Meine Fragen zur Hundehaltung

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    • CC Enzo schrieb:

      Bei uns ist ein Rüde kastriert worden, weil die Frau des Hauses die Flecken nicht mehr wollte. :shocked:

      ...wenn ich sowas lese, frage ich mich, warum es kein Stoffhund geworden ist. Die sammeln nur (Staub) - aber sie nässen nicht rum. :rolleyes:

      Ich glaube, dass auch bei Hündinnen das Dann-nicht-mehr-alle-paar-Monate-Kleckern ein ganz wesentlicher Kastrationsgrund bei vielen ist. Die Sprachregelung ist allerdings "Krebsprophylaxe".

      <3 liche Grüße von Carola mit Lani :pfote:

      „If you choose to live with a dog please take the time to learn about dog behavior and their individuality and who they are and what they want and need ...“ (Marc Bekoff)
    • Hmm, also ich hatte hier noch nie irgendwelche Flecken... ob Rico kaputt ist?? ?(


      DogGirl schrieb:

      Ich glaube, dass auch bei Hündinnen das Dann-nicht-mehr-alle-paar-Monate-Kleckern ein ganz wesentlicher Kastrationsgrund bei vielen ist. Die Sprachregelung ist allerdings "Krebsprophylaxe".
      Das mag bei einigen - mehr oder weniger vielen - so sein, aber ich denke nicht, dass man jedem, der angibt, als Krebsprophylaxe kastriert zu haben, das unterstellen kann. Noch mal, ich kenne echt viele Hündinnen, die im mittleren bis etwas höheren Alter Gesäugetumoren bekommen haben. Die OPs, die diese Hündinnen vor bzw. hinter sich haben, sind teilweise schon echt happig. Zum Beispiel war für eine Hündin, die ich vom Hundesport kenne, nach der OP für über ein Jahr das Longieren und für immer das Agility gestorben. Und wenn ein Hund so lange noch nicht einmal mehr longieren darf, dann mag ich mir nicht vorstellen, wie eingeschränkt dieser Hund über viele Monate hinweg war. Aus solchen Gründne entscheiden sich manche dann dafür, die Tumore gar nicht zu operieren - das erlebe ich jetzt gerade bei einer Hündin, die noch keine zehn Jahre alt und ansonsten noch sehr fit ist. Es mag ihrer Lebensqualität zuträglich sein, auf die OP zu verzichten, aber wie wird sich das auf ihre Lebensdauer auswirken? Solche Situationen tun mir, für Hund und Besitzer, schon leid und ich kann verstehen, dass die Vermeidung von so etwas ein Kastrationsgrund sein kann. Auch wenn ich inzwischen nicht mehr dafür bin, jede Hündin per se aus diesem Grund zu kastrieren.

      Liebe Grüße
      Amica
      Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
      Until we find a vaccination there's no substitute for love.
      So love yourself and love your family, love your neighbor and your friend.
      Ain't it time we loved the stranger, they're just a friend you ain't met yet.

      Jon Bon Jovi
    • DogGirl schrieb:

      ...wenn ich sowas lese, frage ich mich, warum es kein Stoffhund geworden ist. Die sammeln nur (Staub) - aber sie nässen nicht rum.
      Das war ein bisschen schwierig. Die Familie hatte ihren Hund verloren und Papa hatte für sich und die Kinder wieder einen geholt. Nur keiner hatte sich gefragt, ob Mama schon soweit ist. Daher hatte sie lange echt mit sich zu kämpfen, bis sie den Hund überhaupt akzeptieren konnte... Aber es geht dem Hund ansonsten echt gut. Papa und die Kinder kümmern sich super um ihn und Mama kann auch schon mal mit ihm gehen.


