Angsthund bespaßen

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    • Danke @LeoBodo, dass du dich meldest, auch in Gefahr, eine Rüge zu bekommen.

      Ich meine, ihr seid immer noch zu schnell, obwohl ihr schon Gutes schafft (Gassigang, Transportbox). Hört einfach für eine Weile auf, von dem Hund etwas zu wollen. Wartet, bis er von euch etwas will. DAS ist die Zauberformel für einen Angsthund. Ok?

      Das wird schon, mit viel Geduld. Sehr viel Geduld. Und mit noch mehr Geduld. Entschleunigt für ihn, bitte.
    • Sorry, aber da ist dann wohl einiges missverstanden worden...
      Wir setzen den Hund nicht unter Druck oder zwingen ihn zu irgendetwas. Ja, wir haben einiges versucht, um zu sehen, wie er reagiert. Ihn nur in der Ecke sitzen lassen und ignorieren, kann ja auch nicht richtig sein.
      Er muss auch nicht apportieren. Wir haben mit der Hündin (Achtung: kein Angsthund und schon 10 Jahre in der Familie) im Garten gespielt. Ihm war das zu aufregend, hat sich aber doch an uns rangeschlichen und dafür haben wir ihn belohnt.
      Wir zwingen ihn zu gar nichts. Deshalb habe ich geschrieben, dass es mal nur mit Gutzureden geklappt hat, ihn an die Leine zu bekommen. Das hat ca. 15 Minuten gedauert, mit Druck hätte ich das in 15 Sekunden geschafft... Wir konnten uns diese plötzliche Angst vor der Leine aber nicht erklären, weil es vorher schon prima geklappt hat.
      Wir geben ihm Zeit, haben jetzt die Transportbox gekauft, um irgendwann mal wieder ins Auto zu steigen (lässt sich irgendwann mal nicht vermeiden).
      Wir haben auch das Clickern nicht probiert, obwohl man es uns empfohlen hat.
      Wir lassen uns und ihm Zeit, werden aber trotzdem unsere Aktivitäten im Bemühen um den Hund nicht zurück schrauben. Wenn wir merken, er will etwas nicht oder noch nicht, dann lassen wir es.
      Und das was ich beschrieben habe, war ein Rückblick über 4 Wochen, vielleicht kam das etwas geballt rüber.
      Und Bespaßen find ich auch nicht falsch. Warum soll er keinen Spaß haben, nur weil er einen schlechten Start ins Leben hatte??
    • @Murmel Du hattest das doch so schön beschrieben, wie Ihr mit Autofahren begonnen habt.

      DAS ist m. E. die richtige Lösung für jeden Angsthund.

      Transportbox ist absolut kontraproduktiv. Hund bekommt vielleicht auch noch Klaustrophobie... zu allem anderen, mit dem er eh schon kämpft.
      Sieht man ja schon am Satz --- laaaaanger Hund hinterm Kopf/Hals.
      Niemals würde ich meinen Hund in dieser Situation fressen lassen.
      Futter ist ein Grundbedürfnis, welches ohne jeglichen Anspruch an bestimmtes Verhalten erfüllt werden sollte!
      Also bitte: wieder normal füttern, und nicht das arme Wesen auch noch in seinen lebenserhaltenden Bedürfnissen dahin gängeln, daß es sie "nur unter Auflagen" erhält!

      Autofahren m. E. zu zweit, wie ich das in meinem Posting vorher beschrieben hatte: jeder kleine Schritt einzeln und so oft, bis er verinnerlicht hat, daß er es ohne Angst schafft.

      Also: wenn überhaupt, den Hund von der zweiten, vertrauten Person auf den Schoß nehmen lassen. Ist Hundi zu groß, dann halt nur das Vorderteil.

      Aber bitte nicht in eine Transportbox zwängen und dann quasi "vergewaltigen", weil das arme Tier aus dieser Situation sich ja leider nicht befreien kann!


      Mein Hündin ist ja per se auch eher zurückhaltend, bei Neuem eher scheu usw.
      Seit ihrer Entführung fährt sie partout nicht mehr im Kofferraum.
      Diese Situation ist für sie momentan noch immer so stark mit Angst beladen, daß sie es einfach nicht schafft.
      Wieso sollte ich sie quälen?

