Angsthund bespaßen

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    • Angsthund bespaßen

      Unser Neuling ist ein Rüde aus dem Tierschutz aus Rumänien. Er war allerdings schon fast ein Jahr in Deutschland im Tierheim. Er ist ca. 3 Jahre alt. Unsere Jule ist schon seit 10 Jahren bei uns. War auch aus dem Tierschutz, kam aber als Welpe zu uns. Sie liebt alles und jeden und würde für Leckerlies alles geben. Der große Leo ist sehr ängstlich, aber keine Spur von aggressiv. Wir haben nur das Problem ihn zu "aktivieren". Leckerlies, Leberwurst frisch vom Metzger, Pansen..... alles probiert. Wirkt alles noch nicht.
      Und: er pieselt nur einmal in 24h, wenn es gar nicht mehr anders geht. Und das ist dann meist nachts, also drinnen. Obwohl wir 3-5× am Tag mit ihm unterwegs sind, teilweise bis zu 2h am Stück.
      Gute Tipps sind immer willkommen.
    • Was haben wir mit Nikki gemacht? Die war aus dem Tierheim und völlig verängstigt.

      Gar nichts. Sie hatte einen Platz in der Laundry, das ist ein Zimmer für die Waschmaschine, gefliest. Die Türe aufgelassen und sie konnte selbst bestimmen, ob sie raus möchte oder nicht. Die ersten Tage tat sich nichts, dann hat sie um die Ecke gelinst, beobachtet. Dann ein bisschen näher ans Geschehen … noch ein Stückchen, und erst dann die ersten Annäherungsversuche. Nikki ist selbst nach 8 Jahren kein normaler Hund. Aber einer, der an unserem Leben teilnimmt und die auch stubenrein ist.

      Dein Hund braucht zum Pipimachen zuerst Vertrauen zu dir und zu der Leine. Dann Vertrauen zu dem Ort. Suche speziell für ihn ein ganz ruhiges Fleckchen draußen. Vermeide Stress. Bleibe stehen. Nimm dir Zeit. Vor allem: Relax. Atme deutlich aus. Das ist ein Beruhigungszeichen für Hunde. Nur Zeit, Geduld und Liebe helfen bei einem Angsthund.
    • Murmel hat schon alles geschrieben................. dieser will erstmal nicht bespaßt werden....... der muß erstmal angekommen..... das dauert...Ich hab hier ne Hündin die neun Jahre im Tierheim saß....... irgendwann kam Sie von sich aus, ich hab sie in Ruhe gelassen, bin beim Fressen rausgegangen, sonst hätte Sie nicht gefuttert... beim Rausgehen alles so gemacht, wie beim Ersthund, ohne Tamtam, als wäre es nie anders gewesen!!!

      LG MARTINA
    • Vielen Dank für die netten Worte. Nur noch kurz zur Erläuterung, warum wir uns Sorgen machen:Als wir ihn im Tierheim kennen gelernt haben, kannte er nichts. Keiner konnte mit ihm an der Leine gehen, er war nie aus dem Gehege raus. Mit uns hat er innerhalb von 2 Wochen sensationelle Fortschritte gemacht. Wir konnten mit ihm spazieren gehen, er hat Leckerlies genommen usw. Deshalb konnten wir ihn ja auch mit zu uns nehmen. Wir dachten, jetzt geht es in dem Tempo weiter. Aber anscheinend war das Tierheim doch noch mehr Heimat für ihn, als wir dachten.Und dass er nicht pieselt verstehen wir nicht, weil er das große Geschäft regelmäßig pünktlich morgens in der ersten Runde an der Leine macht. Warum dann nicht piesel-piesel????Und wir hatten große Hoffnung, weil er anfangs während der Tierheim-Runden Leckerlies nahm, dass wir ihn schnell aktiv an unserem Leben beteiligen können. Sein "Vorgänger" war eher der Rüpel mit Neigung den Postboten zu vertreiben. Den konnte man sehr gut mit Leckerlies regulieren.Aber vielleicht haben wir noch nicht seine Sorte entdeckt...
    • Nicht böse sein, aber deine Worte hören sich nach zu schnell, zu viel an. Ja, bei der Hundeerziehung (und beim Pferd) muss man manchmal zwei Schritte zurück. Einen Angsthund kuriert man nicht in 2 Wochen, auch nicht in vier. Das ist eine Lebensaufgabe!