      DogGirl schrieb:

      Ich glaube, dass auch bei Hündinnen das Dann-nicht-mehr-alle-paar-Monate-Kleckern ein ganz wesentlicher Kastrationsgrund bei vielen ist.
      Deshalb wollte ich nie richtig eine Hündin. Alle paar Monate mal - jetzt hab ich es durchgehend :rolleyes:


      Amica schrieb:

      Hmm, also ich hatte hier noch nie irgendwelche Flecken... ob Rico kaputt ist??
      Nee, Enzo ist der erste Rüde von vielen, der sooo krass ist. Bei den vorherigen gabs mal 1-2 Tage getropfe, wenn Nachbars Hündin in den Stehtagen war. Das ist nie weiter aufgefallen. Aber Enzo ist "dauerg**l* - laut TA aber keine Entzündung oder was in die Richtung "ein ganz besonders potenter Kerl". Sie ist auch sehr glücklich damit, dass ich eine Kastra generell nicht in Betracht ziehe...
    • Ach so, na dann... :) Rico ist ja mein erster Rüde, daher fehlen mir da noch die Erfahrungswerte. Er hat zum Beispiel auch noch nie irgendetwas gerammelt. Und trotzdem stellen sich Leute hin und erklären mir, ich hätte ihn bloß kastrieren lassen sollen. :thumbdown: Klar, man merkt ja auch jeden Tag, wie sehr er unter seiner Männlichkeit leidet... :P
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      Jon Bon Jovi
    • Ich finde eine Hundeschule beim ersten Hund sehr sinnvoll. Bei meiner ersten Hündin habe ich anfangs versucht, nach einem Buch zu trainieren. Da waren schöne Schritt-für-Schritt-Anleitungen drin, wodurch alles eigentlich ganz einfach wirkte. ;) Dann machte meine Hündin bei einem Schritt etwas anderes als das, was in dem Buch stand - und zack! stand ich total auf dem Schlauch. ?( :D In einer Hundeschule bekommst du die Dinge mündlich erklärt und ggf. am lebenden Objekt gezeigt, du kannst Fragen stellen und jemand schaut dir zu und macht dich auf deine eigenen Fehler aufmerksam. Für einen Anfänger finde ich das viel hilfreicher.
      Ich selbst trainiere inzwischen wieder mehr nach Büchern, denn mittlerweile habe ich das Wissen, die Erfahrung und die Kreativität, um damit umzugehen, wenn mein Hund sich mal nicht lehrbuchmäßig verhält. Trotzdem war/bin ich auch mit Rico wieder in der Hundeschule. Zum einen, weil ich eine gut geführte Welpengruppe super wertvoll finde und zum anderen, weil mir das Training in der HuSchu, zusammen mit anderen Hundehaltern, einfach Spaß macht. Und wenn man mit dem Hund ein spezielles Problem hat - bei Rico jetzt z. B. reaktives bzw. aggressives Verhalten gegenüber manchen anderen Hunden - dann ist ein guter Hundetrainer ohnehin besser als jedes Buch.

      Liebe Grüße
      Amica
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      Jon Bon Jovi
    • Das Allerwichtigste ist, dass nicht mit Gewalt oder Zwang gearbeitet wird! Also keine Stachelhalsbänder, keine Elektroschocker, aber auch keine Klapse, kein körperliches Bedrängen, allgemein keine Strafen, wenn der Hund etwas falsch macht. Stattdessen Training über Belohnungen, wenn der Hund etwas richtig macht.

      Dann finde ich persönlich wichtig, dass auf jedes einzelne Mensch-Hund-Team eingegangen wird. Manche Trainer haben ihre "Schema-F-Methode", nach der dann bitteschön alle arbeiten sollen. Jeder Hund ist aber unterschiedlich und nur weil Hund A nach Methode X supergut "Sitz" gelernt hat, muss das bei Hund B noch lange nicht funkionieren. Ein guter Trainer ist also flexibel und wählt die Trainingsmethode danach aus, was bei dem jeweiligen Hund wahrscheinlich gut funktionieren wird. Und wenn es nicht funktioniert, hat er einen Plan B. Und wenn der nicht funktioniert, hat er einen Plan C...
      Entscheidend hierbei ist auch, dass die Gruppen nicht zu groß sind. In einer guten Hundeschule betreut ein Trainer nicht mehr als fünf bis sechs Mensch-Hund-Teams auf einmal. Natürlich dürfen die Gruppen ingesamt größer sein - wenn mehr als ein Trainer da ist. Ist die Gruppe zu groß, hat der Trainer schlicht nicht genug Zeit, auf jeden individuell einzugehen.