      Wir haben eine Einhängedecke für die Rückbank, sie hat ein Sicherheitsgeschirr und ist angegurtet.
      So fährt sie angstfrei überall hin, egal wie lang, wie bergig, wie kurvig (natürlich sollte man mit Tier immer fahren, als hätte man eine Kiste mit rohen Eiern auf der Motorhaube stehen!).
      Sie braucht einfach die Nähe zu mir, um sich besser zu fühlen. (anfänglich hatte ich die feuchte Nase im Nacken :saint: <3 )
      Ist halt so.

      Man muß einfach immer versuchen, aus der jeweiligen Situation, angepaßt an den Hund, das Individuum, das Beste zu machen. *find


      Paulina steigt ausschließlich auf der linken Seite ins Auto. Niemals rechts. So what?
      Können wir auch nächsten oder übernächsten Monat noch üben!

      Sie geht nicht in den Kofferraum?
      Scheiß drauf.
      Versuchen wir vielleicht im Herbst mal wieder.

      Aber bis dahin lasse ich sie in Ruhe. Damit sich ihr Vertrauen festigt. Sie keine Angst zu haben braucht. Es für sie niemals unangenehm wird. Denn so lernen alle am besten: im positiven Umfeld.
      Schließlich habe ich sie erst seit gut drei Monaten.
      Und dafür haben wir schon eine Menge erreicht.
      Alles andere wird die Zeit bringen....


      Wie gesagt: Denkanstöße :thumbsup:
      Bingwu
      Meine Texte sind rein sachlich zu verstehen, ich greife grundsätzlich niemanden persönlich an, jegliche Art von Beledigung liegt mir fern, habe somit keinen aggressiven Tonfall drauf, und will auch niemandem meine Meinung oktruieren. Ich teile lediglich die Meinige zum entsprechenden Thema mit. Dies ist schließlich der Sinn eines Forum: Meinungs-, Erfahrungsaustausch usw.
    • Die Transportbox hat sich bei uns schon bewährt, weil wir ihm dort Leckerlies reinlegen können, ohne dass die Hündin diese mopst. So kann er sich die in Ruhe holen, wenn es ihm passt.
      Und als Hilfe fürs Autofahren wurde es uns so empfohlen, ich glaube auch hier im Forum..? Egal, zumindest als SEIN Rückzugsort scheint sie sich zu entwickeln. Und wenn das funktioniert, werden wir es im Wohnmobil weiter probieren.
      Aber: Alles zu seiner Zeit und immer mit der Ruhe :saint:
    • Ich dagegen halte die Transportbox für eine gute Idee. Viele Hunde lieben sie, wenn sie nur richtig eingeführt wird. Hunde lieben Höhlen, sie vermitteln Sicherheit. Das passt. Viele Wohnmobiler haben sie aus diesem Grund und auch, damit sie den Hund in Sicherheit und ihre Türe offenstehen lassen können.

      Ich bin auch gegen das Clickern bei einem Angsthund, bevor er nicht entängstigt wurde.

      LeoBodo schrieb:

      Ihn nur in der Ecke sitzen lassen und ignorieren, kann ja auch nicht richtig sein
      Eben doch. Der Hund muss zu euch kommen, nicht umgekehrt. Und wenn's Wochen oder Monate dauert. Er wird kommen. Wie gesagt, Nikki ist nicht mein erster Angsthund und in der Arbeit mit geretteten Hunden habe ich schon viel erfahren. Und ja, es gibt ganz traurige Fälle, wo praktisch nichts hilft, die Hunde sind dann am besten in einem ausbruchsicheren Zwinger mit Luxusapartment aufgehoben. Meistens Hunde, die wild geboren wurden und die man als Erwachsene zwangseingefangen hat. Gottseidank sind das die absoluten Ausnahmen, aber es kommt vor.

