Der Anti-Seelenhund

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    • Der Anti-Seelenhund

      Das wird wohl nur Hundebesitzer mit deutlich mehr als nur einen Hund betreffen.

      Man liebt sie alle, ab und an einen mehr als die anderen, oder besser gesagt, anders als die anderen, aber leider gibt es auch welche darunter, mit denen die Bindung nicht so glatt geht. Habt ihr auch solche Exemplare?

      Zeus und Ezio sind Beispiele dazu. Zeus war ein besonders großer Husky oder ein etwas leichterer Malamute, oder irgendeine Kreuzung zwischen ihnen. Er kam als Fund unserer Tochter zu uns. Zeus hat sich anfangs in unser Rudel (damals war er Nummer 6) gut eingelebt, aber dann, nach der Pubertät wurde er zunehmend unfreundlicher zu den anderen Hunden. Als Bailey, ein Brittany Spaniel dazu kam, gab es immer öfter Zoff, bei dem auch gebissen wurde, meistens ausgelöst durch die grantige Ginger. Damals gab ich die Boxerhündin zu meinem Sohn, bei dem sie als Singlehund leben durfte, was ihr deutlich besser gefiel. Ich gebe zu, ich hatte immer Vorbehalte gegen ihn, aber er war der Hund der Tochter, die bei uns im Haus lebte.

      Auf Spaziergängen hat sich allerdings herausgestellt, dass Zeus Hundeunfreundlich war und blieb. Bis er eines Tages einen Hund umbrachte. Der andere Hund, Harley, war ein alter Nachbarhund, der, als seine Leute ihn zu einem langen Urlaub zurückließen, uns gerne besuchte, sich zu uns in den Vorgarten legte. Wir gingen in Urlaub, die Tochter und ihr Mann blieben zurück. Da passierte es. Harley erschien unbemerkt hinten am eingezäunten Hundegarten. Der Zaun war sonst ausreichend, dieses Mal nicht. Zeus drückte den Zaun nieder, verbiss sich in Harley. Francie hat das gehört und ist rausgestürmt, Zeus hat losgelassen und Harley rannte davon. Francie hat sofort die Besitzer angerufen und von dem Unglück erzählt. Die reagierten gelassen, haben wohl den Ernst der Situation nicht erkannt. Doch Harley kam nicht nach Hause, sie haben ihn nicht einmal gesucht, was sich dadurch erklären lässt, dass Harley vor Jahren als Streuner zu ihnen kam und nie ein Familienhund sein wollte. Dass er einmal fehlte, fiel nicht auf. Erst Tage später haben sie Harley gefunden, unter ihrer Porch, verblutet.

      Dann kam Ezio, den wir Easy nennen, vielleicht im Wunsch, er wäre es. Ein Catahoula, sehr reaktiv, sehr stur, ein Möchtegern Alpha mit Angstaggressionsverhalten gegen Fremde (nicht gegen Hunde). Zeus und er waren sofort Feinde. Das war anfangs kein Problem, denn wir zogen weg und nahmen Ezio mit. Aber dann kamen wir zurück. Von da an lebten wir in zwei Hälften des Hauses. Der eine Hund da, der andere dort. Selbst als Francie auszog, konnte sie ihn nicht mitnehmen, Huskys sind manchmal Listenhunde in USA. Kamen Ezio und Zeus aneinander, griff Zeus sofort an. Er konnte irgendwie seinen Gegner aufs Kreuz legen, mit Gewalt, nicht als Ergebungshaltung des anderen! Und dann ging's dem anderen sofort an die Kehle. Die Situation verschlimmerte sich dadurch noch, weil Ezio nun seinerseits Zeus immer wieder provozierte. Spielerisch zwar, aber Zeus kannte das Wort nicht. Zeus hat mich auch schwer in die Hand gebissen, als ich die beiden einmal trennen wollte. Meistens hat es geklappt, einmal halt nicht.

      Mein Verhältnis zu Zeus war gespalten. Gut, ich mochte ihn, habe mit ihm gespielt, ihn gebürstet, geschmust. Gassi geführt, endlos lange. Habe an die 2500€ für die Entfernung seines Milztumors bezahlt, gehofft, dass er überlebt - und trotzdem gab es eine kleine Stelle in mir, die froh war, als der Albtraum Zeus ein frühes Ende hatte (der Tumor war ein Hemangiosarcoma). Endlich können wir die Türen offen lassen, endlich gehört das Haus wieder uns. Ich muss nicht mehr 4x am Tag drei Gruppen Gassi gehen. Es ist eine Erleichterung, so sehr es mir leid tut, dass er schon mit 9 gehen musste.

      Hattet ihr schon einmal so einen Hund? Ezio ist mein zweiter. Mit ihm habe ich viel durchgemacht, ihn auf Lehrgängen geführt, alles Mögliche. Ich bespaße ihn, trainiere ihn, freue mich, wenn ich inzwischen 8 von zehn malen an den Pferden ohne Theater vorbeigehen kann, aber Ezio bleibt alles andere als easy. Er nervt mich, aber ihn aufgeben kommt natürlich nicht infrage. Aber wenn er einmal geht, wird mein Leben leichter.

      So. Geständnis ist heraus.
    • Ich finde das ist kein Geständnis!

      Denn, mal ganz ehrlich, ich finde gerade von solchen Hunden lernt man am meisten - oder intensivsten - so richtig kann ich das nicht beschreiben...