      Bei Welpengruppen gibt es noch einiges mehr zu beachten. Hier geht es vor allem um das Thema Freispiel: Wie viel wird gespielt und wie wird das gestaltet? Ich persönlich (da sind die Meinungen aber unterschiedlich) finde es wichtig, dass nicht ausschließlich gespielt wird. Die Welpen müssen auch lernen, dass die Anwesenheit anderer Hunde nicht immer Spielen und Toben bedeutet. Ich arbeite ja selbst in einer HuSchu und gerade haben wir einen Welpen, der mit seiner Besitzerin vorher in einer Welpengruppe war, in der eine Stunde lang nur gespielt wurde. Dieser Hund ist komplett außer Kontrolle, sobald er den Hundeplatz betritt. Er versteht nicht, warum er sich auf sein Frauchen konzentrieren soll, denn sonst durfte er doch auch immer spielen, sobald er auf den Platz kam! Das Problem ist, dass man dieses Verhalten dann nicht nur auf dem Hundeplatz, sondern auch im Alltag bei jeder Hundebegegnung hat.
      In unserer Welpengruppe wird deshalb nicht nur gespielt. Wie viel Freispiel wir machen, ist sehr variabel. Mal zwanzig Minuten, mal nur fünf, mal auch gar nicht. Das hängt von der Gruppengröße, der Gruppenkonstellation und auch z. B. vom Wetter ab (bei 35 Grad sollte kein Welpe zwanzig Minuten lang in der Sonne toben). Den Rest der Zeit machen wir Umweltgewöhnung bzw. Bindungsarbeit, erste Erziehungsübungen, Ruhetraining und/oder Klärung theoretischer Fragen, wenn die Welpenbesitzer solche haben.
      Wichtig ist beim Freispiel auch, dass nicht einfach alle Welpen zusammen abgeleint werden. Die Welpen müssen im Alter, der Körpergröße und dem Charakter zueinander passen, damit ein harmonisches Spiel entsteht. Zwar sollten sie schon auch mit Welpen anderer Rassen spielen, damit sie diese auch kennenlernen, aber es sollte z. B. nicht ein total schüchterner Chihuahua-Welpe mit einem draufgängerischen Labbiwelpen spielen. Außerdem sollten nicht zu viele Hunde auf einmal freilaufen, da viele Welpen in einer großen Gruppe überfordert sind. Wir teilen zum Freispiel die Gruppe oft noch mal auf, sodass immer nur zwei bis maximal vier Welpen zusammen frei laufen.
      Der Trainer sollte das Freispiel gut im Blick haben und einschätzen können, ob es sich noch um entspanntes Spiel oder schon um eher rüpeliges Raufen handelt. Zeigt ein Welpe Anzeichen von Unsicherheit, Stress oder Angst, sollte der Trainer dies sofort erkennen und einschätzen können, ob das Spiel unter- oder abgebrochen werden muss.

      So... das ist alles, was mir gerade spontan einfällt. Ich habe bestimmt etwas vergessen; vielleicht ergänzt ja noch der eine oder die andere etwas. ;)

      Liebe Grüße
      Amica
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      Jon Bon Jovi
    • Ich kann das was @Amica zum Thema Hundeschule geschrieben hat so unterschreiben. Ich war mit allen drei Hunden in der Hundeschule, Hermann war allerdings bereits erwachsen als er bei mir eingezogen ist.

      Ich finde eine gute Hundeschule sinnvoll für Ersthundhalter. Sitz/Platz/Fuß kann man einem Hund auch aufgrund von Videos beibringen aber in einer Hundeschule lernt man viel über die Körpersprache von Hunden allgemein und auch die vom eigenen Hund.

      Wir hatten in Moglis und Balous Welpengruppen ein- oder zweimal Freispiel, in dem wir als Hundehalter die Hunde beobachten sollten ob noch gespielt oder schon gemobbt wird, die Trainerin hat auch zeitnah eingegriffen. Am Anfang sind wir immer mit dem angeleinten Hund über den Hundeplatz gegangen (möglichst leinenführig) damit der Hund in den "Arbeitsmodus" kommt.

      Es gab einen separat eingezäunten Teil damit die spielenden Hunde nach Größe und/oder Temperament getrennt werden konnten.

      Ich würde mit einem Welpen wieder in die Hundeschule gehen weil meine Balou und Mogli dort viel Spaß hatten, Welpen bzw. Hunde generell meiner Meinung nach lernen müssen dass man nicht immer sofort mit anderen Hunden spielen kann und ich auch immer gern dort war.