      Ich denke, ihr seid auf dem richtigen Weg, nur entschleunigt euch noch etwas.
    • Danke für eure Meinungen.
      Wir sehen das ja ähnlich. Wir zwingen ihn doch nicht zu irgendwelchen Sachen. Wir gucken, wie er reagiert, wenn wir mit der Hündin spielen. Noch nicht sein Ding? Ok! Dann freuen wir uns, wenn er dabei ist und trotzdem ein Leckerlie nimmt.
      Die einzige "Aktivität", die mit ihm unternehmen, ist 2-3x Tag die Gassi-Runde von 20-30 Minuten, je nach dem, wie sich Wetter und seine Gemütslage zeigen.
      Futter in der Transportbox hat 2 Effekte: er verbindet die Box mit etwas positiven und überwindet seine Skepsis vor dem neuen Ding = etwas mehr Selbstvertrauen. Wird an anderer Stelle so beschrieben und das können wir auch bestätigen. Wenn wir gemerkt hätten, dass er sich nach 5 Minuten immer noch nicht an seinen Napf traut, hätten wir das auch abgebrochen, funktioniert aber.
      Wir versuchen es aber nicht mit ignorieren und abwarten, sondern anbieten und ihn entscheiden lassen (wie oben beschrieben). Inzwischen mag er auch Leckerlies. Wenn wir merken, dass er die Sorte toll findet, versuchen wir ihn zu locken, so dass er 3 Schritte auf uns zu kommt. Wenn er keine Lust hat, kriegt er das Leckerlie trotzdem und wir versuchen es beim nächsten Mal wieder. Also, alles in kleinen Steps.
      Wir bleiben dran, wir hoffen ihr auch. Wir sind für jede Meinung dankbar, auch wenn sie sich nicht immer mit unserer deckt :rolleyes:
    • Das Leben mit einem Angsthund ist ein ewiges auf und ab :rolleyes:

      Neben den schon genannten Hauptfaktoren Zeit und Geduld ist Empathie ein wichtiges Element. Versucht euch so gut wie möglich in euren Hund rein zu versetzen. Warum z.B. hat sie jetzt Angst und gestern nicht? Was ist anders? Ist es jetzt an der Stelle zu viel?
      Nach 3 Jahren hat Jakina immer noch viele Probleme ausserhalb von Wohnung und Garten. Ich habe gelernt, mich auf mein Bauchgefühl zu verlassen und die anderen Leute, die unterwegs mit ihren guten Ratschlägen rumkommen, denen lächle ich nett zu und denke mir meinen Teil. Anfangs war ich oft unsicher, wenn dann die tollen Tipps kamen wie "Das muss sie auch mal aushalten können", etc. - ihr habt sicherlich auch schon eure Erfahrungen damit gesammelt :rolleyes: .
      Das heißt jetzt nicht, dass ich nie etwas neues ausprobiere oder dass ich denke, ich hätte die Weisheit gepachtet, aber für genau meinen Hund mit seinen ganz eigenen speziellen Ängste habe ich einen Weg gefunden, mit dem wir beide gut leben können. Und ja, manchmal ist weniger mehr. Und dann manchmal überrascht Jakina mich wieder, weil sie mit einer Situation gelassen umgeht, die ich als schwierig eingeschätzt hätte...
      Das Thema Box ist ein gutes Beispiel: Ich habe auch am Anhang eine Box gekauft, an die ich sie in der Wohnung gewöhnt habe (sie mochte die dort auch), und dann dachte ich, das wird im Auto dann auch klappen. In der Box geht das Autofahren gar nicht - sie kommt nicht zur Ruhe, fiept und kratzt und nach 2 Urlaubsfahrten (ca. 2 Stunden Fahrtzeit) war die Box soweit demoliert, dass wir sie entsorgt haben. Inzwischen fährt Jakina super auf der Rückbank mit (natürlich angeschnallt) und es funktioniert auch, wenn ich mit ihr allein unterwegs bin und keiner neben ihr sitzt. Was für den einen Hund gut ist muss für einen anderen noch lange nicht gut sein. Für sie ist es glaube ich wichtig, dass sie sieht, was um sie herum geschieht - das war in der Box total eingeschränkt.

