Charly der verlorene Hund

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    • Charly der verlorene Hund

      Charly war der erste Hund um den ich mich besonders gekümmert habe. Er war ein besonderer Hund und das lag nicht allein daran, dass er nur auf drei Beinen laufen konnte.

      Der linke Vorderfuß war aufgrund einer unbehandelten Verletzung verkrüppelt. Das hielt ihn aber nicht davon ab, Autos, Fahrradfahrern und Mofas laut bellend hinterher zu jagen. So habe ich ihn auch kennengelernt. Wegen seiner angsteinflößenden Verfolgungsjagten mochten die Menschen ihn nicht. Und Charly hatte Angst vor den Menschen und ging diesen bei direkter Begegnung aus dem Weg.

      Es war nicht so, dass er herrenlos herumstreunte. Er gehörte zu einer Roma-Familie, die in unserer unmittelbaren Nachbarschaft heute noch wohnt.Als Anmerkung: Wir (mein Mann und ich) leben seit ein paar Jahren in einem kleinen Dorf in Ungarn.

      2005 kam er als Welpe zu dieser Familie und wurde kurzerhand an den Strick gelegt. Dieses Festbinden diente als "Erziehungsmaßnahme" und zur "Eingewöhnung". Damals nahm ich ihn nur arkustisch wahr. Eines nachts wachte ich auf. Ein mächtiges Gewitter zog über uns und zwischen den grellen Blitzen, den folgenden Donnerschlägen und dem prasselnden Regen hörte ich das klägliche Jaulen und Heulen eines Hundes. Das war - wie es sich später herausstellte - Charly, noch ein Welpe und ungeschützt den Naturgewalten ausgesetzt. Er hatte keine Hundehütte oder ähnlichen Schutz. Aber das war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Am nächsten Tag fuhren wir auch wieder nach Deutschland.

      In den folgenden Jahren sah ich Charly nur, wenn er wütend die Autos verfolgte bis zu dem Tag im März 2010. In diesem Jahr lag der Schnee immer noch zentimeterhoch. Es war kalt, stürmisch und es schneite immer wieder einmal. Man hatte Charly an dem noch vorhandenen Drahtzaun festgebunden. Als ich mich ihn näherte, sah ich, dass sein Strick nur ca. 30 cm kurz war. Von den Bewohnern war nichts zu sehen und auf mein Rufen kam keine Reaktion. Nachts tobte ein Schneesturm. Gleich am nächsten Morgen schaute ich nach dem Hund. Der lag noch auf seinem Platz tief eingeschneit. Immer noch war niemand zuhause. Ich suchte die Verwandten auf, die straßenabwärts wohnten und forderte sie auf, den Hund von seinem Strick zu befreien. Ich hätte ihn auch losgebunden, wusste aber nicht, wie er auf fremde Menschen reagiert, denn er war ein sehr ängstlicher Hund und für mich nicht einschätzbar. Seit diesem Vorfall wich mir Charly auf der Straße nicht mehr aus. Ich stellte ihm zweimal am Tag einen mit Wasser und Trockenfutter gefüllten Futternapf vor meine Tür. Charly konnte noch so hungrig sein. Vor dem Fressen kam das Streicheln. Seinen viel zu engen Strick mit dem langen Ende behinderte ihn beim Laufen. Kurzerhand tauschte ich ihn gegen ein Halsband aus. Das trug er jedoch nur wenige Tage, dann war es weg. Die meiste Zeit verbrachte Charly dösend vor meiner Gartentür oder an sehr heißen Tagen in einem Betonrohr, welches als Regenabfluss diente. Selbst als gegen Jahresende der erste Nachtfrost auftrat, lag Charly vor meiner Tür im nassen, gefrorenen Gras. Aber er war nicht dazu zu bewegen, das Grundstück zu betreten, geschweige denn, Schutz im Haus zu suchen. Er kannte nur sein Gras, Erde oder Bäume, unter denen er Schutz suchte. So war es mir auch nicht möglich, ihn dazu zu bringen, sich auf eine wärmende, wasserfeste Unterlage zu legen

      Irgendwann kam er unaufgefordert auf unser Grundstück. Als Rückzugsort diente ihm das Sommerhäuschen, in welchem wir die Gartengeräte hatten. Dort war es kühl, dunkel und ruhig. Jetzt war es auch an der Zeit, Charly zu adoptieren. Für umgerechnet 20 Euro (das ist viel Geld für arme Familien) kaufte ich der Familie den Hund ab.