      In einer guten Hundeschule gibt es kein „Da muss er/sie durch“,„Das regeln die unter sich.“ oder „Der/die ist aber dominant, da musst du dich durchsetzen“. Es wird auf Gewalt und Schreckreize verzichtet.
      Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina

      Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
      Suzanne Clothier
    • Ich finde vor allem des Aspekt mit dem Freilauf der Welpen, den @Amica erwähnt hat sehr wichtig und möchte das nochmal betonen!

      Es ist KEINE gute Hundeschule, wenn einfach alle Welpen gleichzeitig auf einem Platz freigelassen werden und "Feuer frei" sozusagen. Extrem wichtig, dass kein Mobbing stattfindet und dass die Hunde gut zueinanderpassen.

      Und was ich mir auch viel öfter wünschen würde, dass Welpen mit souveränen erwachsenen Hunden zusammenkommen, das finde ich fast noch wichtiger, als Welpenspielen.

      Vom erwachsenen Hund lernen die Welpen unendlich viel hündisch, werden gemaßregelt wenn es sein muss, auf eine Weise, die sie verstehen können. Das fordert die soziale Entwicklung ungemein.

      Wie lernt ein Mensch sprechen? Indem Leute mit ihm sprechen die es schon können. Würde man nur Babies zueinander lassen, die würden niemals sprechen lernen. Ganz so krass ist es bei Hunden natürlich nicht, aber da ist schon was dran...
      Viele Grüße von Heike und den Mädels
    • Hier noch eine Stimme gegen den CKCS oder auch KCS. Wir haben sie damals jahrelang gezüchtet und eigentlich ist mir auch kaum ein Hund bekannt mit den diversen Krankheiten, ABER ich war auch noch sehr klein und denke meine Oma hat nicht alles erzählt. Meine CKCS Hündin wurde stolze 15,5 Jahre und hatte nie irgendwelche Krankheiten, aber sie ist eher ein Einzelfall. Diese Spaniel sind leider überzüchtet und somit krank, Herzfehler; SM; CM; MVD oder auch EFS kommen immer wieder vor. Die Züchter sind seit Jahren dran, dies Hunde iwder gesund zu bekommen, allerdings wird es noch sehr sehr lange dauern, wenn überhaupt.

      Nach wie vor sind sie optisch absolut hübsche Hunde, aber alles andere...naja... entweder man hat Glück oder Pech... daher lieber gleich Abstand nehmen.

      Hast du dich mal weiter in der FCI Gruppe 9 umgesehen?

      Zur Kastration: Auch hier eine Stimme, die nur aus medizinischem Grund kastrieren lässt. Baxter ist leider so ein Fall und wirde demnächst kastriert, ich tue mich immer noch schwer, aber es muss sein. Gott sei Dank ist er ein gestandener Rüde und aus all der Entwicklung raus.
      Liebe Grüße Franci & Baxter
    • Easy schrieb:

      Und was ich mir auch viel öfter wünschen würde, dass Welpen mit souveränen erwachsenen Hunden zusammenkommen, das finde ich fast noch wichtiger, als Welpenspielen.
      Vom erwachsenen Hund lernen die Welpen unendlich viel hündisch, werden gemaßregelt wenn es sein muss, auf eine Weise, die sie verstehen können. Das fordert die soziale Entwicklung ungemein.
      Der Meinung bin ich auch.
      Da wir in einer recht kleinen HS sind kommen die Welpen mit in die normale Gruppe (wir sind zwischen 5-9 Teams mit 2 Trainerinnen).


      Amica schrieb:

      aber auch keine Klapse, kein körperliches Bedrängen, allgemein keine Strafen, wenn der Hund etwas falsch macht. Stattdessen Training über Belohnungen, wenn der Hund etwas richtig macht.

      Dann finde ich persönlich wichtig, dass auf jedes einzelne Mensch-Hund-Team eingegangen wird.
      ...und da bin ich nicht so ganz dabei, weil Hunde einfach zu unterschiedlich sind. Für mich Widerspricht sich "nichts körperliches" und "auf die Teams eingehen" - weil bei uns beides zueinander gehört.