      Ich finde es ganz toll, dass ihr einem Angsthund die Chance gegeben habt und wünsche euch viel Erfolg auf eurem Weg. Setzt euch nicht unter Druck und feiert jeden kleinen Erfolg :love: <3
      Ich bin gespannt zu lesen, wie es weitergeht :)

      Viele Grüße
      Christine & Jakina
      Liebe Grüße
      Christine & Jakina
    • Danke!
      Du sprichst uns aus der Seele! Jeder Mensch ist anders, jeder Hund ist anders! Und es gibt nicht DIE eine Lösung.
      Wir müssen versuchen eine gemeinsame Möglichkeit der Kommunikation mit unserem Hund finden. Und Finden heißt Suchen. Wie und wann das klappt, werden wir sehen. Aber dass es klappt, da sind wir uns sicher.
      Wir haben ja auch schon fast 20 Jahre gemeinsames Hunde-Leben hinter uns, in dem wir einige Erfahrungen sammeln mussten (anfangs) und später durften.
      Und ja, wir mussten uns auch schon so einige Sachen anhören, gerade in den Anfangsjahren mit dem Vorgängerhund, der ein Problem-Hund war. Sicherlich haben wir nicht alles richtig gemacht, aber wir haben ihm ein tolles Hunde-Leben ermöglicht.
      Und genau das wollen wir für Leo auch, ob mit oder ohne Box und Clickern und.... und.... Wir werden berichten!
    • ...ich bekomm die Zitatfunktion nicht raus sorry....

      Die Idee mit der Box kam, glaub ich, von mir...
      Ob sie funktioniert kann man vorher nicht sagen.
      Auch heißt es nicht, wie @Cleothecat schrieb, dass wenn sie drin funktioniert, es auch im Auto klappt....Aber dann hat der Hund drinnen wenigstens einen sicheren Rückzugsort.

      Viel Geduld und Spucke weiterhin!
      Liebste Grüße Susa und die elf Pfoten <3
    • Hallo zusammen!

      Die Box ist für viele Hunde oft ein Platz der Ruhe und Geborgenheit, der Sicherheit vermittelt. So eine Art Höhle. Aber halt nicht für alle Hunde! Manchen macht eine Box halt auch Angst. Dann sollte man es halt lassen und andere Wege finden, dem Hund die benötigte Sicherheit zu geben.

      Susa schrieb:

      Auch heißt es nicht, wie @Cleothecat schrieb, dass wenn sie drin funktioniert, es auch im Auto klappt
      Jepp, oder auch umgekehrt. ;) Betty z.B. liebt ihre Box im Auto! In der Wohnung wäre eine Box für sie nicht so dolle. Dafür ist sie zu gerne dabei und wenn sie ihre Ruhe haben will weiß sie, dass sie die auch drin bekommt wann immer sie möchte und wo immer sie möchte.

      Liebe Grüße,
      Wulf und Dumbledore
      und Merlin und Hexe und Bessy
    • Kally schrieb:

      Mein Nachbar hat einen Angsthund. Horror. Da muss alles im Zeitlupentempo ablaufen. Sonst dreht der Hund durch. Wie der Mann das aushält, keine Ahnung.
      Außenstehende können sich nie vorstellen, wie ein Halter eines Angsthundes damit klar kommt. ;)
      Dein Nachbar wird soviel mit dem Hund zu tun haben, dass ihm erst mal gar nicht auffällt, wie anstrengend so ein Hund sein kann. :D
      Toll, dass er sich so einen Hund genommen hat und ihm hilft. :thumbsup:
      LG
    • Ich glaube, man gewöhnt sich an vieles. Wenn man den Hund in sein Herz geschlossen hat, kann man ihn nicht mehr weggeben, und dann arrangiert man sich mit der Situation und versucht, das Beste rauszuholen.

