Rico-kompatible, Schulhund-taugliche Rasse gesucht :)

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    • Murmel schrieb:

      Der klassische Hund für so etwas ist der Golden Retriever, mit seiner Natur kommt auch jeder Hund klar. Ich würde auch mit der Größe nicht zu klein gehen.
      Diese Aussage finde ich persönlich viel zu pauschal. Goldies laufen hier eine ganze Menge durch die Gegend und das sind definitiv nicht gerade Ricos Favourites. Die Goldies, die ich zuletzt durch die Hundeschule näher kennengelernt habe, waren auch nicht gerade unproblematisch. Der eine war vom Welpenalter mehr als selbstbewusst und reagierte im Freispiel null darauf, wenn der andere Hund signalisierte, dass es ihm zu viel wird. Selbst wenn der schwächere Welpe anfing, herumzukeifen, setzte sich der Goldie einfach auf ihn drauf. Das ist genau das, was ich für Rico überhaupt nicht gebrauchen kann. Ich brauche einen Zweithund, der sensibel auf Ricos Signale reagiert. (Mir ist schon klar, dass Welpen das erst lernen müssen, aber es gibt ja schon rassebedingte bzw. individuelle Tendenzen hin zu eher sensibel oder total ignorant.)
      Der andere Goldie wurde im Alter von ca. zwei Jahren von seiner Familie weggegeben, weil er zweimal aus heiterem Himmel ein Kind gebissen hat - als Schulhund somit wohl mehr als ungeeignet. Von einer solchen "Wesensschwäche" habe ich beim Goldie übrigens schon öfter gehört. Natürlich ist das Risiko, ein solches Exemplar zu bekommen, sehr gering, aber es kommt eben vor und spricht für mich persönlich nicht gerade für die Rasse.

      Was die Größe betrifft, hast du natürlich Recht, dass der Hund nicht zu klein sein sollte. Ein Mini, wie z. B. einen Chihuahua oder einen Papillon (eine Rasse, mit der ich persönlich immer wieder mal liebäugle) wäre wohl doch etwas klein und "zerbrechlich". Aber ich wüsste nicht, was gegen einen zehn-Kilo-Hund sprechen würde. Die Kids, die ich unterrichte, sind immer zehn Jahre aufwärts, da sollten sie nicht mehr allzu grobmotorisch und in der Lage sein, entsprechend vorsichtig mit einem nicht ganz so großen Hund umzugehen.

      Murmel schrieb:

      Ich bin auch der Meinung, dass zwar Rassehunde Veranlagungen haben, aber die Ausprägung immer noch individuell unterschiedlich sein kann. GsD! Denn ich will doch keine Roboter! Ich suche meinen Hund nicht aus, wie ich mein Auto aussuche.
      Ich weiß gerade nicht recht, wie ich das verstehen soll - wirke ich, als wollte ich einen Roboterhund oder als würde ich meinen Hund "wie ein Auto" aussuchen? Was genau meinst du denn mit "wie ein Auto"? Ja, ich habe für meinen zukünftigen Zweithund eine ganz bestimmte Aufgabe im Hinterkopf und versuche zu eruieren, wie ich wohl einen Hund finden könnte, der zu dieser Aufgabemöglichst gut passt. Ich wüsste nicht, inwiefern das verwerflich sein sollte. Besser, als einen Hund, bei dem eigentlich schon im Voraus hätte klar sein können, dass er für seinen späteren Job nicht geeignet ist, mit aller Macht dort hineinpressen zu wollen. Außerdem habe ich jetzt schon mehrfach geschrieben, dass meine Welt nicht untergeht, wenn sich der sorgfältig ausgewählte Hund später dann doch nicht eignen sollte.

      Murmel schrieb:

      Ich kann mit jedem Hund arbeiten, jeden Hund (zugegeben, bis zu einem ihm komfortablen Grad) ausbilden, und hat er ein freundliches Wesen, kann ich ihn zum Schul- oder Altersheimhund fördern.
      Prinzipiell hast du natürlich Recht, aber auch diese Aussage finde ich wieder zu pauschal. Ich möchte doch nicht nur, dass mein Hund in seinem Job "irgendwie funktioniert", sondern, dass er sich damit auch wohlfühlt. "Irgendwie funktionieren" würde auch mein Rico als Schulhund. Er hat ein freundliches Wesen; im Traum würde es ihm nicht einfallen, aggressiv zu Menschen zu sein. Trotzdem merke ich ihm an, dass er gestresst ist, wenn fremde Menschen ihn z. B. anfassen möchten. Zwar legt er das schnell ab und lässt sich gerne von Fremden Betüddeln, sobald er gemerkt hat, dass sie ihm freundlich gesinnt sind. Aber dennoch ist bei jedem fremden Menschen erst einmal wieder dieser Moment der Unsicherheit, die er nervös fiddelnd zu überspielen versucht. Dieser Wesenszug liegt in Ricos Genetik; er prägte sich erst mit zunehmendem Alter aus, obwohl Rico nie schlechte Erfahrungen mit fremden Menschen gemacht hat. Folglich wird sich diese Eigenschaft auch nicht mehr grundlegend ändern. So einen Hund bringe ich doch nicht tagtäglich in die Situation, sich mit immer wieder neuen fremden Menschen auseinandersetzen zu müsse; freundliches Wesen hin oder her... :huh:
      Ich gebe dir Recht, dass man sicherlich bei so ziemlich jeder Rasse Individuen finden kann, die sich zum Schulhund eignen. Aber ein bisschen mehr als nur ein freundliches Wesen braucht der Hund meines Erachtens schon.

      Liebe Grüße
      Amica
    • Amica schrieb:

      Diese Aussage finde ich persönlich viel zu pauschal. Goldies laufen hier eine ganze Menge durch die Gegend und das sind definitiv nicht gerade Ricos Favourites.
      Hm, vielleicht sind amerikanische Goldies da anders aufgestellt, das kann schon sein. Die, die ich kenne, sind familien- und hundefreundlich. Einfach so gutmütig, dass so mancher vergisst, dass es eigentlich Jagdhunde sind.


      Amica schrieb:

      Murmel schrieb:

      Ich bin auch der Meinung, dass zwar Rassehunde Veranlagungen haben, aber die Ausprägung immer noch individuell unterschiedlich sein kann. GsD! Denn ich will doch keine Roboter! Ich suche meinen Hund nicht aus, wie ich mein Auto aussuche.
      Ich weiß gerade nicht recht, wie ich das verstehen soll - wirke ich, als wollte ich einen Roboterhund oder als würde ich meinen Hund "wie ein Auto" aussuchen? Was genau meinst du denn mit "wie ein Auto"? Ja, ich habe für meinen zukünftigen Zweithund eine ganz bestimmte Aufgabe im Hinterkopf und versuche zu eruieren, wie ich wohl einen Hund finden könnte, der zu dieser Aufgabemöglichst gut passt. Ich wüsste nicht, inwiefern das verwerflich sein sollte. Besser, als einen Hund, bei dem eigentlich schon im Voraus hätte klar sein können, dass er für seinen späteren Job nicht geeignet ist, mit aller Macht dort hineinpressen zu wollen. Außerdem habe ich jetzt schon mehrfach geschrieben, dass meine Welt nicht untergeht, wenn sich der sorgfältig ausgewählte Hund später dann doch nicht eignen sollte.
      Nein, das war nicht auf dich persönlich gemünzt, sondern eine allgemeine Feststellung. Es wird meistens nach einer Rasse gefragt: Welche eignet sich als Schulhund, und das empfinde ich wiederum als pauschalisierend. Vielleicht habe ich schon mit zu vielen Hunden zu tun gehabt, um zu glauben, dass eine Rasse mir eine Sicherheit zu einem bestimmten Verhalten gibt. Überraschungen gibt es da immer, aber das weißt du ja. Aber eben nicht jeder.

      Da gibt's einen Film über die Blindenhundausbildung und der zeigt das Dilemma ganz deutlich und freundlich. Mal sehen, ob ich den noch finde. Und ja, der Hund muss sich in seiner Rolle wohlfühlen und das ist eben individuell.
    • CC Enzo schrieb:

      @Amica bedenke bei Golden bitte, dass hier in DE die wenigsten vom seriösen Züchter sind - wie beim Labbi. Charakterlich und in der Prägung macht das fast alles aus... ;)
      Da ist sicherlich etwas dran. Trotzdem kommt ein Golden für mich nicht infrage. Zum einen, weil ich das Gefühl habe, dass Rico, aufgrund mehrerer negativer Erfahrungen mit Labbis und Goldies, bei diesen Rassen schon von Vornherein so eine "Ach du Sch****, schon wieder so einer! :shocked: "-Einstellung hat. Aus diesem Grund würde ich es uns mit einem Labbi oder Goldie wohl schwerer machen als nötig, denn dem Rico kann ich ja nicht erklären, dass die Hunde, die ihn über den Haufen gerannt und seine Signale ignoriert haben, alle aus unseriöser Zucht waren. ;) Zum anderen sind mir die Goldies wirklich einfach zu groß. Es wäre mir schon sehr, sehr lieb, wenn ich unter 20 Kilo bleiben könnte.