      Enzo gehört zu den Abrissbirnen. Er musste lernen, dass man Menschen nicht von hinten einfach in die Beine brettern kann (sonst fallen die um), dass nicht alle Menschen so standfest sind wie er sich gerne ranschmeißen würde, etc... Er ist einfach ein körperlicher Hund - dann kann man auch körperlich arbeiten. Was Enzo als normales Klopfen zum Loben bekommt würde das Rico aus dem Gleichgewicht bringen :D Mal ganz davon ab, ob Rico das überhaupt als angenehm empfindet...

      Natürlich muss alles kleinschrittig und nur positiv gelernt werden! Aber irgendwann kommt der Punkt, wo man überspitzt für ein "Sitz" keine Party mehr veranstaltet.

      ...und es kann die Zeit kommen, da testet der Hund seine Grenzen aus und zeigt dir die Mittelkralle inkl. Provokation gegen andere Hunde. Das ist eine Phase - vorausgesetzt ich habe vorher das meiste ganz gut trainiert - da gibts von mir auch mal ne Klatsche. Wie Hunde das untereinander auch machen würden. Die Itensität ist das A und O. Nur so viel, dass der Hund versteht "das ist Ernst gemeint".
      Würde/hätte ich da allein mit positiver Bestätigung gearbeitet - dann hätte Enzo im Hessenpark mal ordentlich aufgeräumt :D

      Dazu gibt es Verhalten das ich einfach nicht dulde. Da gibt es direkt eine klare Ansage und dann ist das Thema durch.


      CrazyDogs123 schrieb:

      In einer guten Hundeschule gibt es kein „Da muss er/sie durch“,„Das regeln die unter sich.“ oder „Der/die ist aber dominant, da musst du dich durchsetzen“. Es wird auf Gewalt und Schreckreize verzichtet.
      Oh doch!

      Enzo muss "da durch" wenn eine Hündin läufig ist. Der andere Rüde "muss da durch" wenn ich mit Enzo auf einen Meter an ihm vorbei gehe. Der Dobermann "muss da durch" und wird von fremden Menschen angesprochen (durch das Training hat er übrigens seine Einstufung aberkannt bekommen und den Wesenstest bestanden). Der Welpe "muss da durch" und darf im Training nicht mit den anderen Hunden spielen. Die Angsthündin "muss da durch" und in der Gruppe mit mehr Abstand mitarbeiten. Nein, sie muss nicht wie die anderen Hunde durch die Gruppe zum Frauchen laufen. Sie wird von der Trainerin (der sie wirklich gut vertraut) begleitet. Ja, alle anderen Hunde laufen ohne Leine oder müssen ihre Leine am Boden ziehen, sie bekommt ihre Leine gehalten. :P ;)

      Es ist ein großer Unterschied, ob ich sage "er muss da durch" und überfodere meinen Hund maßlos, oder ob ich sage "er muss da durch" obwohl er lieber ganz anderes machen würde - es aber für seine Entwicklung wichtig ist.

      Menschen wachsen an Ihren Herausforderungen - Hunde auch. Es kommt immer drauf an, wie man Druck zulässt und wie weit man geht.

      Enzo muss nah an die Kuh- und Pferdeweiden. Jedesmal ein bisschen mehr, jedesmal gelockt und bestätigt wenn er es "ausgehalten" hat. Er muss die Tiere nicht anschauen, er darf Meideverhalten zeigen. Er darf sich an mich lehnen, aber er MUSS da hin. Ich kann ja nicht jedesmal einen Spießroutenlauf machen, weil da plötzlich Tiere auf der Weide stehen :D
    • CC Enzo schrieb:

      Enzo muss "da durch" wenn eine Hündin läufig ist. Der andere Rüde "muss da durch" wenn ich mit Enzo auf einen Meter an ihm vorbei gehe. Der Dobermann "muss da durch" und wird von fremden Menschen angesprochen (durch das Training hat er übrigens seine Einstufung aberkannt bekommen und den Wesenstest bestanden). Der Welpe "muss da durch" und darf im Training nicht mit den anderen Hunden spielen. Die Angsthündin "muss da durch" und in der Gruppe mit mehr Abstand mitarbeiten. Nein, sie muss nicht wie die anderen Hunde durch die Gruppe zum Frauchen laufen. Sie wird von der Trainerin (der sie wirklich gut vertraut) begleitet. Ja, alle anderen Hunde laufen ohne Leine oder müssen ihre Leine am Boden ziehen, sie bekommt ihre Leine gehalten.