      Ich halte einen "echten" Angsthund auch für eine Mega-Herausforderung, der ich mich so ohne Weiteres nicht gewachsen fühlen würde. Deshalb würde ich vermutlich auch keinen Hund aufnehmen, bei dem von vornherein klar ist, dass es ein extremer Angsthund ist. Aber ich glaube, wenn die Situation nun einmal so ist - weil man vielleicht den Hund im Voraus unterschätzt hat und/oder der Vermittler nicht ehrlich war - dann wächst man daran und bekommt es irgendwie hin. Ich jedenfalls könnte einen Hund nicht wieder abgeben, wenn er sich als schwieriger entpuppt, als ich vorher dachte. Das würde ich nur übers Herz bringen, wenn ich merken würde, dass der Hund bei mir wirklich leidet, weil ich ihm nicht gerecht werden kann, oder wenn der Hund für mich oder meine Familie eine wirklich ernsthafte Bedrohung wäre.

      Liebe Grüße
      Amica
      Although I keep my social distance, what this world needs is a hug.
      Until we find a vaccination there's no substitute for love.
      So love yourself and love your family, love your neighbor and your friend.
      Ain't it time we loved the stranger, they're just a friend you ain't met yet.

      Jon Bon Jovi
    • Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, Angsthunden oder ängstlichen Hunden zu helfen als Nasenarbeit, vorzugsweise Fährten.
      Das vermittelt ihnen Erfolgserlebnisse, macht sie mehr oder weniger selbstbewusst und hilft ihnen auf dem Weg.
      Den Knoten bei meinem Deprivationsdackel habe ich auch erst mit Fährten/Dummy suchen durchgehauen.
      Das Ende war die Ausarbeitung einer 40 Stunden alten und fast 1 Kilometer langen Tropffährte mit Würstchenwasser bei glühender Mittagshitze und ein Hund, der vor Stolz fast geplatzt ist.
      Viele Grüße
      Dieter

      Wenn es im Himmel keine Hunde gibt - dann will ich da nicht hin.
    • Hallo Dieter!

      Unterschreibe ich SOFORT!

      Und "Wow"!

      Dieter schrieb:

      Das Ende war die Ausarbeitung einer 40 Stunden alten und fast 1 Kilometer langen Tropffährte mit Würstchenwasser bei glühender Mittagshitze und ein Hund, der vor Stolz fast geplatzt ist.
      DAS ist knackig! :thumbsup: Da hättest du auch vor Stolz platzen dürfen! Das hätte nicht jeder bei so einem Hund hinbekommen. :thumbsup:

      @ Kally

      Kally schrieb:

      Mein Nachbar hat einen Angsthund. Horror. Da muss alles im Zeitlupentempo ablaufen. Sonst dreht der Hund durch. Wie der Mann das aushält, keine Ahnung. Ich käme damit nicht klar.
      Ja, man kann auch Angsthunden Selbstbewusstsein geben! Zwar nie so wie einem "normalen" Hund, doch es geht! Dabei stehen bei mir Zeit, Geduld, Liebe und dann auch Vertrauen auf der Agenda. Wenn Hund weiß, dass ihm in seiner Familie nichts passiert und er auch mal entspannen kann, dann hat man eigentlich gewonnen. Ab dem Moment kann man anfangen, sein Selbstbewusstsein aufzubauen. Ist ein schwieriger Prozess, da Angsthund nicht gleich Angsthund ist. Da ist viel Bauchgefühl gefragt.

      Angsthunde können in ihrer Vergangenheit viel Schei**e erfahren haben oder einfach nichts kennen gelernt haben. Bei letzteren ist es einfacher, sie zu "knacken", da hat man eigentlich den Jackpot unter den Angsthunden gezogen. Bei ersteren hat man oft das Problem, dass sie das Vertrauen zum Menschen fast schon verloren haben. Das ist dann ein ganz anderes Kaliber. Was du da von deinem Nachbarn schreibst, da kann ich nur den Hut vor ziehen! Er scheint erstere Kategorie erwischt zu haben. Viele machen es sich dann einfach und geben den Hund einfach wieder ab. :thumbdown: Aber sich DA durch zu beißen, DA den Mut und die Hoffnung und Zuversicht NICHT zu verlieren, DA weitermachen - DAS hat meinen HÖCHSTEN Respekt!!! Das darfst du deinem Nachbarn gerne mal sagen wenn du ihn triffst. Einfach nur ein "Danke" von Wulf, auch wenn er damit nichts anfangen kann. Wäre nett. :)