      Zu viel Angst verdirbt den Hunger. Schraubt zurück. Kein Leistungsdruck! Ich kenne Angsthunde, da hat es 3 Jahre gedauert, bis der Hund zum Schmusen kam. Die Erfolgsmeldung auf Facebook und alle Fans der FB Seite waren happy. So etwas ist mehr wert, als mancher Preis eines Turniers. Wer Angsthunde rehabilitieren kann, hat die Meisterprüfung in Hundeverstand bestanden.
    • Ja, ich weiß. Man will immer alles schnell und sofort.
      Wir freuen uns jetzt auch über kleine Schritte. Kuscheln geht ja auch schon, wenn alles passt und ruhig ist.
      Wir werden berichten, wenn wir DAS Leckerlie finden, dass ihn in die Gänge bringt :rolleyes:
    • LeoBodo schrieb:


      Wir werden berichten, wenn wir DAS Leckerlie finden, dass ihn in die Gänge bringt :rolleyes:
      Es gibt aber Hunde, die nie auf Leckerlies unterwegs abfahren - oder Jahre dafür brauchen. Laß ihm einfach Zeit, warte, bis er auf euch zu kommt. Hast du mal versucht zu clickern?
      Bei uns hatte es geholfen, immer nur die gleiche ganz kurze Strecke zu laufen. Immer nur diese paar Meter, wenn er nervöser wurde umdrehen und zurück und wieder in die andere Richtung. Nach ca. 3 Wochen konnte ich die Strecke ein wenig erweitern.
      Versuche zu erkennen, wenn er überfordert ist und schalte einen Gang runter. Es gibt Tage, da schafft man einen großen Sprung und auch wieder Tage, da klappt nichts und es gibt einen Rückschritt. Ein Angsthund ist eine Lebensaufgabe. ;)
      LG
    • Das wäre aber schade, wenn er keine Leckerlies mögen würde.... Das macht so einen Spaß mit der Hündin!
      Und das ist dann auch der Grund, dass wir es weiter probieren. Denn wenn du mit 2 Hunden unterwegs bist, der eine Klicker, der andere Leckerlies, da kommt man dann durcheinander... :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:
      Aber das mit den sprunghaften Änderungen erleben wir auch. 2, 3 Tage nichts und dann Schalter rum!
    • Am Anfang solltest du mit ihm einzeln gehen und üben, bzw. ihm Sicherheit vermitteln. Es gibt übrigens nicht nur Futterbelohnungen. Für jeden Hund muß man schaun, was für ihn in dem Moment Belohnung ist. Das kann z. B. gemeinsames rennen, ein lächeln, streicheln, umdrehen, saufen lassen, oder ein Spielzeug sein.

      Nein, auch mit zwei Hunden kann man clickern und sie kommen nicht durcheinander - wenn sie es kennen und wissen, warum es geht. Beispiel: Hund1 ansprechen und absetzten/abliegen lassen, Hund 2 ansprechen, eine Aufgabe mit ihm erarbeiten, clickern und belohnen. Nur IHN. Dann wechseln. Hat bei uns hervorragend geklappt und ist für beide eine gute Übung.
      LG
    • Hallo Marion,
      ja, das ist aktuell das Problem. Wir können ja noch nicht mit ihm spielen oder arbeiten. Weder Sitz noch Platz oder anderes kennt er. Und da er nicht mit Leckerlies o.a. zu animieren ist, müssen wir abwarten, bis er uns komplett vertraut.
      Wir gehen viel spazieren, versuchen über Kraulen und Fellpflege langsam Vertrauen aufzubauen.

