Training von / Umgang mit Fremdhundbegegnungen

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    • @Chinita wow! Freut mich

      @CrazyDogs
      Danke. Die Übungen kenn ich alle, machen wir regelmäßig, klappen sehr gut.

      Heute z.B. im Fuß an sprudelnder Quelle vorbei und an Ente am Teichufer, hat geklappt :D wir sind vorbei ich sage: „frei“ - Hund will zurück zu Enten springen :S Hehe.
      Ich kann aber auch nicht immer nur im Fuß sapzieren gehen ...
      Oder: Ich will in den Schatten gehen zum Spielen -heute kannst du sonst nix machen bei der Hitze- , der Hund weiß es = der pöbelnde Hund in 20 Metern ist nicht interessant.

      Blödsinn macht der Hund wenn wir im Vorwärtsgang sind und ich nicht schon weiß, dass da jetzt Enten sind oder Kühe etc. etc.
    • wildblume schrieb:

      Blödsinn macht der Hund wenn wir im Vorwärtsgang sind und ich nicht schon weiß, dass da jetzt Enten sind oder Kühe etc. etc.
      Das ist bei den meisten Hunden so. Andy ist bedeutend entspannter geworden, seit wir Spiele, Suchspielchen usw. nur noch in den Pausen machen. Also, wenn wir laufen, dann laufen wir. Und er muss in einem bestimmten Radius neben oder hinter mir auf dem Weg bleiben. Voraus gibts da nicht. Er kann aber schnüffeln, markieren, Seite wechseln. Egal.
      Ich hätte früher auch nicht geglaubt, dass es so einen Unterschied macht, wo der Hund läuft. Zumindest, wenn man ein eher reizoffenes Exemplar hat.
      Für alles andere bleibe ich dann mehr oder weniger auf einem Fleck. Auch, wenn er in den Bach darf oder buddeln.
      LG Petra mit Andy

      So ein Hund ist ja auch nur ein Mensch...
    • Das Problem bei dieser Art von Hunden ist nicht der Gehorsam an sich, sondern der Gehorsam trotz geliebter Ablenkung. Diese Art von Hunden rastet einfach aus, wenn sie den Trigger sehen. Das kann ein Reh sein, ein Hund, ein Rasenmäher (ja, Ezio und Rasenmäher...). Ihre Aufmerksamkeit geht von der üblich Rundumscans zu1000% auf das Objekt ihres Interesses. Das geht sogar soweit, dass Ezio, der den Ball als eines seiner Interessen erkoren hat, mit dem Ball von der Ablenkung wegdirigiert werden kann, solange ihm die Ablenkung nicht wichtiger als sein Ball ist. Reizüberflutung nennt man das wohl, und diese Überflutungsschwelle liegt individuell unterschiedlich hoch.

      Bei Ezio geht die Liste so, höchstes Interesse hat ein Hund, der näher als xxx Meter ist (hängt von der Situation und vom Ort ab). Zweithöchstes der Ball, dritthöchstes die Pferde, Vierthöchstes Menschen, die am Tor vorbeigehen, die Katze, das Eichhörnchen, der Hirsch ... Ich kann also mit dem Ball auf unserem Grundstück ihn in Schach halten, solange kein Hund dem Tor zu nahe kommt. Beim Spazierengehen solange, bis der Mensch mit Hund die Distanz nicht unterschreitet.

      Chica, als 85% Dackeline, rastet zwar auch aus, aber sie kann leicht aus ihrer Rage gerufen werden. Nicht sofort, aber meist schnell genug, mein Ruf muss nur zu ihr durchdringen.

      Dieses Verhalten des Ausrastens ist typisch für Terrier, ich habe mir sagen lassen, das wurde in sie hineingezüchtet, damit sie ihre Angst "vergessen". Hunde, die an Wildsauen gehen, sollten nicht erst nachdenken, ob das gefährlich werden könnte. Genauso wie Blutlinien der armen Hundekampfhunde, bei denen ein Schalter sich umstellt, und alle "Vernunft" aus dem Fenster fliegt. Im Gegensatz zu Wölfen tut Verletzungsgefahr nichts zur Sache. Ist der Hund schwer verletzt, dann weg damit und ein Neuer darf sich für seinen Herrn schlachten lassen.