      Ausnahme wäre eben wirklich ein erwachsener Tierschutzhund mit sehr sanftem Wesen. Der dürfte von mir aus auch etwas größer sein und der dürfte auch ein Goldie oder Labbi sein, wenn's denn charakterlich einfach passt.

      Liebe Grüße
      Amica
    • CC Enzo schrieb:

      @Amica bedenke bei Golden bitte, dass hier in DE die wenigsten vom seriösen Züchter sind - wie beim Labbi. Charakterlich und in der Prägung macht das fast alles aus... ;)
      Da gibt es wirklich Unterschiede zwischen den Rassen in USA und D, was logisch ist, wenn man den Genpool betrachtet. Auch ist in USA der Goldie weder ein Modehund noch ist er ein Allerweltshund a la Ups, schon wieder ein Wurf … (das sind die Pitbull Rassen und der Chihuahua). Der Status Modehund ist äußerst schädlich.
      Umgekehrt sind deutsche Cockerspaniel und Dackel zum Beispiel besser gezüchtet, einfach weil die in USA in Mode waren oder gerade sind, und dann meint jeder Idiot seine Hunde vermehren zu müssen, für ein paar Scheine. Macht mich zornig.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Murmel ()

    • CC Enzo schrieb:


      Der CC ist in den USA ja auch ganz was anderes...
      CC steht in USA übrigens nur selten auf den Listen, denn er ist zu selten, um aufzufallen. Das ist ja die Krux der "Pitbulls", dass sie so häufig sind und daher rein rechnerisch die Statistiken anführen müssen.
    • 19Kenia98 schrieb:

      Perra schrieb:

      19Kenia98 schrieb:

      Perra schrieb:

      Ich habe gerade vor 3 Wochen 2 Border kennengeernt, die jahrelang an Schafen gearbeitet wurden (richtige Arbeitslinie) und die trotzdem
      Gerade in der Arbeit mit Kindern ist es ja völlig ok, wenn der Hund anfangs eher etwas desinteressierter wirkt, anstatt gleich zu jedem hin zu rennen.
      Jemanden ohne Hütehunderfahrung würde ich dringendst von einer reinen Arbeitslinie abraten. Das geht in den meisten Fällen schief. Übrigens ist es auch nicht so, dass die Showlinien vom Border Collie nicht mehr Hüten könne. Sandra hat z.B. schon mehrfach mit Baasies gehütet und der ist wirklich der Inbegriff von Showlinie. Je nachdem welchen Zweck der Züchter verfolgt, bleibt der Hütetrieb sehr wohl erhalten, aber das Misstrauen fremden Menschen gegenüber lässt nach. Ich kenne einige reine Arbeitslinien, die sich absolut nicht von fremden Menschen anfassen lassen. Dazu kommt, dass man als nicht-Vieh-Halter maximal eine Arbeitslinie von irgendeinem Bauernhof bekommt. Die, die wirklich seriös Arbeitslinie züchten, geben ihre Welpen nur in Ausnahmefällen an Nicht-Vieh-Halter ab, aber schon gar nicht an Border Collie unerfahrene Menschen.
      Mir geht es dabei nicht um die reine Arbeitslinie und wer die halten darf sondern darum, dass man eine Rasse nicht unbedingt zum reinen Therapiehund umzüchten muss um Exemplare von ihnen in der Therapie einsetzen zu können. Das finde ich Verschwendung am Hund und traurig um den Verlust der Ursprünglichkeit der Rasse.Ich selbst würde definitiv nicht einfach jedem ohne wenn und aber absagen.
      Ich habe nun haufenweise Erfahrung mit verschiedensten Interessenten sammeln können und festgestellt, dass es immer auf den Menschen ankommt, nicht auf seine Erfahrung.
      Wenn er nicht blauäuig an die Sache ran geht, gut informiert ist und weiß, was bestimmte Eigenschaften bedeuten und er genau darauf eingehen will, dann kann auch jemand ohne Erfahrung ein perfekter Hundehalter sein.
      Meine Welpen gehen auch nicht in blauäuige Hände, aber durchaus in unerfahrene, die sich aber intensiv beschäftigen.
      Ein Perro ist aber in keinster Weise mit einem Arbeitslinien Border Collie zu vergleichen. Soweit ich weiß, gibt es nicht mal mehr eine Arbeitsprüfung für den Perro. Selbst Show Border Collies können diese noch machen (beim VDH). Egal wie viel sich jemand informiert, ein Border Collie aus Arbeitslinie hat nichts bei einer Person ohne Hütehunderfahrung zu suchen.
      Du legst mir hier gerade Worte in den Mund.
      Ich habe Perros nirgendwo mit BC aus Arbeitslinie verglichen. Es gibt für den Perro hier in D keine Arbeitsprüfung, nein, weil die Umsetzung, wie sie in Spanien gehandhabt wird, hier bisher nicht möglich ist.
      Außerdem lassen die sich nicht vergleichen, weil ein BC für eine Aufgabe gezüchtet wurde, der Perro aber eben ein Allrounder ist.
      Allerdings sind Arbeitsprüfungen auch nicht immer das Maß aller Dinge, zur Zucht gehört schon mehr. Deshalb sind die meisten Arbeitsprüfungen heute auch nur mehr Schein als Sein, außer bei den wirklich jagdlich geführten Rassen.
      Was meinst du, wie viele Labradore oder Barbets bei ihren Besitzern arbeitsprüfungsgerecht ausgelastet werden? Es gibt einfach im Hundesport eine Unzahl an Möglichkeiten und so kenne ich einen Barbet, der Agility macht, anstatt Wasserwild zu apportieren.

      Und dann habe ich doch nicht geschrieben, dass ein BC aus Arbeitslinie genommen werden soll.
      Ich habe lediglich geschrieben, dass man unter den ursprünglich und nicht verzüchteten Rassen genau solch geeignete Kandidaten finden kann. Wichtig ist wie der Welpe ist und was der Besitzer dann daraus macht.
      Du schreibst auch immer über den Unterschied Arbeits- und Showlinie (was ich generell schon traurig finde für eine Rasse). Ich schrie aber über die Showlinien, die dann speziell nochmal rein auf Therapie degradiert werden.
      Das hat in meinen Augen einfach nichts mehr mit der ursprünglichen Rasse zu tun und es geht dabei einfach etwas verloren.

      Murmel schrieb:

      Der klassische Hund für so etwas ist der Golden Retriever, mit seiner Natur kommt auch jeder Hund klar.

      Das kann ich leider nicht unterstreichen.
      Neo hasst Goldies und Labradore.
      Die die bei uns im Ort wohnen sind immer total freundlich und offen, aber einfach zu freundlich.
      Sie verstehen Neos Körpersprache einfach nicht und sind oft zu überschwenglich und wollen halt Hallo sagen. Dabei raffen sie nicht, dass Neo sie nicht freundlich anlächelt sondern dass er sagt "Komm mal runter und mach langsam. Ich kenne dich nicht und will nicht, dass du gleich wie mein allerbester Kumpel angetrabt kommst".
      Ich kannte nur einen einzigen Goldie, der Neos feine Körpersprache verstanden hat und der war schon recht alt und vom Gemüt her kein Stück distanzlos.
      Wir können alles, nur fliegen noch nicht - aber wir arbeiten daran.
      Der Leitspruch der spanischen Wasserhunde und insbesondere von Neo, Willow und Smilla mit ihrem Menschen Tina
    • @Amica

      Ich finde Dein Vorhaben super!!
      Mir fiel gerade eine pensionierte Lehrerin, aus der Nachbarschaft ein.
      Sie unterrichtete an einer Schule, für Kinder, mit Lernbehinderungen.
      Mit von der Partie, war immer ihre ganz liebe Mittelschnauzerhündin, Clara.
      Kinder, Lehrer und Eltern, liebten sie gleichermaßen.
      Ich drücke Dir für Deine tolle Idee ganz fest die Daumen!! :thumbup:

      L.G.