      Ich glaube, das mit dem Clickern bei 2 Hunden ist dann schon recht anspruchsvoll. Werden wir dann mal probieren!
    • LeoBodo schrieb:

      Hallo Marion,
      ja, das ist aktuell das Problem. Wir können ja noch nicht mit ihm spielen oder arbeiten. Weder Sitz noch Platz oder anderes kennt er. Und da er nicht mit Leckerlies o.a. zu animieren ist, müssen wir abwarten, bis er uns komplett vertraut.
      Er muß ja weder SITZ noch PLATZ kennen. Am Anfang reicht doch erst einmal, dass er lernt, euch anzuschauen. Große Freude, wenn er es ein, zwei Sekunden schafft. ;) Über den Tag verteilt immer mal wieder versuchen und die Zeitspanne vergrößern. Über ein verbales Lob wird er sich freuen.
      Wir hatten es innerhalb einer Woche auf 7 Sekunden geschafft gehabt und unsere Trainern war begeistert. Wenn Hundchen es schafft, den Blickkontakt zu halten, kann man ihn so auch aus fürihn unangenehhme Situationen führen.

      LeoBodo schrieb:


      Ich glaube, das mit dem Clickern bei 2 Hunden ist dann schon recht anspruchsvoll. Werden wir dann mal probieren!
      Ja, darum schrieb ich ja, wenn sie es können. Wobei ich es mit unserem Ersthund ja schon vor dem Einzug des 2. Hundes geübt hatte, sie konnte es also. Mit ihm, bzw. beiden Hunden habe ich es auch nicht gleich nach dem Einzug geübt. Und vor allem bin ich mit beiden Hunden einzeln gegangen, weil man sich so besser auf den Angsthund kozentriert und entsprechend schnell reagieren kann.
      LG
    • Hallo LeoBodo!

      Und genau DAS

      LeoBodo schrieb:

      bis er uns komplett vertraut.
      ist die Basis für alles weitere, was da noch folgt! :thumbsup:

      Ganz ehrlich? "Sitz", "Platz" und der weitere Rest, schei** drauf - das kommt dann fast von alleine. Aber ohne Vertrauen geht nichts! :)

      Liebe Grüße,
      Wulf und Dumbledore
      und Merlin und Hexe und Bessy
    • und vorsichtig mit dem Hund anstarren. Den Blickkontakt halten … am besten übt man das beim Schmusen, also nicht Draußen in einer Stresssituation! Lächele dabei, Hunde sind darauf geeicht, Körperreaktionen zu lesen. Sie lernen schnell, was dein Lächeln oder deine zusammengezogenen Augenbrauen bedeuten. Also - kein unfreundliches Anstarren! Hunde empfinden das im ersten Go als unhöflich, anzüglich. Angsthunde starrt man nicht an, sondern gibt ihnen einen kurzen Blick und schaut dann weg. Dies ist besonders wichtig, wenn dein Hund Probleme beim Pinkeln hat.
      Daher: Relaxen beim Pinkeln lassen. Deine Anspannung überträgt sich sofort und löst noch mehr Angst beim Angsthund aus. Deine Anspannung bedeutet für ihn, dass ein Feind in der Nähe ist. Nur wenn du Zeichen gibst, dass du entspannt bist, kann er vertrauen.
    • LeoBodo schrieb:

      Denn wenn du mit 2 Hunden unterwegs bist, der eine Klicker, der andere Leckerlies, da kommt man dann durcheinander
      Clicker bedeutet doch Leckerchen. Oder habe ich deinen Satz falsch verstanden. Ich clicker mit drei Hunden. Ich spreche den Hund an mit dem ich clicker. Die anderen beiden müssen ich Körbchen warten bis sie dran sind. Unterwegs clicker ich nicht.

      Ich persönlich würde noch nicht clickern. Ich würde noch gar nichts machen.
      Wie lange ist er jetzt bei Euch?

      Ich hab auch nicht ganz verstanden, warum es für dich so wichtig ist, das er Leckerlis nimmt.
      Liebste Grüße Susa und die elf Pfoten <3
    • Susa schrieb:


      Ich persönlich würde noch nicht clickern. Ich würde noch gar nichts machen.
      Wie lange ist er jetzt bei Euch?

      Ich hab auch nicht ganz verstanden, warum es für dich so wichtig ist, das er Leckerlis nimmt.
      Sehe ich auch so. Laßt das Kerlchen erst einmal ankommen und dann langsam anfangen. Noch hat er zu viel Streß. Mit mehreren kurzen Spaziergängen hat er genug zu tun.
      LG