      Charly war ein ganz lieber, treuer und vor allem dankbarer Hund, der sich mit allen anderen Hunden, Katzen und Kindern gut vertrug. Unser Kater Paul erkannte seinen Charakter sofort. Immer dann, wenn es möglich war, kuschelte er sich ganz dicht an Charly und schlief tief und fest. Sie sind nicht zusammen aufgewachsen, sie kannten sich nur von der Straße und sie waren beide über 6 Jahre alt. Spielen kannte Charly nicht. Alles, was neu war, machte ihm Angst. Dann wimmerte er lautstark, schrie und legte sich auf den Rücken. Es dauerte auch sehr lange bis er bereit war, mir ins Haus zu folgen. Zuerst kam er nur auf Aufforderung. Eines Tages fand ich ihn bei uns im Bad in der Duschtasse. Charly suchte sich immer Plätze aus, die ruhig, dunkel und von Menschen nichts stark frequentiert wurden. Auf der Terrasse lag er stets in einem Abstand von 3 m von uns. Rief ich ihn, kam er kurz, holte sich ein paar Streicheleinheiten ab und legte sich wieder auf Abstand ab. Aber ich konnte ihn bürsten und seine Fußnägel beschneiden. Was ihn total in Schrecken versetzte, war der Besen. Sobald ich die Terrasse fegen wollte, schlich er sich davon. Aber auch das übte ich mit ihm. Und irgendwann blieb er auf seinem Platz - auch wenn ich den Besen in der Hand hatte.

      Charly kannte kein Gassi gehen. Deshalb übte ich zuerst im Garten, ihn an die Leine zu legen, Sitz und Platz zu machen und zu warten bis ich wieder bei ihm bin. Das klappte schon nach ein paar Übungen hervorragend. Allerdings durfte die Leine nicht zu kurz sein. Dann schrie er wie am Spieß und warf sich auf den Rücken. Klar, dass ich das sofort unterlassen habe. Wir gingen dann zusammen einkaufen und er wartete brav vor dem Geschäft ohne angebunden zu werden. Jetzt plötzlich hatte er auch alle Aufmerksamkeit, Sympathie und Bewunderung der Anwohner, die uns begegneten und ich war mächtig stolz auf Charly.

      Der Hund wurde jahrelang total vernachlässig und das zeigte sich an und in seinem Fell sowie in einigen Marotten, die ich ihm abgewöhnen musste.

      Sein Fell war voller Flöhe, Läuse und Nissen, seine Haut total verschmutzt. Tierarztbesuche, Medikamente, Waschen und Fellpflege machten aus ihm einen ansehnlichen und gesunden Hund. Mein Problem war, dass er trotz ausreichendem Futter noch Steine und Sand fraß. Aber langsam entwöhnte ich ihn auch davon. Da er sich kaum noch auf der Straße aufhielt, jagte er die vorbeifahrenden Autos nur noch am Zaun. Aber das Interesse lies auch dort nach. Ich dachte über Kastration nach. Wollte ihn aber erst psychisch und physisch stabil haben.