      Es ist ein großer Unterschied, ob ich sage "er muss da durch" und überfodere meinen Hund maßlos, oder ob ich sage "er muss da durch" obwohl er lieber ganz anderes machen würde - es aber für seine Entwicklung wichtig ist.

      Menschen wachsen an Ihren Herausforderungen - Hunde auch. Es kommt immer drauf an, wie man Druck zulässt und wie weit man geht.

      Enzo muss nah an die Kuh- und Pferdeweiden. Jedesmal ein bisschen mehr, jedesmal gelockt und bestätigt wenn er es "ausgehalten" hat. Er muss die Tiere nicht anschauen, er darf Meideverhalten zeigen. Er darf sich an mich lehnen, aber er MUSS da hin. Ich kann ja nicht jedesmal einen Spießroutenlauf machen, weil da plötzlich Tiere auf der Weide stehen
      Mit "Da muss er/sie durch'" meinte ich grobes Spiel in der Welpengruppe in der erkennbar ist, dass es für einen Welpen kein Spiel mehr ist. Oder zwei Hunde jagen einen Hund der schon gar nicht mehr weiß wie weit er seine Rute noch einziehen soll. Da warte ich nicht bis mein Hund die Zähne einsetzt.

      Man kann Hunde nicht immer in Watte packen aber kein Welpe muss "da durch" wenn er gehetzt wird oder sichtbar Stress hat. Dann greift ich ein.

      Bei allen deinen Beispielen bin ich deiner Meinung, wenn man Hunden nichts zutraut können sie nicht zeigen was sie leisten können und nicht an Herausforderungen wachsen. Aber ich lasse meine Hunde weder hetzten noch mobben. (Sie selber dürfen das natürlich auch nicht. ;) )

      Meine Hunde "müssen da durch" wenn ein Pferd einen Meter an ihnen vorbeiläuft weil wir nicht weiter ausweichen können, wir sind gestern an einer freilaufenden jungen Kuh/Rind (?) vorbeigegangen weil ich nicht zwei Kilometer zurücklaufen wollte und da "mussten sie durch", wir sind schon neben einer Straße zum Auto zurückgegangen und da "mussten sie durch", meine Hunde "müssen da durch", dass sie wegen ihrem Jagdtrieb manchmal an der Leine sind und sie "müssen da durch", dass sie nicht ohne Absprache zu Fremdhunden laufen dürfen.

      Meine Hunde müssen also öfters mal "da durch" aber als ein Hund Balou gehetzt hat und auf mehrmalige Ansagen von ihm nicht reagiert hat habe ich eingegriffen.
      Liebe Grüße von meiner "Männer-WG" und Selina

      Die Reise des Lebens in der Gesellschaft von Hunden ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.
      Suzanne Clothier
    • Ich bin derselben Meinung. Mobbing unter Hunden dulde ich nicht. Weder wenn meine Hunde gemobbt werden (passiert nur dann, wenn ich nur einen meiner Hunde dabei habe), noch wenn meine Mädels andere Hunde mobben, das passiert sehr sehr häufig wenn ich beide dabei habe, bzw würde passieren wenn ich es zulassen würde.
      Dann können die lieben süßen Mädels echte Arschkrampen sein. Dann lassen sie "das Rudel raushängen", versteht ihr wie ich meine? Jede alleine ist entweder unsicher und hysterisch (Pepper) oder nett und sozial (Easy) bei fremden Hunden. Zusammen sind sie die Pest. Und da greife ich grundsätzlich ein, bzw. lasse es zu so einer Situation gar nicht mehr kommen, zum Beispiel dürfen meine Mädels nicht gleichzeitig frei sein, bei bestimmten Hundebegegnungen. Entweder die eine, oder die andere, sonst geht es nicht. Oder halt gar keine.

