Buch: Das geheime Leben der Hunde

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Buch: Das geheime Leben der Hunde

      Hallo alle zusammen,

      ich habe mir Mittwoch unter anderem folgendes, kleines Büchlein gekauft:
      rowohlt.de/taschenbuch/elizabe…eime-leben-der-hunde.html

      Klang es doch ganz reizvoll. Die Autorin wollte wissen was Hunde tun würden wenn sie zwar mit Menschen zusammenleben aber diese keinerlei Anforderungen an sie stellen. Noch nicht mal sowas grundlegendes wie Stubenreinheit.

      Zu Beginn lebte in der Familie ein Mopsrüde. Angeschafft für den Sohn der Familie. Wie alt der Junge da war wird nicht erwähnt.
      Weil die Eltern es dann unfair fanden das der Sohn einen eigenen Hund hat und die Tochter nicht, gab es noch eine Mopshündin.
      Während der Rüde wohl recht fit war, war die Hündin so überzuchtet das sie regelmäßig bei kleinster Aufregung und Anstrengung kollabierte, in Ohnmacht fiel usw.
      Über das Leben dieser beiden Hunde erfährt man nicht ganz soviel. Keine Ahnung ob diese beiden zb regelmäßige Spaziergänge kannten.
      Die Autorin verwendet leider kaum Zeitangaben oder Daten. So das ich nicht sagen ab welchem Jahr sie ihre Beobachtungen gestartet hat. Wie alt genau Kinder und Hunde zum Zeitpunkt welcher Beobachtungen/ Gegebenheiten sind .

      Irgendwann waren die Eltern, die Autorin dann der Meinung eine so belastete Hündin wäre ja für ein Kind nicht der richtige Hundekumpel, deswegen wurde für die Tochter eine junge Huskyhündin angeschafft während die Mopshündin offiziell der Hund der Autorin wurde.
      Bis dahin haben diese nun drei Hunde wohl ein relativ normales Hundeleben geführt mit einem Minimum an Erziehung. So wurden diese Drei noch auf Stubenreinheit erzogen.

      Dann kam Misha. Ein junger Huskyrüde den die Familie immer wieder für längere Zeit zur Pflege aufnahmen wenn die Besitzer verreist waren.
      Misha setzte schon am ersten Abend seines ersten Aufenthaltes über den Zaun und ging auf Wanderschaft. Dies war er von Zuhause auch schon gewohnt.
      Damit begannen dann die Beobachtungen der Autorin zum Thema "Was wollen Hunde? Was machen Hunde wenn sie tun und lassen können was sie wollen?".
      Die Autorin hat die Streifzüge von Misha nicht unterbunden, sondern angefangen ihm in einem gewissen Abstand zu folgen.
      Wie nicht anders zu erwarten hatten die beiden jungen Huskys einen Narren aneinander gefressen, so das Maria, die Huskyhündin, Misha dann begleitet hat.
      Aber immer nur eine von beiden. Entweder die Autorin mit Misha oder Maria mit Misha. Niemals zu dritt.
      Misha legte bis zu 70 km pro Streifzug zurück. Bewegte sich dabei in der Großstadt völlig frei und überquerte auch Highways.
      Für mich sind Highways gleichzusetzen mit Autobahnen. Nach Aussage der Autorin ist bei seinen Streifzügen weder Misha noch sonst jemand jemals zu Schäden gekommen.
      Nun, das würde mich mehr als überraschen.
      Ich weiß auch nicht woher sie das wissen will, sie war ja nicht immer dabei.

      Es kam wie es kommen musste, in der zweiten Läufigkeit wurde Maria von Misha gedeckt und bekam 5(?) Welpen.
      Von da an spricht sie von Misha und Maria als Mann und Frau.
      Das Rudel wächst und verändert sich an da. Ein Welpe stirbt, einer zieht später aus, kommt aber wieder zurück weil die neue Familie nicht damit klarkommt das der junge Rüde ebenfalls ständig auf eigene Faust unterwegs ist.
      Es kommt eine Dingohündin dazu, die die Autorin von einem Tiervermehrer "rettet". Die "halbverhungerte Mutter sowie die Geschwister lässt sie in dem dreckigen, heruntergekommen Schuppen" zurück.

      Die Autorin hat es mittlerweile in den umliegenden Polizeiwachen zu zweifelhafter Bekanntschaft gebracht, trotzdem schränkt sie die Streifzüge der Hunde nicht ein.
      Es scheint auch in der Gegend, obwohl eher städtisch als ländlich, nicht unüblich das Hunde streunen.
      Denn als die Dingohündin allein zum pieseln im Garten ist, beobachtet durchs Fenster, setzt ein Spaniel über den Zaun und "vergewaltigt" die Dingohündin, die sich wohl heftig wehrt.

      Zu diesem Zeitpunkt leben dauerhaft im Haus Maria, ihre Erwachsenen Welpen, eine weitere Huskyhündin die die Autorin "aus der Sklaverei" befreit hat und die Dingohündin.
      Misha kommt auf seinen Streifzügen regelmäßig vorbei und holt Maria oder die Autorin ab.

      Nun ist der Dingo also trächtig, unbeabsichtigt, und die zwei Huskyhündin, Koki, ist trächtig von Marias erwachsenem Sohn.
      Dingo Viva, rangniedrigste im Rudel, wirft im Schlafzimmer und soll da die Welpen aufziehen da die Autorin fürchtet das die Alphahündin Maria sonst die Welpen tötet.
      Koki bekommt ihre Welpen in der Küche, die anderen Hunde leben die meiste Zeit draussen, denn auch Koki ist ja nicht die Alphahündin.
      Im Endeffekt ist es Koki die die Dingowelpen tötet. Nur einen kann die Autorin retten, der dann aber von Maria großgezogen wird, da Viva den Welpen nicht wieder annehmen möchte.

      Maria geht schließlich auch mit ihrer Ziehtochter ohne Misha auf Wanderschaft, hat aber nicht dessen guten Orientierungssinn. Wenn sie nicht mehr weiter weiß setzt sie sich vor Haustüren, kratzt und jault bis jemand aufmacht, ihre Marke liest und die Autorin anruft die die Hunde dann einsammelt.

      Es geht dann noch ein bisschen Hin und Her, Viva wird nochmal trächtig, kann die Welpen nicht annehmen. Koki zieht sie groß. Ich glaube Maria wird auch nochmal trächtig.
      Misha zieht um und kommt nicht mehr vorbei.

      Die ganze Familie zieht und wegen mehrerer Gestüte in der Umgebung sollen die Streifzüge der Hunde endlich eingeschränkt werden. Denn einer von Marias Nachkommen hatte tatsächlich schon versucht ein Pferd zu reißen.
      Die Hunde bekommen also ein großes Aussengehege. Leider gibt es keine Größenangaben aber es klingt wirklich riesig.
      Jetzt wo die Hunde kaum noch im Haus sind und immer weniger Menschekontakt haben, wenden sie sich wohl immer mehr von diesen ab und achten nur noch auf ihr Rudel. Die Anwesenheit von Menschen wird mit wohlwollender Gleichmut zur Kenntnis genommen ist aber für die Hunde völlig unwichtig und nicht von Belang.
      Nach und nach versterben die Hunde. Es kommen keine neuen mehr dazu.

      So, das war ein grober Überblick.
      Es hatte ein bisschen was von Horrorfilm. Ich war völlig entsetzt und schockiert von der Verantwortungslosigkeit der Autorin in Bezug auf die Streifzüge. Wenn sie zb bei Verwandten auf dem Land zu Besuch waren, war Mishas Orientierung nicht ganz so famos und Misha und Maria waren auch schonmal mehrere Tage weg und haben in der Zeit definitiv Rehe gerissen. Wie sie anhand des Kots festgestellt hat.
      Zuende lesen wollte ich es trotzdem.
      Das Büchlein hat keine 200 Seiten und ich bin froh dass ich es durch habe.
      Wie gesagt, ich war/bin immer noch fassungslos wie verantwortungslos sie in vielen Bereichen der Hundehaltung vorgegangen ist.

      Kennt jemand das Buch oder andere Werke der Autorin?
      Was sagt ihr dazu?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Bananenhamster ()

    • Danke für die Beschreibung - ein Buch für das ich sicherlich kein Geld ausgeben werde.
      Das einzige was mir deine Beschreibung vermittelt hat ist, dass es erschreckend ist, was für dumme Menschen auf der Welt herumlaufen. "Rettet" Hunde wie ein Messi und vermehrt sie dann weiter, so dass man die Welpen vor ihr "retten" muss.
      Dazu noch diese Ignoranz gegenüber jeglichem Leben auf der Welt und mutwillig zu riskieren, dass sowohl Hunde als auch menschliche Verkehrsteilnehmer und Wildtiere in Gefahr sind.....
      Wir können alles, nur fliegen noch nicht - aber wir arbeiten daran.
      Der Leitspruch der spanischen Wasserhunde und insbesondere von Neo, Willow und Smilla mit ihrem Menschen Tina
    • Ich habe es nicht gelesen, besitze es auch nicht.
      (Ich bin doch die mit der Hundebuch-Macke... :) )
      Die Autorin liegt bei mir aber seit Ewigkeiten ungelesen mit „Hundegesellschaft“ rum. Einem Ihrer Werke aus dem Jahre 2000. Irgendwie reizte es mich bislang nie zum Lesen. Intuition?!
      Was du beschreibst @Bananenhamster wirkt auf mich sehr - vorsichtig ausgedrückt - merkwürdig. Die Autorin ist ja wohl eigentlich studierte Ethologin... aber das muss ja auch nix heißen.
      Sollte ich mich je aufraffen, „Hundegesellschaft“ in die Hand zu nehmen, werde ich berichten, ob es mir ähnlich „merkwürdig“ vorkommt...

      Ich hatte eh überlegt, hier mal einen allgemeinen Hundebuch-Thread zu machen.
      Aber ich weiß nicht recht, ob mein etwas abartiges Lese-Verhalten 8) tatsächlich von so allgemeinem Interesse ist...

      Ich schreib‘ übrigens keine Rezensionen. Also keine öffentlichen.

      <3 liche Grüße von Carola mit Lani :pfote:

      „If you choose to live with a dog please take the time to learn about dog behavior and their individuality and who they are and what they want and need ...“ (Marc Bekoff)
    • DogGirl schrieb:

      Ich hatte eh überlegt, hier mal einen allgemeinen Hundebuch-Thread zu machen.
      Aber ich weiß nicht recht, ob mein etwas abartiges Lese-Verhalten tatsächlich von so allgemeinem Interesse ist...
      Ich würde einen solchen Thread unterstützen. :thumbup:
      Zwar habe ich momentan weniger Zeit zum (Hundebücher-)Lesen, als ich gerne hätte, aber grundsätzlich lese ich auch sehr gerne und würde mich über Buchtipps bzw. einen generellen Austausch über Hundebücher freuen! :)
    • @DogGirl ja, lies das mal ruhig und berichte.


      Die Dame scheint eigentlich eine studierte Wissenschaftlerin zu sein die im Buch auch immer mal kleine Bezüge auf von ihr getätigte Forschungsreisen nimmt.

      @Murmel Danke für die Info. Ausgebaute Landstraße ist ja doch nochmal was anderes als Autobahn. Vorallem weil sie auch erzählte das sie Misha, wann immer möglich, über den Highway gefolgt ist. Er hat häufig auf der anderen Seite auf sie eine Weile gewartet. Hat sie es aufgrund des Verkehrs nicht geschafft ist er ohne sie weiter und die Autorin dann halt wieder nachhause.
      Als ich das gelesen habe konnte ich es nicht fassen das nicht nur der Hund über die Autobahn läuft sondern sie direkt mit. Aber gut, so klärt sich dass ein bisschen auf das ich da falsche Vorstellungen hatte.

      So ein bisschen "Erziehung" müssen die Hunde dann zwischendurch doch bekommen haben, denn einmal erwähnt sie das ihr Sohn mit einem Gespann in dem auch einer von Marias Welpen mit lief ein Rennen gewonnen hat. Ausserdem wurde Koki irgendwann mal an ein Gespann ausgeliehen und zwei andere Hunde ebenfalls als die Autorin wegen es langen Krankenhausaufenthaltes ihrer Tochter in die Nähe des KHs gezogen ist.
      Um im Gespann zu laufen müssen die Hunde ja irgendeine Form von Ausbildung bekommen haben.

      @Perra ja, ich bedaure es auch sehr das ich dafür 10€ ausgegeben und sie somit ja auch noch unterstützt habe.
    • Das ist meine absolute Horrorvorstellung, dass jemand mit einer solchen Einstellung zur Hundehaltung in meiner Nähe wohnt. An Rücksichtslosigkeit ist das kaum zu überbieten.

      Ich glaube, dass das eine ganze Zeit gutgeht, dass Hunde eine Straße überqueren. Das sieht man ja bei Freigängerkatzen. Mir ist es schon recht häufig passiert, dass eine Katze im Dorf ein paar Meter vor meinem Auto die Straße überquert. Da ich nicht schnell unterwegs bin konnte ich bis jetzt immer bremsen. Das geht bei den meisten Katzen vermutlich ein ganzes Katzenleben gut. Bei einigen aber leider nicht. :(

      In einem Thread über Hundebücher lese ich gern mit, komme selber aber selten dazu ein Buch zu lesen.
      Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina

      Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
      Suzanne Clothier
    • Bananenhamster schrieb:



      Die Dame scheint eigentlich eine studierte Wissenschaftlerin zu sein die im Buch auch immer mal kleine Bezüge auf von ihr getätigte Forschungsreisen nimmt.
      Die hat bestimmt in der Sesamstrasse studiert und einen Abschluss in der Wissenschaft der Hohlköpfigkeit
      Wir können alles, nur fliegen noch nicht - aber wir arbeiten daran.
      Der Leitspruch der spanischen Wasserhunde und insbesondere von Neo, Willow und Smilla mit ihrem Menschen Tina
    • Das Problem an ihrem wissenschaftlichen Anspruch ist, dass ihr Tun kein wissenschaftliches Experiment ist, denn sie beeinflusst das Hundeverhalten offensichtlich doch. Inzucht geschieht zum Beispiel im unbeeinflussten Raum nicht, sondern nur, wenn der Mensch einen unnatürlichen schafft. Ich denke, dass ihr irgendwas zu Kopf gestiegen ist, und sie dadurch den zur wissenschaftlichen Arbeit nötigen Abstand zu ihrem Tun verloren hat.

      Aber ich sollte das Buch selbst lesen, bevor ich urteile. Werde es aber nicht.