      Unser Grundstück ist über 5000 m² groß. Zum damaligen Zeitpunkt gab es nur einen Zaun zur Straße, was zur Folge hatte, dass sich sämtliche Rüden mit der einzigen läufigen Hündin auf unser Grundstück trafen. Charly beteiligte sich nicht an diesen Treffen, sondern beobachtete die Szenerie aus einiger Entfernung. Diese besagte Hündin lebte auf einem Hof schräg gegenüber von uns. Sie war total menschenscheu und lies sich noch nicht einmal von ihrem Besitzer anfassen. Wenn sie läufig war, dann kam sie zu uns. Sie tollte auf unserer Wiese mit ihren Verehrern und verschwand dann wieder mit ihren Freunden über die Felder oder das angrenzende Grundstück.

      Nachdem Charly mehr Selbstbewusstsein aufgebaut hatte, war auch er interessiert an dieser schwarzen "Dame". Im folgenden Jahr, das war Anfang 2013, besuchte uns die Hündin wieder. Sie hatte ein Auge auf Charly geworfen und nur er durfte sie begleiten. Das nutzte er natürlich aus. Und in den folgenden Tagen musste ich immer wieder zu dem Nachbarn hin, um Charly dort abzuholen. Ich traute dem Mann nicht und hatte den Verdacht, er könne Charly etwas antun, wenn er ihn beim Deckungsakt erwischt. Ob es morgens um 6 Uhr war oder mittags oder abends - ich stand vor dem Nachbargrundstück und holte Charly zurück. In dieser Zeit war es unmöglich, Charly im Haus zu halten oder ihn draußen an die Kette zu legen. Er war wie ausgewandelt, denn inzwischen kannte er die Vorzüge einer Partnerschaft.

      Im zweiten Halbjahr 2013 passierte es dann. Die Schwarze kam und Charly folgte ihr. Ich hatte davon leider nichts mitbekommen. Mein Mann sagte mir, dass er die beiden Hunde noch um 6 Uhr morgens gehört hätte. Aber er hatte mich nicht geweckt. Für ihn waren meine Vorahnungen haltlos. Als der Hund auch zum Frühstück nicht erschien , war mir klar: Charly kommt nie wieder zurück.

      Nur die schwarze Hündin, ich nannte sie von da an "die schwarze Witwe", sah ich vor ihrem Grundstück liegen.

      Ich habe in meiner Zeit hier mindestens 40 Hunde kommen und verschwinden gesehen. Der größte Teil gehörte zu der Großfamilie der Romas. Aber in den letzten Jahren verschwanden mehrere Rüden, die sich vor dem Grundstück der "schwarzen Witwe" aufhielten. Und seit kurzem ist auch diese verschwunden. Auf Nachfrage, wo der Hund sei, war die Antwort: "Fortgelaufen!" Das kann ich nicht glauben, dann diese Hündin hatte auch ihr Revier und war seit 8 Jahren an ihr Grundstück gebunden. Ich denke, sie wurde "entsorgt", wie so viele Hunde, die nicht mehr gebraucht werden, die stören oder Probleme bereiten.
      Mein einziger Trost ist, dass Charly wenigsten für zwei Jahre ein schönes zuhause hatte und geliebt und geachtet wurde.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tammy ()

    • Hallo Tammy,
      traurige Geschichte?
      Dass du in einem Land wie Ungarn als Einzelperson keinen großflächigen Tierschutz betreiben kannst ist völlig klar. Wie die Einstellung zu Hunden dort ist, das weiß man, wenn man in ein solches Land zieht. Das betrifft leider viele süd- und osteuropäische Länder und nicht nur eine bestimmte Volksgruppe ("die Roma")

      Aber wenigstens den eigenen zugelaufenen Hund nicht kastrieren zu lassen, wenn man weiß, dass sich auf dem eigenen Grundstück läufige Hündinnen aufhalten, oder nicht wenigstens einen Teil des Grundstücks ausbruchsicher einzuzäunen - dafür habe ich kein Verständnis.

      Im Gegenteil, die Wortwahl

      Tammy schrieb:

      Wenn sie läufig war, dann kam sie zu uns. Sie tollte auf unserer Wiese mit ihren Verehrern und verschwand dann wieder mit ihren Freunden über die Felder oder das angrenzende Grundstück.

      Nachdem Charly mehr Selbstbewusstsein aufgebaut hatte, war auch er interessiert an dieser schwarzen "Dame". ...Sie hatte ein Auge auf Charly geworfen und nur er durfte sie begleiten. ...Er war wie ausgewandelt, denn inzwischen kannte er die Vorzüge einer Partnerschaft.
      zeigt dass auch du das Fortpflanzungsverhalten dort für völlig normal und sogar für romantisch hältst und leicht vermenschlichst.

      Nicht amüsierte und auch nicht "achwieschrecklich"-antwortende Grüße
      Astrid
    • Guten Abend Astrit, die Kastration stand an. Vorher wollte ich das noch nicht, weil ich das Vertrauen, was mir der Hund entgegen gebracht hat, nicht zerstören wollte. Er sollte erst psychisch aber auch physisch stabiler sein. Er sollte einen Tierarztbesuch und meine Wenigkeit nicht mit Schmerzen verbinden. Und er war eigentlich auch schon so weit, dass ich ihm diesen Tierarztbesuch zumuten konnte. Dass diese Hündin "heiß" war, wusste ich nicht. Aber es ist auch nicht nachvollziehbar, dass man Angst um seinen Hund haben muss, wenn er "fremdes Territorium" betritt. Die Hündin war dem Besitzer vollkommen egal. Ihm war nur nicht egal, dass sie Junge zur Welt bringt und er sie dann töten muss, wie in der Vergangenheit geschehen. Und da war Charly nicht beteiligt. Das Grundstück ist inzwischen eingezäunt und ziemlich ausbruchsicher. Es sind 5000 m². Das bedeutet nicht nur eine finanzielle Belastung, sondern auch Zeit und Arbeit. Trotzdem buddeln sich immer wieder Hunde unter den
      Zaun vom Nachbargrundstück aus, weil sie Hunger haben. Wir reparieren die Löcher und geben den Hunden außerhalb der Grunstückes Futter
      Das Fortpflanzungverhalten eines Hundes ist normal. Aber ich verkläre das nicht. Ich schreibe das so, wie ich es wahrgenommen habe. Vielleicht etwas vermenschtlicht. Gebe ich zu. Soll aber nicht amüsiert wirken. Was ich jedoch nicht nachvollziehen kann sind Deine Grüße: "amüsiert und achwieschrecklich". Es ging mir bei meiner Erzählung nicht darum, Charly als den Eroberer darzustellen (amüsiert) und es ging mir auch nicht darum, sein Nichtwiederkommen in den Vordergrund zu stellen "achwieschrecklich" Ich habe nur ein Hundeschicksal erzählt und darüber berichtet, womit ich konfrontiert wurde und wie ich versuche, etwas zu verändern. Der Besitzer der schwarzen Hüdin ist Ungare. Und es ist ganz gleich, ob Roma oder Ungare - es ist die Einstellung zum Tier, es ist die örtliche Begebenheit (Stadt oder Land) und es betrifft auch den Wert des Tieres (Rasse oder Mischling). Als ich nach Ungarn zog, habe ich mir zunächst keine Gedanken über die Tierhaltung dort gemacht. Ich bin erst nach und nach darauf gestoßen. Und, wenn man tagtäglich mit diesem Elend konfrontiert wird und nicht die Augen verschließt, dann steckt man mittendrin.
      Mein nächster Beitrag wird von Csibi handeln, der erschlagen wurde, weil er den Briefträger attaktierte.
    • Tammy schrieb:

      1.) Aber es ist auch nicht nachvollziehbar, dass man Angst um seinen Hund haben muss, wenn er "fremdes Territorium" betritt.




      2.) Das Fortpflanzungverhalten eines Hundes ist normal.
      Aber vor 1.) hattest du doch schon (begründet) Ängste?

      Und wenn dir 2.) auch klar war, verstehe ich ehrlich gesagt nicht, warum du ihn weder kastrieren lassen hast (dann hättest du mit dem Besitzer der schwarzen Witwe ja reden können, und ihm erklären, das Charly nicht für Welpen verantwortlich sein kann), oder ihn halt so sichern, das der Besitzer der schwarzen Witwe, ihn gar nicht „im Verdacht“ haben hätte können.

      Mein Beitrag ist natürlich aus Sicht eines Hundehalters in einem „Wohlstandlandes“, ich will deine Initiative für Notleidende Tiere auch gar nicht klein reden! Ich find es toll das du dich engagierst!
    • Liebe Ja Nu, zu Punkt 1: Meine Ängste, dass dem Hund etwas passieren könnte, waren real nicht begründet. Aber ich habe gesehen, welchen Stellenwert Hunde hier haben. Sie sind weniger Wert als Katzen. In unserer Straße ist keine Katze sterilisiert - außer unsere. Sie vermehren sich, aber sie sterben auch, weil sich niemand um sie kümmert. Anders ist es mit den Hunden. Jeder hat mindestens zwei Hunde an der Kette oder frei im Garten. Der Kontakt zu ihrem Menschen ist auf Futtergeben begrenzt. Der Nachwuchs wird getötet oder verschenkt. Der Nachwuchs von Katzen wird in der Regel verschont. Liegt aber auch daran, dass Katzen ihren Nachwuchs heimlich aufziehen. Was den Nachbarn betrifft, hatte ich nur so ein Gefühl, dass für ihn ein Hundleben nichts Wert ist. Und was ihn stört, muss weg. Hinzu kommen noch die Sprachbarrieren. Ich spreche etwas ungarisch, aber leider kann ich nicht alles so ausdrücken, wie ich es möchte.
      Zu Punkt 2: Es war schon meine Absicht, Charly kastrieren zu lassen. Der Tierarzt meinte jedoch, wir sollten warten, bis er ganz gesund ist und sich wirklich bei uns zuhause fühlt. Er war ja auch nicht mehr der Jüngste. Im ersten Jahr bei uns gab es dieses Problem noch nicht, da er nur aus einem gewissen Abstand die Werbung um die Hündin beobachtet hat. Erst im folgenden Jahr hatte er so viel Selbstvertrauen entwickelt, dass er sich traute, der Schwarzen zu folgen. Vor zwei Jahren haben wir endlich das Grundstück einzäunen können. Es ist ja riesig und das ist auch eine Geldfrage. Unser unmittelbarer Nachbar, ein Schweizer, hat den Begrenzungszaun zwischen unseren Grundstückes setzen lassen, obwohl es in unserer Verantwortung lag. Fand ich sehr großzügig. Somit hatten wir nur noch 200 m Zaun zu setzen. Trotzdem gelang es unseren Hunden anfangs immer wieder, auszubüchsen. Die Hunde haben uns praktisch die Schwachstellen gezeigt. Heute bekommen wir nur noch gelegentlich Besuch von sehr, sehr kleinen Hunden, die sich unter den Zaun durchbutteln. Was sie bei uns wollen? Sie haben Hunger. Aber wir füttern sie außerhalb des Grundstückes.
    • Ich finde es schon richtig krass wie in anderen Ländern mit Hunden umgegangen wird und ich glaube, wenn man dort nicht lebt, kann man das kaum bis gar nicht nachvollziehen. Deswegen möchte ich mich zu deinen Entscheidungen gar nicht äußern. Klar wäre er vllt. noch am leben, wenn er früher kastriert worden wäre.

      Darf ich dich @Tammy mal fragen, warum ihr dort lebt?
      Liebste Grüße Susa und die elf Pfoten <3
    • Hallo Susa, wir hatten vom Großstadtleben in Berlin genug und wollten gern aufs Land. Mit der Euro-Umstellung schossen jedoch die Immobilienpreise dermaßen in die Höhe, dass wir es aufgaben, uns in Deutschland oder in einem Westeuropäischen Land eine Immobilie zu suchen. Ich war als Jugendliche viel in Ungarn und hatte dort eine sogenannte "Nenntante" in Budapest. Ungarn empfand ich noch als "westlichstes" Land. Wir haben uns dort zwei nebeneinanderliegende Grundstücke mit fast "abbruchreifen" Lehmhäusern gekauft. Die Sanierung hat dementsprechend sehr lange gedauert. Eigentlich hatten wir uns das auch anders vorgestellt - mit vielen Tieren, Gästehaus usw. Auch politisch hat sich die Situation verschlechtert. Das Ungarn, was ich kannte, gibt es nicht mehr. Es gibt sehr viel Armut, Alkoholismus und Umweltverschmutzung. Aber ich denke, was die Tierhaltung betrifft, wären wir auch in jedem anderen südeuropäischen Land auf Probleme gestoßen. Aber es ist schon etwas anderes, wenn man durch Fernsehberichte damit konfrontiert wird, als direkt vor Ort.
    • Natürlich ist es traurig wie in manchen Ländern mit Hunden umgegangen wird, und deshalb ist es auch gut wenn seriöse Tierschutzvereine dort Tierheime aufbauen, Kastrationsprogramme durchführen und einige der Hunde z.B. nach Deutschland bringen (in diesem Punkt habe ich meine Meinung geändert - ich dachte früher auch "die deutschen Tierheime" sind doch voll genug, muss man da auch noch ausländische Hunde importieren?"

      Aber ich bleibe dabei, wenn man dort hinzieht (egal aus welchem Grund, und wenn es ist, dass einem die Immobilienpreise in Deutschland zu hoch sind), dann weiß man das. Wenn man das nicht ertragen kann wäre es möglich sich einer Organisation (s.o.) anzuschließen und vor Ort zu helfen.

      Ein bisschen erinnert mich dieser Thread an die Städter, die auf´s Land ziehen (weil ihnen die Immobilienpreise in der Stadt zu hoch sind ... :rolleyes: :P :D :D :D ) und sich dann über
      sonntägliche Kirchenglocken
      das Gebell der Hofhunde
      den Güllegeruch (den sie im Urlaub als "gute Landluft" bezeichnen) und
      die im Sommer schon frühmorgens ausfahrenden Traktoren
      beschweren.
    • Hallo Wildfarben, meintest Du mit Deinem Beitrag mich? ?(
      Kann mich nicht erinnern, mich über die von Dir aufgeführten möglichen "Störfaktoren" beschwert zu haben. Und ich bin in Deutschland seit Jahrzehnten zahlendes Mitglied in einer Tierschutzorganisation.
      Von meinem Grundstück aus kann ich die Kirche sehen und freue mich über das tägliche Läuten der Glocken. Dann weiß ich wenigsten wie spät es ist ohne auf die Uhr zu schauen. Ich stehe übrigens noch vor den ausfahrenden Traktoren auf. Sozusagen mit den Hühnern, denn die warten bereits darauf, in ihren Garten zu kommen und die Ziegen wollen auch auf die Weide. Ach so, meine Wohnung in Berlin ist eine Eigentumswohnung. Hätte es daher nicht nötig, wegen der hohen Immobilienpreise bzw. Mieten aufs Land zu ziehen. Das Landleben tut mir einfach gut. Aber ich hänge auch an meiner Stadt Berlin und dort habe ich eben noch einen "Koffer". :)
    • @Wildfarben fahr mal in etwas ruhigere Gewässer. Ich habe verstanden was du denkst und meinst - nur im Forum haben andere auch andere Ansichten und wenn ich eines nicht leiden kann, dann zu verurteilen und keine anderen Meinungen zuzulassen (ob nun richtig oder falsch sei dahingestellt)
      Viele Grüße

      Thomas 8)
    • Spielt für mich keine Rolle - hatte das eben erst gelesen - OK, das ist schlecht, aber ändert nichts an meiner Meinung darüber, wie hier mit einander umgegangen werden sollte, bzw. wie ich mir das wünsche. Es gibt so viel "Kälte" im Netz, da würde ich gerne etwas anders machen. Jetzt haben wir uns beide geärgert- für mich ist das damit besprochen und vom Tisch.
      Viele Grüße

      Thomas 8)
    • Hallo Thomas,

      da dein öffentlicher Angriff mich sehr verletzt hat erlaube ich mir doch noch mal darauf zu anworten.

      Es gab Situationen, in denen ich Kritik verdient habe, da hättest du sie anbringen können oder sie wurde auch von Panama gerechtfertigterweise angebracht.

      Dass du mir aber In dem von dir jetzt nach 5 Monaten hervorgekramten Thread Verurteilung anderer vorwirfst lässt mich vermuten dass du ihn nicht komplett gelesen hast (dort wurden ganze Volksgruppen und Nationalitäten verurteilt, aber nicht von mir).

      Was mich zu der Frage veranlasst warum du einen einzelnen User – mich – nach so langer Zeit und in meinen Augen völlig ungerechtfertigt und willkürlich angreifst. Mit der allgemeinen „Kälte im Netz“ ist das nicht zu begründen; die gibt es sicherlich, verstärkt in den Regionen des Netzes, auf die du deine Priorität legst. Aber in diesem Forum hier, in deinem Forum, kann ich überhaupt keine Kälte erkennen, die du bekämpfen müsstest. Im Gegenteil, ich habe selten so eine herzliche Gemeinschaft und so ein mitfühlendes, freundliches, oft auch frotzelndes aber immer menschliches Miteinander erlebt. Und das hat mich ehrlich gesagt am meisten verletzt: dass du dies offenbar überhaupt nicht zur Kenntnis genommen hast.

      Ich weiß, dass du viel zu tun hast, ich bewundere deine hauptberufliche Arbeit und Selbständigkeit, aber du bist auch Admin eines Forums und hast jedem einzelnen User gegenüber eine Verantwortung, und die schließt eigentlich aus, ijemanden plötzlich und unerwartet und ohne konkreten und aktuellen Anlass öffentlich anzugreifen.
      Meine Meinung, und mit dieser Gegendarstellung ist die Sache für mich jetzt auch erledigt.
      Viele Grüße
      Astrid
    • Hallo Astrid,

      auch wenn es als "erledigt" gilt möchte ich gerne noch öffentlich etwas dazu sagen:

      Ich hege nicht den Anspruch darauf perfekt zu sein. Ich mache auch Fehler. Mein Fehler hierbei war, und dafür entschuldige ich mich, dich in der Sache nicht privat anzuschreiben - mir ist das Thema in die Augen gesprungen- ich habe dazu meine Meinung (hatte auch gar nicht auf das Datum geachtet)- und wollte, meiner Stimmung geschuldet dies kurz kund tun, was mich stört. Nun über die Sache kann man streiten- das ist Ansichtssache, aber mein Vorgehen in der Sache war schlicht falsch. Das ich aber meine Meinung auch nach längerer Abstinenz sage (in dem richtigen Kanal), diese Recht behalte ich mir jedoch schon vor.
      Was mir jedoch zu denken gibt, ist die Tatsache, das ich mit Vorwürfen konfrontiert werde, die den generellen Umgang mit dem Forum im Zusammenhang stehen. Hier müssen wir eine Lösung finden. Es kann nicht sein, dass ich Beschwerden/Vorwürfe bekomme über Situationen die Monate zurück liegen und die ich nicht mitbekomme. Meine Lebenssituation lässt es nicht zu, viel mehr Zeit hier zu sein, so gern ich das auch täte - daher müssen wir mit mehr Moderatoren usw. einen flächendeckenderen Schutz gewährleisten. Panama ist ein ganz ganz toller Moderator, nur auch Sie ist auch nur ein Mensch. Wir werden die Tage eine Umfrage starten und uns darum bemühen etwas auf die Beine zu stellen.
      Viele Grüße

      Thomas 8)