      Alle diese Hunde sind zu Hause Lämmer. Alle Aufmerksamkeit auf dich. Da darf auch ein Trainer dabeistehen. Alles gebongt.
    • wildblume schrieb:

      Also ist die Lösung auch nicht trainieren und üben neben/mit steigender Ablenkung? Wenn das Objekt x kommt ist Feierabend?
      Um ehrlich zu sagen, ich weiß es nicht. Jedes Mal, wenn das Objekt X ihn reizt und sein Impuls, dem Trigger zu folgen, über den Reiz, dir zu gehorchen, siegt, hast du wieder verloren, denn sein Impuls hat ihm gegeben, was er braucht: Aufregung! Aber die Methode, langsam den Abstand zu verkürzen, die Ablenkungsreize zu steigern, funktioniert schon, aber nie 100%. Das ist meine Erfahrung mit Ezio. Wenn Ezio die Pferde sieht, regt er sich auf. Nur wenn sie weit weg genug stehen, schaffe ich es, ihn relaxed daran vorbei zu bekommen. Aber wehe einer der anderen Hunde agiert aufgeregt und ein Pferd stampft auf. Dann fliegt die Ruhe aus dem Fenster und der Zirkus geht los. Ich arbeite daran nun schon seit neun Jahren und inzwischen glaube ich, das Verhalten nimmt er mit in sein Grab. Der erste Hund von 20 eigenen, bei denen ich versagt habe. Von den vielen Pfleglingen, denen ich Basistraining vermittelt habe, ganz zu schweigen. Aber auch da konnte ich feststellen, dass die Terrier Typen, in USA meist Pitbull Terrier, manchmal einen Knacks weghaben.

      Ich meine, ich habe Jagdhunde erfolgreich ausgebildet und jagdlich geführt. Die waren alle einfacher, wenn man das genau betrachtet. Wobei ich schon mitbekommen habe, dass so mancher Deutsch Drahthaar auch knapp am Unbelehrbar gezüchtet ist. Man will ja einen scharfen, "mutigen" Hund. Manchmal denke ich, dass zu oft Dummheit mit Mut verwechselt wird. Einen Jagdhund, den ich nicht abrufen kann, ist für mich unbrauchbar, aber sag das mal dem Macho, der in der Jagd seine männliche Selbstbestätigung sucht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Murmel ()

    • Heute hatten wir mal ein etwas anderes Begegnungstraining. Normalerweise läuft das ja immer in Form eines Social Walks, also eines kleinen Spaziergangs, bei dem die Hunde einfach "nur" in Gegenwart der anderen Hunde gesittet laufen sollen; evtl. mit kleinen gezielten Übungseinheiten zwischendurch. Heute hatten wir dagegen ein Platztraining, sprich, wir trafen uns auf dem Hundeplatz. Dort hatte die Trainerin mit Heringen und Flatterband ein Quadrat abgespannt (ca. 5x5 Meter, schätze ich) und entlang dieses Quadrats mehrere Stationen aufgebaut. An einer Stelle stand z. B. ein kleines Trampolin, zwei Meter weiter gab es ein paar Cavaletti, dann ein paar Boxen/Babyhocker, ein paar auf einem Haufen liegende Kleiderbügel..... Am Rand des Platzes standen, in sehr großem Abstand, einzelne Stühle.
      Im Prinzip verlief die ganze Trainingseinheit so, dass immer eine Person mit ihrem Hund an den Stationen arbeitete. Dabei gab es keine Vorgaben dazu, was genau an den Stationen jeweils zu tun ist. Es ging nur darum, dass der Hund in Gegenwart der anderen Hunde mit seinem Besitzer an etwas arbeitet. Die anderen Hundebesitzer saßen derweil jeweils auf einem Stuhl und warteten dort mit ihren Hunden.

      So unspektakulär das klingt, aber diese Einheit war für Rico super anstrengend. Mittlerweile kann er ja (auch mit recht geringer Distanz) schon ziemlich gut ruhig bleiben, wenn er sich frei bewegen kann. Dann geht er einen Bogen, schlendert langsam schnüffelnd am Wegesrand entlang usw. Statische Situationen dagegen fallen ihm nach wie vor eher schwer - und genau das wurde ja bei diesem Training von ihm gefordert.
      Unsere Trainingspartner waren zum einen zwei Hündinnen, die wir schon seit Beginn des Begegnungstrainings kennen. Mit ihnen hat Rico prinzipiell gar kein Problem mehr, allerdings sind sie sehr groß (55 und 70 Kilo) und bergen daher trotzdem stets das Potenzial, dass er sich überfordert fühlt, wenn es zu eng wird. Zum anderen war noch eine Hündin da, die wir noch gar nicht kannten - und die hatte es in sich! Sie kam als Letztes auf den Platz und die Trainerin hatte die Dame mit den beiden Hündinnen und mich gebeten, uns am entgegengesetzten Ende des Platzes aufzuhalten. Obwohl zwischen uns und dieser fremden Hündin mindestens 50 Meter Abstand bestanden, pöbelte die Hündin direkt los. Im Laufe des Trainings beruhigte sie sich zwar zwischendurch ein wenig und konnte auch ganz gut mit ihrem Frauchen an den Stationen arbeiten, aber während sie warten musste, pöbelte sie zwischendurch immer wieder los. Das auszuhalten, besonders wenn er selbst ebenfalls warten musste, war für Rico nicht so einfach. Er hat es aber prima gemacht! :thumbup: Nur ein einziges Mal hat er während dieser Trainingseinheit "Laut gegeben". Das war in einer Situation, in der eine der beiden großen Hündinnen gerade ihre Besitzerin über den HuPla schleifte :whistling: (die war auch extrem nervös wegen der Pöbel-Hündin) und die fremde Hündin gleichzeitig bellte. Allerdings schreibe ich bewusst nicht, dass Rico "ausgerastet" sei. Denn sein Bellen war viel weniger aggressiv, als ich es sonst von ihm kenne. Er klang zwar aufgebracht, aber es war nicht so ein wütendes Gekeife und er sprang dabei auch nicht in die Leine. Die Trainerin meinte auch, er habe lediglich "Bescheid gesagt, dass er die Situation blöd findet" und das sei völlig in Ordnung gewesen. Und da das auch die einzige Situation war, in der er überhaupt laut wurde, war ich stolz auf ihn! :thumbsup: Aber damit das so gut klappte, haben wir auch ca. doppelt so viele Leckerlies verbraucht wie sonst. :whistling: Ich hatte Glück, dass ich überhaupt so viele dabei hatte.....
      Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
      Until we find a vaccination there's no substitute for love.
      So love yourself and love your family, love your neighbor and your friend.
      Ain't it time we loved the stranger, they're just a friend you ain't met yet.

      Jon Bon Jovi
    • wildblume schrieb:

      Ich glaube ich wiederhole mich, aber wie beharrlich du dran bleibst- Respekt.
      Ich danke dir. <3
      Ich glaube, das ist einfach meine "Veranlagung". Zum einen kann ich es schlecht gut sein lassen, wenn etwas noch nicht so gut läuft, zum anderen macht mir das Hundetraining auch einfach super viel Spaß - im Prinzip ist es da fast egal, was ich mit dem Hund mache. Gerade auf das Training in der HuSchu freue ich mich immer total. Natürlich bin ich mal gefrustet, wenn es überhaupt nicht klappt, aber würde ich nicht trainieren, hätte ich die "Es kappt nicht"-Situationen ja noch viel öfter und wäre entsprechend noch viel öfter gefrustet. ^^

      wildblume schrieb:

      Haben alle beteiligten Hunde „Probleme“ mit Hundebegegnungen?
      Sagen wir mal so: Alle beteiligten Hunde zeigen gegenüber anderen Hunden ein Verhalten, welches der Besitzer ändern möchte. Die meisten verhalten sich tatsächlich reaktiv bzw. aggressiv. Es war aber auch schon mal ein typisch freundlich-distanzloser Labbi dabei, deren Besitzerin ihm beibringen wollte, dass nicht jeder Hund "bespielt" werden muss. Also ja, alle Hunde haben irgendwo "Probleme" mit Hundebegegnungen (zumindest aus Sicht des Besitzers), aber die Art des "Problems" kann sehr unterschiedlich sein. Wobei die reaktiven Hunde, die ein Verhalten ähnlich wie Rico an den Tag legen, die deutliche Mehrheit ausmachen.

      wildblume schrieb:

      Mein Hündchen findet es extrem schwierig still zu bleiben wenn andere etwas machen dürfen. Wenn das dann auch noch nahe dran ist...
      Für Rico ist das auch schwer, zumindest wenn es fremde Hunde sind. Sein Problem ist gar nicht, dass da einer was machen darf und er nicht (das kennt er ja auch z. B. vom Agi und dort hat er mit dem Warten kein Problem), sondern er kann es schlecht aushalten, wenn ein fremder(!) Hund sich dynamisch verhält, während er selbst an einen Platz "gefesselt" ist. Ich denke, ihm fehlt dann das Gefühl, der Situation entkommen zu können bzw. sich im Zweifel in Sicherheit bringen zu können, und dadurch reagiert er schneller über. Aber gerade, weil die Situationen, in denen Rico sich bewegen darf, jetzt schon so gut klappen, denke ich, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die statischen Situationen stärker zu üben. Und der Hundeplatz war schon so groß, dass wir in gutem Abstand sitzen konnten (ich denke, es waren so 20 Meter zwischen dem arbeitenden Hund und uns).
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