      Ich bin Befürworter und Fan von positiver Bestärkung bei jeglichem Training. Aber, ich werde schon auch mal physisch. Und zwar insofern, dass ich zum Beispiel das Kommando "hinter mich" auch mal mit einem rausgestellten Bein verstärke und damit den Weg abschneide, falls die Nase zu neugierig wird, sowas halt. Als Belohnung gibt´s dann das Leckerli, aber vorher die physische Blockade.
      Oder wenn Easy so in ihrem Tunnel ist beim Beschnüffeln eines Grashalms und mich nicht mehr hört, dann pikse ich sie auch mal in den Po. Und sobald sie dann reagiert gibt´s die Belohnung.
      Viele Grüße von Heike und den Mädels
    • CC Enzo schrieb:

      ...und da bin ich nicht so ganz dabei, weil Hunde einfach zu unterschiedlich sind. Für mich Widerspricht sich "nichts körperliches" und "auf die Teams eingehen" - weil bei uns beides zueinander gehört.
      Hmm, ich glaube, ich habe mich vielleicht missverständlich ausgedrückt oder wir schreiben (teilweise) aneinander vorbei. Ich versuche noch mal zu konkretisieren, was ich meine:
      Zum einen: Das mit dem "körperbetonten Lob" (also Klopfen, tüchtiges Knuddeln o. Ä.) gehört für mich nicht zu "körperlichem Training". Das ist einfach eine Form der Belohnung, die manche Hunde gut finden, manche nicht. Wenn ich schreibe, in einer guten Hundeschule wird mit Belohnung gearbeitet, dann meine ich damit nicht nur Leckerlies, sondern auch ein solches Geknuddel/Gerangel oder was auch immer kann eine Belohnung sein, wenn der Hund sie als solche empfindet. Und ein guter Trainer sollte meiner Meinung nach seine Kunden ermutigen, so etwas ggf. als Belohnung einzusetzen, wenn es denn angenehm für den Hund ist.
      Zum anderen: Eigentlich hast du das, was ich meinte, schon selbst auf den Punkt gebracht:

      CC Enzo schrieb:

      Natürlich muss alles kleinschrittig und nur positiv gelernt werden! Aber irgendwann kommt der Punkt, wo man überspitzt für ein "Sitz" keine Party mehr veranstaltet.
      DAS meinte ich. Ein Hund sollte nicht "Sitz" lernen, indem er "Sitz" hört und ihm dann der Hintern auf den Boden gedrückt wird. Er sollte nicht "Fuß" hören und danach einen Leinenruck bekommen, weil er nicht schnell genug ins "Fuß" gesprungen ist. Er sollte nicht abgerufen werden und eine Ladung kaltes Wasser ins Gesicht bekommen, wenn er nicht augenblicklich losrennt. Insbesondere sollte all das dann nicht passieren, wenn diese Signale noch gar nicht gut genug trainiert worden sind, dass der Hund sie im Schlaf beherrschen kann.
      Ich gebe dir recht, dass man nicht bei allen Hunden im absoluten Weichspülmodus ans Ziel kommt. Auch zu Rico sage ich jetzt schon mal in etwas strengerem Ton: "Freundchen...", wenn ich "Sitz" sage und er das stumpf ignoriert. (Körperlich werde ich bei ihm nie, weil ich weiß, dass er das sehr schlimm fände. Wäre er ein körperlich robusterer Hund, bekäme er vielleicht zur Erinnerung auch mal einen sehr sorgfältig dosierten Druck aufs Hinterteil.) Aber so etwas macht man meiner Meinung nach NUR dann, wenn man ganz sicher ist, dass der Hund das Signal 1A beherrscht und es auch in der gegebenen Situation hätte ausführen können; wenn ich also weiß, der Hund hat gerade einfach nur keine Lust oder testet, wie weit er gehen kann. Aber auch dann sollte man, finde ich, immer so lange wie es geht die gewaltfreien Methoden ausnutzen. Ich kann ein "Sitz" auch durchsetzen, indem ich den kurz angeleinten Hund einfach so lange dicht bei mir behalte, bis er das "Sitz" endlich ausgeführt hat; erst dann darf er laufen. Körperliche Korrekturen bzw. Schreckreize sollten das allerletzte Mittel und immer sehr sorgfältig dosiert sein.
      Viel häufiger als sturen Ungehorsam hat man aber ja den Fall, dass man den Hund unbewusst überfordert und er entweder das Signal noch gar nicht gut genug beherrscht oder die Ablenkung durch die Situation zu groß ist. Wenn man in eine HuSchu zu einer Schnupperstunde geht und sieht, dass die Hunde am laufenden Band korrigiert und gemaßregelt werden, dann spricht das für eine in meinen Augen falsche Trainingsphilosophie. Wenn man dagegen sieht, dass Signale durch positive Verstärkung aufgebaut werden und dann zwischendurch einmal ausnahmsweise ein renitenterer Hund in vernünftiger, wohl dosierter Weise gemaßregelt wird, ist das etwas anderes. Und ich glaube, den Unterschied kann man durchaus erkennen. ;)