      Wir hatten Laika, sie war der zweite Rotti meiner Großeltern. Sie hatte große Pfoten zu füllen - aber nie mit Druck.
      Sie wuchs auf, wie jeder Hund bei uns - aber sie war immer am provozieren, was nicht besser wurde.

      Mit anderen Hunden war sie super, fremde Menschen durften sie gar nicht anfassen, nur meine Großeltern, mein Dad und ich. Mit Trainer (der 4te hatte keine angst vor ihr und einen Plan) kam sie wirklich gut in den Gehorsam. Aber sie hatte immer je Sekunde Unaufmerksamkeit genutzt. Man könnte sie 30 Minuten kraulen und nichts passierte - oder sie stellte einen und das immer ernst.
      Könnte sein, man könnte in den Garten obwohl sie noch Pansen da hatte, konnte sein sie ließ einen nicht wegen 3 Brocken Trockenfutter (selbst wenn man Nachschub in der Hand hatte).

      Unser Trainer war von Anfang an direkt und ehrlich. Laika würde nie der Familienhund werden, den wir wollten. Sie brauchte einen ganz anderen Menschen... den suchten wir über 3 Jahre, fanden ihn aber nicht. Deshalb wurde sie eingeschläfert. Sie ins Tierheim geben kam nicht in frage, dort hätte sie man auch eingeschläfert. Sie war mehr oder weniger eine tickende Bombe...

      Trotzdem habe ich viel von ihr gelernt, vieles was mir heute hilft.

      Mit meiner Oma hab ich damals über 6 Monate nicht gesprochen...
    • jo, auch ich hatte mal (nur kurz zum Glück) einen Kandidaten, vor dem ich irgendwann mehr als nur Respekt hatte. Einen Karakatschan, einen Bulgarischen Hirtenhund. 75 cm Widerrist und 56 Kg Lebendgewicht. Also kein kleiner Kerl. Den hatte ich eigentlich nur zum Übergang von einem Kumpel übernommen, bis der sein altes Haus fertig renoviert hatte. mit der Option, den Hund dann evtl. zu behalten.
      Alles war soweit prima, er war lieb, umgänglich, recht gehorsam, alles okay also.
      Irgendwann fing der kleine Mann dann aber an, mich nachts nicht mehr aufs Klo zu lassen :cursing: . Sobald ich aufs Klo gehen wollte, knurrte der Kerl mich ziemlich deutlich an. Das war echt krass. Ganz alleine hier im ganzen Haus und der Hund lässt mich nicht zum Klo gehen.
      Habe ihn dann sofort aus der Situation rausgenommen, bin raus gegangen mit ihm, etwas rum gelaufen, wieder rein und er war wieder völlig normal. Auch am nächsten Tag, alles wieder easy. Bis zur nächsten Nacht, wieder genau das gleiche Spiel.
      Ich kannte den Hund ja kaum, hatte also kaum Ahnung wie er wirklich drauf ist. Also wieder raus, u.s.w. und alles prima, bis zur nächsten Nacht ;( und ein nahezu unbekannter 75 cm Hund der mich in meiner Bude massiv anknurrt, immer wieder, das wurde echt anstrengend für mich. So richtig mein Hund war er ja auch nicht.
      Hatte dann den Kumpel angerufen und ihm das alles berichtet. Ich mochte den Riesen auch sehr gerne (tagsüber ;) ), aber ich war echt froh, als er wieder weg war. Ich hatte z.T. richtig Schiss wenn der diese Marotten hatte (immer wieder mal).
      Ach ja, ich war auch mit ihm bei unseren Tierärztinnen zum impfen. Er benahm sich vorbildlich. Im Wartezimmer, bei der Untersuchung/Behandlung, alles tiptop. Alle fanden der Riesen super! Die Arzthelferinnen, die anderen Leute, die Ärztinnen, alle. Ich ja auch (eigentlich)

      Habe leider kein Bild mehr von ihm, aber mal eins bei Onkel Wiki geklaut um mal kurz zu zeigen, wie ein Karakatschan aussieht. Genau so sah er auch aus, nur weniger schwarze Platten, also fast ganz weiß.

      "Einen Hund als Zeitvertreib zu sehen, ist falsch und äußerst egoistisch. Der Hund ist ein höchst sensibles, liebebedürftiges und intelligentes Lebewesen. Er ist keine lebendige Gehilfe, sondern ein wunderbares Wesen, welches nicht primär den Spaziergang, sondern den sichern Platz im Rudel als Wichtigstes empfindet und auch dringend braucht!" :Hund-smile:
      (Stefan Wittlin, Schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut, Tierpsychologe, Buchautor und Kolumnist)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von tomstep ()

    • Ich hatte eine Pflegehündin von einer guten Bekannten, die ins Krankenhaus musste. Es hieß für ca. 14 Tage.
      Kein Probelm, ich kannte die Hündin, sie war ein Mischling ungefähr pinschergroß, mit Terrier gemischt gezeichnet wie ein Schabrackenschakal. Sie war eine ganz liebe Hündin, devot, freundlich, vertäglich. Leider war sie auch ziemlich lautstark und damit ständig am Kommentieren, was ich nicht kannte von meinen Boxern.
      Ihr Frauchen musste leider bedingt durch Keime wesentlich länger als geplant im Krankenhaus verbringen und so blieb die Hündin über zwei Monate bei uns. Als ihr Frauchen aus den Krankenhaus entlassen wurde, stand fest, dass sie der Hündin nicht mehr gerecht werden konnte und sie nicht bei ihr bleiben konnte. Mein Mann und ich haben lange überlegt, ob wir die Hündin aufnehmen, mussten uns aber eingestehen, dass sie es nicht wirklich geschafft hatte, sich in unser Herz zu schleichen und darum haben wir es nicht getan.
      Grüsse von Susanne mit Bruno


      Nerversäge und Glücksfall --- auch Bruno genannt
    • Ich versuch mal jetzt abgrundtief ehrlich zu sein.
      Lucky und Aslan sind ja unsere ersten Hunde, die bei uns leben.
      Ich beginne mal mit Lucky. Er kam ja mit 7,5 Jahren aus Mitleid zu uns. Er fügte sich klasse ein, ein unkomplizierter Hund, wenn er nicht diese blöden Ängste bei gewissen Geräuschen hätte. Bei Lucky bin ich mir so ziemlich sicher, dass er niemandes Seelenhund sein will. Ich kann es schwer begründen, aber Lucky verlässt sich nur auf Lucky. Keine Ahnung, wie ich es besser formulieren könnte.
      Es gibt tolle Phasen zwischen uns, wenn er z. B. morgens vorm Aufstehen unter die Bettdecke gekrabbelt kommt oder bei unseren Spielereien ganz toll und gern mitmacht (allerdings für Lecker).
      Lucky war schon bei seinem vorhergehenden Frauchen Ausbrecherkönig. Er hatte dort ganz viele unterschiedliche Personen, die ihn betreuten.
      Irgendwie sucht Lucky sich immer für Lucky das Beste raus.
      Er ist zu Menschen und Hunden neutral. Freundlich, wenn es sich für ihn lohnt. Ich kann mir bei ihm nicht vorstellen, dass er sich jemals so öffnen könnte, dass jemand behaupten könnte, dass es sein Seelenhund sein könnte.
      Sollte doch einmal die Gelegenheit kommen, dass es ein Mensch schafft, Luckys Herz, Seele zu erobern, wäre ich bereit, ihn dort seine letzten Jahre verbringen zu lassen. Aber das wird sich wohl nie ergeben. Er wird es wohl bis zu seinem Lebensende bei uns aushalten müssen, was nun ganz schlecht auch nicht ist.
      Zu Aslan später.
      Liebe Grüße von Karola mit Lucky und Aslan :)
    • Jetzt zu Aslan.
      Ich wage zu behaupten, dass er in 1-2 Jahren tatsächlich mein Seelenhund sein wird.
      Jetzt noch nicht, weil ich ihn nicht immer genau verstehe. Ganz oft ja, aber noch nicht immer, wie ich es so gern würde.
      Er dagegen liest uns zu gut und handelt dementsprechend.
      Was ich durch ihn lernte, dass die ganze Konditioniererei nix, gar nix bringt, wenn ich es nicht in echt so meine. Da muss ich nicht schimpfen oder so, sondern wirklich das fühlen und denken, was ich meine. Er zeigt mir, spiegelt, was ich fühle und denke.
      Ganz oft fühle ich genau richtig für die Situation, aber ab und an bin ich noch unsicher.
      Was ich bei ihm auch klasse finde, wenn ihn was ängstigt oder er nicht weiß, wie er sich verhalten soll (ja es kommt auch beim Rotti vor, dass es da die eine oder andere Sache gibt), dass er dann den Kontakt zu mir sucht und sich von mir beruhigen lässt.
      Bei uns könnte man denken, Aslan ist Herrchenhund und Herrchen denkt es tatsächlich so. Aber ich kann mit Fug und Recht behaupten, wenn es wichtig ist, orientiert sich Aslan an mir.
      Liebe Grüße von Karola mit Lucky und Aslan :)
    • Ich bin wirklich beeindruckt von euren ehrlichen Berichten!

      Ich hatte noch nie einen Anti-Seelenhund. Aber, so glaube ich, auch noch nie einen Seelenhund. Ich liebe alle drei Hunde, die ich bisher hatte (Lucy zähle ich mit, da sie "im Herzen" auch mein Hund ist, obwohl sie nicht (mehr) im selben Haushalt lebt wie ich), über alles. Bei Ronja dachte ich, sie wäre mein Seelenhund, aber mit Lucy und Rico fühlt es sich genauso an, also sind sie entweder alle meine Seelenhunde, oder ich habe den Seelenhund noch nicht gefunden. Macht aber nichts, die Liebe ist ganz, ganz innig und ich finde es wunderschön mit meinen Hunden, so wie es ist. :love:

      Bei Ronja frage ich mich, ob sie womöglich eine potenzielle Anti-Seelenhund-Kandidatin gewesen wäre, wenn sie nicht mein erster Hund gewesen wäre. Sie kam ja von einem Bauernhof-Vermehrer und hatte ihre Welpenzeit im Schweinestall verbracht; Menschenkontakt hatte es wohl nur ein- bis zweimal täglich gegeben, wenn jemand hereinkam und das Futter hinstellte. Aufgrund ihres ohnehin ängstlichen Wesens führte das dazu, dass Ronja allen Menschen überaus misstrauisch begegnete. Auch wir, ihre Familie, durften uns ihr anfangs in bestimmten Situationen nicht nähern. Sie knurrte dann und das steigerte sich auch bis hin zum Abschnappen und, wenn wir das dann immer noch ignoriert hätten, bis hin zum Beißen, davon bin ich überzeugt (auch wenn sie nie zugebossen hat). Mit viel Geduld und der Unterstützung einer kompetenten Trainerin schafften wir es dennoch, unsere Beziehung Schritt für Schritt immer weiter zu verbessern. Ich durfte irgendwann fast alles mit Ronja machen; beim Rest der Familie blieb sie zeitlebens etwas misstrauischer. Aber es war möglich, ein ganz normales Familienleben mit ihr zu führen, sofern man ein paar Grundregeln einhielt (Ronja, während sie schlief, mal kurz zu streicheln, war z. B. bis zum Ende nicht drin).
      Dieser steinige Weg hat Ronja und mich zusammengeschweißt und ich war zu ihren Lebzeiten davon überzeugt, dass wir eine ganz besondere Bindung hatten. Aber ich hatte halt auch keinen Vergleich. Als dann Lucy und später Rico einzogen, stellte ich fest, dass die beiden viel schneller (Rico innerhalb von zwei Tagen :love: ) eine viel engere Bindung zu uns aufbauten, als Ronja das je hatte können. Weil sie im Gegensatz zu Ronja aus einem liebevollen, familiären Umfeld kamen. Bevor Lucy einzog, war Ronja für mich eben der Maßstab und ich wusste schlichtweg nicht, dass eine Mensch-Hund-Bindung noch enger sein kann.
      Nichtsdestotrotz ist und bleibt Ronja für mich etwas Besonderes, weil ich glaube, dass wir, gemessen an Ronja leider sehr ungünstigen Voraussetzungen, trotzdem eine sehr enge Bindung hatten. Sie vertraute mir zwar nicht, wie Rico, zu hundert Prozent, aber später immerhin zu neunzig, wo anfangs null Komma null Vertrauen gewesen war. Deswegen würde ich sie nie als meinen Anti-Seelenhund bezeichnen, denn es war auch keine Erleichterung, als sie dann verstorben war. Es war ein riesiger Verlust, wie bei jedem "normalen" unproblematischen Hund auch, und sie fehlt mir bis heute. ;( Aber wenn ich vor Ronja schon ein, zwei unproblematische, eng an mich gebundene Hunde gehabt hätte, hätte ich mich vielleicht schwerer damit getan, Ronja so zu akzeptieren, wie sie ist.

      Liebe Grüße
      Amica
    • Ich danke euch für eure Berichte. Es wird schwer sein, das Thema Seelenhund aus nur einer Hundeerfahrung heraus zu beurteilen. Für viele ist es einfach der erste Hund und sie lassen dann eine Bindung zu einem anderen nicht mehr zu. Auch wird deutlich, dass nicht jeder Hund fähig ist, eine tiefere Bindung einzugehen, was wir ihm aber nicht ankreiden sollten, vor allem, wenn der Hund aus schlechten Verhältnissen kommt. Ob man sie behalten soll? Kommt darauf an. Hunde aus schlechten Verhältnissen werden durchs Herumgeschubst werden nicht offener. Solange es geht und man die Sache im Griff hat, plädiere ich eher dafür, es einfach durchzustehen. Meistens gibt es Highlights, die es einem leichter machen.
      Wie wenn ich mit Ezio Ball spiele oder ihn im See schwimmen lasse. Das Leuchten in seinem Gesicht wiegt vieles auf.
    • Das sind ja wirklich sehr interessante und ehrliche Berichte.

      Ich hatte noch nie einen Anti-Seelenhund, kann da also gar nicht mitreden.
      Ich denke es liegt daran, dass ich bisher immer nur spanische Wasserhunde (vom Züchter und als Welpe an) hatte und habe und die Rasse geht eine wirklich sehr enge Bindung zu ihren Menschen ein - ich nenn das gern spasseshalber Symbiose.
      Perros aus dem Tierschutz können aber auch schwierig sein. Bindung lässt sich zwar oft aufbauen, aber Perros haben ein Langzeitgedächtnis und schlechte Erfahrungen lässt doch häufiger ein gewisses Misstrauen bleiben.
      Ich nehme an, dass manche Tierschutzhunde vielleicht aufgrund ihrer Erfahrungen einfach auch selbstständiger sind und den Menschen einfach eher als "nebenherlebendes Objekt" betrachten? Ich kann es gerade nicht anders beschreiben, hoffe aber, es ist verständlich wie ich es meine.
      Wir können alles, nur fliegen noch nicht - aber wir arbeiten daran.
      Der Leitspruch der spanischen Wasserhunde und insbesondere von Neo, Willow und Smilla mit ihrem Menschen Tina
    • Ich muss ja gestehen, ich mag den Begriff "Seelenhund" und dessen so tiefe Bedeutung nicht - ist für mich was, das mit der Wattebausch-Hundehalter-Welt kam...

      "Früher" hat man voller Stolz und Wehmut gesagt "...war ein guter Hund!" - Punkt.

      Dazu finde ich es schwierig, einen Seelenhund zu klassifizieren:
      Edem müsste dann mein erster Seelenhund gewesen sein - kann man das, wenn man da 5-12 Jahre alt war, so sagen? Oder war es dann Murphy, den sicher einer der besten Hunde meines Lebens war, aber optisch immer ein "naja, man kann nicht alles haben" Schmunzeln hervorrief? Oder ist es dann erst Enzo?

      Gelernt habe ich aber am meisten von Laika, auch wenn sie niemals ein Seelenhund sein könnte - denn Bindung war für sie ein Fremdwort.

      Man lernt mit jedem Hund in seinem Leben. Ich finde gerade die, die echte Herausforderungen sind, bringen uns Menschen am meisten bei. Ob da dann am Ende eine Bindung/blindes Vertrauen oder was auch immer steht - ist mir ehrlich gesagt nicht wichtig.
      Kann man immer sagen, der Hund passt zu mir - nein, kann man nicht. Lässt man sich trotzdem auf den Hund ein und gibt sein bestes? Ja - und genau das ist es doch, was zählt!
    • Amica schrieb:

      Ich hatte noch nie einen Anti-Seelenhund. Aber, so glaube ich, auch noch nie einen Seelenhund.

      CC Enzo schrieb:

      Ich muss ja gestehen, ich mag den Begriff "Seelenhund" und dessen so tiefe Bedeutung nicht
      Na, glücklicherweise bin ich nicht allein.

      Ich weiß nicht so recht, wie ich es formulieren soll.
      Ich hatte noch keinen Hund, von dem ich mich so zurückgewiesen gefühlt hätte, dass ich ihn als Anti-Seelenhund bezeichnen könnte...
      Und zu den Hunden in meinem Leben hatte ich immer eine tiefe, wenn auch unterschiedliche Beziehung. Anka war die Lehrmeisterin in meiner Kindheit. Lesko der erste Hund, mit dem ich wirklich sowas wie zielgerichtete Erziehung versucht habe.
      Und jetzt Andy, mein erster eigener Hund. Der Clown und Schmuser und Sturkopf zugleich ist. Jeder auf seine Weise liebenswert und prägend. Und jeder wurde/wird geliebt und in seiner Persönlichkeit geachtet.

      Seelenhund...
      Vielleicht bin ich nicht romantisch genug. Vielleicht liegt es an meinem Aufwachsen in ländlichen Verhältnissen, wo man einen eher einen sachlichen, pragmatischen Blick auf Tiere hat. Vielleicht fehlt mir auch irgendein spirituelles Gen...
      LG Petra mit Andy

      So ein Hund ist ja auch nur ein Mensch...
    • Seelenhund kommt von Soulmate, ein englischer Begriff aus der menschlichen Beziehungswelt. Auch beim Menschen ist nicht jeder Freund und auch nicht jeder Ehepartner ein Soulmate, es muss also nicht jeder Hund ein Seelenhund sein.
      Im Englischen vermeidet man die Verwechslung von menschlicher Beziehung zueinander und seelische Verbindung zu einem Hund durch den Begriff "heart dog", das ist dann der Hund, der einen besonderen Platz im Herzen hat. Den Begriff 'soul dog' gibt es im Englischen nicht. (Vermutlich gibt es den Begriff soulmate für Hunde nicht, denn dann müssten die Presbyterianer und Evangelicals zugeben, dass Hunde eine Seele haben).

      Wenn ich eure Storys lese, kommt mir der Verdacht, dass der Seelenhund einer ist, der aus einer guten, vertrauensfördernden Umgebung stammt. Also direkt vom Züchter, nie auf der Straße alleine, nie misshandelt.

      Wie weit die Rasse eine Rolle spielt, kann ich nicht sagen, nur vermuten, denn ich denke, dass Besitzer in ihrer Beurteilung der Fähigkeit, ein Seelenhund zu sein, sich oft auch die 'sich selbst erfüllende Prophezeiung' stützen: Mein Hund ist aus einer unabhängigen Rasse und kann daher keiner sein. Und umgekehrt: Der Hund ist eine anhängliche Rasse, daher muss er einer sein.
      Da haben es Besitzer von Mischlingen einfacher, sie können sich überraschen lassen. :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Murmel ()

    • Mit dem Begriff "Seelenhund" kann ich auch nicht viel anfangen. Aber genauso wenig mit dem Begriff "Soulmate" für seinen "Seelenverwandten". Da bin ich wahrscheinlich wie einige Vorschreiber nicht romantisch genug. :whistling:

      An die Bedeutung dieser Bezeichnung "Seelenhund/tier/katze" kommt aber wohl am ehsten Nicky heran. Kater. 12 Jahre alt.
      Ich kann mir einfach nicht vorstellen das ich jemals ein Tier (oder eine Katze eher) so sehr lieben könnte und eine so starke Bindung zu einem Tier haben könnte wie zu ihm. Das ist einfach durch die Zeit zusammen so entstanden. Als ich ihn bekommen habe war ich natürlich glücklich. Hauptsache Haustier. Aber die ersten Monate, wenn nicht sogar Jahre, war Nicky halt nur "das Haustier das ich statt dem Hund bekommen habe". Die tiefe Bindung und diese enorme Liebe, hat sich erst entwickelt. Die Bedeutung passt, das Wort nicht. Er ist halt MEINE Katze. :saint:

      Mein "Anti-Seelenhund" ist nach den Ausführungen der meisten hier dann wohl Tommy.
      Klar liebe ich den Chaoten. Aber er geht mir auf die Nerven! Er bringt mich zum Platzen. Er versaut mir manchmal den Tag. Er bringt mich zum Heulen und zum Verzweifeln.
      Aber ich liebe ihn, ich geb ihn nicht auf, auch wenn alle Welt schreit wir sollen ihn abgeben.
      Er gehört zu uns, auch wenn ich ihn manchmal am Liebsten für ein paar Tage weggeben würde, nur um Ruhe zu haben. :rolleyes:
      Alina & Tommy :pfote:
    • Da ich mir weder vorstellen kann, dass einer meiner Hunde mein Seelenhund ist sind die Drei natürlich auch nicht meine Anti-Seelenhunde.

      Sie sind alle auf ihre Art besonders und werden ein großes Loch in meinem Herzen hinterlassen wenn sie gehen müssen. Sie haben alle eine gute Bindung zu mir, suchen meine Nähe, ich verbringe gern Zeit mit ihnen und freue mich immer wenn ein Hund zum kuscheln kommt.

      Ich glaube ich bin auch nicht romantisch genug für die Vorstellung, dass ein Hund meine Seele berührt und wir eine Verbindung miteinander haben die man nicht beschreiben kann.

      CC Enzo schrieb:


      Man lernt mit jedem Hund in seinem Leben. Ich finde gerade die, die echte Herausforderungen sind, bringen uns Menschen am meisten bei. Ob da dann am Ende eine Bindung/blindes Vertrauen oder was auch immer steht - ist mir ehrlich gesagt nicht wichtig.
      Kann man immer sagen, der Hund passt zu mir - nein, kann man nicht. Lässt man sich trotzdem auf den Hund ein und gibt sein bestes? Ja - und genau das ist es doch, was zählt!
      Genauso sehe ich das auch. Ich lerne von jedem meiner Hunde etwas und jeder passt zu mir. Ich fühle zu jedem Hund eine Bindung, denke aber dass ich auch zu jedem neuen Hund der bei mir einziehen wird eine Bindung fühlen werde.
      Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina

      Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
      Suzanne Clothier
    • Zuerst möchte ich einmal sagen, dass Jakina mein erster Hund ist - vielleicht bin ich dann gar nicht qualifiziert hier mitzureden ?( . Aber ich hatte aber schon viele Tier: ein Pferd, 4 Katzen, mehrere Mäuse und Hamster.
      Ich schließe mich meinen Vorschreibern mal an - ich finde manche Begriffe werden für mich persönlich etwas überstrapaziert. In dem Moment, in dem man den einen Hund (oder egal welches Tier) als Seelenhund bezeichnet setzt man schon für alle zukünftigen einen Standard, der aber fast automatisch nicht erreicht werden kann. Man verhindert damit wie ich finde, dass man sich auf einen folgenden Hund komplett neu einlässt, sein Herz öffnet und ihn so annimmt und liebt wie er ist.

      Etwas OT: Genau so geht es mir immer mit der viel zitierten Dankbarkeit der Tierschutzhunde. Nein, Jakina muss mir nicht mehr "dankbar" sein als jeder andere Hund seinem Besitzer, wenn ich ihr einen vollen Napf vor die Nase stelle. Und sie darf auch gerne genervt von mir sein, wenn mir ausnahmsweise dann auch mal der Geduldsfaden reisst - wie jeder andere Hund auch.
      Oder anderes Beispiel: Ich mag es z.B. eigentlich auch nicht, wenn Menschen sich als Mutter oder Vater von einem Tier bezeichnen.
      Zu viel Vermenschlichung tut meiner Ansicht nach nicht gut.

      Bin da glaube ich eher der Realist - habe alle meine Tiere von ganzem Herzen geliebt und jeder Verlust war richtig schlimm <3 ;(

      Da das aber eine sehr persönliche Empfindung ist hoffe ich, dass sich niemand auf die Füße getreten fühlt, das wäre nicht meine Absicht gewesen...
      Liebe Grüße
      Christine & Jakina
    • Murmel schrieb:

      Wenn ich eure Storys lese, kommt mir der Verdacht, dass der Seelenhund einer ist, der aus einer guten, vertrauensfördernden Umgebung stammt. Also direkt vom Züchter, nie auf der Straße alleine, nie misshandelt.


      Wie weit die Rasse eine Rolle spielt, kann ich nicht sagen, nur vermuten, denn ich denke, dass Besitzer in ihrer Beurteilung der Fähigkeit, ein Seelenhund zu sein, sich oft auch die 'sich selbst erfüllende Prophezeiung' stützen: Mein Hund ist aus einer unabhängigen Rasse und kann daher keiner sein. Und umgekehrt: Der Hund ist eine anhängliche Rasse, daher muss er einer sein.
      Nein, @Murmel, das macht die „Seelenhund-Qualitäten“ nicht aus.
      Jedenfalls für mich nicht.
      Diese Art der Verbindung, die kann für mein Empfinden auch zu einem Hund ent- und bestehen, der auf-was-immer-für-Wegen in das Leben eines Menschen kommt.

      Ich lese ja alles an „Hundeliteratur“ was mir in die Finger kommt... ^^
      Viele der Geschichten handeln von Mensch/Hund-Beziehungen, wo das Team auf die unglaublichste Weise zusammengefunden hat..., wo der Hund - welcher Rasse auch immer, welcher Vorgeschichte auch immer - zu einem Menschen kam... und es entstand eine ganz besondere (erzählenswerte) Verbindung.
      Nun ist in diesen Büchern beileibe nicht von „Seelenhunden“ die Rede, doch liest man sehr wohl aus den Zeilen, dass da (sehr oft) mehr ist an Verständigung, Austausch, gemeinsamem Sein und ja, Liebe, - etwas, das über die geschriebenen Worte hinausgeht und das spürbar ist.

      Ob das romantisch verklärt ist, oder irgendwie spirituell oder auch - in diesem Fall -etwas wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung ist, - ich weiß es nicht.
      Aber ich weiß, dass es diese Verbindung gibt.

      Lani kam als Welpe zu mir.
      Aber war da eine innige „Seelenhund-Verbindung“ von Anfang an?
      Nein. Überhaupt nicht.
      Mein Herz war nach dem Verlust von Alfke, überhaupt nicht frei für einen solchen tiefen Kontakt.
      Lani war einfach Lani. Und ich hatte sie lieb von Anfang an - aber das hatte mit „Seelenhund“ nichts zu tun.
      Dass sie es wurde, dass unsere Beziehung so selbstverständlich und gleichzeitig so besonders und so tief wurde, wie sie es ist, das ist „entstanden“.
      Ich weiß gar nicht, ob es ein schleichender Prozess war oder es irgendwas Spezielles gab... es war irgendwann „plötzlich“ ein anderes Miteinander. (Das ist wieder der Punkt, wo mir die Worte fehlen, das zu beschreiben, was es ist...)
      Aber es ist da. Ungeplant.
      Und es ist spürbar für andere.
      Ich bekomme sehr oft von allen möglichen Leuten, die uns erleben, gespiegelt, wie besonders Lanis und meine Verbindung ist. :love:

      <3 liche Grüße von Carola mit Lani :pfote:

      „If you choose to live with a dog please take the time to learn about dog behavior and their individuality and who they are and what they want and need ...“ (Marc Bekoff)
    • Ich glaube nicht, dass ich mein Herz vor Pepper zum Beispiel verschließe, nur weil ich Easy als meinen Seelenhund betrachte. Bzw., das ist eigentlich falsch ausgedrückt, ich betrachte Easy nicht als Seelenhund, sie ist es einfach.

      Und das nicht, weil ich sie von Welpe an habe und sie deswegen so eine tiefe Bindung zu mir hat eingehen können. Und auch nicht, weil wir uns immer ohne Worte verstehen, sie an mir klebt und immer tut was ich will.

      Ganz im Gegenteil, Easy ist ja aus dem Tierschutz, unklare Vergangenheit. Ok, sie hat, glaube ich, nie wirklich Schlechtes erlebt, aber trotzdem, ihre wichtige Prägephase habe ich verpasst.

      Und dass sie immer mir alle Wünsche von den Augen abliest - schön wär´s... sie hat mir mehr als einmal die Mittelkralle gezeigt, wenn sie auf dem Feld steht und einfach nicht kommen will weil das Mauseloch ja soooo viel spannender ist. Damit hat es also auch nichts zu tun.


      Ich kann es nach wie vor nicht erklären, was das ist. Und romantisch bin ich beileibe nicht. Fragt meinen Mann, ich hab von mittlerweile 19 Hochzeitstagen an exakt einen mal gedacht. Ich bin kein Blümchen und Rüschen Typ. Ich bin sehr pragmatisch und realistisch. Aber trotzdem, irgendwas berührt Easy in mir...


      Vielleicht kann es mein eigenes Zitat ein bisschen erklären. Ich hatte das mal letztes Jahr jemanden privat hier geschrieben, als ich von einem Seminar erzählt hatte, das ich besucht habe. In diesem Seminar ging es um Körpersprache, Führen ohne Worte. Es waren sehr intensive Trainingstage, und das was ich hier beschreibe, war die "Abschlussübung". Es war schon fast bissle gruselig, aber es ist wirklich so passiert...




      Easy schrieb:

      Aber was der Hammer war, war die Abschlussübung gestern Abend. Es wurde eine Schnur gespannt zwischen zwei Pfosten, etwa 8 Meter lang, etwa auf Hüfthöhe. Dann wurden mir die Augen verbunden und ich bekam Kopfhörer auf die Ohren mit Musik. Also nichts mehr sehen, und nichts mehr hören. Ich habe mich dann an dieser 8 Meter langen Schnur auf der einen Seite entlang gehangelt, und irgendwo auf der anderen Seite stand ein Helfer mit Easy, etwa 2 Meter von der Leine entfernt, kannst du dir die Situation vorstellen?


      Und ich weiß, es klingt völlig verrückt und nicht zu glauben, aber ich habe sie gefühlt, ich wusste wo sie ist. Genau an der Stelle an der sie war, ist mir die Kehle zugegangen, mir sind Tränen in die Augen geschossen, da habe ich angehalten und gesagt „hier ist sie“, und hatte Recht. Unbeschreiblich, und es klingt auch echt abgehoben, aber es ist wirklich so passiert.


      Und nicht nur bei mir hat es funktioniert sondern bei meinen zwei Freundinnen ebenfalls, ich muss, glaube ich, nicht dazu sagen, dass das sehr berührend und tränenreich war, in der Lage zu sein, seinen Hund zu fühlen, mit verbundenen Augen und Kopfhörern auf den Ohren… Ich weiß, es klingt total esoterisch und abgehoben, hätte ich es selber nicht erlebt, ich würde nur den Kopf schütteln. Aber es ist mir so passiert, echt verrückt…

      Und nun haltet mich bitte nicht für einen durchgeknallten und abgehobenen Menschen... :D
      Viele Grüße von Heike und den Mädels
    • @Easy
      Ich weiß sehr wohl, was du meinst. Das hat nichts mit Romantik oder Realismus zu tun, sondern mit einer Fähigkeit, die wir meinen, uns ausreden zu müssen.

      Ich war vor ein paar Jahren aus Spaß bei einer dieser Frauen, die behaupten, aus der Hand lesen zu können, auf einem Renaissance Festival. Psychic nennen wir das. Alles ok, blabla, bis sie stutzte und mich ansah. "Du bist ebenfalls 'psychic'." Das kann man nicht aus der Körpersprache ableiten, wie vieles andere, das muss man erfühlen, und sie hatte recht.
    • Einen ‚Anti-Seelenhund‘ hatte ich Gott sei Dank noch nicht.. aber ich habe eine Vorstellung.

      Ich habe als Teenager viele Hamster gehalten.. und da war dieses eine, bissige €@!#% :cursing: , dass mir beigebracht hat, einen 100Gramm-Hamster wie eine Giftschlange zu handeln. Ich war nicht traurig, als sie ging.. .



      Murmel schrieb:

      Begriff "heart dog", das ist dann der Hund, der einen besonderen Platz im Herzen hat

      Den Begriff finde ich sehr schön. :love: Alois heißt bei mir auch Herzibobbie / Herzipopperl.. und zusammen mit Sissi waren beide meine Herzipopperl.

      Es sind einfach andere Hunde. Winny, Bazi.. ich kann sie ansehen und hab ein warmes Gefühl in der Brust und beide lieb. Aber Alois (und Sissi).. da geht das Herz über. Und egal was gerade richtig schief lief.. wenn Alois dazu kommt und sich ankuschelt... ist die Welt auf einmal nicht mehr übel. <3

      Wobei diese Hunde nicht nur einen besonderen Platz im Herz haben, sondern auch eine Verbindung zum Herzen.

      Als Winny starb war ich kurz davor noch daheim, hab ihm den Pelz gekrault und bin ohne Argwohn los. Keine 30 Minuten später kam der Anruf, dass er plötzlich gegangen ist.

      Bei Sissis Unfalltod war es.. anders.

      Mieps schrieb:

      Ich war an dem Tag mit einer Freundin weg - ‚Mädelswellness‘ in der Sauna. Ich hatte ein übles Bauchgefühl.. aber ich bin trotzdem gegangen. ‚Ich bin nur einen halben Tag weg. - Ich war doch schon länger „ohne Hunde“. Was soll schon passieren. Sei nicht albern.‘

      Während dem Saunanachmittag saß ich auf Kohlen.. und es fielen ein oder zwei Witzchen, dass ich schon gar nicht mehr ohne Hunde sein kann. Aber der Bauch quälte ungewohnt mit ‚Du MUSST Heim zu den Hunden!‘.

      Ich bin viel früher abgehauen. Nein, kein Abendschwimmen mehr für mich, Danke. Pizzaessen - gerne wann anders, tut mir leid.

      Was soll ich sagen.. ich war zu spät.

      Ich denke es gibt Verbindungen, die wir (noch) nicht beweisen können und deswegen wegrationalisieren. Und zugleich sind es genau die, die uns unsere Haustiere so wertvoll machen.. :love:

      LG
      Anna
    • Hallo, Christine,


      Cleothecat schrieb:

      Da das aber eine sehr persönliche Empfindung ist hoffe ich, dass sich niemand auf die Füße getreten fühlt
      Ganz bestimmt nicht, im Gegenteil,,,


      Cleothecat schrieb:

      in dem man den einen Hund (oder egal welches Tier) als Seelenhund bezeichnet setzt man schon für alle zukünftigen einen Standard, der aber fast automatisch nicht erreicht werden kann. Man verhindert damit wie ich finde, dass man sich auf einen folgenden Hund komplett neu einlässt, sein Herz öffnet und ihn so annimmt und liebt wie er ist.
      DAS, trifft genau auf Micky und mich zu!!
      Als Tobby starb, wollte ich keinen Hund mehr haben.
      Mein Mann, litt auch sehr, unter Tobby's Tod, vielleicht noch mehr, als ich.
      Er schaffte es dann, mich zu überreden, wieder einen Hund zu nehmen.
      So, kam Micky zu uns.
      Ich habe versucht, ihm gerecht zu werden, aber ich merkte sehr schnell, dass ich ihn ständig mit Tobby verglich.
      Ich mochte ihn, aber ich hielt ihn emotional, auf Abstand.
      Dann, kam seine Erkrankung hinzu, seine Wesensveränderung, usw,,,
      Micky, war nie so verschmust, wie Tobby.
      Er ließ es mehr oder weniger emotionslos zu, wenn man mit ihm kuschelte.
      Von IHM, kam so gar nichts.
      Ich möchte ausdrücklich erwähnen, dass ich Alles, für diesen Hund tun würde,,,
      Allerdings, gab, gibt wird es niemals diese tiefe, innige Verbundenheit zwischen uns geben, wie sie zwischen mir und Tobby war.
      Ich hoffe, Ihr haltet mich jetzt nicht für ein "kaltes, herzloses Weib", aber ich belüge weder mich selbst, noch Euch,,,


      Easy schrieb:

      Und nun haltet mich bitte nicht für einen durchgeknallten und abgehobenen Menschen.
      Nein, liebe Heike,
      Ganz sicher nicht!!

      Hallo, liebe Anna,
      Fühl' Dich bitte ganz lieb gedrückt!! :trost:

      L.G.