      Und, um noch einmal auf Dieter zurück zu kommen: ja, Nasenarbeit ist eine hervorragende Möglichkeit, einem Angsthund Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu geben! :thumbsup:

      Liebe Grüße,
      Wulf und Dumbledore :love: , ehemaliger nichts kennender Angsthund, also Kategorie "nicht ganz so schwer" :)
      und Merlin und Hexe und Bessy
    • Willi - der Dackel - hat noch einige Jahre als Altenpflegebegleithund mit meiner Frau gearbeitet, mit irrem Erfolg.
      Nun ist er - wie meine Frau - in Rente, schläft viel und läuft ein bischen mit meiner Frau durchs Dorf. Und will immer mal den Kanadagänsen des Bauernhofes auf der Dorfstraße an die Federn.

      ap-bedey.de/team.html

      (bitte bis etwa Mitte scrollen). Meine Frau hat sich immer scheckig gelacht (und die Alten auch), wenn der Dackel wie ein Preisboxer in die Wohnungen wackelte und körpersprachlich zum Ausdruck brachte "ich übernehm das jetzt mal hier". Oder den Alten die Socken klaute und hinter den Möbeln versteckte.
      Viele Grüße
      Dieter

      Wenn es im Himmel keine Hunde gibt - dann will ich da nicht hin.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dieter ()

    • Ich finde ja das Foto vom "Pflegeassistenten" so genial! :haumichweg:

      Im übrigen glaube ich, dass Fährten/Dummy-und sonstige Such-Arbeiten überhaupt die artgerechteste Auslastung für jeden Hund sind. Fast allen Hunden macht das richtig Spaß, und ich habe schon einige wirklich arge Problemfälle kennengelernt, die durch Fährtenarbeit richtig gute Fortschritte in ihrer Entwicklung gemacht haben.
      Liebe Grüsse von Doris mit Hans und Paul
    • Dieter schrieb:

      Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, Angsthunden oder ängstlichen Hunden zu helfen als Nasenarbeit,

      Wusan schrieb:

      ja, Nasenarbeit ist eine hervorragende Möglichkeit, einem Angsthund Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu geben!

      Hanca schrieb:

      Im übrigen glaube ich, dass Fährten/Dummy-und sonstige Such-Arbeiten überhaupt die artgerechteste Auslastung für jeden Hund sind.
      Alles das unterschreibe ich auch sofort. Ich hab zwar keine Ahnung vom Fährten, aber ich hab Ahnung vom Mantrailen. Und was ich da schon für tolle Erfolge bei Angsthunden gesehen habe spricht für sich. Den Stolz in den Augen, wenn sich ein Angsthund vor eine ihm wildfremde Person setzt um diese anzuzeigen, ohne Angst vor dieser wildfremden Person wie es "im normalen Leben" wäre, sondern einfach nur mit Freude in den Augen, diese Person gefunden zu haben und dann auch noch von dieser wildfremden Person den Jackpot entgegenzunehmen, das ist ein unglaublicher Anblick, der mir immer wieder Gänsehaut über den Rücken jagt.
      Ok, nicht jeder Angsthund den ich kenne, hat dann auch wirklich den Jackpot von der fremden Person, also dem Opfer, entgegengenommen, sondern lieber vom eigenen HH, aber egal, allein das sich unbefangen annähern, absetzen und anzeigen ist für einen Angsthund ein Wahnsinnsschritt.

      Ich werde es nie vergessen, ich war mal bei einem sehr krassen Angsthund die Versteckperson, der Hund auch noch ziemlich unerfahren beim Trailen. Mir wurde eingeschärft, mich ja nicht zu bewegen wenn der Hund kommt und mich anzeigt. Ihn auch nicht anschauen, loben oder sonstiges, sondern ganz passiv zu bleiben.
      Der Hund kam an, stupste mich sogar kurz mit der Schnauze an, setzte sich und holte sich dann seinen Jackpot beim Frauchen ab. Das war ein unglaubliches Gefühl, der Hund ist niemals näher als unbedingt nötig zu fremden Menschen gegangen, und hat mich in seinem Überschwang sogar kurz angestupst, das war echt toll <3
      Viele Grüße von Heike und den Mädels