      CC Enzo schrieb:

      Es ist ein großer Unterschied, ob ich sage "er muss da durch" und überfodere meinen Hund maßlos, oder ob ich sage "er muss da durch" obwohl er lieber ganz anderes machen würde - es aber für seine Entwicklung wichtig ist.
      Ich bin zwar nicht Selina, aber ich habe ihren Beitrag so verstanden, dass sie mit "da muss er durch" vor allem Ersteres meint. Vor allem im Freispiel bei Welpen gibt es ja Trainer, die Mobbing der Hunde untereinander laufen lassen und behaupten, der schwächere Welpe müsse da durch, weil es für seine Entwicklung wichtig sei und er lernen müsse, sich zu behaupten. Dabei ist ein Welpe in so einer Situation ganz schnell maßlos überfordert (erst recht, wenn er von mehreren anderen gemobbt wird) und kann nicht alleine damit fertigwerden. So eine Situation hatte ich vor Augen, als ich Selinas Beitrag las, und ich finde, in diesem Kontext hat sie absolut recht mit ihrer Aussage. Dass ein Hund mal durch Trainingssituationen durch muss, die seine Konzentration und Geduld strapazieren, das sehe ich auch so. Wobei man auch hier sehr gut im Blick haben muss, was der Hund noch leisten kann. Ggf. ist es ja schon besser, das Training nach einer relativ gut gemeisterten Übung vorzeitig abzubrechen, als es auf Biegen und Brechen bis zum bitteren Ende durchzuziehen.

      Je mehr ich hier so schreibe, desto mehr wird mir die Quintessenz meines eigenen Romans hier bewusst: Der Trainer braucht ein enormes Feingefühl für Hunde. Er muss einschätzen können, was und wie viel er welchem Hund zumuten kann und das Training danach ausrichten. Und das Training muss fair sein, d. h. der Hund darf nicht für "Ungehorsam" bestraft werden, wenn er noch gar nicht gelernt hat, wie er sich richtig verhalten soll.

      Liebe Grüße
      Amica
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      Jon Bon Jovi
    • CrazyDogs123 schrieb:

      Mit "Da muss er/sie durch'" meinte ich grobes Spiel in der Welpengruppe in der erkennbar ist, dass es für einen Welpen kein Spiel mehr ist.
      Sry, ich hatte das allgemein aufgefasst... :saint:
      Bei Welpen und Junghunden ist das auch ganz was anderes, da hast du Recht. Da heißt es einfach immer tief durchatmen, Geduld und langsam heranführen. Zu anderen Hunden durfte Enzo ja (obwohl schon 6 Monate wirklich gut geprägt) nur wenn ich die wirklich gut fand. Die hatte ich auch vorher schon ausgesucht - wohl auch nicht ganz falsch ;)

      Richtig pöpeln oder andere Hunde verschrecken darf Enzo natürlich auch nicht.
      Allerdings neigt er ja gerne mal dazu an der Leine bzw. nah bei mir den Dicken zu machen und im Freilauf ist er ein Teacup-Chi. Da lasse ich schon gerne mal auflaufen. Aber weil er das kann, weil es seinem Selbstvertrauen in keinster Weise schadet und er so ganz schnell Respekt vor kleinen Hunden gelernt hat.
      Ok, jetzt lässt er sich abwechselend von einen JRT oder Westie die Richtung vorgeben :D Aber wenn es zu viel wird bin ich dann doch für ihn da :thumbup:

      @Luryka Allgemein finde ich eine gute HS gerade für dich sehr hilfreich. Ein guter Trainer sieht nicht nur den Hund, sondern auch den Menschen. Gerade wenn du mal mit deiner Stimmung kämpfen muss ist ein guter Trainer da und zeigt dir den passenden Weg. er kann deinen Hund kurz nehmen, bis du dich wieder gesammelt hast. Er sieht, wann du zögerst und motiviert dich.
      In einer guten HS lernt das Team - immer voneinander :love: