Dir wohl - dann mach das einfach so weiter! Die Autofahrt ist ja wirklich nicht lang und vielleicht wird es mit der Zeit und mit vielen Wiederholungen auch immer besser.
      Ich bin generell kein Mensch, der seinem Hund etwas aufzwingt, aber beim Thema Autofahren denke ich, da muss sie durch. Im Frühjahr musste ich z.B. schnell in die Tierklinik und war alleine zu Hause, da war ich so froh, dass das Autofahren wirklich das kleinste Problem war... und wir es eben bei vielen anderen Gelegenheiten schon geübt hatten.

      Ich würde versuchen, euren kurzen Fahrten nicht zu viel Beachtung zu schenken, sondern danach direkt etwas positives machen, wie z.B. im Garten spielen, in dem sie sich wohl fühlt.


      Genauso sehe ich es auch - und würde es auch so machen.

      Ich denke, dass die Kleine sich bald ans Autofahren gewöhnen wird. :)
      Liebe Grüsse von Doris mit Hans und Paul
    • @Thannny84

      Ich finde es super, dass Du Dir so viele Gedanken machst.
      Möchte mich aber auch den Ausführungen, von @Cleothecat anschließen.
      Die zu fahrende Strecke, ist nicht wirklich lang.
      An der Straße, würde ich auf keinen Fall langgehen.
      Ich denke, dass die kurze Fahrt ihr nicht so viel ausmacht, zumal sie ja im Anschluß, ein tolles Verwöhnprogramm, erwartet, :thumbup:

      Thannny84 schrieb:

      Ich möchte eben nur das Beste für sie und finde es eben blöd, dass das bei der Heimfahrt "hängen bleibt"
      Das verstehe ich, aber sie wird das ganz schnell vergessen und sich freuen, wenn Du wiederkommst und sie abholst.
      Weiterhin, ganz viel Spaß, mit dem Schatz.

      L.G.
    • Ich finde es schon mal gut, dass Du Dir viele Gedanken machst und sensibel mit der Hündin umgehst.
      Das ist nicht selbstverständlich und es gibt viele, die mit "da muss sie durch" rangehen.

      Du schreibst selbst, dass sie den Aufenthalt im Auto duldet und sogar Leckerli annimmt. Also hat sie zumindest schon mal keine (starke) Angst mehr, eher so eine Art Unwohlsein.
      Und im Verhältnis zu den positiven Dingen, die sie bei Dir erfährt, sind die wenigen Sekunden Angst - wenn es denn überhaupt dieser Gefühlszustand ist - beim Reinheben zu vernachlässigen. Ebenso auch die kurze Autofahrt.

      Mach Dir keinen Schädel, Du machst alles richtig.
      Viele Grüße
      Dieter

      Du bist sein Leben, seine Liebe, sein Führer. Treu und aufrichtig wird er Dein sein, bis zum letzten Schlag seines Herzens.
      Du schuldest ihm, sich dieser Hingabe würdig zu erweisen.
    • Hast du eine Idee was für sie das Problem daran sein könnte?

      Vielleicht hilft eine Box als sicherer Rückzugsort, die könnte man auch zusätzlich abdunkeln. Die Box könntest du dann auch bei dir zu Hause aufstellen, das es für sie gewohnt ist. Du könntest auch versuchen sie im nicht fahrenden Auto zu füttern. Oder, je nachdem wo sie sitzt, wäre Rückbank vielleicht angenehmer als Kofferraum. Musik könnte sie eventuell ablenken oder mit ihr reden.

      Ich finde nicht das du dir zu sehr einen Kopf machst, man kann zumindest versuchen ob man es ihr angenehmer machen kann.
    • Ich habe eine Hündin, aus dem Tierheim, die konnte man gar nicht in die Nähe eines Autos bringen, die wäre aus Angst gestorben. Nur leider musste sie mit uns mit, 10 Stunden Autofahrt standen ihr bevor.

      Als erstes habe ich sie auf den Arm genommen, zum Auto hin, beruhigt, Leckerli, dann wieder weg. Repeat.
      Nach dem sie das tolierte (hat nicht lange gedauert), ins Auto hinein, nur da sitzen, entspannen (auch wenn's dauert) und natürlich die Leckerlis nicht vergessen. Diesen Schritt habt ihr ja schon hinter euch.

      Jetzt Motor anlassen. Laufen lassen, aber nicht fahren.

      Klappt das, dann langsam anrollen lassen.

      Klappt das, ein kurzes Stück ...

      nach drei Tagen Arbeit war sie bereit.

      Heute? Tür auf und drinnen ist sie. Abenteuer!

      :)
    • Also ich glaube eine dunkle Box würde sie ganz und gar nicht gut finden :) aber danke für die Idee! Ich dachte eher an eine Hunderampe, dass sie ins Auto reingehen kann. Das Auto mag sie zwar nicht besonders, aber in das Auto von meiner Ex-Freundin springt sie auch rein, wenn man ihr die Anweisung gibt. Es liegt daher denke ich eher am Heben bzw. dem Kontrollverlust.
      Aber was ich nochmal klarstellen wollte (hatte mich da wohl falsch ausgedrückt). Sie nimmt im Auto glaube ich kein Leckerli an (hatte ich noch nicht probiert, weil ihr im Auto früher häufig schlecht wurde). Ich meinte mit "dort angekommen", wenn die Autofahrt vorbei ist.
    • Eine Rampe kannst du versuchen. Ich würde sie erst zu Hause ein paar mal drüber gehen lassen und dann die Steigung langsam steigern, bevor du die Rampe ans Auto machst ;)

      Im Auto könntest du ein Highlight versuchen. Meiner steigt auch nur für Würstchen, Käse oder getrockneten Pansen ein :rolleyes:
    • Hallo Enzo!

      CC Enzo schrieb:

      Eine Rampe kannst du versuchen. Ich würde sie erst zu Hause ein paar mal drüber gehen lassen und dann die Steigung langsam steigern, bevor du die Rampe ans Auto machst
      Schwank aus meinem Leben, denn genau so wollte ich es auch Merlin schmackhaft machen. :D Rampe auf den Boden, großes Fragezeichen bei Merlin. "Nee, da geh ich nicht drüber". Großes Fragezeichen bei mir, denn normal war Merlin nicht so ängstlich. ?( Also Rampe ans Auto gelegt und was macht Merlin? Düdeldüdeldü latschte er über die Rampe in seine Box, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte. :whistling: :haumichweg: :haumichweg:

      Liebe Grinsegrüße,
      Wulf und Dumbledore
      und Merlin und Hexe und Bessy
    • Wusan schrieb:

      Schwank aus meinem Leben, denn genau so wollte ich es auch Merlin schmackhaft machen.
      Schwank aus Enzo´s Leben:
      - über die Rampe gehen -> klar
      - über die Rampe in deinen Karton gehen, der enger als der Kofferraum ist -> klar
      - über die Rampe gehen, wenn sie deutlich steiler als am Auto anliegt -> klar
      - über die Rampe ins Auto gehen -> Mittelkralle...

      Es kann ja nicht schaden, es erst mal "trocken" zu versuchen ;)